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Trends

Wohin sich der Matcha-Ramen-Trend seit Jahren entwickelt

Neben dem reinen Matcha-Lokal in Kyoto gibt es längst mehrere unabhängige Matcha-Ramen-Konzepte, von einer internationalen Ramen-Kette mit einem Standort in San Francisco bis zu einem kleinen Lokal abseits der Tokioter Touristenrouten. Die Ansätze reichen von cremiger Paitan-Brühe mit Ente bis zu einer Mascarpone-Matcha-Kombination, die an Tiramisu erinnert. Wer den Trend einordnen will, findet hier die zwei am besten belegten Fälle und die Technik dahinter.

Mensho: eine internationale Kette mit Matcha-Ente

Mensho ist eine 2005 gegründete Ramen-Kette unter Leitung von Tomoharu Shono, die inzwischen an mehreren Standorten weltweit vertreten ist, darunter San Francisco. Dort steht das Duck Matcha Ramen auf der Karte: eine cremige Hühner-Paitan-Brühe, die mit Matcha verfeinert wird, dazu hausgemachte Entenlende, die in einer Zitrus-Koji-Tare mariniert und bei niedriger Temperatur gegart wird, bevor sie als Chashu-Topping auf der Brühe landet. Anders als bei einer klaren Brühe verbindet sich Matcha hier mit der Cremigkeit der Paitan-Basis, was die typische Bitterkeit abfedert. Die Kombination aus einer etablierten internationalen Kette und einem festen Speisekarten-Posten zeigt, dass Matcha-Ramen längst über einzelne Aufsehen-Aktionen hinausgewachsen ist und sich als dauerhaftes Gericht etablieren kann.

Kitchen House Totoro: Matcha trifft Mascarpone

In Inagi, einer Stadt im Tokioter Umland abseits der üblichen Touristenrouten, serviert das Izakaya-Lokal Kitchen House Totoro ein Matcha Cream Shio Ramen. Die Grundlage ist eine salzige Shio-Brühe, angereichert mit Matcha und Mascarpone-Käse. Die Idee dahinter stammt nach Angaben des Lokals von der Beliebtheit von Matcha-Tiramisu in japanischen Patisserien: Wenn Mascarpone und Matcha als süßes Dessert funktionieren, sollte die Kombination auch in einer herzhaften Brühe funktionieren. Das Ergebnis ist eine cremige, leicht käsige Shio-Basis mit einem grasigen Matcha-Unterton – ein Beispiel dafür, wie Köchinnen und Köche bestehende Dessert-Trends in herzhafte Gerichte übersetzen, statt beide Welten getrennt zu halten.

Was beide Konzepte trotz aller Unterschiede verbindet

Mensho und Kitchen House Totoro liegen geografisch und im Konzept weit auseinander – eine internationale Kette gegen ein einzelnes Lokal abseits der Touristenpfade –, folgen aber demselben Grundprinzip: Beide setzen Matcha nicht in eine klare, dünne Brühe, sondern in eine cremige Basis. Paitan-Brühe lebt von ausgekochtem Kollagen und wirkt dadurch dickflüssig und rund, die Shio-Cream-Variante bekommt ihre Cremigkeit direkt vom Mascarpone. In beiden Fällen bindet das Fett einen Teil der Bitterstoffe des Matcha und trägt gleichzeitig die Farbe gleichmäßiger durch die Flüssigkeit, statt dass sich das Pulver an der Oberfläche absetzt. Das erklärt, warum ausgerechnet cremige Ramen-Stile bei Köchinnen und Köchen als Einstieg in Matcha-Ramen beliebter sind als klare Brühen.

Warum Fett die Bitterkeit von Matcha abfedert

Matcha enthält Catechine, die für den bitteren, adstringierenden Ton verantwortlich sind, den viele Menschen aus schlecht dosiertem Matcha kennen. Fett bindet einen Teil dieser Bitterstoffe und verändert, wie sie auf der Zunge wahrgenommen werden – ein Effekt, der auch erklärt, warum Matcha-Latte mit Vollmilch milder schmeckt als mit Wasser. In einer Ramen-Brühe übernimmt das Fett aus Knochen, Käse oder Sahne dieselbe Rolle. Gleichzeitig bleibt der herzhafte Umami-Ton des Matcha erhalten, wie „Umami im Matcha: woher der herzhafte Ton im Tee kommt“ beschreibt: Die Aminosäure L-Theanin liefert diesen Ton unabhängig von Fett oder Hitze, während die Bitterstoffe empfindlicher auf beides reagieren. Wer selbst experimentiert, sollte deshalb zuerst an der Fettmenge drehen, bevor die Matcha-Menge reduziert wird.

Eine cremige Matcha-Ramen-Basis zum Nachbauen

Für eine einfache Version zuhause eignet sich eine helle Brühe mit etwas Sahne oder ein Löffel Frischkäse pro Portion als Fettträger. Die Brühe erst fertig kochen, vom Herd nehmen, dann Sahne oder Frischkäse einrühren, bis sie sich vollständig gelöst hat, und erst danach einen halben bis dreiviertel Teelöffel Matcha pro Portion einarbeiten. Fertige Ramen-Nudeln kurz separat kochen und erst beim Anrichten in die Brühe geben, damit sie nicht nachquellen. Als Topping passen gebratener Tofu, Frühlingszwiebeln oder ein weich gekochtes Ei. Wer eine deftigere Richtung mag, ergänzt etwas weiße Miso-Paste, die den Umami-Ton zusätzlich verstärkt, ohne die Brühe zu verdünnen.

Welches Pulver sich für eine cremige Brühe eignet

In einer fetthaltigen Brühe fällt eine grobe Vermahlung weniger auf als in Wasser, trotzdem lohnt sich ein feines Pulver, damit sich Matcha gleichmäßig mit Sahne oder Käse verbindet, statt Klümpchen zu bilden. Der MATCHASHOCK Bio-Matcha ist genau dafür ausgelegt: bio nach EU-Öko-Verordnung, aus erster Ernte, von Hand gepflückt und fein steingemahlen, ohne Zusätze und mild statt bitter. Eine 30-Gramm-Dose reicht für rund 15 Zubereitungen, was bei einer sparsamen Dosierung von einem halben Teelöffel pro Ramen-Portion für mehrere Gerichte reicht, bevor eine neue Dose nötig wird. Wichtig bleibt: Erst die Brühe vom Kochen nehmen, dann das Pulver einrühren.

Zwei Städte, zwei völlig unterschiedliche Publika

Mensho in San Francisco und Kitchen House Totoro in Inagi zeigen auch, wie unterschiedlich das Publikum für Matcha-Ramen sein kann. Eine internationale Kette mit Michelin-Guide-Eintrag richtet sich an ein Publikum, das gezielt nach besonderen Ramen-Erlebnissen sucht und bereit ist, für ein Signature-Gericht wie das Duck Matcha Ramen anzureisen. Ein kleines Izakaya-Lokal in einer Stadt abseits der Touristenrouten dagegen bedient in erster Linie ein lokales Publikum, das eher zufällig auf ein ungewöhnliches Gericht stößt, als gezielt danach zu suchen. Dass beide unabhängig voneinander auf dieselbe Grundidee gekommen sind – Matcha in eine cremige Ramen-Basis einzuarbeiten –, spricht dafür, dass die Kombination aus Fett und Matcha kein Zufallstreffer eines einzelnen Kochs ist, sondern eine naheliegende Lösung für ein bekanntes Problem: wie sich Matcha in einer herzhaften, heißen Flüssigkeit ohne störende Bitterkeit unterbringen lässt. Für alle, die selbst mit Matcha in herzhaften Gerichten experimentieren, ist das ein nützlicher Hinweis: Wer bei einer neuen Kombination unsicher ist, orientiert sich am besten an einer bereits fetthaltigen Basis, statt bei einer klaren, dünnen Flüssigkeit zu beginnen. Das gilt nicht nur für Ramen: Dieselbe Überlegung lässt sich auf jede heiße, herzhafte Flüssigkeit übertragen, von einer einfachen Suppe bis zu einer Sauce, sobald Matcha darin nicht nur als Farbe, sondern auch geschmacklich präsent sein soll.

Zwischen Aufsehen und Alltagsgericht

Wie „Kuriose Matcha-Produkte weltweit im Überblick“ zeigt, ist Matcha-Ramen nur eines von vielen ungewöhnlichen Formaten, in denen das Pulver auftaucht. Der Unterschied zu vielen Eintagsfliegen-Produkten: Mensho führt sein Duck Matcha Ramen dauerhaft, nicht als kurze Aktion. Das deutet darauf hin, dass sich Matcha in herzhaften Gerichten über den reinen Aufsehen-Effekt hinaus behaupten kann, wenn Fett, Umami und Matcha im richtigen Verhältnis zueinanderstehen. Wer die Idee zuhause testet, merkt schnell, wie schmal der Grat zwischen einer interessanten neuen Note und einer überdosierten, bitteren Brühe ist – und genau darin liegt der eigentliche Reiz des Experiments. Stand der Angaben: August 2026. Angebote, Zeiten und Karten ändern sich – prüfe vor dem Besuch die Seite des Hauses.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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