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Trends

Wo Matcha überall auftaucht, wo man es nicht erwartet

Matcha steckt längst nicht mehr nur in Latte und Kuchen. Von Ramen-Brühe über Pizza bis zu Bier und Wurst gibt es eine ganze Reihe belegter, teils sehr ungewöhnlicher Gerichte und Erzeugnisse mit Matcha, vor allem aus Japan. Dieser Überblick sammelt die auffälligsten Beispiele mit Quelle, statt Gerüchte zu wiederholen.

Matcha in der Ramen-Schüssel

Das wohl aufsehenerregendste Beispiel ist Ramen Nishiki Sui im Kyotoer Gion-Viertel, das im Herbst 2025 eröffnet hat und nach eigener Darstellung ausschließlich Ramen mit Matcha-Brühe anbietet, ganz ohne klassische Brühe im Sortiment. Vier Varianten stehen auf der Karte: eine cremige Kombination aus Matcha und Meerbrassen-Fond mit gegrillter Meerbrasse, eine Version mit japanischem Pfeffer und Schweinebauch, eine mit Yuzu-Zitrusfrucht und eine schlichtere Grundvariante. Dazu gibt es Matcha Tsukimi Gohan, rohes Ei über Reis mit Matcha, als Beilage. Mehr zu diesem und weiteren Matcha-Ramen-Lokalen steht im Wissensartikel „Matcha-Ramen aus Kyoto: das erste reine Matcha-Lokal“. International zog das Konzept viel Presseaufmerksamkeit auf sich, gerade weil es als erstes reines Matcha-Ramen-Lokal seiner Art beworben wird.

Matcha auf der Pizza

Auch bei Pizza hat Matcha einen ungewöhnlichen Auftritt hingelegt. Pizza Hut Japan brachte im September 2025 die Dessert-Pizza Handy Melts Matcha Shiratama Kuromitsu heraus, in Kooperation mit dem 1860 in Uji gegründeten Kyoto-Teehaus Gion Tsujiri: ein Pizzateig mit Uji-Matcha, gefüllt mit süßer Matcha-Bohnenpaste und Mochi-Klößchen, dazu Mozzarella, Frischkäse und ein Kuromitsu-Zuckersirup zum Beträufeln, verkauft für 550 Yen zur Abholung. Getestet wurde die Kombination als stimmig zwischen Bitterkeit und Süße, mit dem einzigen Nebeneffekt, dass der Sirup das eigentlich für eine Hand konzipierte Stück ziemlich klebrig macht. Details dazu stehen im Wissensartikel „Matcha-Pizza von Pizza Hut Japan: das Konzept erklärt“.

Matcha als Bier, Wurst und Süßigkeit

Im Restaurant 1899 Ochanomizu in Tokio gehört ein grünlich schimmerndes Matcha-Bier zum Konzept eines ganzen Tee-Erlebnisses beim Essen: unsüß, ohne Kohlensäure, für 790 Yen, dazu ein Set aus drei Tee-Würstchen-Varianten für 1.200 Yen. In den Convenience-Stores von FamilyMart wiederum gibt es für 280 Yen eine Süßigkeit aus Uji-Matcha mit getrockneten Erdbeeren und Schokolade, die die milde Bitterkeit des Tees mit Süße und einer leichten Säure verbindet. Mehr zu diesen und weiteren kuriosen Erzeugnissen aus Japan liefert der Wissensartikel „Matcha-Bier und Tee-Wurst: kuriose Erzeugnisse aus Japan“. Diese Beispiele zeigen, wie tief Matcha inzwischen auch in Alltagsprodukte japanischer Supermärkte und Convenience-Stores vorgedrungen ist, weit über Getränke und Süßspeisen hinaus. Das Konzept von 1899 Ochanomizu geht dabei bewusst über ein einzelnes Produkt hinaus: Das ganze Lokal ist um die Idee gebaut, Tee nicht nur zu trinken, sondern in möglichst vielen Formen auf den Tisch zu bringen, vom alkoholfreien Bier bis zur Wurst.

Souvenir-Küche: Curry und Burger

Neben Ramen, Pizza und Convenience-Produkten hat sich in Japan auch eine eigene Souvenir-Küche rund um Matcha entwickelt. Dazu zählt ein grünes, touristisch beliebtes Curry-Mitbringsel aus Uji sowie mehrere unabhängig voneinander belegte Matcha-Burger-Varianten aus verschiedenen japanischen Städten. Beide Kategorien zeigen ein wiederkehrendes Muster: Matcha wird nicht nur als Getränk, sondern zunehmend als grüne, unverwechselbare Zutat in einem herzhaften Hauptgericht eingesetzt, oft verbunden mit einer bestimmten Region oder einem bestimmten Laden als Ursprung der Idee.

Wenn Kuriosität zur Kontroverse wird

Nicht jede ungewöhnliche Matcha-Kombination wird nur bestaunt. Auf TikTok hat sich ein eigener Trend zu herzhaften Matcha-Gerichten entwickelt, der die Gemüter teilt, etwa bei Matcha-Butter auf Steak. Manche Kommentare loben die Kombination, andere finden sie befremdlich, und genau dieser Streit sorgt zusätzlich für Reichweite. Eine ausführliche, um Fairness bemühte Einordnung dieser Debatte liefert der Wissensartikel „Matcha-Butter-Steak: der TikTok-Trend im Streit“. Solche Kontroversen zeigen, dass Aufsehen um Matcha nicht immer aus einhelliger Begeisterung entsteht, sondern oft gerade aus dem Streit darüber, ob eine Kombination überhaupt sinnvoll ist.

Wie sich ein Lokal-Trend international verbreitet

Fast alle Beispiele in diesem Überblick haben einen ähnlichen Weg hinter sich: Ein einzelnes Lokal, eine Handelskette oder ein Hersteller in Japan bringt ein ungewöhnliches Matcha-Gericht auf die Karte, Reise- und Food-Medien berichten mit Fotos darüber, und von dort verbreitet sich die Idee über Kurzvideos und Nachkoch-Beiträge in andere Länder. Dabei verändert sich unterwegs oft die Form: Aus einer aufwändigen Ramen-Brühe wird zu Hause eine einfache Matcha-Nudelsuppe, aus einer aufwändigen Teehaus-Pizza eine unkomplizierte Matcha-Margherita mit Mascarpone. Wer diese Kette von der ursprünglichen Idee bis zur eigenen Küche nachvollzieht, versteht auch besser, warum manche Kombinationen in der Übersetzung ihre Schärfe oder Kuriosität verlieren, während andere gerade dadurch neue Fans finden.

Was diese Beispiele gemeinsam haben

So unterschiedlich Ramen-Brühe, Pizzateig, Bier, Wurst, Curry, Burger und Steak-Butter auch sind, ein Muster zieht sich durch fast alle Fälle: Matcha wird für seine kräftige grüne Farbe, seine leichte Bitternote und seine inzwischen gut dokumentierte umami-artige Tiefe eingesetzt, nicht als bloße Deko. Viele der belegten Beispiele stammen aus Japan selbst, wo traditionelle Teehäuser, Ketten und einzelne Lokale mit dem Pulver experimentieren, und verbreiten sich von dort aus über Reiseberichte, Fachpresse und soziale Netzwerke in andere Länder. Wer selbst mit Matcha jenseits von Latte und Kuchen kochen will, findet in den einzelnen, oben verlinkten Artikeln jeweils die Herkunft, den Kontext und, wo möglich, Hinweise zur Nachkochbarkeit.

Matcha pur als Ausgangspunkt für eigene Experimente

Wer selbst mit Matcha in herzhaften oder ungewöhnlichen Kombinationen experimentieren will, braucht dafür vor allem eine verlässliche Basis: ein fein steingemahlenes Pulver aus erster Ernte, das auch in kleinen Mengen kräftig grün bleibt und nicht schnell bitter kippt, wie der MATCHASHOCK Bio-Matcha. Damit lässt sich die eigene Küche unabhängig von jedem Trend testen, ob in einer Sauce, einem Teig oder einfach als Prise auf einem herzhaften Gericht. Die weltweite Beispielsammlung zeigt vor allem eines: Der Spielraum für Matcha in der Küche ist deutlich größer, als das klassische Bild von Latte und Matcha-Kuchen vermuten lässt, und ein Großteil davon lässt sich mit etwas Neugier auch zu Hause nachvollziehen. Wichtig bleibt dabei die Reihenfolge: Erst ein verlässliches, gut vermahlenes Pulver besorgen, dann mit kleinen Mengen in einer vertrauten Zubereitung wie einer Sauce oder einem Teig experimentieren, und erst danach an ungewöhnlichere Kombinationen wagen. So lässt sich schnell einschätzen, ob eine Idee aus dieser Übersicht wirklich schmeckt, statt sie nur aus einem Video nachzumachen. Auf diese Weise wird aus einer kuriosen Randnotiz aus Japan mit der Zeit ein fester Teil der eigenen Küche, ganz ohne Reise und ohne Warteschlange vor einem einzelnen Lokal.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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