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Ube Matcha Latte – der lila-grüne Trend im Glas
Erst war alles grün, jetzt kommt Lila dazu: Ube Matcha kombiniert japanisches Grünteepulver mit der violetten Yamswurzel von den Philippinen. Das Ergebnis sieht aus wie gemalt und schmeckt nach Vanille, Nuss und frischem Grün. Was hinter dem Trend steckt, wie das Getränk aufgebaut ist und worauf du beim Einkauf achtest.
Was Ube überhaupt ist
Ube ist die Knolle der Wasseryams, botanisch Dioscorea alata. Auf den Philippinen wird sie seit Jahrhunderten angebaut und gehört dort zu den Grundnahrungsmitteln; ihre auffällige Farbe reicht von tiefem Violett bis Lavendel und stammt von Anthocyanen, natürlichen blau-roten Pflanzenfarbstoffen. Mit der lila Süßkartoffel wird Ube ständig verwechselt, verwandt sind die beiden aber nicht – Yams bildet eine eigene Pflanzengruppe. Geschmacklich ist die Knolle erstaunlich sanft: mild, nussig, leicht süß, mit Noten von Vanille, Pistazie und Kokos. Genau diese Kombination macht sie für Getränke interessant, denn sie süßt und färbt, ohne aufdringlich zu schmecken. In Deutschland bekommst du Ube praktisch nie als frische Knolle, sondern verarbeitet: als Pulver, Püree, Paste oder Sirup, meist im Asia-Markt oder online. Die Produkte unterscheiden sich stark – vom reinen, ungesüßten Pulver bis zum Sirup, der vor allem Zucker und Aroma enthält.
Vom philippinischen Dessert in die Cafés
Auf den Philippinen ist Ube seit jeher eine Dessertzutat: Ube Halaya, ein süßes Püree, dazu Kuchen, Eis und Gebäck in kräftigem Lila. International wurde die Knolle zuerst über Bäckereien und Eisdielen bekannt, dann übernahmen die Getränkekarten. Große internationale Kaffeeketten führten Ube Lattes ein, und von dort wanderte die Idee in unabhängige Cafés – auch in deutschen Großstädten stehen inzwischen lila Getränke auf der Karte. Ein Food-Berater bringt den Erfolg in einer Beschreibung ziemlich genau auf den Punkt: Ube sehe radikal neu aus, schmecke aber nach Dingen, die man seit der Kindheit kennt. Die Verbindung mit Matcha war dann naheliegend: Zwei intensiv gefärbte, fotogene Zutaten, die geschmacklich gegensätzlich sind – hier süße Vanillenote, dort herbes Grün – ergeben zusammen ein Getränk, das auf Social Media sofort funktioniert und trotzdem mehr ist als reine Optik. Auf denselben Fotoeffekt setzt ein zweites buntes Pulver, das mit Tee allerdings nichts zu tun hat: Was hinter der blauen Variante steckt, erklärt der Wissensartikel „Blue Matcha: warum das blaue Pulver kein Matcha ist“.
So ist ein Ube Matcha Latte aufgebaut
Der klassische Aufbau arbeitet in Schichten. Unten liegt die Ube-Komponente: Pulver oder Püree, mit etwas Milch glatt gerührt, oder ein fertiger Sirup. Darauf kommt kalte oder warme Milch, und den Abschluss bildet frisch aufgeschlagener Matcha – als grobe Formel reichen 2 g Pulver auf einen kleinen Schluck Wasser bei 70 bis 80 Grad, schaumig geschlagen und vorsichtig über einen Löffelrücken gegossen, damit die Schichten stehen bleiben. Beim Umrühren mischt sich das Lila mit dem Grün zu einem gedeckteren Ton – fotografiert wird also vor dem ersten Schluck. Geschmacklich übernimmt Ube die Rolle, die sonst Vanillesirup spielt: Die Knolle bringt Süße und ein rundes, fast cremiges Mundgefühl mit, das die herben Noten des Grüntees abfedert. Wer es weniger süß mag, nimmt reines Ube-Pulver und dosiert die Süße getrennt – so behältst du die Kontrolle über den Zuckergehalt und schmeckst beide Zutaten noch einzeln heraus.
Worauf du beim Einkauf achtest
Bei der Ube-Komponente lohnt der Blick auf die Zutatenliste: Reines Ube-Pulver enthält nur die getrocknete, gemahlene Knolle, während manche Sirupe und Pasten vor allem aus Zucker, Aroma und Farbstoff bestehen und mit der Wurzel wenig zu tun haben. Ein natürliches Violett ohne zugesetzte Farbe ist das beste Zeichen. Beim Matcha gilt dasselbe Prinzip, nur schärfer, denn er trägt den Geschmack des Getränks: Ein spät geerntetes, blasses Pulver wirkt unter der süßen Ube-Schicht flach und bitter. Ein Pulver aus erster, beschatteter Ernte, von Hand gepflückt und steingemahlen, laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide – wie der MATCHASHOCK Bio-Matcha – hält dagegen mit einer klaren, milden Grünteenote gegen und sorgt dafür, dass die obere Schicht auch farblich leuchtet. Für das Schichtenspiel brauchst du sonst nur ein hohes Glas, einen kleinen Besen oder Milchaufschäumer und zwei Minuten Zeit.
Die Schattenseite des lila Booms
Der Hype hat eine Kehrseite, über die Fachleute offen sprechen. Ube wächst fast ausschließlich in Südostasien; jede Dose Pulver und jeder Liter Sirup legt also weite Transportwege zurück, mit entsprechend schlechter Klimabilanz. Ernster ist der Druck auf die Anbauregionen selbst: Ernährungsfachstellen weisen darauf hin, dass plötzliche, über Social Media verstärkte Nachfrageschübe gewachsene Anbaustrukturen überfordern können – diesmal auf den Philippinen, wo die Knolle eigentlich ein Grundnahrungsmittel ist. Wer den Trend mitmachen will, muss ihn deshalb nicht boykottieren, kann aber bewusst einkaufen: kleine Mengen statt Vorratspackungen, reine Produkte statt Aroma-Sirupen, und Ube als gelegentliche Besonderheit statt als täglichen Standard. Der Reiz des Getränks bleibt ohnehin derselbe – die Mischung aus vertrauter Vanillesüße und frischem Grüntee funktioniert auch dann noch, wenn der Hashtag längst weitergezogen ist. Wer lieber bei heimischer Ware bleibt, findet mit der Erdbeere eine Alternative aus derselben Trendfamilie, beschrieben im Wissensartikel „Strawberry Matcha: woher der Trend kommt und was ihn trägt“.
Abwandlungen: warm, gerührt oder als Schaum
Das Schichtglas ist nur der bekannteste Aufbau – der Geschmack funktioniert auch in einfacheren Formen. Die warme Version ist im Herbst naheliegend: Ube-Pulver in heißer Milch glatt rühren, den frisch aufgeschlagenen Matcha daraufgeben und beides erst in der Tasse verbinden; die Vanillenote der Knolle kommt warm sogar deutlicher durch als auf Eis. Wer keine Lust auf Schichten hat, rührt gleich alles zusammen – das Getränk wird dann optisch unspektakulär graugrün, schmeckt aber identisch und ist ehrlicher Alltagsstoff. Und wer die Optik auf die Spitze treiben will, schäumt einen Teil der Milch mit dem Ube-Pulver separat auf und setzt den lila Schaum als Haube auf einen grünen Matcha Latte. Als Orientierung für alle Formen gilt: ein gestrichener Teelöffel Ube-Pulver auf eine Tasse und die üblichen 2 g Matcha – mehr Ube macht das Getränk schnell mehlig, weil die Knolle viel Stärke mitbringt.
Die Farbe bleibt nur, wenn die Reihenfolge stimmt
Beim Ube Matcha entscheidet sich das Ergebnis nicht am Geschmack, sondern an der Optik – und die ist empfindlicher, als es aussieht. Der Grund ist die violette Farbe der Yamswurzel: Sie stammt aus Anthocyanen, und die reagieren auf den Säuregrad. In einer säurehaltigen Umgebung verschiebt sich der Ton ins Rötliche, in einer alkalischen ins Bläuliche bis Graue. Deshalb sieht derselbe Aufbau je nach Milch und Zusätzen unterschiedlich aus. Praktisch heißt das dreierlei. Erstens: Zitrusanteile gehören nicht in dieses Glas, sie kippen die Farbe sofort. Zweitens: Die Schichten werden nacheinander eingefüllt und nicht verrührt – erst die Ube-Basis, dann Milch, zuletzt der separat angerührte Matcha. Wer alles zusammen mixt, bekommt ein einheitliches Graugrün statt der zwei Farben, wegen derer das Getränk überhaupt bestellt wird. Drittens: Kalte Milch hält die Schichten länger getrennt als warme, weil die Dichteunterschiede erhalten bleiben. Für die Kamera lohnt sich außerdem ein gerades, klares Glas statt einer Tasse. Geschmacklich ändert die Reihenfolge nichts, für das Ergebnis auf dem Bild ist sie alles. Warum das Aussehen bei Matcha-Getränken so eine große Rolle spielt, beschreibt der Wissensartikel „Matcha Aesthetic: das Grün im Bild kommt aus der Dose“.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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