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Vergleich

Matcha oder Mate – der Vergleich in Zahlen und Geschmack

Mate und Matcha tauchen oft im selben Satz auf: beide grün, beide koffeinhaltig, beide mit eigenem Ritual. Dahinter stehen aber zwei völlig verschiedene Pflanzen von zwei Kontinenten – und zwei Getränke, die sich in Geschmack, Zubereitung und Koffeinmenge deutlich unterscheiden. Hier ist der sachliche Vergleich mit Zahlen.

Zwei Pflanzen, zwei Kontinente

Mate wird aus den Blättern des Mate-Strauchs gewonnen, einer Stechpalmenart aus Südamerika. In Argentinien, Paraguay, Uruguay und Südbrasilien ist Mate das Alltagsgetränk – getrunken aus der Kalebasse, einem ausgehöhlten Flaschenkürbis, mit der Bombilla, einem Trinkrohr mit eingebautem Sieb. Matcha stammt dagegen von der Teepflanze Camellia sinensis und ist fest mit der japanischen Teekultur verbunden. Die Teesträucher werden Wochen vor der Ernte mit lichtundurchlässigen Netzen beschattet, nach dem Dämpfen und Trocknen werden Stängel und Blattadern entfernt, und das verbleibende feine Blattgewebe – Tencha genannt – wird auf Granit-Steinmühlen vermahlen. Eine traditionelle Mühle schafft dabei nur rund 30 Gramm Pulver pro Stunde. Zwei Traditionen, zwei Herstellungswege: hier getrocknetes, grob zerkleinertes Mate-Kraut für den langen Dauer-Aufguss, dort ein feines grünes Pulver, das komplett mitgetrunken wird. Schon dieser Unterschied erklärt, warum sich beide Getränke im Alltag so verschieden anfühlen.

Koffein im Vergleich

Frische Mate-Blätter enthalten 0,35 bis 1,7 Prozent Koffein, dazu 0,1 bis 0,2 Prozent Theobromin. Wie viel davon in deinem Becher landet, hängt stark von Kraut-Menge und Zahl der Aufgüsse ab – eine Kalebasse wird bis zur Hälfte mit Mate gefüllt und über viele Aufgüsse hinweg getrunken. Zur Orientierung: Fertige Mate-Limonaden liegen bei etwa 20 bis 30 Milligramm Koffein je 100 Milliliter. Matcha-Pulver enthält 18,9 bis 44,4 Milligramm Koffein pro Gramm, umgerechnet also rund 1,9 bis 4,4 Prozent. Eine Schale aus 2 Gramm auf 100 Milliliter kommt rechnerisch auf etwa 38 bis 89 Milligramm. Der praktische Unterschied liegt weniger in der Höhe als in der Form: Mate verteilt sein Koffein über eine lange Trinksession mit vielen kleinen Aufgüssen, Matcha liefert eine klar umrissene Portion, deren Menge du über die Grammzahl auf der Waage exakt selbst bestimmst.

Geschmack: rauchig-erdig gegen umami

Der Geschmack trennt die beiden Getränke am deutlichsten. Mate wird als rauchig-erdig und zugleich etwas süß-säuerlich beschrieben, mit einer fruchtig-herben Note, die an welke Blätter erinnert; regional wird er mit Orange, Zimt oder Minze aromatisiert. Wer zum ersten Mal Mate probiert, braucht oft ein paar Anläufe, bis das Profil vertraut ist. Matcha schmeckt völlig anders: Gute, beschattete Qualität bringt einen runden, leicht süßlichen Umami-Eindruck mit grasig-frischer Note – mild statt herb, wenn Pulverqualität, Wassertemperatur und Dosierung stimmen. Beide Profile haben ihre Liebhaber, und keines ist objektiv besser. Wer kräftige, rauchige Aromen mag und ein Getränk sucht, das über Stunden trägt, wird bei Mate glücklich; wer feine, grüne Süße und cremigen Schaum sucht, landet beim Matcha. Am Ende entscheidet der eigene Gaumen, nicht die Theorie – und ein fairer Test braucht auf beiden Seiten frische Ware in guter Qualität.

Zubereitung: Bombilla gegen Bambusbesen

Die klassische Mate-Zubereitung ist ein Ritual mit eigener Ausrüstung: Die Kalebasse wird etwa zur Hälfte mit Mate gefüllt, die Bombilla schräg hineingestellt und das Wasser – je nach Region 70 bis 95 Grad heiß – vorsichtig am Rohr entlang angegossen, ohne das Kraut aufzuwirbeln. Dann wird immer wieder nachgegossen, oft über Stunden und in der Runde geteilt. Matcha ist schneller: 2 Gramm Pulver durch ein feines Sieb geben, 100 Milliliter Wasser mit 70 bis 80 Grad angießen und mit dem Bambusbesen in schnellen W-Bewegungen schaumig schlagen – nach zwei bis drei Minuten steht die Schale. Ohne Besen funktioniert auch ein Milchaufschäumer oder ein Shaker. Dazu ist Matcha deutlich flexibler einsetzbar: als Latte mit heißer oder kalter Milch, als Eisgetränk im Sommer oder als Zutat beim Backen. Mate bleibt dagegen fast immer das, was es ist – ein purer, immer wieder aufgegossener Kräutertrunk.

Blatt im Wasser oder Blatt im Getränk

Ein struktureller Unterschied bleibt: Beim Mate ziehst du Wasser durch das Kraut und trinkst den Aufguss, das Blatt selbst bleibt in der Kalebasse zurück. Beim Matcha trinkst du das fein vermahlene Blatt komplett mit – auch die Bestandteile, die sich in Wasser kaum lösen. Deshalb spielt die Qualität beim Pulver eine größere Rolle als beim Aufguss: Was auf dem Feld und in der Mühle passiert, landet ohne Filter in deiner Schale. Beim Kauf lohnt darum der Blick auf Ernte und Prüfung – erste Ernte, beschattet, von Hand gepflückt, steingemahlen und laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide, wie beim MATCHASHOCK Bio-Matcha. Beim Mate zählt eher, wie fein oder grob das Kraut geschnitten ist, ob Stängel enthalten sind und ob dir die kräftige, teils rauchige Note der jeweiligen Sorte zusagt. Beide Kulturen haben ihre eigenen Qualitätsmerkmale – sie liegen nur an ganz verschiedenen Stellen.

Fazit: Frage des Moments

Matcha oder Mate ist keine Entweder-oder-Frage, sondern eine Frage des Moments. Mate passt, wenn du über Stunden an einem Getränk bleiben willst, das kräftig und erdig schmeckt und zu dem ein geselliges Ritual mit Kalebasse und Bombilla gehört. Matcha passt, wenn du eine schnell zubereitete, exakt dosierte Portion suchst, feine Umami-Süße magst oder dein Getränk am liebsten als cremigen Latte trinkst. Bei den Koffein-Zahlen nehmen sich beide je nach Zubereitung wenig – entscheidend ist, wie viel Kraut oder Pulver du tatsächlich verwendest. Probiere beide in guter Qualität, bevor du urteilst: Ein bitteres Supermarkt-Pulver sagt so wenig über Matcha aus wie ein staubiges Restpaket über die südamerikanische Mate-Kultur. Mit frischer Ware zeigen beide Getränke, warum beide ihre festen Fans haben – und vielleicht bekommen am Ende beide einen Platz in deiner Küche.

Was im Regal nebeneinander steht

Im Handel begegnen einem beide Pflanzen selten in ihrer ursprünglichen Form. Mate steht überwiegend als fertiges Erfrischungsgetränk im Kühlregal, gesüßt und kohlensäurehaltig, seltener als loses Kraut für die Kalebasse. Matcha steht als Pulver in der Dose und zunehmend auch als fertiges Getränk in der Flasche. Für den Vergleich lohnt deshalb der Blick auf die Zutatenliste statt auf die Pflanze. Bei fertigen Getränken beider Seiten stehen dort in der Regel Wasser und Zucker vorn, dazu Säuerungsmittel und Aromen. Beim losen Kraut und beim Pulver steht dagegen genau eine Zutat, und alles Weitere entscheidet die eigene Hand. Als Bezugswert für den Zucker nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung zusammen mit zwei Fachgesellschaften höchstens zehn Prozent der Energiezufuhr aus freien Zuckern; der Gehalt je 100 Milliliter steht auf jeder Flasche und lässt sich auf die Portionsgröße hochrechnen. Praktisch heißt das: Wer die beiden Getränke wirklich vergleichen will, vergleicht entweder zwei fertige Flaschen oder zwei selbst zubereitete Aufgüsse, nicht eine Flasche gegen eine Schale. Wie fertige Matcha-Getränke im Zutatencheck abschneiden, zeigt der Wissensartikel „Matcha-Fertiggetränke im Zutaten-Check: Flasche gegen 2 Gramm Pulver“.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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