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Warum Matcha-Baumkuchen in Japan so beliebt ist
Matcha-Baumkuchen ist ein Ring aus Schicht für Schicht gebackenem Kuchen, dessen Teig mit Matcha eingefärbt wird. Der Baumkuchen selbst stammt ursprünglich aus Deutschland, wurde aber 1919 von einem deutschen Konditor nach Japan gebracht und dort zu einem der beliebtesten Backwaren überhaupt. Heute verkaufen mehrere japanische Manufakturen eigene Matcha-Varianten, die sich über Importhändler auch nach Deutschland bestellen lassen.
Vom deutschen Hochzeitsgebäck zum japanischen Alltagskuchen
Die früheste bekannte deutsche Rezeptaufzeichnung für einen Vorläufer des Baumkuchens stammt aus einem Kochbuch von 1581, der Begriff "Baumkuchen" selbst taucht erstmals 1682 auf. Traditionell wird der Teig schichtweise auf einen rotierenden Holzspieß gegossen, sodass beim Anschnitt Ringe entstehen, die an Jahresringe eines Baumes erinnern – daher der Name. Nach Japan brachte den Kuchen der deutsche Konditor Karl Joseph Wilhelm Juchheim im Jahr 1919. Von dort aus wurde der Baumkuchen zu einem der beliebtesten Backwaren des Landes, mit einem eigenen "Baumkuchen-Tag" am 4. März. Diese Geschichte erklärt, warum ausgerechnet ein ursprünglich deutsches Gebäck heute in unzähligen japanischen Matcha-Varianten im Regal steht. Wer sich vor Augen führt, dass Juchheims Wanderung von Deutschland nach Japan noch keine hundertfünfzig Jahre her ist, versteht auch, warum ein japanischer Matcha-Baumkuchen eher eine doppelte Reise als eine rein japanische Erfindung ist: deutsches Handwerk, japanisch weiterentwickelt und heute mit einem japanischen Pulver gefärbt.
Zwei japanische Manufakturen im Vergleich
Die Kyoto-Manufaktur Minamoto Kitchoan verkauft einen grün eingefärbten Baumkuchen als "green tea flavored layered sponge cake" in einer 303-Gramm-Packung für rund 29,50 US-Dollar, mit Milch, Weizen, Ei, Soja und Mandel als Allergenen und einer Haltbarkeit von zwölf Tagen. Der Hersteller Cha-no-wa aus Hiroshima, seit den 1950er-Jahren im Geschäft, bietet einen ähnlich schweren Baumkuchen mit einem Matcha-Überzug für rund 12,20 US-Dollar an, beschrieben mit fester, leicht knuspriger Außenseite und dichtem Kern. Beide Hersteller bewerben ihre Kuchen als Geschenkartikel, was in Japan bei diesem Gebäck üblich ist – Baumkuchen gilt dort traditionell als Mitbringsel für besondere Anlässe, ähnlich wie in Deutschland eine Tafel Pralinen oder eine Flasche Wein zu einer Einladung mitgebracht wird.
Wie Matcha in den Teig kommt
Bei industriell gefertigtem Matcha-Baumkuchen wird das Pulver in den Grundteig aus Ei, Zucker, Mehl und Butter eingerührt, meist ergänzt um eine dünne Matcha-Glasur auf der Außenseite für zusätzliche Farbe. Die Herausforderung ist dieselbe wie bei jedem gebackenen Matcha-Gebäck: Bei zu hoher Hitze verliert das Pulver seinen kräftigen Grünton und schlägt Richtung Oliv oder Braun um. Traditionelle Baumkuchen-Bäckereien arbeiten deshalb mit vielen dünnen Schichten bei moderater Spießtemperatur statt mit einem einzigen dicken Kuchenkörper im heißen Ofen – ein Verfahren, das dem Pulver mehr von seiner Farbe lässt als ein klassischer Rührkuchen.
Matcha-Baumkuchen zuhause annähern
Ohne rotierenden Spieß lässt sich echter Baumkuchen kaum nachbauen, aber eine Annäherung gelingt mit einer Springform: dünne Schichten eines Biskuitteigs mit zwei Teelöffeln Matcha auf 200 Gramm Mehl nacheinander bei 200 Grad Oberhitze für jeweils wenige Minuten backen, bis jede Schicht eine leichte Bräunung zeigt, dann die nächste Schicht Teig darübergießen. Nach sechs bis acht Wiederholungen entsteht ein geschichteter Kuchen, der beim Anschnitt zumindest die Idee der Ringe zeigt. Wer es einfacher mag, backt einen klassischen Matcha-Rührkuchen und verzichtet auf die Schichtoptik – geschmacklich liegt der Unterschied vor allem in der festeren, kompakteren Textur des echten Baumkuchens gegenüber einem lockeren Rührteig.
Warum der Regionsname allein nichts über die Qualität sagt
Sowohl Minamoto Kitchoan als auch Cha-no-wa werben mit ihrer langen Handwerkstradition, nicht in erster Linie mit einer bestimmten Anbauregion des verwendeten Matcha. Das ist ein sinnvoller Ansatz: Entscheidend für Farbe und Geschmack ist die Verarbeitung des Pulvers – wie fein es vermahlen wurde, wie frisch es ist und wie sorgfältig es dosiert wurde – nicht allein, aus welcher Region es stammt. Wie „Matcha weltweit: wohin das grüne Pulver gerade geht“ zeigt, wird Matcha inzwischen an vielen Orten der Welt angebaut und verarbeitet, und Qualität lässt sich nur an konkreten Merkmalen wie Erntezeitpunkt, Mahlgrad und Laborprüfung festmachen, nicht an einem Ländernamen auf der Verpackung.
Welches Pulver sich fürs eigene Backen eignet
Für einen selbstgebackenen Matcha-Baumkuchen zählt vor allem, dass das Pulver fein genug vermahlen ist, um sich ohne Klümpchen im Teig zu verteilen, und dass es keine bittere Note mitbringt, die sich beim Backen noch verstärkt. Genau darauf ist der MATCHASHOCK Bio-Matcha ausgelegt: erste Ernte, beschattet, steingemahlen und laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide, dazu doppelt luftdicht versiegelt, damit die Farbe bis zum Backtag hält. Für einen Kuchenteig mit rund 200 Gramm Mehl reichen zwei bis drei Teelöffel Pulver, gesiebt und mit dem trockenen Mehl vermischt, bevor die feuchten Zutaten dazukommen.
Der Blick in die eigene Schale statt in den Importkatalog
Ein Import-Baumkuchen aus Japan kostet mit Versand schnell so viel wie mehrere Dosen Matchapulver, und am Ende schmeckt man vor allem Zucker, Butter und Ei – das Pulver bleibt eine Nebenrolle im Rezept, wie auch das eigene Rezept für „Matcha-Castella“ zeigt, das dieselbe japanische Kuchentradition auf einfachere Weise nachbaut. Wer wissen will, wie Matcha pur schmeckt, muss dafür kein Importgebäck bestellen. Zwei Gramm Pulver mit heißem Wasser aufgeschlagen zeigen den vollen Geschmack ohne Zucker, Ei und Mehl drumherum – die Zutat, die im Baumkuchen nur einen kleinen Anteil ausmacht, steht hier ganz allein im Mittelpunkt.
Warum Hitze beim Schichtbacken so wichtig ist
Wie „Mit Matcha backen: was Hitze mit Farbe und Geschmack macht“ beschreibt, verliert Matcha bei zu hoher oder zu langer Hitzeeinwirkung an Farbe und Aroma und wandert Richtung Braun statt sattem Grün. Das ist der eigentliche Grund, warum echter Baumkuchen mit vielen dünnen, kurz gebackenen Schichten statt einem einzigen dicken Kuchenkörper hergestellt wird: Jede Schicht ist nur wenige Millimeter dick und braucht dadurch nur kurz Hitze, bevor die nächste Schicht darübergegossen wird. Bei einer selbst gebauten Annäherung in der Springform lohnt sich deshalb dieselbe Logik: lieber viele dünne Schichten bei mittlerer Oberhitze als zwei oder drei dicke Schichten bei voller Hitze, auch wenn das mehr Geduld kostet. Wer die Schichten zu dick macht, riskiert sowohl eine ungleichmäßige Bräunung als auch einen matschigeren Kern, der die feine, leicht knusprige Struktur des Vorbilds verfehlt.
Was Baumkuchen von anderen japanischen Matcha-Kuchen unterscheidet
Im Vergleich zu anderen japanischen Matcha-Gebäckformen wie Castella oder Roll Cake fällt Baumkuchen vor allem durch seine feste, fast schon knusprige Struktur auf. Castella ist ein sehr weicher, feuchter Schwammkuchen, ein Roll Cake setzt auf Luftigkeit durch geschlagenes Eiweiß, während Baumkuchen durch das wiederholte Übereinanderschichten eine dichtere, kompaktere Textur bekommt, die beim Anschnitt fast wie ein feines Baumringmuster aus Holz wirkt. Diese Textur macht Baumkuchen auch länger haltbar als ein normaler Rührkuchen, was ihn zusätzlich als Reise- oder Geschenkgebäck geeignet macht, ohne dass er schon nach ein oder zwei Tagen austrocknet oder an Struktur verliert.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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