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Trends

Matcha Trends weltweit: Zahlen aus Japan, den USA und Europa

Matcha ist innerhalb weniger Jahre vom Nischenprodukt zum Exportschlager geworden, und das lässt sich an Zahlen festmachen statt an Gefühlen. Japans Grüntee-Ausfuhren haben im Haushaltsjahr 2025 einen Rekord erreicht, getragen fast ausschließlich von Pulvertee. Was diese Weltreise für die Dose im heimischen Regal bedeutet, steht weiter unten.

Die Zahl hinter dem Hype

Japan hat im Haushaltsjahr 2025 insgesamt 13.125 Tonnen Grüntee ausgeführt. Der Exportwert lag bei 84,7 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 491 Millionen Euro, und damit mehr als doppelt so hoch wie im Jahr davor. Entscheidend ist die Zusammensetzung: Rund 70 Prozent der ausgeführten Menge entfielen auf pulverisierten Grüntee, während die Ausfuhren klassischer Blattsorten wie Sencha zurückgingen. Anders gesagt: Der Weltmarkt für japanischen Tee ist nicht allgemein gewachsen, er hat sich auf ein einziges Produkt verlagert. Wer heute japanischen Tee kauft, kauft mit hoher Wahrscheinlichkeit Pulver, und dieser Umbau ist innerhalb von etwa zwei Jahren passiert. Wichtig ist dabei, was diese Zahlen nicht sagen. Sie erfassen die ausgeführte Menge, nicht die Qualitätsstufe: Trinkmatcha aus erster Ernte und grobes Küchenpulver aus späteren Erntedurchgängen laufen in derselben Statistik. Wie viel davon am Ende in einer Schale landet und wie viel in Fertiggetränken, Eis und Backwaren, geht aus den Ausfuhrdaten nicht hervor.

USA und Europa: wer das Pulver kauft

Beim Pulvertee sind die Zielmärkte klar verteilt. Von Januar bis Oktober 2025 gingen rund 2.929 Tonnen in die USA, das entspricht etwa 40 Prozent der Ausfuhren; dahinter folgen Deutschland, Kanada, China und Australien. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum rund 6.889 Tonnen Pulvertee ausgeführt gegenüber 5.092 Tonnen im Vorjahreszeitraum. In den USA läuft der Absatz vor allem über Cafés und Ketten, wo der Iced Matcha Latte zum Standard auf der Karte geworden ist. In Deutschland ist der Weg ein anderer: Hier treiben kurze Videos und kleine Teehändler den Absatz, während die Café-Dichte für Matcha erst nachzieht. Wie stark Social Media daran beteiligt ist, zeigt der Wissensartikel Matcha auf TikTok mit den entsprechenden Reichweitenzahlen. Dahinter steckt ein struktureller Unterschied: In den USA verkauft überwiegend die Gastronomie das fertige Getränk, in Deutschland kauft der Kunde häufiger die Dose und bereitet selbst zu. Wie sich der Markt in Korea entwickelt hat, wo Pulvertee eine eigene Geschichte hat, beschreibt der Wissensartikel „Matcha in Korea: Nokcha, Malcha und der Café-Boom“.

Japan selbst: Rekord im Export, Druck im Inland

Der Exportrekord hat eine Kehrseite, und die betrifft Japan direkt. Die Teeanbaufläche ist zwischen 2019 und 2024 um rund 10 Prozent zurückgegangen, weil die Nachfrage davor jahrelang stagnierte. Diese Fläche steht jetzt nicht kurzfristig wieder zur Verfügung, denn Tencha, das Ausgangsblatt für Matcha, muss vor der Ernte wochenlang beschattet werden und lässt sich nicht einfach hochfahren. Die Folge waren Preissprünge: Im Oktober 2025 erreichten die Einkaufspreise für Rohtee zeitweise nahezu das Zehnfache des Vorjahreswerts. Gleichzeitig führte Japan im Haushaltsjahr 2025 selbst 5.801 Tonnen Grüntee ein, ein Anstieg um 82 Prozent, um den Bedarf im Inland zu decken. Die Hintergründe dieser Verknappung mit allen Jahreszahlen stehen im Wissensartikel zur Matcha-Knappheit 2026. Für Käufer außerhalb Japans heißt das vor allem eines: Der Rohstoff für Trinkmatcha aus erster Ernte bleibt knapp, solange die Anbaufläche nicht wieder wächst.

Was das für die Dose im Regal bedeutet

Wenn der Rohstoff knapp und teuer wird, passiert im Handel regelmäßig dasselbe: Ware aus späteren Erntegängen, eigentlich für die Küche gedacht, wandert in Verpackungen, die nach Trinkmatcha aussehen. Begriffe wie Ceremonial Grade helfen dabei nicht weiter, denn sie sind in der EU nicht rechtlich geschützt und können auf jede Dose gedruckt werden. Überprüfbar sind dagegen Angaben zum Rohstoff und zur Verarbeitung: erste Ernte, beschattet, von Hand gepflückt, steingemahlen, dazu ein Laborbericht. Der MATCHASHOCK Bio-Matcha ist genau so aufgestellt, Bio nach EU-Öko-Verordnung, laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide, doppelt luftdicht versiegelt und mild statt bitter. In einem Markt, in dem die Nachfrage schneller wächst als die Anbaufläche, ist die Nachvollziehbarkeit solcher Angaben das eigentliche Unterscheidungsmerkmal, nicht das Etikett. Eine kurze Prüfung reicht meistens aus: Wenn Erntegang, Beschattung und Prüfbericht nirgends auftauchen, ist die Dose vermutlich für die Küche gedacht und nicht für die Schale.

Korea, Naher Osten und die neuen Varianten

Außerhalb der großen Absatzmärkte entwickelt sich Matcha in sehr unterschiedliche Richtungen. In Südkorea läuft er stark über Bäckereien und Desserts, also weniger als Getränk und mehr als Zutat in Kuchen, Eis und Gebäck. Im Nahen Osten hat sich mit dem Dubai-Stil eine eigene Variante etabliert, bei der Pistaziencreme und Kadayif-Teigfäden auf Matcha treffen; wie dieses Getränk aufgebaut ist und was davon Marketing ist, steht im Wissensartikel zu Dubai Matcha. In Europa dominieren dagegen Latte-Varianten mit Pflanzendrinks, weil ein großer Teil der Käufer ohnehin Hafer- oder Mandeldrink im Kühlschrank hat. Was alle Märkte verbindet: Der Einstieg läuft fast nie über die klassische Schale, sondern über ein kaltes Milchgetränk. Für dich als Käufer ist das vor allem eine Information über die nötige Pulverqualität: Wer Matcha in Milch, Sirup und Creme versenkt, braucht kein Spitzenpulver, wer ihn pur trinkt, sehr wohl. Welche dieser Varianten es 2026 tatsächlich auf die Getränkekarten geschafft haben und was sie vom Pulver verlangen, steht im Wissensartikel „Matcha-Getränke 2026: welche Drinks gerade die Karten füllen“.

Was bleibt, wenn der Trend abflaut

Trends laufen in Wellen, das Handwerk dahinter nicht. Wer nach dem Hype bei Matcha bleibt, tut das meistens aus einem sehr unspektakulären Grund: Die Zubereitung dauert drei Minuten, braucht keine Maschine und ergibt jeden Morgen dasselbe verlässliche Ergebnis. Dafür reichen rund 2 Gramm Pulver auf 100 Milliliter Wasser bei 70 bis 80 Grad, eine Schale und ein Besen. Die Weltmarktzahlen sind trotzdem nützlich, weil sie erklären, warum guter Matcha nicht billiger wird und warum sich beim Kauf ein zweiter Blick auf Erntegang und Laborbericht lohnt. Kurz: Der Trend bringt mehr Auswahl ins Regal, aber eben auch mehr Ware, die nur so aussieht wie Trinkmatcha. Die Kriterien dafür ändern sich mit keiner Marktphase. Wer den Trend nutzen will, ohne ihm hinterherzulaufen, hält es simpel: eine kleine Dose, ein Besen, ein Sieb, und dann jeden Tag dieselbe Schale.

Was die Exportzahlen für Verfügbarkeit und Auswahl bedeuten

Die Zahlen aus dem Welthandel wirken abstrakt, haben aber unmittelbare Folgen für das, was im Regal steht. Der Branchendienst STiR nennt für Japans Grünteeausfuhr 2025 einen Wert von 13.125 Tonnen mit einem Plus von 42 Prozent, wovon rund 70 Prozent auf Pulvertee entfielen. Aus dieser Verschiebung folgen drei Beobachtungen. Erstens: Der Pulveranteil wächst schneller als der Gesamtmarkt, das Angebot verbreitert sich also gerade dort, wo die Nachfrage sitzt. Zweitens: Mit der Menge wächst die Spanne. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Pulver im selben Regal liegen leicht Faktoren, und ein steigender Markt zieht Angebote in allen Preislagen nach. Drittens: Herkunft wird zur Auswahlfrage statt zur Selbstverständlichkeit. Der aufgeschlagene Pulvertee stammt ursprünglich aus China, und chinesische Erzeuger liefern heute Ware, die sich im Labor prüfen lässt wie jede andere – das erweitert die Auswahl über eine einzelne Region hinaus. Für den Einkauf bedeutet das keine neue Regel, sondern eine bekannte: Der Prüfbericht der Charge und der Grundpreis je Kilogramm sagen mehr als jedes Herkunftsetikett. Was die aktuelle Marktlage für die Preise heißt, ordnet der Wissensartikel „Matcha-Preise 2026: was die Rekordauktionen in Japan bedeuten“ ein.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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