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Vergleich

Was hinter dem Ube-Trend steckt und wie er zu Matcha steht

Neben Matcha ist 2026 ein zweiter farbenfroher Trend aus der Getränke- und Dessertwelt sichtbar geworden: Ube, eine violette Yamswurzel aus den Philippinen. Der Artikel vergleicht beide Trends sachlich, ohne Matcha gegenüber Ube abzuwerten oder umgekehrt, ordnet ein, wie sich beide Zutaten unterscheiden, und zeigt, wo sie sich in der Praxis auch ergänzen.

Was Ube ist

Ube ist eine violette Yamswurzel, botanisch eine echte Yamsart und keine Süßkartoffel, die vor allem auf den Philippinen angebaut wird. Geschmacklich wird sie meist als mild süßlich und leicht nussig beschrieben, mit Vergleichen zu weißer Schokolade, Vanille, Pistazie oder Kokos. Anders als Matcha enthält Ube kein Koffein, was sie für manche Zielgruppen zugänglicher macht als koffeinhaltige Getränke. In der philippinischen Küche wird Ube schon seit langem für Desserts wie Kuchen, Eiscreme oder süße Aufstriche verwendet, bevor die Zutat international bekannt wurde. Die violette Farbe stammt von natürlichen Farbstoffen namens Anthocyane, denselben Pflanzenstoffen, die auch Rotkohl oder Blaubeeren ihre Farbe geben, während das Grün von Matcha auf Chlorophyll zurückgeht.

Wie der Trend entstanden ist

Ube wird in mehreren Medienberichten explizit als Versuch beschrieben, den Erfolg von Matcha in der Getränke- und Dessertbranche zu wiederholen. Große Ketten setzen dabei auf die auffällige violette Farbe, die auf Fotos ähnlich gut funktioniert wie das Grün von Matcha. Starbucks gilt als eine der Ketten, die den Trend in den USA früh aufgegriffen haben, mit zeitlich begrenzten Getränken wie einem Ube Iced Coconut Latte im Jahr 2025. Auch kleinere, auf philippinische Küche spezialisierte Cafés und Bäckereien außerhalb der Philippinen haben in den vergangenen Jahren zum Bekanntheitsgrad von Ube beigetragen, bevor große Ketten die Zutat für ein breiteres Publikum aufgriffen.

Ube bei Starbucks 2026

Für das Frühjahr des Jahres 2026 erweiterte Starbucks sein bestehendes Angebot gezielt um weitere Ube-Getränke, unter anderem einen Ube Vanilla Macchiato. Auch andere große Ketten wie Costa Coffee haben eigene Ube-Getränke ins Sortiment aufgenommen. Diese Angaben stammen aus Berichten der jeweiligen Unternehmen und Fachmedien, nicht aus eigener Beobachtung von MatchaShock, und beziehen sich auf zeitlich begrenzte Saisonangebote, die nicht dauerhaft im Sortiment bleiben müssen. Bei einer Investorenveranstaltung im Januar 2026 nannte Starbucks nach Medienberichten neue Getränke rund um Espresso, Matcha, Chai und eben auch Ube ausdrücklich als Bereiche, in denen das Unternehmen weiteres Wachstum erwartet, was zeigt, dass beide Zutaten für das Unternehmen strategisch nebeneinander eine Rolle spielen.

Geschmacklicher Vergleich zu Matcha

Im direkten Vergleich gilt Ube geschmacklich allgemein als milder und zugänglicher als Matcha, dessen leichte Bitterkeit für manche Menschen erst nach mehrmaligem Ausprobieren angenehm wird. Auch die Zubereitung unterscheidet sich: Matcha erfordert das Aufschlagen mit einem Bambusbesen, um Klumpen zu vermeiden, während Ube meist als Paste oder Pulver in Getränke oder Backwaren eingerührt wird, ohne besondere Technik. Dieser Unterschied wird in mehreren Vergleichsartikeln als Grund genannt, warum Ube für Einsteigerinnen einfacher wirkt als Matcha. Für Menschen, die Koffein grundsätzlich vermeiden möchten, ist Ube zudem unabhängig vom Geschmack eine naheliegende Alternative zu koffeinhaltigen Getränken wie Matcha oder Kaffee.

Ein kritischer Erfahrungsbericht

Nicht jede einzelne Umsetzung des Trends überzeugt Testerinnen und Tester gleichermaßen. Eine Testerin beschrieb ihre Erfahrung mit einem Ube-Getränk bei Starbucks als enttäuschend: Das beworbene violette Getränk sei in der Tasse eher braun als violett gewesen, geschmacklich habe vor allem Zucker und Vanille dominiert, der eigentliche Ube-Geschmack sei kaum wahrnehmbar gewesen. Solche Berichte zeigen, dass die Umsetzung eines Trends bei einzelnen Anbietern stark schwanken kann, unabhängig vom grundsätzlichen Potenzial der Zutat selbst. Ein solcher Abstand zwischen Werbebild und tatsächlichem Produkt ist grundsätzlich kein Problem, das auf Ube beschränkt ist, sondern kann bei jedem stark visuell beworbenen Trendgetränk auftreten, unabhängig von der jeweiligen Zutat.

Kombination statt Konkurrenz

Statt Matcha und Ube gegeneinander auszuspielen, kombinieren manche Anbieter und private Rezepte beide Zutaten in einem Getränk, oft als geschichteter Ube-Matcha-Latte bezeichnet. Dabei soll die Süße von Ube die Bitterkeit von Matcha ausgleichen, während Matcha dem milden Ube-Geschmack mehr Tiefe gibt. Dieses Beispiel zeigt, dass beide Trends sich in der Praxis eher ergänzen als ausschließen, und dass Cafés zunehmend beide Zutaten parallel im Sortiment führen. Optisch profitieren solche Kombinationsgetränke zusätzlich vom Farbkontrast zwischen dem satten Violett des Ube-Anteils und dem helleren Grün des Matcha-Anteils, was sie auf Fotos und in kurzen Videos besonders auffällig macht und sie damit für Social-Media-Inhalte attraktiv.

Warum Ketten überhaupt neue Trendzutaten suchen

Der Ube-Trend lässt sich insgesamt auch als Teil einer größeren, wiederkehrenden Marketingstrategie großer internationaler Ketten verstehen, die regelmäßig nach neuen, foto- und videotauglichen Zutaten suchen, um saisonale Aufmerksamkeit zu erzeugen. Nach dem Erfolg von Matcha und dem Trend um sogenannte Dubai-Schokolade gilt Ube in mehreren Fachartikeln als nächster Versuch in dieser Reihe. Für Ketten ist ein solcher Trend vor allem deshalb attraktiv, weil er mit überschaubarem Aufwand neue Kundinnen und Kunden anspricht, ohne das Kernsortiment grundlegend zu verändern.

Anbauprobleme bei Ube

Anders als bei Matcha, dessen Anbau in bestimmten, historisch gewachsenen Regionen Japans über eine sehr lange, gut organisierte Tradition verfügt, steht der Ube-Anbau auf den Philippinen vor Herausforderungen. Berichten zufolge ist die Erntemenge von rund 30.000 Tonnen im Jahr 2006 auf etwa 14.000 Tonnen im Jahr 2020 gesunken, unter anderem wegen kleinteiliger Anbaustrukturen und begrenzter Ressourcen der Betriebe. Ein wachsender internationaler Trend trifft damit auf eine Anbaubasis, die nicht im gleichen Tempo mitwächst, was langfristig zu Lieferengpässen führen könnte. Für die internationale Nachfrage bedeutet das eine gewisse Unsicherheit, wie sich Angebot und Preis von Ube entwickeln, sollte der Trend weiter an Fahrt aufnehmen.

Einordnung für Matcha-Fans

Ube ersetzt Matcha nicht, sondern ergänzt das Angebot an farbenfrohen Getränken um eine weitere Option mit eigenem Geschmacksprofil. Wer Matcha wegen seines Aromas und der Zubereitung schätzt, findet in Ube keinen direkten Ersatz, sondern eine andere Zutat mit anderen Eigenschaften. Für die eigene Kaufentscheidung zählt am Ende der persönliche Geschmack, nicht die Frage, welcher Trend gerade lauter beworben wird. In Deutschland ist Ube bislang deutlich seltener im Handel zu finden als Matcha, größere Cafeketten hierzulande führen die Zutat, anders als in den USA oder auf den Philippinen, bisher nur vereinzelt. Wer Ube hierzulande selbst ausprobieren möchte, wird eher in asiatischen Lebensmittelgeschäften oder online fündig als im Sortiment eines durchschnittlichen Supermarkts, während Matcha inzwischen deutlich breiter verfügbar ist.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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