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Matcha-Donuts: was hinter dem Japan-Trend steckt
Matcha-Donuts sind in Japan seit Jahren ein wiederkehrender Saisontrend, angeführt von Kooperationen großer Ketten mit traditionellen Teehäusern. Die bekannteste Reihe stammt von Mister Donut zusammen mit dem Kyoto-Teehaus Gion Tsujiri: Uji-Matcha-Donuts in mehreren Sorten, von Dorayaki-Stil bis zu gefüllten Ringvarianten. In Deutschland gibt es die Kette nicht, dafür lässt sich die Idee gut in der eigenen Küche nachbauen.
Mister Donut und Gion Tsujiri: die bekannteste Kooperation
Gion Tsujiri ist ein 152 Jahre altes Teehaus aus Kyoto, das für Mister Donut das Uji-Matcha liefert. Die Kollektion für 2026 lief vom 25. März bis Ende Mai und umfasste fünf Sorten: zwei Dorayaki-artige Donuts, benannt Dora-Matcha, gefüllt mit grober roter Bohnenpaste beziehungsweise Kastanienpaste und Matcha-Sahne, sowie drei Varianten der runden Pon-de-Ring-Donuts, darunter eine mit Azuki und Warabimochi-Stückchen. Die Preise lagen zwischen 237 und 352 Yen je nach Sorte und Verkaufsort. Verkauft wurde die Reihe an allen Mister-Donut-Filialen in Japan, mit Ausnahme einzelner kleinerer Standorte. Es handelt sich um eine der aufwendigsten Matcha-Kollektionen der Kette, die regelmäßig neue Editionen mit Teehäusern aus verschiedenen Regionen Japans auflegt. Für Menschen außerhalb Japans bleibt die Reihe vor allem ein Reiseziel oder ein Grund für einen Blick in Import-Onlineshops, die einzelne Artikel aus Japan weiterverkaufen.
Was in den Uji-Matcha-Donuts steckt
Die Füllungen kombinieren süße Elemente mit dem herben Grundton des Matcha. Bei den Dora-Matcha-Varianten trifft eine Matcha-Sahne auf Hokkaido-Azukipaste oder auf Kastanienpaste, eingebettet in ein weiches, an Dorayaki erinnerndes Gebäckpaar. Bei den Pon-de-Ring-Donuts, dem charakteristischen Ring aus acht zusammengebackenen Teigkugeln, sorgt eine Matcha-Milch-Glasur für die Farbe, teils ergänzt um Warabimochi-Stückchen für Biss. Der Name Uji verweist auf eine Region südlich von Kyoto mit langer Teegeschichte; das sagt nichts über die Qualität des einzelnen Donuts aus, sondern beschreibt nur die Herkunft des verwendeten Grüntee-Pulvers. Für den Geschmack entscheidend ist am Ende, wie fein das Pulver vermahlen und wie es dosiert wurde, nicht der Regionsname allein.
Nur in Japan erhältlich – warum der Trend nicht nach Deutschland kommt
Mister Donut betreibt in Deutschland keine Filialen, und die Kollektion war ausdrücklich als Saisonware für den japanischen Markt geplant. Das ist typisch für den japanischen Süßwarenmarkt: Ketten wie Mister Donut, aber auch Snackhersteller, legen alle paar Wochen limitierte Editionen auf, die nach wenigen Wochen wieder verschwinden. Wer die Donuts probieren will, braucht entweder eine Reise nach Japan oder einen Import-Onlinehändler, der einzelne Artikel aus Japan weiterverkauft – meist zu deutlich höheren Preisen als vor Ort, weil Versand und Kühlkette bei einem Frischeprodukt wie einem Donut kaum wirtschaftlich sind. In der Praxis bleibt der Trend deshalb für die meisten Menschen in Deutschland eher ein Bild aus sozialen Netzwerken als ein Produkt zum Kaufen.
Matcha-Donuts selber backen: die Grundtechnik
Wer die Idee zuhause umsetzen will, kommt ohne Frittieren aus. Ein einfacher Baked-Donut-Teig aus Mehl, Backpulver, Zucker, Ei, Butter und Milch lässt sich mit zwei bis drei Teelöffeln Matcha pro 250 Gramm Mehl einfärben; das Pulver vorher mit dem Mehl vermischen und sieben, damit keine Klümpchen bleiben. In einer Donut-Backform bei 180 Grad rund 12 bis 15 Minuten backen, bis ein Zahnstocher sauber herauskommt. Für die Glasur reichen Puderzucker, ein Schuss Milch und ein halber Teelöffel Matcha, glatt gerührt und über die abgekühlten Donuts gegeben. Wer es dem japanischen Vorbild näherbringen will, füllt statt einer Glasur eine dünne Schicht gesüßter roter Bohnenpaste zwischen zwei Hälften – dieselbe Zutat, die auch die Dora-Matcha-Sorten aus Japan trägt.
Warum Matcha im Ofen anders reagiert als in der Glasur
Wie „Mit Matcha backen: was Hitze mit Farbe und Geschmack macht“ beschreibt, verliert Matcha bei Backtemperaturen über 170 Grad einen Teil seines satten Grüntons und kann bitterer wirken, weil Chlorophyll und feine Aromastoffe hitzeempfindlich sind. Genau deshalb setzen viele Rezepte – auch die japanischen Vorbilder – das Pulver eher in ungebackene Schichten wie Glasur, Sahne oder Füllung statt direkt in den Teig, der in den Ofen kommt. Für Donuts heißt das: Der Teig darf ruhig neutral bleiben, während Farbe und Geschmack über die Glasur oder eine Matcha-Sahne kommen. Wer trotzdem Matcha im Teig will, dosiert etwas kräftiger als bei kalten Anwendungen, weil ein Teil der Intensität beim Backen verloren geht.
Welches Pulver für die Glasur zählt
Für eine Glasur, die kalt bleibt, zählt vor allem die Feinheit des Pulvers – grobe Partikel setzen sich ab und wirken sandig auf der Zunge. Wer beim Nachbacken selbst zu einem Grundpulver greift, achtet deshalb auf dieselben Merkmale wie bei einer Schale zum Trinken: erste Ernte, beschattet, von Hand gepflückt und fein auf dem Steinmühlenrad vermahlen. Genau so ist der MATCHASHOCK Bio-Matcha gemacht – bio nach EU-Öko-Verordnung, laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide, doppelt luftdicht versiegelt und dadurch mild statt bitter. Für eine Glasur reicht ein Teelöffel auf 100 Gramm Puderzucker meist völlig aus, mehr wird schnell herb.
Vom Trend-Donut zur Schale: die ehrlichere Menge Matcha
Ein Donut liefert selbst mit großzügiger Glasur nur einen kleinen Bruchteil eines Gramms Matcha, verteilt auf viel Zucker, Fett und Hefeteig. Wer wissen will, wie das Pulver eigentlich schmeckt, ohne dass Süße und Frittierfett den Ton überdecken, kommt am Trend-Gebäck nicht vorbei an der einfachsten Zubereitung: zwei Gramm Pulver mit 70 bis 80 Grad heißem Wasser aufgeschlagen. Wie „Kuriose Matcha-Produkte weltweit im Überblick“ zeigt, ist der Donut nur eine von vielen Formen, in denen das Pulver auftaucht – meist als kleine Zutat unter vielen anderen. Wer stattdessen die Schale probiert, dosiert die Menge selbst und schmeckt das Pulver pur, nicht als Randnotiz in einem Gebäck aus Zucker und Teig, wie es auch das Rezept für „Matcha-Donuts (gebacken)“ am Ende zeigt.
Was ein Blick ins Zutatenverzeichnis verrät
Wer statt der Eigenversion ein importiertes Fertigprodukt probieren will, lohnt einen Blick auf die Zutatenliste, sofern der Import-Onlinehändler sie überhaupt vollständig abdruckt. Bei süßen Hefegebäcken wie Donuts steht Zucker fast immer an erster oder zweiter Stelle, gefolgt von Mehl, Fett und Ei. Matcha oder Grüntee-Pulver taucht meist erst im hinteren Teil der Liste auf, oft ergänzt um ein allgemeines Grüntee-Aroma, das den Farbeindruck verstärkt, ohne dass mehr echtes Pulver drinsteckt. Diese Reihenfolge ist kein Zeichen für schlechte Qualität, sondern schlicht die Natur eines süßen Hefeteigs: Zucker, Fett und Mehl machen mengenmäßig den größten Anteil aus, und ein kräftig schmeckendes Pulver wie Matcha braucht davon nur wenig, um Farbe und Aroma zu setzen. Wer selbst backt, sieht diese Reihenfolge sofort am eigenen Rezept: Auch dort bleibt Matcha die kleinste Zutat in Gramm, obwohl sie den größten Teil der Wahrnehmung prägt, weil Farbe und herber Ton besonders auffällig sind.
Saisonware verstehen: warum Warten selten lohnt
Ein wiederkehrendes Muster bei japanischen Ketten ist die bewusste zeitliche Begrenzung von Editionen wie der Uji-Matcha-Kollektion. Das erzeugt Nachfrage, sorgt aber auch dafür, dass ein Angebot, das heute begeistert, in wenigen Wochen wieder verschwindet, ohne dass eine Wiederauflage feststeht. Für Menschen außerhalb Japans bedeutet das: Wer auf eine bestimmte Saisonware wartet, in der Hoffnung, sie später einfacher zu bekommen, wartet oft vergebens. Der praktischere Weg bleibt die eigene Küche, in der sich die Grundidee jederzeit neu umsetzen lässt, unabhängig von Verkaufsfenstern in Japan. Wer die Idee einmal verstanden hat – Teig, Matcha in Glasur oder Teig, Füllung nach Wahl –, kann sie beliebig oft wiederholen, ganz ohne Importversand und ohne das Risiko, eine limitierte Reihe zu verpassen. Genau das unterscheidet ein Rezept von einem Produkt: Ein Rezept lässt sich jederzeit neu backen, ein ausverkauftes Produkt bleibt bis zur nächsten Saison unerreichbar.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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