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Matcha-Lakritz: warum es kaum jemand kennt
Matcha-Lakritz ist im Vergleich zu Matcha-Schokolade oder Matcha-Keksen ein echtes Randprodukt: Es gibt nur ganz vereinzelte Hersteller, kaum Auswahl und bislang wenig Suchinteresse in Deutschland. Wer trotzdem gezielt danach sucht, findet vor allem einzelne Dragee-Hersteller mit Matcha-Sorten im Randsortiment.
Was Lakritz überhaupt ist
Lakritz ist der eingedickte Wurzelextrakt des Echten Süßholzes, botanisch Glycyrrhiza glabra, ergänzt um Zuckersirup, Mehl und Gelatine sowie oft Anis oder Fenchelöl. Der Name geht über das Mittelhochdeutsche auf das griechische Wort für Süßwurz zurück. Lakritz ist vor allem in Küstenregionen verbreitet – besonders in Skandinavien, England, Frankreich und Italien –, während Süßholz selbst in Deutschland heute nur noch in geringem Umfang kommerziell angebaut wird. Diese regionale Prägung erklärt teilweise, warum ausgerechnet eine Kombination aus Lakritz und einem japanischen Teepulver bislang kaum verbreitet ist: Beide Zutaten stammen aus völlig unterschiedlichen Süßwarentraditionen. Während Lakritz seine Wurzeln in der europäischen Küstenküche hat, entstammt Matcha der jahrhundertealten japanischen Teetradition – zwei geografisch und kulinarisch weit auseinanderliegende Ursprünge, die sich bislang kaum überschnitten haben.
Ein konkretes Beispiel: Matcha Kritz
Der deutsche Dragee- und Lakritzhersteller Agilus führt in seinem umfangreichen Sortiment ein Produkt mit der internen Bezeichnung "Matcha Kritz". Öffentlich zugängliche Details zu Zutaten oder genauer Rezeptur sind auf der Herstellerseite kaum zu finden – das Produkt taucht nur als Positionsnummer im Gesamtsortiment auf, ohne ausführliche Produktbeschreibung. Das ist typisch für diese Nische: Anders als bei Matcha-Schokolade, wo Marken wie Ritter Sport oder Lindt eigene Kampagnen fahren, bleibt Matcha-Lakritz ein Randprodukt im breiteren Sortiment spezialisierter Süßwarenhersteller.
Warum sich die Kombination schwertut
Lakritz lebt von einem kräftigen, leicht bitteren und salzigen Grundgeschmack, der bei Salzlakritz noch verstärkt wird. Matcha bringt seinerseits einen eigenen herben, grasigen Ton mit. Zwei kräftige, beide auf ihre Art bittere Aromen treffen hier aufeinander, ohne dass eines dem anderen deutlich Platz macht – anders als etwa bei weißer Schokolade, die mit ihrer Süße und Milde eine neutrale Bühne für Matcha bietet. Das dürfte ein Hauptgrund sein, warum sich diese Kombination bisher nicht zu einem größeren Trend entwickelt hat, wie es bei Matcha-Schokolade oder Matcha-Keksen der Fall war. Süßwarenentwicklerinnen und -entwickler sprechen in solchen Fällen von einem fehlenden Kontrastpartner: Erfolgreiche Kombinationen brauchen meist eine milde, zurückhaltende Komponente, die dem intensiveren Aroma Raum lässt, statt zweier gleich starker Aromen, die um dieselbe Aufmerksamkeit konkurrieren.
Matcha-Lakritz selbst herstellen: warum es kaum sinnvoll ist
Anders als Schokolade oder Fruchtgummi lässt sich klassisches Lakritz zuhause praktisch nicht herstellen, weil es einen konzentrierten Süßholzextrakt sowie industrielle Koch- und Formprozesse braucht, die im Privathaushalt nicht nachzustellen sind. Wer die Idee dennoch aufgreifen möchte, kommt eher über eine Annäherung zum Ziel: etwa dunkle Lakritzbonbons, die nach dem Schmelzen mit einer hauchdünnen Schicht Matcha-Puderzucker bestäubt werden. Das ist kein echtes Matcha-Lakritz, zeigt aber, wie sich die beiden Aromen wenigstens nebeneinander erleben lassen, ohne im selben Bonbon verschmelzen zu müssen. Eine weitere Annäherung gelingt über eine dünne Schicht Matcha-Schokolade, die um ein fertiges Lakritzbonbon gegossen wird – hier trennt die Schokoladenschicht die beiden kräftigen Aromen räumlich voneinander, sodass zuerst der süße, herbe Matcha-Ton und erst beim Durchbeißen die Lakritznote hervortritt.
Wie sich Matcha stattdessen mit kräftigen Aromen verträgt
Wie „Matcha Food Pairing: was zu Matcha passt – und was nicht“ zeigt, funktioniert Matcha vor allem in Kombination mit milden, leicht süßen oder cremigen Partnern besonders gut, während sehr kräftige, salzig-bittere Aromen wie klassisches Lakritz eher eine Ausnahme bleiben. Wer die grasige Seite von Matcha mit einem herzhaften Snack verbinden will, findet in Salz, Sesam oder geröstetem Reis deutlich verträglichere Partner als in konzentriertem Süßholzextrakt – auch das erklärt, warum die Auswahl an Matcha-Lakritz bis heute so klein geblieben ist. Salz etwa unterstützt den Umami-Charakter von Matcha, ohne selbst ein eigenständiges, konkurrierendes Aroma mitzubringen, während Sesam über sein eigenes, nussiges Röstaroma eine zusätzliche Ebene ergänzt, die sich mit dem grasigen Grundton des Tees gut verträgt.
Ein Blick auf andere Nischen mit ähnlichem Muster
Matcha-Lakritz reiht sich in eine Gruppe kleinerer Matcha-Nischenprodukte ein, die zwar existieren, aber kein eigenes Marktsegment bilden – vergleichbar mit Matcha-Kaugummi oder Matcha-Salz. Wie „Kuriose Matcha-Produkte weltweit im Überblick“ zeigt, taucht das Pulver inzwischen in vielen Warengruppen auf, ohne dass jede davon ein tragfähiges Geschäftsmodell wird. Für die meisten dieser Nischen gilt: Sie bleiben ein kurioser Fund für Menschen, die gezielt danach suchen, nicht ein Produkt im normalen Einkaufskorb.
Wo Matcha seinen Geschmack am besten zeigt
Statt in einem Nischenprodukt wie Lakritz kommt Matcha in seiner klassischen Form am deutlichsten zur Geltung: pur mit heißem Wasser aufgeschlagen. Genau dafür ist der MATCHASHOCK Bio-Matcha gemacht – erste Ernte, beschattet, von Hand gepflückt, fein steingemahlen und laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide, dadurch mild statt bitter. Zwei Gramm auf 70 bis 80 Milliliter Wasser zeigen den vollen Geschmack, ohne dass ein zweites kräftiges Aroma wie Süßholz um die Aufmerksamkeit konkurriert.
Was die Nische über den Gesamtmarkt verrät
Der Blick auf ein Randprodukt wie Matcha-Lakritz zeigt indirekt, welche Kombinationen sich am Markt durchsetzen und welche nicht. Erfolgreich wurden vor allem Kombinationen, bei denen eine milde, wenig eigenständige Basis wie weiße Schokolade, Milchcreme oder ein neutraler Teig dem Matcha die Bühne überlässt. Kombinationen mit einer zweiten, ebenfalls kräftigen und traditionsreichen Zutat wie Lakritz bleiben dagegen die Ausnahme. Für Menschen, die selbst mit Matcha experimentieren, ist das eine brauchbare Faustregel: Je zurückhaltender die restlichen Zutaten schmecken, desto eher trägt Matcha das Ergebnis, und desto seltener braucht es überhaupt einen Blick in ein Nischenregal wie das für Matcha-Lakritz.
Was Lakritz-Fans stattdessen probieren können
Wer Lakritz und Matcha unbedingt gemeinsam erleben möchte, findet einen Umweg, der besser funktioniert als ein gemeinsames Bonbon: beide Aromen nacheinander statt gleichzeitig probieren, etwa eine Schale Matcha nach einem Stück Salzlakritz, wenn der Gaumen sich wieder an neutralere Aromen gewöhnt hat. So lassen sich beide kräftigen Geschmäcker einzeln würdigen, ohne dass einer den anderen verdrängt. Alternativ eignet sich eine milde, süße Lakritzsorte ohne Salzzusatz eher als Partner für ein Matcha-Dessert als klassisches skandinavisches Salzlakritz, weil die geringere Schärfe dem Tee etwas mehr Raum lässt, sich zu entfalten, statt sofort von der Salznote überdeckt zu werden. Wer beim eigenen Tasting mehrere Süßigkeiten nebeneinander probiert, sollte zwischen den einzelnen Kostproben jeweils etwas Wasser trinken, damit sich Aromen nicht überlagern und jede Kombination unverfälscht bewertet werden kann.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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