Grundlagen
Matcha Hautpflege – was im Blatt steckt und was CosIng führt
Statt Versprechen hier die nachprüfbare Ebene – welche Bestandteile im Blatt stecken und welche Funktionen die EU-Stoffdatenbank CosIng für Grüntee in kosmetischen Mitteln führt.
Was im Blatt steckt
Das Blatt der Teepflanze Camellia sinensis enthält vier Catechine – EGCG, EGC, ECG und EC. EGCG ist davon das mengenmäßig bedeutendste. Dazu kommen Koffein, die Aminosäure L-Theanin, Chlorophyll und Mineralstoffe. Bei Matcha wird das ganze Blatt vermahlen, deshalb liegt alles davon im Pulver vor und nicht nur der wasserlösliche Teil wie beim Aufguss.
Die Funktionen, die offiziell eingetragen sind
Die EU führt für jeden Kosmetikstoff eine Datenbank namens CosIng. Für Camellia Sinensis Leaf Extract sind dort unter anderem diese Funktionen hinterlegt – Antioxidant, Skin conditioning, Skin protecting, Astringent, Emollient, Humectant, Antimicrobial und Oral care agent. Für das gemahlene Blatt, Camellia Sinensis Leaf Powder, ist Exfoliating eingetragen. Das sind Funktionszuordnungen für den Einsatz in Rezepturen, keine Heilaussagen und keine Wirkversprechen für ein bestimmtes Produkt.
Warum Wirkversprechen hier fehlen
In der EU dürfen Aussagen über kosmetische Mittel nur gemacht werden, wenn sie belegt sind. Die Verordnung 655 aus dem Jahr 2013 verlangt dafür hinreichende und überprüfbare Nachweise, die dem Stand der Technik entsprechen. Für eine selbst angerührte Maske aus der eigenen Küche gibt es solche Nachweise naturgemäß nicht – niemand hat sie geprüft. Deshalb steht auf diesen Seiten, was drin ist und wie man es zubereitet, und nicht, was es angeblich bewirkt.
Was gegen die Haut sprechen kann
Grüntee gilt in der kosmetischen Sicherheitsbewertung als gut verträglich, üblich sind Einsatzmengen im Bereich weniger Prozent. Allergische Reaktionen sind selten, kommen aber vor, vor allem bei Menschen, die auf Teepolyphenole oder Koffein empfindlich reagieren. Deshalb gilt für jede selbst gemachte Anwendung – vorher an einer kleinen Stelle in der Armbeuge testen und 24 Stunden abwarten. Nicht auf verletzte oder entzündete Haut auftragen, den Augenbereich aussparen.
Die Farbe ist kein Qualitätsbeweis
Ein kräftiges Grün kommt vom Chlorophyll und damit von der Beschattung vor der Ernte. Es sagt etwas über die Sorte und die Frische aus, aber nichts darüber, wie sich ein Pulver auf der Haut verhält. Ein stumpf gelbgrünes Pulver ist meist älter oder aus späterer Ernte. Für Anrührmasken ist außerdem die Mahlung wichtig – grobes Pulver kratzt.
Unser Matcha ist ein Lebensmittel und wird als Lebensmittel verkauft. Er ist kein kosmetisches Mittel. Die Anleitungen in diesem Bereich richten sich an die private Herstellung für den Eigengebrauch. Sie enthalten keine Wirkversprechen und ersetzen keine ärztliche oder dermatologische Beratung.