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Trends

Wie Matcha in die italienische Bar-Kultur findet

Italien gilt als eines der traditionsreichsten Kaffeeländer Europas, mit festen Regeln für Espresso und Cappuccino. Genau in diese Kultur mischt sich zunehmend ein neues grünes Getränk. Wie Matcha in italienischen Bars ankommt und was das mit der bestehenden Kaffeekultur zu tun hat, zeigt dieser Artikel.

Eine Kaffeekultur mit eigenen Regeln

Die italienische Bar-Kultur ist stark ritualisiert: Espresso wird im Stehen an der Theke getrunken, Cappuccino gilt traditionell nur bis zum Vormittag als angemessen, und die Zubereitung folgt seit Jahrzehnten denselben festen Abläufen. In diese fest gefügte Kultur trifft Matcha auf ein Publikum, das an klare Regeln für Kaffeegetränke gewöhnt ist, aber gleichzeitig offen für neue Trends aus den sozialen Netzwerken ist, über die viele neue Getränke zuerst bekannt werden. Genau dieser Kontrast macht Italien zu einem interessanten Markt: Ein neues Getränk muss sich hier gegen eine besonders selbstbewusste, etablierte Kaffeetradition behaupten, statt in eine unbesetzte Nische zu treffen.

Wie Matcha in die Bar-Speisekarte kommt

In vielen italienischen Bars und Cafés taucht Matcha inzwischen als zusätzliche Position auf der Getränkekarte auf, meist in Form eines Matcha Latte, seltener als pure Schale nach japanischer Zubereitung. Diese Einordnung als Latte-Variante liegt nahe, weil italienische Baristas bereits über die technische Ausstattung und Erfahrung im Umgang mit aufgeschäumter Milch verfügen, die sich auch für Matcha nutzen lässt. Für viele Gäste ist der Matcha Latte damit der naheliegende erste Kontakt mit dem Getränk, weil er sich in eine bereits vertraute Zubereitungsform einfügt, statt ein komplett neues Ritual zu verlangen.

Warum die Zubereitung anders funktioniert als Espresso

Espresso wird unter hohem Druck und mit sehr heißem Wasser in Sekunden extrahiert, Matcha dagegen wird bei deutlich niedrigerer Temperatur von etwa 70 bis 80 Grad aufgeschlagen, weil zu heißes Wasser die Bitterstoffe im Pulver verstärkt. Diese niedrigere Temperatur ist für viele italienische Baristas zunächst ungewohnt, weil praktisch jede andere Zubereitung in der Bar auf möglichst heißes Wasser oder Dampf setzt. Wer Matcha in einer auf Espresso spezialisierten Umgebung anbieten will, muss deshalb ein eigenes, separates Vorgehen für Wassertemperatur und Zubereitungszeit etablieren, das sich klar von der übrigen Kaffeezubereitung unterscheidet.

Was den Unterschied zum Espresso ausmacht

Während Espresso von Kraft und Röstaroma lebt, punktet Matcha mit einer feinen Süße, einer dezenten Bitternote und einem herzhaften, umami-artigen Ton, der von Beschattung und Erntezeitpunkt abhängt. Gerade weil in einem espressogeprägten Umfeld hohe Ansprüche an Geschmack und Konsistenz herrschen, kommt es beim Matcha besonders auf die Qualität des Pulvers an: Grobe oder alte Ware fällt in einem Land mit derart hoher Kaffeekompetenz schnell unangenehm auf. Fein steingemahlener Matcha aus erster Ernte bleibt auch bei etwas ungeübter Zubereitung mild statt bitter, wie der MATCHASHOCK Bio-Matcha, der ohne Zusätze auskommt und laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide ist – eine Grundlage, die gerade in einem anspruchsvollen Kaffeeland den Unterschied macht.

Matcha und Milch in einem Land der Cappuccino-Regeln

In Italien gilt Milchkaffee traditionell als Vormittagsgetränk, während Espresso den ganzen Tag über getrunken wird. Ein Matcha Latte fügt sich eher in diese Vormittagslogik ein als in die spätere Tageszeit, was seine Position auf vielen Speisekarten erklärt. Gleichzeitig zeigt sich, dass Milchschaum-Technik, die für Cappuccino entwickelt wurde, sich gut auf Matcha übertragen lässt, solange die Wassertemperatur für das Pulver separat kontrolliert wird. Diese Übertragbarkeit bestehender Technik ist einer der Gründe, warum sich Matcha in einer Kaffeebar-Kultur wie der italienischen leichter etablieren kann als in Ländern ganz ohne vergleichbare Milchaufschäum-Tradition.

Europa als wachsender Absatzmarkt

Mehrere EU-Staaten zählen laut Quellenlage inzwischen zu den wichtigsten Absatzmärkten für japanischen Grüntee außerhalb Asiens, neben den USA und China. Diese wachsende Nachfrage aus Europa betrifft nicht nur Fachhändler, sondern zunehmend auch die klassische Gastronomie, die neue Getränke in ihr Angebot aufnimmt, um jüngere Gäste anzusprechen. Italien reiht sich damit in einen europaweiten Trend ein, der Matcha aus einer reinen Nischenware in eine zunehmend alltägliche Position auf Café- und Bar-Speisekarten bringt. Wie sich dieser Trend weltweit insgesamt entwickelt, zeigt der Wissensartikel „Matcha weltweit: wohin das grüne Pulver gerade geht“.

Fazit: neues Getränk in alter Kaffeekultur

Matcha trifft in Italien auf eine der striktesten und traditionsreichsten Kaffeekulturen Europas, was die Einführung sowohl erschwert als auch interessant macht: Wer sich in einem solchen Umfeld durchsetzt, muss hohe Ansprüche an Geschmack und Zubereitung erfüllen. Die vorhandene Milchschaum-Kompetenz italienischer Baristas erleichtert die Einführung des Matcha Latte, während die reine Schale nach japanischer Art bislang eher die Ausnahme bleibt. Wo gute Matcha-Cafés außerhalb Italiens zu erkennen sind, zeigt der Wissensartikel „Matcha-Cafés in Deutschland: so findest und erkennst du gute“.

Was Gastronomen in Italien beim Einkauf beachten

Wer als Barista oder Café-Betreiber in Italien Matcha ins Sortiment aufnehmen will, sollte sich weniger an der eigenen Kaffeekompetenz orientieren als an den Grundregeln der Matcha-Zubereitung, die sich deutlich von jeder Espressoroutine unterscheiden: eine niedrigere Wassertemperatur, ein separates Sieb gegen Klumpen und im Idealfall ein eigener Bereich für die Zubereitung, damit sich kein Kaffeearoma auf das empfindliche Pulver überträgt. Für die Speisekarte lohnt sich außerdem eine klare, ehrliche Kommunikation darüber, dass Matcha geschmacklich nicht als Kaffeeersatz gedacht ist, sondern ein eigenständiges Getränk mit eigenem Profil darstellt, damit Gäste keine falschen Erwartungen mitbringen. Wer dazu auf ein Pulver setzt, das nachweislich mild statt bitter bleibt, senkt außerdem das Risiko, dass ein erster, enttäuschender Eindruck neue Gäste direkt wieder vom Angebot abbringt, was gerade in einem Land mit hohen Ansprüchen an Getränkequalität schnell passieren kann. Wer den ersten Testlauf erfolgreich hinter sich gebracht hat, kann das Angebot schrittweise erweitern, etwa um eine reine Schale nach japanischer Art für interessierte Gäste, statt von Anfang an das komplette Repertoire aus Latte, Eisgetränk und purer Zubereitung gleichzeitig anzubieten und damit weder Personal noch Gäste zu überfordern. Ein schrittweiser Aufbau des Angebots erlaubt es außerdem, aus den Rückmeldungen der ersten Gäste zu lernen und die Zubereitung gezielt an den eigenen Kundenkreis anzupassen, statt ein starres Konzept zu übernehmen, das anderswo entwickelt wurde und nicht zwangsläufig zur eigenen Bar passt. Am Ende entscheidet ohnehin weniger die Herkunft des Konzepts als die Konsequenz in der täglichen Umsetzung darüber, ob sich Matcha in einem bestimmten Lokal langfristig als feste Position etabliert oder nach kurzer Zeit wieder von der Karte verschwindet, unabhängig davon, wie ungewohnt die erste Zubereitung hinter der Theke zunächst wirkt.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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