Grüntee aus Japan: Ausfuhrwert legt im ersten Halbjahr kräftig zu
Japans Agrarministerium meldet für Januar bis Juni 2026 Grüntee-Ausfuhren von 48,2 Milliarden Yen, ein Plus von 83,5 Prozent. Als Grund nennt das Ministerium die weltweite Nachfrage nach Matcha in Lattes und Desserts.
Was steht in den Halbjahreszahlen?
Das japanische Agrarministerium legte am 4. August 2026 die Zahlen für das erste Halbjahr vor. Von Januar bis Juni 2026 stiegen die Grüntee-Ausfuhren auf 48,2 Milliarden Yen. Das ist ein Plus von 83,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die gesamten Ausfuhren von Agrar-, Forst-, Fischerei- und Lebensmittelprodukten erreichten 897,7 Milliarden Yen und damit einen Halbjahresrekord. Im Vorjahr waren es 809,7 Milliarden Yen, das Plus liegt bei 10,9 Prozent. Größter Einzelmarkt waren die USA mit 162,6 Milliarden Yen, ein Zuwachs von 15,3 Prozent. Als Grund für den Sprung beim Tee nennt das Ministerium die weltweite Nachfrage nach Matcha als Zutat in Lattes und Desserts. Grüntee ist damit die Warengruppe mit dem stärksten Zuwachs in dieser Statistik.
Was bedeutet das für deine Dose?
Zahlen aus Tokio klingen weit weg, sie entscheiden aber mit, was in Europa im Regal steht. Der Ausfuhrwert misst Geld, nicht Menge. Ein Plus von 83,5 Prozent beim Wert heißt also nicht, dass 83,5 Prozent mehr Pulver das Land verlassen haben. Ein großer Teil davon ist Preis. Wer seit einem Jahr Matcha kauft, hat das gemerkt: Dosen werden kleiner, Sorten sind zeitweise nicht lieferbar, gute Ware ist schneller vergriffen. Wie sich das zusammensetzt, steht in „Matcha-Knappheit 2026: Die Zahlen hinter den leeren Regalen“. Für den Einkauf heißt es vor allem: früh bestellen, wenn eine Sorte schmeckt, und beim Vergleich immer auf den Preis je Kilogramm schauen statt auf den Preis je Dose.
Wohin der Tee geht
Japan verkauft seinen Tee inzwischen breiter als früher. Neben den USA ziehen Europa und Südostasien an, getragen von Cafés, die Matcha in Milchgetränken und Backwaren einsetzen. Das Ministerium ordnet den Sprung beim Grüntee ausdrücklich dieser Verwendung zu und nicht der klassischen Schale. Für den Markt hat das zwei Folgen. Erstens wächst die Nachfrage nach Ware, die auch in Milch noch schmeckt, also nach kräftigeren Qualitäten. Zweitens bleibt der obere Bereich knapp, weil dort die Menge nicht beliebig wächst. Wohin sich das gerade verschiebt, ordnet „Matcha weltweit: wohin das grüne Pulver gerade geht“ ein. Die nächsten belastbaren Zahlen kommen mit der Jahresstatistik.



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