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Vergleich

Genmaicha und Matcha im Vergleich: zwei Wege aus derselben Pflanze

Genmaicha ist der Grüntee mit den Reiskörnern – malzig, nussig, in Japan ein Alltagsgetränk. Matcha ist gemahlenes Schattenblatt. Beide kommen von derselben Pflanze, landen aber auf völlig verschiedenen Wegen im Glas. Herstellung, Zubereitung, Geschmack und Blattmenge stehen hier nebeneinander.

Was Genmaicha ist

Genmaicha ist eine Mischung aus Grüntee und geröstetem Naturreis. Der Name sagt es wörtlich: genmai steht für Naturreis, cha für Tee. Beim Rösten platzen einzelne Körner auf und sehen aus wie kleines Popcorn – daher der englische Spitzname popcorn tea. Der Reis gibt dem Aufguss ein leicht malziges Röstaroma und eine getreidige Süße, die den grünen Grundton abrundet. Historisch war die Mischung eine Sparlösung: Reis streckte die teuren Blätter, sodass auch ärmere Haushalte Tee trinken konnten, und er wurde in den langen Pausen zwischen den Mahlzeiten getrunken. Heute ist Genmaicha in allen Schichten verbreitet und längst kein Armeleutetee mehr; kommerziell hergestellt wird er seit 1986 auch in China. Als Blattbasis dienen einfache Grüntees, meist Sencha oder Bancha, also Sonnentee aus späteren Erntegängen. Was Sencha genau ist, steht kurz im Glossar. Es gibt auch eine Zwischenform: Beim matcha-iri Genmaicha wird zusätzlich Grünteepulver untergemischt, was den Aufguss grüner und kräftiger macht – aber ein Aufguss bleibt es trotzdem.

Was Matcha anders macht

Matcha beginnt auf demselben Feld, nimmt aber einen anderen Weg: rund vier Wochen Beschattung vor der Ernte, dann Dämpfen, Trocknen, Entstielen zum Zwischenprodukt Tencha und Mahlen auf der Granitsteinmühle, die rund 30 bis 40 Gramm Pulver pro Stunde schafft – die ganze Kette steht Schritt für Schritt im Wissensartikel „Matcha-Herstellung“. Unter dem Netz bildet die Pflanze weniger Catechine und behält mehr L-Theanin, was den Geschmack von herb Richtung umami verschiebt. Das Mahltempo erklärt nebenbei einen großen Teil des Preises: Für eine einzige Dose läuft die Mühle rund eine Stunde. Der entscheidende Unterschied zum Genmaicha zeigt sich beim Trinken: Genmaicha wird aufgegossen, das Blatt bleibt im Sieb zurück und wird weggeworfen. Matcha wird im Wasser verteilt und komplett getrunken. Du nimmst also alles auf, was im Blatt steckt – auch alles, was nicht hineingehört. Genau deshalb ist die Blattqualität beim Matcha kein Feinschliff, sondern die Hauptsache.

Zubereitung: Aufguss gegen Aufschlagen

Genmaicha wird wie Sencha zubereitet: Wasser auf rund 80 Grad abkühlen lassen, etwa eine Minute ziehen lassen, abgießen. Anders als beim reinen Sencha ist meist nur ein Aufguss üblich, weil der Reis sein Aroma schnell abgibt. Du brauchst dafür eine Kanne mit Sieb, mehr nicht. Matcha kommt ohne Sieb in der Kanne aus, verlangt dafür Werkzeug in der Schale: rund 2 Gramm Pulver durch ein feines Sieb, 100 Milliliter Wasser bei 70 bis 80 Grad, dann 15 bis 20 Sekunden in schnellen W-Bewegungen aufschlagen, bis feiner Schaum steht. Zeitlich nehmen sich beide wenig, gut zwei Minuten. Der Unterschied liegt in der Fehlertoleranz. Ziehst du Genmaicha eine Minute zu lang, wird er herber, sonst passiert wenig. Beim Matcha entscheiden Wassertemperatur, Menge und Sieben über das Ergebnis, weil das Pulver im Getränk bleibt. Dafür bekommst du eine Schale, die cremig ist und Schaum trägt – etwas, das ein Aufguss nie leisten kann.

Geschmack im direkten Vergleich

Genmaicha schmeckt warm, nussig und malzig. Der geröstete Reis legt sich wie eine getreidige Decke über den grünen Tee, die Bitterkeit tritt zurück, der Aufguss ist hellgelb und leicht. Das macht ihn zu einem Tee, den auch Leute mögen, die Grüntee sonst zu herb finden, und er passt gut zu herzhaftem Essen. Matcha ist das Gegenteil von leicht: dicht, cremig, vollmundig, mit klarem Umami, einer feinen Süße aus dem beschatteten Blatt und einem grünen Grundton, der je nach Qualität von frisch bis grasig-herb reicht. Die Schale ist sattgrün und deckend. Wer beides nacheinander trinkt, merkt, dass sie kaum konkurrieren: Genmaicha ist der Tee, den du nebenbei über den Tag trinkst, Matcha der, für den du kurz stehen bleibst. Wie sich das Matcha-Profil in Worte fassen lässt, von Umami bis grasig, steht ausführlich im Wissensartikel „Wie schmeckt Matcha?“.

Warum die Blattqualität beim Matcha mehr wiegt

Beim Genmaicha kannst du mit einfacher Blattware leben, weil der Röstreis viel übernimmt und das Blatt ohnehin im Sieb bleibt. Beim Matcha geht das nicht: Späte Ernten, viel Stielanteil und fehlende Beschattung schmeckst du sofort, weil du das gemahlene Blatt komplett trinkst. Deshalb lohnt sich hier genau das, was beim Alltagstee zweitrangig ist – erste Ernte, beschattet, von Hand gepflückt, auf dem Stein gemahlen und laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide, so wie der MATCHASHOCK Bio-Matcha nach EU-Öko-Verordnung. Das Ergebnis ist mild statt bitter, und du brauchst weder Reis noch Röstung, um es trinkbar zu machen. Praktisch gerechnet: Aus 30 Gramm Pulver werden bei 2 Gramm je Schale rund 15 Schalen, ob pur oder als Latte – eine überschaubare Menge, um zu prüfen, ob dir das dichte Profil überhaupt liegt. Wer Grüntee grundsätzlich lieber als leichten Aufguss trinkt, ist mit Genmaicha besser bedient, und das ist kein Widerspruch.

Wofür welcher Tee – und was mit dem Koffein ist

Kurz gefasst: Genmaicha ist der Kannentee für nebenbei – unkompliziert, günstig im Verbrauch, gut zum Essen und auch für Grüntee-Skeptiker geeignet. Matcha ist das dichte Format für die eine Schale, die du bewusst zubereitest, und zugleich die Basis für Latte, Eis und Gebäck. Beim Koffein lässt sich nur eine Seite sauber beziffern: Für Matcha werden 18,9 bis 44,4 Milligramm je Gramm Pulver angegeben, bei 2 Gramm also rund 38 bis 89 Milligramm je Schale. Beim Genmaicha ist ein Teil der Mischung Reis, es steckt also weniger Blatt in derselben Kanne, und beim Aufguss geht ohnehin nur ein Teil der Blattinhaltsstoffe ins Wasser über. Wer die Zahlen für Kaffee, Cola und andere Tees daneben legen will, findet sie im Wissensartikel „Koffein-Tabelle“. Und wer den grundsätzlichen Unterschied zwischen ganzem Blatt und Aufguss sucht, liest den Wissensartikel „Matcha oder grüner Tee?“.

Matcha-Iri Genmaicha: die Mischung aus beidem

Im Handel taucht regelmäßig eine dritte Variante auf, die den Vergleich auflöst: Genmaicha mit zugesetztem Matcha, japanisch Matcha-Iri Genmaicha. Dabei wird der klassische Blatt-und-Reis-Mischung ein Anteil Pulver beigegeben. Optisch erkennt man das sofort, weil die Blätter grün bestäubt wirken; im Aufguss zeigt sich der Unterschied an der Farbe, die deutlich kräftiger und leicht trüb wird, weil das Pulver in der Schwebe bleibt und nicht im Sieb zurückgehalten wird. Geschmacklich liegt die Mischung zwischen beiden Ausgangsprodukten: Die Malz- und Röstnote des Reises bleibt, dazu kommt die dichtere, umami-betonte Seite des Pulvers. Praktisch ist das ein bequemer Einstieg für alle, denen die pure Schale zu direkt ist. Zwei Dinge sollte man dabei wissen. Erstens ist der Pulveranteil nicht standardisiert; er reicht von einer leichten Bestäubung bis zu einem deutlich sichtbaren Anteil, und ein Blick auf die Zutatenliste lohnt. Zweitens ersetzt die Mischung keinen Matcha, weil sie aufgegossen und das Blatt danach entsorgt wird – ein Teil des Pulvers geht mit. Wer das ganze Blatt trinken will, bleibt bei der Schale. Der zweite Rösttee im Sortiment ist Thema im Wissensartikel „Was ist Hōjicha? Der ruhige Gegentrend zu Matcha“.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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