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Ramen komplett in Grün: das Matcha-Ramen-Lokal in Kyoto
Im Kyoto-Stadtteil Gion serviert das Lokal Ramen Nishiki Sui seit Herbst 2025 ausschließlich Ramen mit Matcha in der Brühe – nach eigener Darstellung das erste Restaurant, das komplett auf diese Idee setzt. Vier Schalen, eine gemeinsame grüne Grundidee: Matcha trifft auf klassische Ramen-Zutaten wie Seebrasse, Schweinebauch und Yuzu. Wer das zuhause annähern will, braucht vor allem ein Gefühl für die richtige Matcha-Menge in heißer Brühe.
Ein Schwesterlokal mit einer einzigen Idee
Ramen Nishiki Sui liegt im Gion-Viertel von Kyoto, einem der meistbesuchten Stadtteile Japans, nur wenige Gehminuten von der Station Gion-Shijo entfernt. Das Lokal ist der Ableger des etablierten Ramen Nishiki und besteht seit Herbst 2025. Die Idee dahinter ist ungewöhnlich konsequent: Es gibt im gesamten Angebot keine einzige Ramen-Schale ohne Matcha in der Brühe. Während andere Lokale Matcha meist als einzelnes Sondergericht neben der klassischen Karte führen, hat sich Ramen Nishiki Sui komplett auf dieses eine Konzept festgelegt. Betrieben wird das Haus als eigenständiges Geschäft mit eigener Speisekarte, aber demselben Küchenteam-Hintergrund wie das Mutterhaus. Diese Kombination aus etablierter Ramen-Erfahrung und einer konsequent grünen Ausrichtung ist einer der Gründe, warum Reise- und Food-Medien außerhalb Japans über das Lokal berichtet haben, obwohl Kyoto ohnehin voller Ramen-Adressen ist.
Vier Schalen, vier Ideen von grüner Brühe
Die Karte teilt sich in vier Matcha-Ramen-Varianten. 'Sui', die Signature-Schale, kombiniert Matcha mit einer Dashi-Brühe aus Seebrasse, dazu gegrillte Seebrasse, Paprika und mit Parmesan bestäubte Enoki-Pilze. 'Sho' setzt auf Sansho-Pfeffer, Schweinebauch und essbare Blüten für eine kräftigere Richtung. 'Yuzu' bringt die japanische Zitrusfrucht als frischen Kontrast zur Matcha-Bitterkeit, 'Nishiki' bleibt näher an der schlichten Seebrassen-Brühe des Mutterhauses und nutzt Matcha eher zurückhaltend. Als Beilage gibt es Matcha Tsukimi Gohan: Reis, übergossen mit einem rohen Ei, bestäubt mit Matcha – eine Anspielung auf das klassische Tsukimi-Gericht, bei dem das Eigelb den Vollmond darstellen soll. Die vier Varianten zeigen, wie unterschiedlich sich dieselbe Grundzutat einsetzen lässt: mal als Farbgeber im Hintergrund, mal als geschmacklich klar erkennbarer Ton.
Warum ein grünes Ramen international auffällt
Drei Dinge kommen hier zusammen. Erstens die Optik: Eine durchgehend grüne Ramen-Schale ist auf Fotos und in Videos ein starker Kontrast zu den gewohnten braunen und hellen Brühen, und Gion gehört zu den meistfotografierten Vierteln Japans. Zweitens die Neuheit: Der Anspruch, das erste Lokal mit ausschließlich Matcha-Brühe zu sein, ist ein klarer Aufhänger für Berichterstattung. Drittens das Timing: Die Eröffnung fiel in eine Phase, in der die weltweite Nachfrage nach Matcha ohnehin stark gestiegen ist, wie „Matcha-Preise 2026: was die Rekordauktionen in Japan bedeuten“ einordnet. Ein neues Matcha-Lokal trifft in genau diesem Moment auf ein Publikum, das ohnehin nach Matcha-Neuheiten sucht. Diese Mischung aus Bild, Neuheit und Timing erklärt, warum ein einzelnes Ramen-Lokal in einer Stadt mit hunderten Ramen-Adressen international auffällt.
Matcha in heißer Brühe: eine technische Gratwanderung
Matcha in eine heiße Brühe zu rühren ist schwieriger, als es aussieht. Das Pulver wird bei zu langer Hitzeeinwirkung schnell bitter und verliert seinen satten Grünton, weil sich feine Aromastoffe und Chlorophyll unter Hitze verändern. Profiküchen lösen das, indem sie Matcha erst kurz vor dem Servieren einrühren, statt es von Anfang an mitzukochen, und indem sie die Menge an die jeweilige Brühe anpassen – eine kräftige Dashi-Basis verträgt mehr Matcha als eine helle, milde Brühe. Genau dieser herzhafte Grundton, den Matcha zusätzlich zur Farbe mitbringt, wird in „Umami im Matcha: woher der herzhafte Ton im Tee kommt“ erklärt: Die Aminosäure L-Theanin sorgt für eine natürliche Umami-Note, die sich gut mit ohnehin herzhaften Ramen-Zutaten wie Dashi, Sojasauce und Schweinebauch verträgt, statt gegen sie zu arbeiten.
Was sich davon zuhause nachbauen lässt
Die aufwendige Seebrassen-Version bleibt Profiküchen vorbehalten, aber eine einfache Matcha-Dashi-Brühe lässt sich auch in der eigenen Küche testen. Ausgangspunkt ist eine helle Hühner- oder Gemüsebrühe, die kurz vor dem Servieren mit einem halben bis einen Teelöffel Matcha verquirlt wird – am besten mit einem kleinen Schneebesen, damit sich das Pulver ohne Klümpchen löst. Wichtig: die Brühe vom Herd nehmen, bevor das Matcha hineinkommt, damit sie nicht mehr kocht. Wer mag, ergänzt Sojasauce, etwas Sesamöl und frische Frühlingszwiebeln für die typische Ramen-Würze. Das Ergebnis ist keine Kopie des Kyoto-Vorbilds, aber ein guter Eindruck davon, wie Matcha eine herzhafte Brühe verändert: grüner in der Farbe, herber im Abgang, mit einem leicht grasigen Unterton neben dem gewohnten Umami der Brühe.
Welches Pulver für die eigene Version zählt
Für eine Brühe zählt vor allem, wie fein das Matcha vermahlen ist – grobe Partikel setzen sich am Boden ab und wirken sandig, statt sich mit der Flüssigkeit zu verbinden. Genau darauf ist der MATCHASHOCK Bio-Matcha ausgelegt: bio nach EU-Öko-Verordnung, aus erster Ernte, beschattet und fein steingemahlen, dazu laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide und doppelt luftdicht versiegelt. Für eine Brühe reicht ein knapper Teelöffel auf zwei bis drei Portionen völlig aus – wer mehr nimmt, riskiert vor allem Bitterkeit, nicht mehr Geschmack. Die milde Grundnote eines fein vermahlenen Pulvers macht dabei den Unterschied zwischen einer Brühe, die nach Tee schmeckt, und einer, die nur nach grüner Farbe aussieht.
Warum ausgerechnet Ramen sich für solche Experimente eignet
Ramen ist in Japan seit Jahrzehnten ein Gericht, das ungewöhnliche Kombinationen leichter verträgt als viele andere Klassiker der japanischen Küche. Anders als etwa Sushi, bei dem Zutaten und Technik traditionell eng festgelegt sind, hat sich Ramen von Anfang an aus verschiedenen regionalen und internationalen Einflüssen zusammengesetzt – die Grundidee selbst kam ursprünglich aus China nach Japan und wurde dort über Jahrzehnte lokal weiterentwickelt. Diese Offenheit zeigt sich bis heute an unzähligen regionalen Ramen-Stilen und an Fertigprodukten, die immer wieder neue, teils ungewöhnliche Geschmacksrichtungen ausprobieren, wie „Kuriose Matcha-Produkte weltweit im Überblick“ an mehreren Beispielen zeigt. Ein Matcha-Ramen-Lokal wie Ramen Nishiki Sui fügt sich in dieses Muster ein, geht aber weiter als die meisten Vorgänger, weil es nicht bei einer einzelnen Sonder-Schale bleibt, sondern die gesamte Karte auf ein Thema festlegt. Genau diese Konsequenz, nicht nur die einzelne Zutat, ist der eigentliche Bruch mit der Ramen-Tradition.
Vom Ramen zur Schale: wo Matcha pur schmeckt
In einer Ramen-Schale bleibt Matcha immer eine von vielen Zutaten, die sich gegen Dashi, Fleisch und Gemüse behaupten muss. Wer wissen will, wie das Pulver für sich allein schmeckt, kommt an der einfachsten Zubereitung nicht vorbei: zwei Gramm Pulver, aufgeschlagen mit siebzig bis achtzig Grad heißem Wasser. Ohne Brühe, Fleisch und Gewürze zeigt sich der Ton, den die Ramen-Variante nur andeutet – mild bis herb, je nach Pulver, mit dem beschriebenen Umami-Unterton. Stand der Angaben: August 2026. Angebote, Zeiten und Karten ändern sich – prüfe vor dem Besuch die Seite des Hauses.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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