Trends
Der Spiral-Croissant-Trend und seine Matcha-Version
Ein rundes, spiralförmig gerolltes Croissant mit cremiger Füllung hat seit 2022 Bäckereien rund um die Welt erreicht. Aus New York gestartet, tauchte die Form bald auch mit Matcha auf, am sichtbarsten in einer viralen Variante aus Seoul. Dieser Text zeigt, wo der Trend herkommt, wie er sich verbreitet hat und wo Matcha darin seinen festen Platz gefunden hat.
Wie alles begann: New York, 2022
Der Ursprung des Spiral-Croissants liegt bei Lafayette Grand Café & Bakery in Noho, New York. Pâtissier Scott Cioe entwickelte dort ein rund geformtes, spiralig aufgerolltes Croissant mit einer cremigen Füllung, das im April 2022 auf die Karte kam und unter dem Namen Suprême bekannt wurde. Schon im darauffolgenden Monat ging das Gebäck auf TikTok viral, vor allem wegen seines ungewöhnlichen Aussehens: statt der gewohnten länglichen Croissant-Form zeigt der Anschnitt eine deutlich sichtbare Spirale aus vielen dünnen Teigschichten. Innerhalb weniger Monate wurde die Idee in Bäckereien auf mehreren Kontinenten aufgegriffen und unter verschiedenen eigenen Namen weitergeführt, etwa als runde Teigrolle oder Croissant-Rad. Manche Nachahmer verzichteten dabei bewusst auf den Namen Suprême und tauften ihre eigene Version um, etwa als Royal Croissant Roll oder schlicht als Croissant-Wheel, behielten aber die charakteristische, dicke, hockey-puck-artige Rundform bei, die das Original bekannt gemacht hatte.
Die Technik hinter der Spirale
Anders als ein klassisches Croissant entsteht der Spiral-Croissant durch einen mehrtägigen Prozess, bei dem der laminierte, gebutterte Teig sorgfältig aufgerollt und dann quer aufgestellt gebacken wird, sodass die vielen dünnen Schichten beim Anschnitt wie ein Kreis aus Ringen wirken. Der aufwendige Prozess und die begrenzte Tagesproduktion vieler Bäckereien gehören zum Bild dieses Trends dazu und erklären, warum sich um das Original in New York zeitweise lange Schlangen bildeten. Die Füllungen wechseln dabei von Bäckerei zu Bäckerei und je nach Saison, von klassischem Blätterteig-Cremig bis zu Nussvarianten wie Pistazie. In dieser wechselnden Füllungslandschaft hat sich Matcha international als eine der beliebtesten grünen Varianten etabliert, auch wenn nicht jede Bäckerei zu jeder Zeit genau diese Version anbietet. Der mehrtägige Prozess selbst besteht im Kern aus dem sorgfältigen Herstellen, mehrfachen Ruhenlassen und schließlich dem Aufrollen des Teigs, bevor er hochkant in eine runde Form gesetzt und gebacken wird, damit die Schichten beim Anschnitt sichtbar bleiben.
Wie sich die Form international verbreitet hat
Innerhalb weniger Monate nach dem viralen Start in New York tauchten eigene Versionen des Spiral-Croissants in Bäckereien in London, Sydney und mehreren amerikanischen Städten außerhalb New Yorks auf. Jede dieser Bäckereien passte Form und Füllung an das eigene Sortiment an, während die charakteristische Rollform und der auffällige Anschnitt als wiedererkennbares Merkmal erhalten blieben. Dieses Muster, bei dem eine einzelne, fotogene Technik aus einer Stadt heraus in kurzer Zeit weltweit kopiert wird, ist typisch für virale Gebäck-Trends der vergangenen Jahre und zeigt, wie schnell sich ein optisch auffälliges Format über soziale Netzwerke verbreiten kann, ganz ohne klassische Werbung. Auch an der amerikanischen Westküste griffen einzelne Bäckereien die Idee auf, sodass sich das Format inzwischen über mehrere Kontinente hinweg in ganz unterschiedlichen Stadtvierteln wiederfindet, jeweils mit eigenen, lokal angepassten Füllungen.
Nudake in Seoul: die matcha-grüne Interpretation
Die bekannteste Matcha-Version dieser Gebäckfamilie stammt aus Seoul: Nudake, die Dessert-Marke des Modeunternehmens Gentle Monster, bietet dort ein Gebäck namens Peak Oniwassant an, eine Mischung aus japanischer Onigiri-Form und französischem Croissant-Teig. Die äußere Hülle ist durch Tintenfischtinte dunkel gefärbt, im Inneren steckt eine cremige Matcha-Füllung, die für einen deutlichen Farbkontrast zwischen Schwarz und Grün sorgt. Nudake betreibt mehrere Filialen in Seoul, unter anderem in den Vierteln Dosan, Seongsu und Sinsa, und ist auch international als eines der auffälligsten Beispiele für die Verbindung von Matcha mit einem viralen Gebäck-Format bekannt geworden. Berichten zufolge bildeten sich vor den Filialen zeitweise sichtbare Warteschlangen, was zusätzlich zur Wahrnehmung als angesagter Ort beitrug. Zur Gestaltung der Filialen gehören zudem großformatige Croissant-Skulpturen und ein Innendesign, das eher an eine Galerie als an eine gewöhnliche Bäckerei erinnert, was zusätzlich zur Verbreitung von Fotos und Videos aus den Filialen beigetragen hat. Über den ursprünglichen Peak Oniwassant hinaus tauchte die Matcha-Note auch in weiteren Produkten der gleichen Reihe auf, etwa in einem passenden Matcha-Getränk.
Warum ausgerechnet diese Form so gut auf Social Media funktioniert
Der Erfolg des Spiral-Croissants auf Plattformen wie TikTok lässt sich vor allem mit seinem Anschnitt erklären: Während ein gewöhnliches Croissant von außen kaum Rückschlüsse auf sein Inneres zulässt, zeigt der runde Spiral-Schnitt sofort die Schichtenstruktur und die Füllung, was sich hervorragend in Nahaufnahme filmen lässt. Bei der Matcha-Version verstärkt der Farbkontrast zwischen hellem Teig und grüner Füllung, oder wie bei Nudake zwischen schwarzer Hülle und grüner Füllung, diesen Effekt zusätzlich. Hinzu kommt bei mehreren Anbietern ein Element der Begrenztheit: Wenn ein Gebäck nur in überschaubarer Stückzahl pro Tag verfügbar ist, entsteht ein zusätzlicher Anreiz, den eigenen Kauf und Anschnitt als kleines Erlebnis zu dokumentieren und zu teilen. Dieser Mechanismus wiederholt sich bei praktisch jeder viralen Neuauflage des Formats: Erst macht die Optik neugierig, dann verstärkt die Vorstellung, etwas potenziell Ausverkauftes zu bekommen, den Wunsch, den eigenen Besuch mit einem Video oder Foto festzuhalten.
Selbst backen statt anstehen
Wer die Spiralform mit Matcha lieber selbst zu Hause ausprobieren möchte, muss dafür keine Bäckerei aufsuchen. Die Grundtechnik des laminierten Croissant-Teigs mit einer grünen Matcha-Füllung ist ausführlich im Wissensartikel „Matcha-Croissant: der weltweite Trend im Überblick“ sowie im Wissensartikel „Matcha-Croissant: wie das Grün in die Bäckerei kam“ beschrieben, inklusive der Frage, wie Matcha in klassische Backwaren eingearbeitet wird, ohne beim Backen seine Farbe zu verlieren. Auch wenn der aufwendige, mehrtägige Prozess der Originale zu Hause selten eins zu eins nachgebaut wird, lässt sich die grundlegende Idee, ein rundes, spiralig aufgerolltes Gebäck mit Matcha-Creme zu füllen, mit etwas Geduld auch in der eigenen Küche umsetzen. Eine einfachere Annäherung gelingt zudem, wenn fertig gekaufte Croissants der Länge nach aufgeschnitten und mit einer selbst gerührten Matcha-Creme gefüllt werden, was zwar nicht die originale Spiralform ergibt, aber die Farbe und den Geschmack des Trends bereits gut einfängt.
Matcha pur als ruhiger Gegenpol
Zwischen aufwendiger Lamination und viralem Anschnitt lohnt sich auch der Blick auf die einfachste Form, Matcha zu genießen: eine Schale mit fein steingemahlenem Pulver aus erster Ernte und heißem Wasser, ganz ohne Teig und ohne Warteschlange. Der MATCHASHOCK Bio-Matcha eignet sich dabei auch als Zutat für eine eigene Füllcreme, weil er sich mit Sahne oder Mascarpone glatt verrühren lässt und dabei kräftig grün und mild statt bitter bleibt, ganz ohne Klümpchen in der fertigen Creme. Wer ein eigenes Spiral-Croissant mit Matcha füllen möchte, kann so unabhängig von jeder Bäckerei starten, ein gutes Grundpulver vorausgesetzt, egal ob am Ende die perfekte Spiralform gelingt oder eine einfachere, selbst gefüllte Variante auf dem Teller landet. Stand der Angaben: August 2026. Angebote, Zeiten und Karten ändern sich – prüfe vor dem Besuch die Seite des jeweiligen Hauses.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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