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Trends

Wie Matcha ins Wiener Kaffeehaus hineinpasst

Österreich hat mit der Wiener Kaffeehauskultur eine international anerkannte, seit Jahrhunderten gewachsene Trinktradition. Wie Matcha in dieses bereits fest etablierte Umfeld hineinpasst, zeigt der ausführliche Vergleich mit einer der ältesten und bekanntesten europäischen Café-Kulturen überhaupt.

Die Wiener Kaffeehauskultur als historischer Ausgangspunkt

Die Wiener Kaffeehauskultur wurde am 10. November 2011 offiziell in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen und war damit bereits das dritte eigenständige Wiener Kulturgut nach der Wiener Ballkultur und dem sogenannten Wiener Dudeln, das in dieses nationale Verzeichnis aufgenommen wurde. Die Tradition selbst reicht bis in die 1680er Jahre zurück, mit typischen Merkmalen wie Marmortischen, Thonet-Stühlen, Séparées und eigenen Zeitungstischchen. Die Kommission begründete die Aufnahme sinngemäß damit, dass Kaffeehäuser ein Ort seien, an dem Zeit und Raum konsumiert werden, aber nur der Kaffee auf der Rechnung steht. Heute zählt Wien laut Angaben der Wirtschaftskammer über tausend eigenständige Kaffeehäuser, dazu mehrere hundert Kaffee-Restaurants und Kaffee-Konditoreien – insgesamt ein sehr dichtes Netz, in das ein völlig neues Getränk wie Matcha erst einmal seinen eigenen Weg hineinfinden muss.

Wo genau Matcha in diesem Umfeld auftaucht

Für viele Gäste bleibt die Entscheidung zwischen beiden Getränken dabei eine reine Geschmacksfrage, keine grundsätzliche Wertentscheidung zwischen Tradition und Moderne. Matcha konkurriert in Österreich nicht unmittelbar mit der klassischen Melange, sondern etabliert sich eher parallel dazu, meist in einer jüngeren Generation von Cafés, die neben klassischem Wiener Kaffeehaus-Ambiente auch Spezialitätenkaffee und weitere alternative Heißgetränke anbieten, oft mit sichtlich moderneren Design-Konzepten als die traditionsreichen Häuser. Diese neuere Café-Generation existiert oft neben den traditionsreichen historischen Häusern, statt sie zu ersetzen. Wie man sich in einer Getränkekarte mit ungewohnten Begriffen zurechtfindet, erklärt allgemein der Wissensartikel „Matcha im Café bestellen: Karte, Milch und Zucker verstehen“.

Die Zubereitung selbst als grundlegendes Unterscheidungsmerkmal

Anders als der klassische Wiener Kaffee, der über Espresso-Extraktion oder als Verlängerter mit heißem Wasser zubereitet wird, wird Matcha gar nicht extrahiert, sondern als feines, vollständiges Pulver direkt in Wasser oder Milch aufgeschlagen. Diese grundlegend andere Art der Zubereitung macht Matcha zu einem eigenständigen, klar abgrenzbaren Angebot, das sich weder als Ersatz noch als direkte Konkurrenz zur klassischen Melange versteht, sondern eher als zusätzliche Option für jene Gäste, die zwischen bewährter Kaffeehaus-Tradition und einem ganz neuen Getränk frei wählen können. Wie sich der Café-Konsum von Matcha generell von der eigenen Zubereitung zu Hause unterscheidet, beschreibt der Wissensartikel „Matcha im Café: woran du gute Qualität erkennst“.

Was zu Hause ganz anders funktioniert als im Café

Wer den im Café erlebten Matcha auch zu Hause selbst nachstellen will, merkt sehr schnell: Ohne passendes, fein genug gemahlenes Pulver und etwas Übung mit dem Bambusbesen bleibt das eigene Ergebnis fast immer hinter der professionell zubereiteten Café-Variante zurück, egal wie sorgfältig man vorgeht. Fein steingemahlener Matcha aus erster Ernte lässt sich dabei gleichmäßiger aufschlagen als grob gemahlene Ware, wie der MATCHASHOCK Bio-Matcha, der steingemahlen, von Hand gepflückt und ohne Zusätze ist. So kommt der eigene Versuch zu Hause dem Café-Ergebnis näher, ganz unabhängig davon, ob man sonst eher zur Melange oder zum Matcha Latte greift.

Was Reisende in Wien also ganz konkret erwarten können

Wer in Wien gezielt nach Matcha sucht, findet ihn heute in einer wachsenden Zahl jüngerer Cafés und in spezialisierten Teegeschäften der Innenstadt, deutlich seltener dagegen im klassischen, traditionsreichen Kaffeehaus mit historischer Einrichtung, das meist konsequent beim bewährten Kaffee-Sortiment aus Melange, Verlängertem und Einspänner bleibt. Diese klare Aufteilung erleichtert die eigene Orientierung erheblich: Wer die klassische, historische Kaffeehaus-Erfahrung sucht, geht gezielt in eines der traditionsreichen Häuser, wer stattdessen Matcha probieren möchte, eher in eine der neueren Adressen mit deutlich breiterem Heißgetränke-Angebot.

Zwei ganz unterschiedliche Trinktraditionen mit sehr unterschiedlichem Alter

Der Unterschied im Alter beider Trinkkulturen ist beträchtlich und lässt sich kaum größer denken: Während die Wiener Kaffeehauskultur auf mehrere Jahrhunderte zurückblickt, historisch mit dem Jahr 1685 als erstem dokumentierten Kaffeehaus verknüpft wird und inzwischen international als Kulturerbe anerkannt ist, ist Matcha in Österreich ein vergleichsweise junger Trend der vergangenen wenigen Jahre. Wie unterschiedlich Matcha weltweit in bereits bestehende Getränkekulturen hineinwächst, zeigt im Überblick der Wissensartikel „Matcha weltweit: wohin das grüne Pulver gerade geht“. Dieser Altersunterschied erklärt, warum sich beide Getränke bislang eher nebeneinander als ineinander verschmolzen etabliert haben.

Was das UNESCO-Kulturerbe konkret für neue Getränke bedeutet

Die Aufnahme der Wiener Kaffeehauskultur in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes betrifft ganz ausdrücklich eine gesellschaftliche Praxis – also vor allem die Art und Weise, wie Menschen ein Kaffeehaus über Stunden hinweg nutzen, und ausdrücklich nicht ein einzelnes, fest vorgeschriebenes Getränk. Diese Unterscheidung ist wichtig für die richtige Einordnung von Matcha in diesem Kontext: Ein neues Heißgetränk widerspricht dem geschützten Kulturerbe keineswegs automatisch, solange die grundlegende Praxis des langen, ungestörten Verweilens bei nur einem einzigen bestellten Getränk auch weiterhin erhalten bleibt. Historische Meilensteine wie die Einführung von Zeitungen im Kaffeehaus bereits im Jahr 1720 und später die Erweiterung um warme Speisen und alkoholische Getränke zeigen zudem, dass sich das konkrete Angebot in Wiener Kaffeehäusern über die Jahrhunderte immer wieder weiterentwickelt hat, ohne dass die eigentliche, geschützte Grundpraxis dadurch jemals verloren ging.

Wie sich jüngere Cafés ganz deutlich von den historischen Häusern unterscheiden

Die neuere Generation Wiener Cafés, die neben klassischem Kaffeehaus-Ambiente auch Spezialitätenkaffee und Matcha im Angebot führt, unterscheidet sich von den traditionsreichen historischen Häusern oft schon rein äußerlich sehr deutlich: hellere, reduzierte Einrichtung statt historistischer Innenausstattung mit Logen und eigenen Zeitungstischchen, offene Selbstbedienungstheken statt bedienter Tische mit Kellnern in traditioneller Kleidung. Dieser optische Unterschied spiegelt auch ein anderes Nutzungsverhalten wider, das stärker auf schnellen Konsum zum Mitnehmen ausgerichtet ist als auf das stundenlange Verweilen, das klassische Wiener Kaffeehäuser traditionell auszeichnet. Für Matcha bedeutet das ganz praktisch, dass er in Wien bislang eher in diesem schnelleren, mitnahmeorientierten Umfeld auftaucht als in der bedächtigeren, auf langes Verweilen ausgelegten Atmosphäre der historischen Kaffeehäuser mit ihrer jahrhundertealten Tradition.

Fazit zusammengefasst: Ergänzung statt Konkurrenz

In Österreich trifft Matcha auf eine der am besten dokumentierten und international anerkanntesten Café-Traditionen Europas überhaupt – und ordnet sich bislang eindeutig eher als Ergänzung ein, nicht als direkter Ersatz für die klassische Melange. Die Melange bleibt fester Bestandteil des klassischen Wiener Kaffeehauses, während Matcha vor allem in einer jüngeren, mitnahmeorientierten Café-Generation seinen eigenen Platz findet, ohne die historische Praxis zu verdrängen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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