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Trends

Wie sich Matcha gut neben der Mate-Kultur behauptet

In weiten Teilen Südamerikas ist ganz klar nicht Matcha, sondern Mate das alles prägende Aufgussgetränk des täglichen Lebens. Wie sich Matcha in diesem von einer völlig anderen Pflanze geprägten Umfeld überhaupt behaupten kann, zeigt dieser ausführliche Artikel im Detail.

Mate: das eigentliche, tief verwurzelte Alltagsgetränk der Region

Mate wird aus den Blättern des Mate-Strauchs Ilex paraguariensis gewonnen, einer Pflanze aus der Familie der Stechpalmengewächse, und ist damit botanisch kein echter Tee im engeren Sinn, auch wenn er umgangssprachlich oft so bezeichnet wird. Das Getränk gilt offiziell als Nationalgetränk in Argentinien, Paraguay, Uruguay und Südbrasilien und wird traditionell aus einer ausgehöhlten Kalebasse getrunken, über eine Bombilla genannte Metalltrinkröhre mit eingebautem Sieb. Der Name Mate selbst leitet sich dabei vom Quechua-Wort mati ab, das ursprünglich ganz konkret das Trinkgefäß bezeichnete und erst später auf das Getränk selbst übertragen wurde. Historisch geht die Nutzung des Getränks bis weit vor die europäische Kolonialisierung Südamerikas zurück; bereits im Jahr 1534 berichtete der spanische Entdecker Pedro de Mendoza schriftlich von diesem Getränk bei den indigenen Guaraní-Völkern. Eine Tasse Mate enthält je nach genauer Zubereitungsart und Blattmenge rund 80 Milligramm Koffein, eine Menge, die sich mit anderen koffeinhaltigen Aufgussgetränken vergleichen lässt.

Ein geteiltes Gefäß statt einzelner, individueller Tassen für jeden

Ein zentraler, kulturell bedeutsamer Unterschied zu Matcha liegt in der Art des Teilens: Eine einzige Kalebasse Mate wird traditionell reihum in der Runde weitergereicht, wobei jede Person über dieselbe Bombilla trinkt – ein deutlicher Ausdruck von Gemeinschaft und Gastfreundschaft, der tief im südamerikanischen Alltag verankert ist, ob im Park, in der Schule, am Arbeitsplatz oder bei geselligen Zusammenkünften unter Freunden und Familie. Matcha dagegen wird fast immer in einer individuellen, eigenen Schale zubereitet und getrunken. Dieser grundlegende Unterschied im Ritual erklärt gut, warum beide Getränke trotz ihrer ähnlichen grünen Farbe kulturell sehr unterschiedliche Rollen spielen.

Wo genau Matcha in diesem von Mate geprägten Umfeld überhaupt auftaucht

In südamerikanischen Großstädten wie Buenos Aires, São Paulo oder Santiago de Chile findet sich Matcha vor allem in spezialisierten Cafés mit einem internationalen, oft jüngeren Publikum, meist als Latte-Variante nach einem sehr ähnlichen Muster wie in nordamerikanischen oder europäischen Großstädten auch. Auf dem Land und in der traditionellen Gaucho-Kultur, wo Mate seit Generationen zuverlässig weitergegeben wird, spielt Matcha dagegen so gut wie keine nennenswerte Rolle. Wie unterschiedlich sich Matcha weltweit in ganz verschiedene, bereits bestehende Trinktraditionen einfügt, beschreibt im Überblick der Wissensartikel „Matcha weltweit: wohin das grüne Pulver gerade geht“.

Was Matcha von Mate geschmacklich klar unterscheidet

Wer beide Getränke einmal direkt nebeneinander vergleicht, bemerkt sehr schnell den deutlichen Unterschied: Mate schmeckt kräuterig-bitter und wird traditionell meist pur oder allenfalls mit etwas Zucker getrunken, während Matcha durch seine aufwendige Herstellung aus beschatteten, fein gemahlenen Blättern einen deutlich milderen, umami-betonten Charakter entwickeln kann, der sich stark von der herberen Note des Mate unterscheidet. Fein steingemahlener Matcha aus erster Ernte bleibt dabei besonders mild statt bitter, wie der MATCHASHOCK Bio-Matcha, der von Hand gepflückt, steingemahlen und ohne Zusätze ist. Wer beide Getränke direkt und ausführlich gegenüberstellen möchte, findet einen ausführlichen Vergleich im Wissensartikel „Matcha oder Mate? Zwei Teekulturen im Vergleich“.

Was Reisende in Südamerika ganz konkret erwarten können

Reisende, die in südamerikanischen Großstädten gezielt nach Matcha suchen, haben in internationalen, oft von jüngeren Bewohnerinnen und Bewohnern geprägten Vierteln und in spezialisierten Cafés die mit Abstand besten Chancen, während sie in ländlicheren Regionen kaum fündig werden dürften. Wer dagegen die traditionelle Mate-Kultur hautnah erleben möchte, findet sie praktisch überall im Alltag – vom Straßenrand bis zum Fußballstadion, wo die geteilte Kalebasse ganz selbstverständlicher Teil des täglichen Lebens ist.

Zwei grüne Getränke, aber zwei ganz getrennte Traditionen

Trotz einer ähnlichen grünen Farbe und mancher oberflächlicher Parallelen bleiben Mate und Matcha in Südamerika zwei klar voneinander getrennte Traditionen: die eine jahrhundertealt, tief gemeinschaftlich geprägt und untrennbar in Alltag und regionaler Identität verwurzelt, die andere ein vergleichsweise junger, städtisch geprägter Importtrend mit internationalem Publikum. Wie sich Matcha im Vergleich zu anderen grünen Pulvern schlägt, zeigt der Wissensartikel „Greens-Pulver im Vergleich: Matcha, Spirulina, Chlorella, Weizengras“. Diese klare, kulturell gewachsene Trennung unterscheidet Südamerika deutlich von Ländern ohne eine eigene, ebenso starke Aufgusstradition.

Wie Tereré eine kühle Variante derselben Tradition zeigt

Neben dem klassischen, heiß aufgegossenen Mate kennt vor allem Paraguay eine eigene kalte Variante namens Tereré, bei der Eiswasser statt heißem Wasser über die Yerba gegossen wird, besonders in der heißen Jahreszeit beliebt. Getrunken wird Tereré traditionell aus einer sogenannten Guampa, einem kunstvoll gearbeiteten Trinkgefäß aus Tierhorn, rostfreiem Stahl oder Holz, während die vertraute Bombilla als Trinkröhre dabei unverändert bleibt. Diese kühle Variante zeigt anschaulich, dass sich die Mate-Tradition selbst über viele Jahrhunderte hinweg flexibel genug gezeigt hat, um sich an ganz unterschiedliche klimatische Bedingungen der jeweiligen Region anzupassen, ohne dabei ihren zentralen, gemeinschaftlichen Kern jemals zu verlieren. Ein ähnliches Prinzip lässt sich auch bei Matcha beobachten, der ebenfalls sowohl warm als auch kalt zubereitet werden kann, ohne dass sich die grundsätzliche Zubereitungstechnik mit dem Bambusbesen dabei ändert.

Was beide Getränke trotz aller kulturellen Unterschiede verbindet

So unterschiedlich Mate und Matcha in Ritual, verwendetem Gefäß und Geschmacksprofil auch sein mögen, teilen beide Getränke einen wichtigen, oft übersehenen gemeinsamen Nenner: Beide werden aus dem ganzen, fein zerkleinerten oder gemahlenen Blatt zubereitet, statt wie viele andere Tees nur aus einem Aufguss zu bestehen, bei dem die Blätter anschließend entfernt werden. Diese grundlegende Gemeinsamkeit in der jeweiligen Zubereitungsphilosophie erklärt gut, warum beide Getränke bei genauerem Hinsehen deutlich mehr Substanz aus der ursprünglichen Pflanze direkt in die Tasse bringen als ein klassischer, einfacher Blattaufguss es könnte. Für Menschen, die beide Traditionen einmal näher kennenlernen möchten, bietet sich deshalb ein direkter, aufmerksamer Vergleich besonders an, weil sich trotz aller offensichtlichen kulturellen Unterschiede ein gemeinsames, verbindendes Grundprinzip zwischen beiden Getränken zeigt.

Fazit zusammengefasst: Matcha als kleine Ergänzung, nicht als Ersatz

In Südamerika bleibt Mate ganz eindeutig das prägende, alles überstrahlende Getränk der gesamten Region, tief verwurzelt in Gemeinschaft, Familie und dem täglichen Alltag von Millionen Menschen. Matcha findet dort bislang lediglich in urbanen, international geprägten Nischen seinen kleinen, aber wachsenden Platz – eine willkommene Ergänzung neben einer jahrhundertealten, tief verwurzelten eigenen Tradition, ausdrücklich nicht deren Ablösung oder Konkurrenz.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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