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Wie aus Cup Noodle ein Matcha-Fertiggericht wurde
Nissin hat sein Instant-Nudelgericht Cup Noodle zweimal mit Matcha aufgelegt: 2017 als ungewöhnliche Meeresfrüchte-Version und 2020 in einer milderen Neuauflage mit Hühnerbrühe. Beide Male sorgte allein die Idee, grünen Tee in ein Fertiggericht zu packen, für Aufsehen, in Japan wie international in Food-Medien. Dieser Text zeigt, was sich zwischen den beiden Versionen verändert hat, warum die zweite Version deutlich runder ausfiel und was das für die eigene Küche zu Hause bedeutet.
Die erste Version 2017
Am 23. Januar 2017 brachte Nissin die erste Matcha-Ausgabe seines Cup Noodle heraus, offiziell als Matcha Seafood Flavor. Die Nudeln waren mit Matcha eingefärbt, dazu kamen getrocknete Oktopusscheiben, Möhren- und Eistückchen, Käsepulver, Zwiebelpulver und schwarzer Pfeffer, gebunden in einer Schweine- und Hühnerbrühe. Der Preis lag damals bei 138 Yen, also einem einfachen, alltäglichen Fertiggericht-Preis. Die Verpackung fiel durch ein auffälliges Design mit einem riesigen grünen Fuji-Berg sowie Motiven wie einer Geisha, einer Glückskatze und einer Videospiel-Anspielung ins Auge. Geschmacklich war das Ergebnis überraschend: Testerinnen und Tester beschrieben, dass der Oktopus- und Meeresfrüchte-Charakter deutlich dominierte und der grüne Tee kaum herauszuschmecken war, obwohl Matcha sowohl in den Nudeln als auch in der Brühe steckte. Für ein Fertiggericht aus dem Supermarktregal war das ein ungewöhnlich mutiger Ansatz, weil Nissin gleich zwei markante Geschmacksrichtungen, Matcha und Meeresfrüchte, in einer einzigen Schüssel zusammenbrachte, statt sich vorsichtig an eine mildere Kombination heranzutasten.
Warum die erste Version als schwierig empfunden wurde
Rückblickend beschreiben Testberichte die Brühe der ersten Version als kräftig und eher unausgewogen: Die Kombination aus Meeresfrüchten, Käsepulver und Matcha ergab einen Geschmack, der viele eher überraschte als überzeugte. Der grüne Tee geriet dabei zur Randnotiz statt zum tragenden Element des Gerichts, obwohl er der eigentliche Aufhänger des Produkts war. Genau dieser Kontrast zwischen dem Versprechen im Namen und dem tatsächlichen Geschmackserlebnis trug einen guten Teil zum Aufsehen um das Produkt bei: Es wurde weniger für seinen Matcha-Geschmack bekannt als für seine ungewöhnliche, kaum vorhersehbare Kombination aus Zutaten, die auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen schienen. Gerade dieser Überraschungseffekt machte das Produkt zu einem viel besprochenen Beispiel dafür, wie ein etablierter Hersteller mit einem neuen, damals noch jungen Matcha-Interesse experimentierte, ohne bereits eine ausgereifte Rezeptur dafür zu haben.
Die Neuauflage 2020
Im Juni 2020 kündigte Nissin eine überarbeitete Fassung an, die am 6. Juli 2020 in den Handel kam: die Cup Noodle Matcha als Teil einer neuen Serie namens Japan Noodle Trio, zusammen mit einer Sukiyaki-Udon-Variante und einem Yakisoba mit Umeboshi und Kombucha. Alle drei Sorten kosteten einheitlich 193 Yen. Der entscheidende Unterschied zur ersten Version lag in der Brühe: Statt auf Meeresfrüchte und Käsepulver setzte Nissin nun auf eine Kombination aus Matcha und Hühnerbrühe, offiziell als Matcha Tori Paitan bezeichnet, eine cremige Geflügelbrühe, die lange aus Hühnerknochen gezogen wird. Mit der Zugehörigkeit zum Japan Noodle Trio positionierte Nissin das Produkt außerdem bewusst als Teil einer kleinen Kollektion, die jeweils zwei bekannte Elemente der japanischen Küche kombiniert, statt es wie 2017 als Einzelprodukt für sich stehen zu lassen. Diese Einbettung in eine Serie gab dem Matcha-Gericht einen klareren Rahmen und half dabei, es nicht nur als Kuriosität, sondern als ernsthaften Versuch einer neuen Geschmacksrichtung wahrzunehmen.
Wie sich der Geschmack verändert hat
Testberichte zur 2020er-Version beschreiben eine deutlich mildere, harmonischere Kombination als beim Original. Die Suppe zeigte eine cremige Konsistenz mit einem leichten grünlich-gelben Schimmer durch das Matcha-Pulver. Beim Öffnen des Bechers war der Matcha-Duft klar wahrnehmbar, im Geschmack selbst dominierte jedoch eine kräftige Hühnerbrühe mit einer feinen grünen Tee-Note im Hintergrund, die dem Gericht zusätzliche Tiefe gab, ohne die Brühe zu überlagern. Damit gelang Nissin im zweiten Anlauf eine Balance, die 2017 noch fehlte: Matcha war spürbar vorhanden, ohne von deutlich kräftigeren Zutaten komplett verdeckt zu werden.
Ein Produkt zwischen Gimmick und echtem Trend
Beide Versionen zeigen, wie ein großer Instant-Nudelhersteller auf einen wachsenden Matcha-Trend reagiert: erst mit einer auffälligen, aber geschmacklich riskanten Kombination, die vor allem für Gesprächsstoff sorgte, dann mit einer durchdachteren Rezeptur, die den Matcha-Charakter besser zur Geltung bringt. Cup Noodle Matcha tauchte in dieser Zeit auch in Übersichten japanischer Supermarktprodukte auf, etwa als Cup Noodle Matcha Ramen für 193 Yen neben anderen Uji-Matcha-Souvenirs. Wer einen Überblick über ähnliche Matcha-Ramen-Konzepte außerhalb von Fertigprodukten sucht, findet ihn im Wissensartikel „Matcha-Ramen weltweit: die wichtigsten Varianten“.
Matcha als Fertigprodukt neben anderen japanischen Snacks
Cup Noodle Matcha reiht sich in eine größere Kategorie japanischer Fertigprodukte mit Matcha-Geschmack ein, zu denen etwa Hartbonbons und bestimmte Schokoladen-Sorten zählen. Mehr zu dieser Bandbreite an Süßwaren liefert der Wissensartikel „Japanische Matcha-Bonbons: Hartbonbons im Überblick“, einen Überblick über bekannte Schokoladen-Editionen gibt „Matcha-KitKat: die japanischen Sorten im Überblick“. Im Unterschied zu diesen süßen Produkten bleibt Cup Noodle Matcha bis heute eines der wenigen breit bekannten herzhaften Fertiggerichte mit Matcha, was seinen Sonderstatus in der Produktgeschichte erklärt. Während Bonbons und Schokolade Matcha vor allem als süße Zutat behandeln, zeigt das Nudelgericht, dass sich derselbe Rohstoff auch in einer warmen, herzhaften Mahlzeit unterbringen lässt, sofern Brühe und Gewürze sorgfältig darauf abgestimmt werden.
Was das für den eigenen Umgang mit Matcha zeigt
Die Geschichte von Cup Noodle Matcha zeigt vor allem, wie stark die Dosierung und die Wahl der Brühe darüber entscheiden, ob Matcha in einem herzhaften Gericht zur Geltung kommt oder untergeht. Wer zu Hause mit Matcha in einer Suppe oder Sauce experimentiert, kann daraus eine einfache Lehre ziehen: ein mildes, fein steingemahlenes Pulver in kleinen Mengen zugeben und mit einer nicht zu dominanten Basis kombinieren, damit der charakteristische Geschmack erhalten bleibt, so wie es beim MATCHASHOCK Bio-Matcha auch bei einer feinen Sauce oder einem hellen Fond gelingt, ohne bitter zu kippen. Zwischen einer auffälligen Fertigware und dem eigenen Kochversuch liegt am Ende vor allem eine Frage der Balance zwischen Matcha und den übrigen Zutaten. Die zwei Nissin-Versionen liefern dafür ein anschauliches Lehrbeispiel: 2017 stand eine kräftige, wenig abgestimmte Kombination für sich, 2020 eine ruhigere, die dem Tee bewusst mehr Raum ließ. Wer selbst kocht, kann diesen Lernprozess abkürzen, indem von Anfang an mit einer milden, nicht zu stark gewürzten Basis begonnen wird und Matcha erst zum Schluss vorsichtig zugegeben wird, damit sich sein Geschmack entfalten kann, statt in einer zu kräftigen Brühe unterzugehen.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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