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Welche Matcha-Sorten es beim japanischen KitKat wirklich gibt
Vom milden Matcha Milk bis zum dunklen Koicha: In Japan bringt Nestlé seit über zehn Jahren immer neue KitKat-Riegel mit Matcha heraus, die es im deutschen Supermarktregal nicht gibt. Dieser Überblick zeigt, welche Sorten real existieren, was sie geschmacklich unterscheidet und warum Uji in Kyoto dabei ständig auftaucht.
Warum ausgerechnet KitKat in Japan zur Matcha-Bühne wurde
Der Name KitKat klingt auf Japanisch wie kitto katsu, was sinngemäß so viel wie du wirst sicher gewinnen bedeutet. Diese zufällige Nähe machte den Riegel seit den 1970er-Jahren zu einem beliebten Glücksbringer vor Prüfungen und Wettkämpfen, weit über seine Herkunft als britisch-schweizerische Marke hinaus, die inzwischen zum Nestlé-Konzern gehört. Nestlé Japan nutzt diese besondere Stellung seit Jahren, um viermal im Jahr neue, oft nur regional oder saisonal erhältliche Geschmacksrichtungen auf den Markt zu bringen, von exotischen Kombinationen bis zu Klassikern, die über Jahre im Sortiment bleiben. Matcha gehört dabei zu den festen Größen und wird immer wieder neu variiert, von sehr milden bis zu ausgesprochen kräftigen Rezepturen. Für Reisende und Sammler ist die Vielfalt Teil des Reizes: Manche Sorten gibt es nur in bestimmten Provinzen oder nur für wenige Wochen im Jahr, andere sind seit über einem Jahrzehnt fester Bestandteil des Regals in japanischen Supermärkten und an Bahnhofskiosken. Diese enge Verbindung aus Marketingidee, Saisongeschäft und regionaler Exklusivität gibt es in dieser Form bei kaum einer anderen internationalen Süßwarenmarke.
Die bekanntesten Matcha-Sorten im Überblick
Zu den am häufigsten genannten Varianten zählen Matcha Otona no Amasa, bei der Uji-Matcha direkt in den Riegel eingearbeitet ist, sowie Matcha Milk mit einer milderen, milchigeren Rezeptur, die sich vor allem an Erstkontakt-Käufer richtet. Daneben gibt es Dark Green Tea als kräftigere Variante, Matcha Tiramisu als Kombination aus Grüntee und Kaffeenote, sowie Special Matcha und Kinako, bei der geröstetes Sojabohnenmehl dazukommt und dem Riegel eine nussige Zusatznote gibt. Weitere Kombinationen sind Green Tea und Azuki mit roter Bohnenpaste, ein Klassiker der japanischen Süßwarenwelt, sowie die saisonale Ausgabe Green Tea und Cherry Blossom zur Kirschblütenzeit im Frühling. Air In Matcha setzt auf eine luftig geschlagene Füllung mit mehr Volumen im Biss, während ITOEN Matcha als regional limitierte Sorte nur in der Region Kyoto verkauft wird und dort gezielt als Souvenir positioniert ist. Diese Aufzählung ist nicht abschließend, weil Nestlé Japan das Sortiment laufend erweitert, ältere Sorten wieder einstellt und einzelne Editionen nach wenigen Monaten schon wieder verschwinden können.
Koicha: die dunkle, kräftige Version im Detail
Eine der bekanntesten Varianten für den Export heißt Koicha Green Tea KitKat, auf Deutsch sinngemäß dunkler Matcha-KitKat. Der Anbieter Japanese Taste führt die Packung mit zehn einzeln verpackten Mini-Riegeln, hergestellt in Japan, zu einem Preis von umgerechnet rund fünf US-Dollar. Verwendet wird laut Produktbeschreibung Koicha, eine dunklere Matcha-Stufe aus Uji in der Präfektur Kyoto, die in die weiße Schokoladenhülle eingearbeitet wird, statt sie nur als Aromazusatz zu verwenden. Im Geschmacksprofil wird die Sorte als die bitterere Variante gegenüber dem helleren, süßeren Standard-Grüntee-KitKat beschrieben, vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einer kräftigen und einer milden Teezubereitung. Nach Angaben des Anbieters ist diese dunkle Version ausschließlich in Japan erhältlich und taucht im europäischen Handel nicht auf, was sie bei Reisenden und Sammlern zu einem besonders gefragten Mitbringsel macht.
Wie die Riegel überhaupt hergestellt werden
Technisch bleibt das Prinzip bei allen Matcha-Sorten ähnlich: Der klassische Waffelriegel wird nicht mit brauner, sondern mit weißer Schokolade überzogen, der Matcha beigemischt wird. Die weiße Basis ist wichtig, weil sich der grüne Farbton darin klar zeigt, während er unter dunkler Kuvertüre kaum zu erkennen wäre und der ganze Aufwand für die Optik verloren ginge. Je nach Sorte variiert, wie viel Matcha in die Hülle kommt und ob zusätzlich eine Füllung wie Kinako oder Azuki dazukommt, wodurch sich Süße und Textur der einzelnen Sorten spürbar unterscheiden. Wie sich Matcha allgemein beim Erhitzen und in Fetten verhält und warum die Farbe dabei schnell ins Olivgrüne kippt, erklärt der Wissensartikel „Mit Matcha backen: was Hitze mit Farbe und Geschmack macht“ ausführlich für Gebäck und Süßwaren.
Saisonale Sonderausgaben und dauerhafte Sorten
Ein Teil des Sortiments ist dauerhaft im Handel, ein anderer Teil erscheint nur für kurze Zeit und wird danach wieder eingestellt. Die Kirschblüten-Sorte Green Tea und Cherry Blossom etwa ist an den Frühling gebunden und verschwindet danach wieder aus den Regalen, bis sie im nächsten Jahr in ähnlicher Form zurückkehrt. Regional limitierte Ausgaben wie das reine ITOEN Matcha aus Kyoto sind wiederum an bestimmte Provinzen gebunden und werden gezielt als Souvenir für Reisende positioniert, die einen Riegel mit einer konkreten Region verbinden sollen. Dieses Prinzip aus saisonalen und regionalen Sonderausgaben ist in Japan bei vielen Süßwarenherstellern verbreitet und sorgt für eine ganze Sammlerszene rund um ungewöhnliche Geschmacksrichtungen, die teils auch online getauscht oder verkauft werden. Einen breiteren Blick auf solche Besonderheiten rund um Matcha weltweit gibt der Wissensartikel „Kuriose Matcha-Produkte weltweit im Überblick“.
Wo Matcha-KitKat in Deutschland zu finden ist
Einen offiziellen deutschen Vertrieb dieser japanischen Matcha-Sorten gibt es nicht. Wer sie probieren möchte, findet sie über spezialisierte Import- und Asia-Shops sowie über Online-Marktplätze, auf denen einzelne Händler japanische Süßwaren aus eigenem Bezug anbieten, meist zu höheren Preisen als im japanischen Originalhandel. Die Herkunftsregion Uji in der Präfektur Kyoto, die bei mehreren Sorten genannt wird, ist eines der bekanntesten Anbaugebiete für Grüntee überhaupt und taucht deshalb bei sehr vielen japanischen Matcha-Produkten als Herkunftsangabe auf. Wie diese Region und der dortige Teeanbau zusammenhängen, ordnet der Wissensartikel „Matcha in Japan erleben: Uji, Nishio und die Teefelder“ ein. Dieser Text ist redaktionell. Die genannten KitKat-Sorten stammen von Nestlé Japan, wir verkaufen sie nicht und stehen mit dem Unternehmen in keiner Verbindung.
Was der Blick auf die Zutatenliste zusätzlich verrät
Wer eine Packung selbst importierter Matcha-KitKats in der Hand hält, findet auf der Rückseite meist eine japanische Zutatenliste, die auch für Nicht-Japanisch-Sprechende einen Hinweis liefert: Steht dort das Schriftzeichen für Matcha oder Grüntee weit vorne in der Liste, ist der Anteil höher als bei einer Sorte, bei der er erst weit hinten auftaucht. Bei Süßwaren gilt grundsätzlich, dass Zutaten nach ihrem Mengenanteil absteigend sortiert werden, ein Prinzip, das auch für importierte Ware außerhalb der EU meist eingehalten wird, auch wenn die Kennzeichnungspflichten der EU dort nicht greifen. Für alle, die mehrere Sorten nebeneinander probieren, lohnt sich deshalb ein Blick auf diese Reihenfolge, bevor man vom bloßen Namen auf die Stärke des Matcha-Tons schließt.
Wer lieber puren Matcha-Geschmack will
In einem KitKat-Riegel steckt Matcha nur als kleiner Anteil der weißen Schokoladenhülle, der Rest ist Waffel, Zucker und Fett. Wer den Geschmack des Tees selbst im Mittelpunkt haben möchte statt als Nebennote in einer Süßigkeit, braucht dafür kein Importregal, sondern nur zwei Gramm feines Pulver und heißes Wasser. Ein mild statt bitter abgestimmter, steingemahlener Matcha aus erster Ernte zeigt in der Schale genau das Aroma, das in einem Riegel nur angedeutet wird, und lässt sich dabei nach eigenem Geschmack dosieren, von einer sehr milden bis zu einer kräftigen, an Koicha erinnernden Tasse.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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