Trends
Matcha auf dem Steak: warum der TikTok-Trend spaltet
Matcha-Butter-Steak ist ein TikTok-Trend, bei dem eine Kräuterbutter aus weicher Butter und Matcha auf ein gebratenes Steak gegeben oder als Marinade genutzt wird. Videos dazu erreichen seit 2025 wiederholt hohe Reichweiten – und ebenso wiederholt geteilte Reaktionen: Ein Teil der Kommentare feiert die Kombination, ein anderer Teil lehnt sie klar ab. Dieser Artikel beschreibt, was hinter dem Trend steckt und wie sich Matcha-Butter tatsächlich zubereiten lässt, ohne selbst Partei zu ergreifen.
Was der Trend eigentlich zeigt
Im Kern besteht das Format aus zwei Varianten: Entweder wird Matcha-Pulver in weiche Butter eingearbeitet und diese Kräuterbutter kurz vor dem Servieren auf ein fertig gebratenes Steak gelegt, wo sie über der Resthitze schmilzt. Oder das Fleisch wird vor dem Braten in einer Matcha-Marinade aus Butter, Öl und Gewürzen eingelegt, was dem Steak schon beim Anbraten eine grünliche Kruste gibt. Beide Varianten sind technisch einfach: Es braucht kein Spezialwerkzeug, nur weiche Butter, Matcha-Pulver und ein paar Minuten Zeit, bevor das Steak in die Pfanne kommt.
Warum das Video-Format so oft geteilt wird
Food-Trends auf TikTok leben stark vom optischen Kontrast, und ein sattgrüner Butterklecks auf dunkel gebratenem Fleisch liefert genau das: einen visuellen Bruch, der beim Scrollen auffällt. Mehrere unabhängige Creator haben in den vergangenen Monaten eigene Versionen des Formats gepostet, von einfacher Butter bis zu aufwendig marinierten Tomahawk-Steaks. Wie „Matcha auf TikTok – warum der Trend nicht abreißt“ beschreibt, folgt Matcha auf der Plattform seit Jahren einem wiederkehrenden Muster: Ein optisch auffälliges Detail reicht oft aus, damit ein Rezept unabhängig von seiner tatsächlichen Verbreitung in der Küche viral geht.
Geteilte Meinungen in den Kommentaren
Genau an dieser Stelle beginnt die Kontroverse. In den Kommentarspalten unter den Videos stehen sich zwei Lager gegenüber: Die einen beschreiben den erdig-herben Ton des Matcha als überraschend stimmige Ergänzung zum Fett des Steaks, ähnlich wie eine Kräuterbutter mit Rosmarin oder Salbei. Die anderen empfinden die Kombination aus Tee-Pulver und Fleisch grundsätzlich als Bruch, unabhängig vom Geschmack im Einzelfall. Beide Positionen tauchen unter praktisch jedem Video zum Thema auf, was den Trend zusätzlich am Leben hält, weil jede neue Version die Debatte erneut anstößt. Eine objektiv richtige Seite gibt es dabei nicht – es handelt sich um eine Geschmacksfrage, die sich nicht anders entscheiden lässt als bei jeder anderen ungewöhnlichen Zutatenkombination. Wie kontrovers ein einzelnes Video wahrgenommen wird, hängt dabei oft stärker vom Tonfall des jeweiligen Creators ab als vom Rezept selbst – ein selbstironisch präsentiertes Video erntet häufig andere Reaktionen als ein Video, das die Kombination sehr ernsthaft bewirbt.
Was fachlich hinter der Kombination steckt
Rein handwerklich betrachtet folgt Matcha-Butter dem gleichen Prinzip wie klassische Kräuterbutter: Ein aromatisches Pulver oder frische Kräuter werden in Fett eingearbeitet, das die Aromen bindet und beim Schmelzen über dem heißen Fleisch freisetzt. Fett mildert dabei erfahrungsgemäß bittere Noten, weshalb Matcha in Butter milder wirkt als pur in Wasser aufgeschlagen. Wie „Matcha herzhaft: warum das grüne Pulver auch salzig funktioniert“ einordnet, verträgt sich Matcha grundsätzlich gut mit Fett, Salz und anderen kräftigen Aromen – die Grundlage, auf der auch dieser Trend aufbaut. Einen eigenen Ursprung oder ein bestimmtes Restaurant, das die Kombination erfunden hätte, gibt es nach verfügbaren Quellen nicht – der Trend ist ein reines Social-Media-Phänomen ohne belegten kulinarischen Ursprungsort. Auch außerhalb von TikTok experimentieren vereinzelte Hobby- und Profiköchinnen und -köche seit Längerem mit Tee in Fleischgerichten, etwa mit Schwarzem Tee als Rauch-Ersatz beim Räuchern – der Matcha-Trend setzt diese ältere Idee nur in einem viel sichtbareren, deutlich schnelleren Format fort.
Matcha-Butter selbst zubereiten
Für eine einfache Version reichen 100 Gramm weiche Butter, ein bis eineinhalb Teelöffel Matcha, eine Prise Salz und nach Geschmack etwas Zitronenschale oder gehackter Schnittlauch. Das Pulver wird zuerst mit ein bis zwei Teelöffeln lauwarmem Wasser zu einer glatten Paste verrührt, damit sich später keine Klümpchen in der Butter bilden, dann mit der weichen Butter und den restlichen Zutaten glattgerührt. Die Butter lässt sich in Frischhaltefolie zu einer Rolle formen und im Kühlschrank fest werden, bevor sie in Scheiben auf das fertig gebratene Steak gelegt wird. Für die Marinade-Variante wird dieselbe Butter geschmolzen und das Fleisch für 20 bis 30 Minuten darin gewendet, bevor es scharf angebraten wird.
Warum die Bitterkeit des Pulvers hier besonders auffällt
Weil die Butter das Matcha nicht verkocht, sondern nur schmilzt, bleibt jede Bitterkeit im Pulver praktisch unverändert erhalten – anders als beim Backen, wo Hitze einen Teil des herben Tons ohnehin abbaut. Genau deshalb zählt hier ein fein vermahlenes, mild schmeckendes Pulver besonders. Der MATCHASHOCK Bio-Matcha ist aus erster Ernte, beschattet und von Hand gepflückt, fein steingemahlen und laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide – Eigenschaften, die in einer rohen Anwendung wie Kräuterbutter unmittelbar den Unterschied zwischen einer runden und einer bitteren Note machen. Ein Teelöffel auf 100 Gramm Butter ist ein guter Startpunkt, der sich nach eigenem Geschmack anpassen lässt.
Ähnliche Kontroversen bei anderen herzhaften Matcha-Trends
Der Matcha-Steak-Trend steht nicht allein: Auch andere herzhafte Matcha-Anwendungen haben in den vergangenen Jahren ähnlich geteilte Reaktionen ausgelöst. Ein wiederkehrendes Muster lässt sich dabei erkennen: Je stärker eine Zutat traditionell mit süßen Anwendungen verbunden ist, desto größer der Widerstand, sobald sie in einem klar herzhaften Kontext auftaucht. Matcha ist dabei nur eines von mehreren Beispielen – Ähnliches war schon bei anderen Zutaten zu beobachten, die den Sprung von süß zu salzig geschafft haben, etwa bei Schokolade in Chili oder Kaffee in Fleischmarinaden. Diese Trends verschwinden selten vollständig, sondern pendeln sich meist als Nischenanwendung neben der klassischen, süßen Verwendung ein – weder verdrängen sie das Original, noch verschwinden sie ganz von der Bildfläche. Genau das lässt sich auch beim Matcha-Steak erwarten: eine feste, aber kleine Nische neben der deutlich größeren Zahl an Menschen, die Matcha weiterhin vor allem als Latte oder im Gebäck kennen.
Vom Trend-Klecks zur klaren Tasse
Ob Matcha auf dem Steak schmeckt oder nicht, bleibt eine Frage des eigenen Geschmacks, die kein Artikel für andere entscheiden kann. Wie „Matcha zu bitter? Woher die Bitterkeit kommt und was hilft“ zeigt, wirkt dieselbe Bitterkeit ganz anders, wenn sie nicht von Fett umhüllt wird: zwei Gramm Pulver auf 70 bis 80 Grad heißes Wasser zeigen das Pulver pur, ohne Butter und ohne Fleisch drumherum. Wer nach dem Trend neugierig auf den reinen Geschmack geworden ist, findet darin die einfachste Antwort – unabhängig davon, auf welcher Seite der Kommentarspalte man steht.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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