Rezepte
Iced Matcha mit Kondensmilch: die vietnamesische Variante
Wer nach iced matcha kondensmilch rezept sucht, meint meist eine Variante, die sich an der vietnamesischen Kaffeetradition orientiert: gezuckerte Kondensmilch als süße, cremige Basis, kombiniert mit Matcha statt oder zusätzlich zu Kaffee, serviert über Eis. Dieser Artikel erklärt zunächst die Herkunft der Zubereitungsart und liefert danach ein Schritt-für-Schritt-Rezept mit genauen Mengen, einschließlich einer Variante ganz ohne Kaffee.
Woher die Zubereitungsart stammt
Vorbild ist der klassische vietnamesische Eiskaffee Cà Phê Sữa Đá. Laut Wikipedia entstand dieser während der französischen Kolonialzeit: Weil frische Milch in Vietnam selten verfügbar war und in der Hitze schnell verdarb, griffen Französinnen, Franzosen, Vietnamesinnen und Vietnamesen auf gezuckerte Kondensmilch als Ersatz zurück. Zubereitet wird das Original, indem heißes Wasser durch einen traditionellen Metallfilter, einen sogenannten Phin, mit dunklem Robusta-Kaffee direkt in eine Tasse mit der Kondensmilch tropft. Anschließend wird die Mischung verrührt und über Eis gegossen, eine Anpassung an das tropische Klima Vietnams, die das Getränk von seinem europäischen Ursprung unterscheidet.
Wie Matcha die Rolle des Kaffees übernimmt
Bei der Matcha-Variante bleibt das Grundprinzip erhalten, nur dass Matcha die Rolle des Kaffees ganz oder teilweise übernimmt. Das Rezeptportal Cooking Therapy beschreibt eine Version, bei der Matcha-Pulver direkt mit der Kondensmilch verquirlt wird, während der Kaffee weiterhin über den Phin-Filter läuft und beide Komponenten am Ende zusammengeführt werden. Die bittere Note des Matcha-Pulvers gleicht sich dabei mit der Süße der Kondensmilch aus, ähnlich wie beim Original mit Kaffee, und der dunkel geröstete Kaffee bringt zusätzlich eine kräftige, aromatische Note in das Getränk ein.
Zutaten für ein Glas
Für die Variante mit Kaffee und Matcha: 1 Teelöffel Matcha-Pulver, 2 Esslöffel gezuckerte Kondensmilch, 2 Esslöffel dunkel gerösteter, grob gemahlener Kaffee, 1 Tasse kochendes Wasser, dazu Eiswürfel zum Servieren. Wer eine reine Matcha-Version ohne Kaffee bevorzugt, lässt den Kaffee-Anteil einfach weg und verdoppelt stattdessen die Menge Matcha auf 2 Teelöffel, die dann direkt mit der Kondensmilch und kaltem Wasser aufgegossen wird. Für ein süßeres Ergebnis lässt sich die Kondensmilch-Menge um bis zu einen weiteren Esslöffel erhöhen.
Zubereitung Schritt für Schritt
Zunächst eine Tasse Wasser zum Kochen bringen. Matcha-Pulver und Kondensmilch in einem Glas gründlich verquirlen, bis keine Klümpchen mehr sichtbar sind. Den Kaffee in einen vietnamesischen Kaffeefilter geben, diesen auf das Glas mit der Matcha-Kondensmilch setzen und langsam das heiße Wasser darübergießen. Etwa 5 Minuten tropfen lassen, bis das gesamte Wasser durchgelaufen ist. Den Filter entfernen, den Kaffeesatz entsorgen und Kaffee sowie Matcha-Kondensmilch im Glas vorsichtig verrühren, bis eine gleichmäßige, dunkelgrün-braune Mischung entsteht.
Servieren und Anpassen
Ein hohes Glas zu etwa zwei Dritteln mit Eiswürfeln füllen und die fertige Matcha-Kaffee-Mischung darübergießen. Die Menge der Kondensmilch lässt sich je nach gewünschter Süße erhöhen oder verringern, ebenso die Stärke des Kaffees über die verwendete Menge im Filter. Wer keinen vietnamesischen Phin-Filter besitzt, kann laut Cooking Therapy ersatzweise stark gebrühten Kaffee nach der eigenen gewohnten Methode verwenden und diesen mit der Matcha-Kondensmilch mischen, bevor beides gemeinsam über die Eiswürfel gegossen wird.
Reine Matcha-Version ohne Kaffee
Für alle, die auf den Kaffee-Anteil verzichten möchten, wird 1 bis 2 Teelöffel Matcha-Pulver mit der Kondensmilch verquirlt, mit wenig heißem Wasser glatt gerührt und anschließend mit kaltem Wasser auf die gewünschte Stärke aufgefüllt. Diese Mischung wird ebenfalls über Eiswürfel gegossen. Diese Variante eignet sich für alle, die die Kondensmilch-Süße des vietnamesischen Originals mögen, aber ausschließlich Matcha statt Kaffee verwenden wollen, etwa für den Abend oder für alle, die auf Kaffee grundsätzlich verzichten.
Kombinierbar mit anderen Rezeptideen
Wer Iced Matcha in weiteren Varianten ausprobieren möchte, findet verwandte Rezepte etwa im Artikel „Matcha Cold Foam: warum kalter Schaum hält und wann nicht“ oder Anregungen zur Vorbereitung mit dem Artikel „Eiswürfel aus Matcha: der Vorrat für heiße Tage“, der sich für die schnelle Zubereitung an heißen Tagen eignet, wenn keine Zeit für eine längere Zubereitung bleibt.
Welches Matcha-Pulver sich für dieses Rezept eignet
Weil das Getränk stark gesüßt und mit Kaffee kombiniert wird, muss das verwendete Matcha-Pulver keine besonders milde, zeremonielle Qualität haben. Ein sogenanntes Culinary-Grade-Matcha, also ein Pulver, das für die Zubereitung mit anderen Zutaten statt für die pure Zeremonie gedacht ist, reicht für dieses Rezept aus und ist meist günstiger als ein Ceremonial-Grade-Matcha. Wichtig ist vor allem, dass das Pulver sich beim Verquirlen mit der Kondensmilch vollständig auflöst und keine sichtbaren Klumpen hinterlässt, da diese sich in der fertigen, kalten Mischung schwerer auflösen als in heißem Wasser. Ein feines Sieb beim Einfüllen des Pulvers kann helfen, gröbere Klumpen von vornherein auszusortieren.
Mengen für mehrere Gläser
Wer das Rezept für mehrere Personen zubereiten möchte, kann die Grundmengen einfach mit der Anzahl der gewünschten Gläser multiplizieren, sollte die Kondensmilch-Matcha-Mischung aber weiterhin für jedes Glas einzeln verquirlen, statt eine große Menge auf einmal anzurühren, da sich sonst leichter Klumpen bilden. Für vier Gläser werden entsprechend 4 Teelöffel Matcha-Pulver, 8 Esslöffel Kondensmilch, 8 Esslöffel Kaffee und 4 Tassen Wasser benötigt. Der Kaffee lässt sich dabei auch in einem Arbeitsgang für alle Gläser gemeinsam aufbrühen, solange am Ende genügend Menge für jedes einzelne Glas zur Verfügung steht.
Aufbewahrung und Vorbereitung
Die Matcha-Kondensmilch-Mischung lässt sich bereits am Vorabend vorbereiten und abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren, sodass am nächsten Morgen nur noch der Kaffee aufgebrüht und beides zusammengeführt werden muss. Vor dem Servieren empfiehlt es sich, die Mischung noch einmal kurz umzurühren, da sich Matcha-Pulver auch nach dem Verquirlen mit der Zeit leicht absetzen kann. Fertig gemischtes Iced Matcha mit Kondensmilch hält sich im Kühlschrank abgedeckt bis zu einem Tag, wobei die Farbe und der Geschmack am frischesten unmittelbar nach der Zubereitung sind.
Unterschied zu anderen Iced-Matcha-Rezepten
Im Vergleich zu einem einfachen Iced Matcha, bei dem Matcha-Pulver lediglich mit kaltem Wasser oder Milch aufgegossen wird, bringt die Kondensmilch-Variante durch die konzentrierte Süße und Cremigkeit einen deutlich kräftigeren, dessertähnlichen Charakter mit sich. Das Ergebnis ist süßer und schwerer als ein klassischer Iced Matcha Latte mit normaler Milch, was die vietnamesische Variante eher zu einem gelegentlichen Genuss als zu einem alltäglichen Getränk macht. Wer die Süße abschwächen möchte, kann die Kondensmilch-Menge reduzieren und stattdessen einen Teil der Flüssigkeit durch normale Milch oder Wasser ersetzen, ohne die grundsätzliche Zubereitungsart zu verändern.
Woher die verwendeten Begriffe stammen
Der Name Cà Phê Sữa Đá setzt sich aus den vietnamesischen Wörtern für Kaffee, Milch und Eis zusammen und beschreibt damit unmittelbar die drei Grundzutaten des Originalgetränks. Bei der Matcha-Variante hat sich international noch kein einheitlicher eigener Name durchgesetzt; je nach Quelle ist von Vietnamese Matcha, Matcha Sua Da oder schlicht Iced Matcha mit Kondensmilch die Rede. Diese uneinheitliche Bezeichnung zeigt, dass es sich um eine noch relativ junge, von Rezeptportalen und einzelnen Cafés entwickelte Abwandlung eines etablierten Klassikers handelt, nicht um ein traditionelles, über Generationen weitergegebenes Rezept mit einem festen eigenen Namen.
Ähnliche Getränke aus anderen Ländern
Das Grundprinzip, ein bitteres Heißgetränk mit gezuckerter Kondensmilch zu kombinieren, findet sich nicht nur in Vietnam, sondern in ähnlicher Form auch in anderen südostasiatischen Ländern, etwa bei bestimmten Tee-Zubereitungen in Thailand oder Malaysia, wo Kondensmilch ebenfalls historisch als praktischer Ersatz für frische Milch diente. Die Matcha-Variante mit Kondensmilch lässt sich damit als eine von mehreren möglichen Kombinationen aus einem bitteren Grundgetränk und einer süßen, haltbaren Milchform verstehen, die in unterschiedlichen Regionen unabhängig voneinander aus ganz ähnlichen praktischen Gründen entstanden sind, bevor sie in den vergangenen Jahren über Rezeptportale weltweit bekannt wurden.
Tipps für ein gleichmäßiges Ergebnis
Für ein gleichmäßiges Glas lohnt es sich, die Kondensmilch vor dem Verquirlen kurz auf Zimmertemperatur kommen zu lassen, da sie direkt aus dem Kühlschrank zäher ist und sich schwerer mit dem Matcha-Pulver verbindet. Ein kleiner Schneebesen oder ein Milchaufschäumer erleichtert es, das Pulver gleichmäßiger einzuarbeiten als ein einfacher Löffel, besonders wenn nur wenig Flüssigkeit zum Anrühren zur Verfügung steht. Wird das Pulver zunächst mit ein bis zwei Esslöffeln warmem Wasser zu einer glatten Paste verrührt, bevor die Kondensmilch dazukommt, lassen sich Klümpchen leichter vermeiden als beim direkten Vermischen aller Zutaten auf einmal. Für die Optik lohnt sich außerdem, das fertige Getränk erst kurz vor dem Servieren zu verrühren: Schichtet man Matcha-Kondensmilch, Kaffee und Eis vorsichtig übereinander, entsteht ein sichtbarer Farbverlauf im Glas, der sich erst beim Trinken oder mit einem langen Löffel vollständig vermischt. Wer das Getränk fotografieren möchte, sollte diesen Schritt entsprechend an den Schluss der Zubereitung legen.
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