Growing Karma: 250.000 Teepflanzen in der Nähe von Berlin
Bei Berlin wachsen rund 250.000 Grünteepflanzen. Der Betrieb Growing Karma ist nach Angaben von SRF die größte Plantage Deutschlands. Verkauft werden sollen die Produkte frühestens im kommenden Jahr.
Was bei Berlin wächst
Der Schweizer Rundfunk SRF berichtete am 4. Juli 2026 über den Betrieb Growing Karma von Antje Kühnle in der Nähe von Berlin. Dort wachsen rund 250.000 Grünteepflanzen. Nach Angaben des Beitrags ist das die größte Plantage Deutschlands und in dieser Größenordnung die erste ihrer Art in Europa. Angebaut wird in Gewächshäusern und nach Permakultur-Prinzipien, um Klima- und Bodenprobleme auszugleichen. Die Vermarktung der Produkte ist für das kommende Jahr geplant. Franziska Ungewiss vom Matcha-Studio Atelier Kyo bewertet lokale Anbauprojekte im Beitrag als nachhaltiger als Importware aus Asien. Es liegt nur eine abgerufene Quelle vor; Erntemenge und Qualitätsstufe der künftigen Ernte sind darin nicht beziffert.
Was das für den Einkauf heißt
Kurzfristig ändert sich nichts. Verkauft werden soll frühestens im kommenden Jahr, und wie viel Pulver dabei herauskommt, steht nicht fest. Wer heute Matcha kauft, kauft weiter Importware. Interessant ist der Betrieb trotzdem, weil er eine alte Annahme antastet: Grüntee braucht nicht zwingend das Klima Ostasiens, wenn Beschattung und Boden stimmen. Ob daraus Matcha in Trinkqualität wird, entscheidet sich erst an der Verarbeitung. Zwischen Blatt und Pulver liegen Beschattung, Dämpfen, Trocknen, Entstielen und das Mahlen auf der Steinmühle. Diese Kette beschreibt „Matcha-Herstellung: die sechs Schritte vom Feld bis ins Pulver“. Erst wenn die erste Charge im Glas ist, lässt sich über den Geschmack reden.
Ist der kurze Weg wirklich der bessere?
Kurze Transportwege klingen nach der besseren Bilanz, sind aber nur ein Teil der Rechnung. Ein Gewächshaus bei Berlin braucht Wärme und Wasser, ein Feld in Ostasien nicht. Umgekehrt entfällt der Seeweg. Belastbare Zahlen für diesen Vergleich nennt der Beitrag nicht, deshalb bleibt die Einordnung von Franziska Ungewiss eine Einschätzung und keine Messung. Wer die einzelnen Posten sortieren will, findet sie in „Wie nachhaltig ist Matcha? Anbau, Dose und Abfall im Check“. Für den Markt zählt zunächst etwas anderes: Jede neue Anbaufläche außerhalb der bekannten Regionen nimmt Druck aus einem Markt, in dem die Menge seit zwei Jahren nicht mit der Nachfrage mithält.



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