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Vergleich

Die japanischen Teesorten sortiert: was sie voneinander trennt

Sencha, Gyokuro, Tencha, Matcha, Bancha, Kukicha, Hojicha, Genmaicha: Die Namen klingen nach acht verschiedenen Pflanzen, stammen aber alle von einer einzigen. Unterschieden werden sie durch Erntezeit, Beschattung, Verarbeitung und Mahlgrad. Diese Übersicht sortiert die Sorten in vier Gruppen, nennt die belegten Zahlen zu Koffein und Markt und sagt bei jeder Sorte, wann sie im Alltag passt.

Alle aus derselben Pflanze, getrennt durch die Verarbeitung

Am Anfang steht immer Camellia sinensis. Ob daraus ein feiner Frühjahrstee oder ein grober Alltagstee wird, entscheiden vier Stellschrauben. Erstens die Erntezeit: Die erste Pflückung im Frühjahr liefert junge, weiche Blätter, spätere Pflückungen gröbere. Zweitens die Beschattung: Werden die Sträucher vor der Ernte mit Netzen abgedeckt, verändert sich das Blatt sichtbar und geschmacklich. Drittens die Verarbeitung direkt nach der Ernte: In Japan wird traditionell gedämpft statt geröstet, was die grüne Farbe erhält. Viertens das, was danach kommt: rollen, trocknen, rösten, mischen oder mahlen. Wer diese vier Punkte im Kopf hat, kann jede japanische Sorte einordnen, auch wenn er den Namen zum ersten Mal hört. Welche Züchtung dahintersteht, entscheidet danach nur noch über Nuancen in Farbe und Geschmack, nicht mehr über die Sortengruppe.

Die beschatteten Tees: Gyokuro, Tencha und Matcha

Diese drei gehören zusammen, weil sie denselben Anfang haben: Wochen unter dem Netz vor der Ernte. Gyokuro ist der beschattete Blatt-Tee, der als Aufguss getrunken wird und für den Züchtungen wie Kyomidori, Samidori, Takachiho und Yamanami genannt werden. Tencha ist das beschattete, gedämpfte und getrocknete Blatt, das nicht gerollt wird; als besonders verbreitete Sorten nennt die World Green Tea Association Asahi und Oguramidori. Aus Tencha entsteht durch Mahlen der Matcha. Der Weg vom Netz bis zum Pulver ist damit der aufwendigste aller japanischen Tees und erklärt den Preisunterschied zu Alltagssorten. Für die Schale bedeutet das: Du trinkst das ganze Blatt statt eines Auszugs. Der Unterschied zwischen dem beschatteten Aufgusstee und dem Pulver entsteht damit nicht im Feld, sondern erst in den Arbeitsschritten nach der Ernte. Die Zwischenstufe hat eine eigene Seite: „Tencha: das Blatt, aus dem Matcha gemahlen wird“ beschreibt Dämpfen, Trocknen, Entstielen und Mahlen Schritt für Schritt. Den direkten Vergleich zwischen beschattetem Aufguss und Pulver führt „Gyokuro und Matcha: zweimal Schatten, zwei verschiedene Tees“.

Die unbeschatteten Blatt-Tees: Sencha und Bancha

Sencha ist der meistgetrunkene japanische Grüntee überhaupt. Er wächst ohne Netz, wird gedämpft und gerollt; bei tief gedämpftem Sencha ist der Dämpfvorgang länger, was den Aufguss dichter und trüber macht. Als verbreitete Züchtungen werden Sayamamidori, Kanayamidori, Yutakamidori und Yamakai genannt. Wie sich dieser Blatt-Tee Punkt für Punkt gegen das Pulver stellt, steht in „Sencha oder Matcha? Zwei Grüntees aus derselben Pflanze im Vergleich“. Bancha stammt aus denselben Gärten, aber aus der dritten und vierten Pflückung zwischen Sommer und Herbst. Die Blätter sind gröber und der Aufguss klarer und leichter; in der japanischen Handelsordnung zählt Bancha zu den niedrigeren Graden. Das ist keine Abwertung, sondern eine Rollenbeschreibung: Bancha ist der Tee für die große Kanne auf dem Tisch. Beide Sorten sind Aufgusstees, bei denen ein Teil der Blattinhaltsstoffe im Sieb zurückbleibt – der wesentliche Unterschied zur Schale, in der das gemahlene Blatt vollständig enthalten bleibt und mitgetrunken wird. Noch weiter vom Blatt entfernt liegt der konzentrierte Auszug in Kapselform; wo dort die Grenze verläuft, zeigt „Grüntee-Kapseln oder Matcha-Pulver? Extrakt gegen Blatt“.

Nebenprodukte und Veredelungen: Kukicha, Hojicha, Genmaicha

Diese drei entstehen aus dem, was bei den anderen Sorten anfällt oder übrig bleibt. Kukicha besteht aus Stängeln, Stielen und Zweigen und ist ein Nebenprodukt der Sencha- und Matcha-Herstellung; aus der Gyokuro-Verarbeitung gewonnen heißt er traditionell Karigane. Hojicha ist gerösteter Tee, meist auf Bancha-Basis, mit brauner Farbe und deutlichen Röstnoten statt grasiger Frische. Genmaicha ist eine Mischung aus grünem Tee und geröstetem Reis, die den Aufguss milder und getreidig macht. Alle drei sind in Japan Alltagstees und im Preis deutlich unter den Frühjahrsernten angesiedelt. Wer sie kennt, versteht auch, warum in einem Teegarten kaum etwas weggeworfen wird. Stängel und Spätblatt stehen ausführlich in „Kukicha und Bancha: die anderen Tees aus derselben Pflanze“. Die Röstung erklärt „Was ist Hōjicha? Der ruhige Gegentrend zu Matcha“, die Mischung mit dem Reis „Genmaicha oder Matcha? Reis im Aufguss gegen ganzes Blatt“.

Koffein quer durch die Sorten

Belastbare Zahlen gibt es für die Endprodukte, nicht für jede Sorte einzeln. Die World Green Tea Association nennt allgemein 2 bis 4 Prozent Koffein im Tee und hält fest, dass sich erste und zweite Pflückung darin nicht wesentlich unterscheiden. Für die Tasse gibt das BfR in seiner FAQ vom 5. Januar 2026 Orientierungswerte: grüner Tee mit 200 Millilitern liegt bei 30 Milligramm, schwarzer Tee bei 45 Milligramm, Filterkaffee bei 90 Milligramm und Espresso mit 60 Millilitern bei 80 Milligramm. Für Matcha ist die Rechnung genauer möglich, weil das ganze Blatt in der Schale bleibt: Stiftung Warentest berichtet am 6. April 2026 über die Untersuchung der tschechischen Verbraucherorganisation dTest, zwölf Produkte, davon zehn reine Pulver, mit 15,5 bis 20 Milligramm Koffein je Gramm, bei 2 Gramm also rund 31 bis 40 Milligramm. Als Rahmen nennt das BfR bis zu 200 Milligramm als Einzelmenge und 400 Milligramm über den Tag für Erwachsene ohne Vorerkrankungen, für Schwangere und Stillende 200 Milligramm am Tag. Wie sich der fermentierte Verwandte aus derselben Pflanze dagegen einordnet, steht in „Schwarzer Tee oder Matcha? Fermentation, Koffein, Geschmack“.

Was die Marktzahlen über die Sorten verraten

Die Nachfrage verteilt sich nicht gleichmäßig. Japans Grünteeausfuhr lag im Geschäftsjahr 2025 bei 13.125 Tonnen nach 9.272 Tonnen im Jahr davor, ein Plus von 42 Prozent; rund 70 Prozent davon entfielen laut STiR auf Pulvertee einschließlich Matcha. Die Tencha-Erzeugung war bis 2024 vier Jahre in Folge gestiegen. In Deutschland meldet der Deutsche Tee und Kräutertee Verband im Tee Report 2025 für 2024 einen Pro-Kopf-Konsum von 67,2 Litern, davon 27,1 Liter Schwarz- und Grüntee und 40,1 Liter Kräuter- und Früchtetee, insgesamt knapp 47 Milliarden Tassen bei einem Rückgang von 1,5 Prozent. Zusammengelesen heißt das: Der klassische Aufgusstee ist ein stabiler, leicht rückläufiger Markt, während die Pulversparte den Zuwachs trägt. Wo Tencha wächst und was die Regionsangabe auf einer Dose bedeutet, steht in „Matcha-Anbaugebiete: wo Tencha wächst und was die Region sagt“.

Zubereitung: eine kleine Tabelle für den Kopf

Für Aufgusstees gilt: je feiner und jünger das Blatt, desto kühler das Wasser und desto kürzer die Ziehzeit. Gyokuro wird sehr kühl und kurz aufgegossen, Sencha etwas wärmer, Bancha und Hojicha vertragen heißeres Wasser und längere Zeiten. Kukicha liegt bei 70 bis 80 Grad und unter einer Minute, drei bis vier Aufgüsse aus derselben Menge sind üblich. Matcha fällt aus dieser Systematik heraus, weil es keinen Auszug gibt. Der Deutsche Tee und Kräutertee Verband beschreibt den Weg so: einen halben Teelöffel Pulver mit zwei Esslöffeln kaltem Wasser cremig rühren, dann 150 Milliliter heißes Wasser dazugeben, für die Milchvariante 150 Milliliter heiße Milch. Kochendes Wasser gehört an keine der grünen Sorten, weil die Bitterkeit sonst spürbar zunimmt. Wer sich nur eine Regel merken will: 70 bis 80 Grad passen quer durch das japanische Sortiment.

Welche Sorte zu welchem Moment passt

Zum Frühstück passt Sencha, weil er klar und frisch ist und gut mit Brot und Ei zusammengeht. Zum Mittagessen passt Bancha oder Genmaicha, weil beide kräftige Speisen nicht überdecken. Am Nachmittag ist Kukicha eine gute Wahl für die große Kanne, am Abend Hojicha, weil die Röstnote wärmer wirkt und der Aufguss milder ausfällt. Gyokuro ist ein Tee für ruhige Momente in kleinen Mengen, kein Getränk für die Thermoskanne. Matcha steht dort, wo es schnell gehen soll und trotzdem etwas zelebriert wird: zwei Gramm, zwei Minuten, eine Schale. Preislich lässt sich der Pulverteil offen rechnen: Eine Dose MATCHASHOCK Bio Matcha kostet 25,00 Euro für 30 Gramm, der Grundpreis liegt bei 833,33 Euro je Kilogramm; bei 2 Gramm je Schale ergibt das rund 15 Schalen und rechnerisch rund 1,67 Euro Pulveranteil je Schale. Unsere Dose gehört dabei ausdrücklich nicht in diese Sortenübersicht: Auf ihr steht kein Sortenname aus den vier Gruppen und kein Regionsname, sondern die Angabe des Ursprungslands, die Prüfung auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide, Bio-Qualität und genau eine Zutat. Wer es in der kalten Jahreszeit lieber süß und sämig mag, stellt die Schale neben eine heiße Schokolade und vergleicht Zuckeranteil und Portionspreis selbst. Wer neu einsteigt, nimmt eine Aufgusssorte und eine Dose Pulver und vergleicht über zwei Wochen selbst.

Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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