Hojicha und Genmaicha stehen auf der Bremse
Weil japanische Bauern ihre Felder auf Tencha umstellen, fehlt der Rohstoff für günstige Alltagstees. Das Kyotoer Traditionshaus Ippodo begrenzt seit dem 1. März 2026 den Verkauf von Hojicha und Genmaicha.
Was Ippodo angekündigt hat
Das 1717 gegründete Teehaus Ippodo aus Kyoto hat am 19. Februar 2026 mitgeteilt, dass es den Verkauf mehrerer Tees ab dem 1. März 2026 begrenzt. Betroffen sind Erzeugnisse auf Bancha-Basis: Gokujo Hojicha, Gokujo Genmaicha, Kuki Hojicha und Wakayanagi in den Gebinden zu 200 und 100 Gramm, dazu Beuteltees und Hojiko. Als Grund nennt das Haus in seiner Mitteilung ausdrücklich die weltweit stark gewachsene Nachfrage nach Matcha. Viele Bauern hätten Felder auf beschattete Pflanzen umgestellt, um Tencha zu erzeugen, das Ausgangsblatt für Matcha. Dadurch sei die Erzeugung anderer japanischer Teesorten zurückgegangen. Der Schritt ist damit keine Preisrunde, sondern eine Mengenbegrenzung aus Rohstoffmangel. Auch der Ableger für die USA und Kanada weist auf die begrenzte Verfügbarkeit der Bancha-Tees hin.
Das Preisgefälle erklärt die Verschiebung
Warum Bauern umstellen, zeigt ein Blick auf die Erzeugerpreise in Kyoto, die Ippodo in derselben Mitteilung nennt. Maschinell geerntetes Tencha erzielte im Schnitt 14.141 Yen je Kilogramm. Gyokuro kam auf 8.447 Yen, Sencha auf 4.482 Yen, Bancha auf 1.225 Yen. Zwischen dem Blatt für Matcha und dem Blatt für den einfachen Alltagstee liegt damit mehr als das Elffache. Wer eine Fläche umwidmen kann, tut es unter diesen Vorzeichen. Die Folge ist eine Verschiebung im gesamten Sortiment: Der Rohstoff wandert dorthin, wo er am meisten einbringt, und am unteren Ende des Marktes entsteht eine Lücke. Ippodo selbst rechnet damit, dass sich die Lage mit der Zeit entspannt und die Preise 2026 eher auf dem Niveau des Vorjahres bleiben.
Was das für den Markt in Europa heißt
Für Kundinnen und Kunden in Europa ist die Nachricht vor allem ein Hinweis darauf, wie eng der japanische Markt inzwischen ist. Wenn ein Haus mit dreihundert Jahren Geschichte den Verkauf einfacher Tees begrenzt, ist das kein kurzfristiger Ausreißer, sondern die Folge einer Verschiebung, die seit Jahren läuft. Neue Teefelder brauchen mehrere Jahre bis zur vollen Ernte, eine schnelle Entspannung ist also nicht zu erwarten. Wer regelmäßig Matcha trinkt, sollte deshalb weniger auf einzelne Angebote schauen und mehr darauf, ob eine Bezugsquelle dauerhaft liefern kann. Unsere Dose kostet unverändert 25,00 Euro für 30 Gramm, also 833,33 Euro je Kilogramm, und wird laufend nachbestellt. Das Sortiment steht unter matchashock.de/shop.



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