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Kaffee, Kleidung und Matcha: Uniqlo baut eigene Cafés in Flagship-Stores
Der japanische Modekonzern Uniqlo betreibt in mehreren Flagship-Stores eigene Cafés unter dem Namen Uniqlo Coffee. Neben Kaffeespezialitäten stehen dort auch Matcha-Getränke auf der Karte. Das Konzept begann in Tokio und wurde inzwischen in weitere Städte übertragen, darunter New York.
Ein Café mitten im Modehaus
Uniqlo Coffee ist kein eigenständiges Café-Konzept, sondern ein integrierter Bereich innerhalb ausgewählter Uniqlo-Flagship-Stores. Kunden können dort während des Einkaufs eine Pause einlegen, Kaffee oder Matcha trinken und kleine Gebäckstücke essen. Der Gedanke dahinter: Wer länger im Laden bleibt, kauft eher etwas. Uniqlo nennt das selbst ein Ziel, das Einkaufserlebnis zu verlängern und den Store zu einem Ort zu machen, an dem man sich aufhält, statt nur schnell einzukaufen und wieder zu gehen. Das Café ist dabei meist so platziert, dass Kunden auf dem Weg durch die Etagen zwangsläufig daran vorbeikommen. Dieses Prinzip, Gastronomie und Einzelhandel in einem Store zu verbinden, ist in Japan schon länger verbreitet und wird von Uniqlo nun gezielt auf internationale Flagship-Standorte übertragen.
Der Ursprung in Tokio
Das erste Uniqlo Coffee eröffnete im Zuge einer Renovierung der Flagship-Filiale in Ginza, Tokio, einem zwölfstöckigen Gebäude, das zugleich einer der größten Uniqlo-Standorte weltweit ist. Auf der obersten Etage wird dort neben der eigenen Kaffeeröstung auch Geisha-Kaffee angeboten, eine seltene äthiopische Bohnensorte, die sonst meist deutlich teurer gehandelt wird. Matcha-Latte gehört seit dem Start zur festen Getränkeauswahl, kalt wie warm, ergänzt um Gebäck des bekannten Tokioter Konditors Ginza West, der eigens für das Café Kekse und andere Süßigkeiten beisteuert. Besucherberichte beschreiben den Eis-Matcha-Latte am Standort regelmäßig als besonders cremig und aromatisch.
Der Sprung nach New York
Am 28. März 2025 eröffnete Uniqlo Coffee in der Flagship-Filiale an der Fifth Avenue in New York. Dort bietet das Café Kaffeesorten wie den Uniqlo Blend Roast und einen äthiopischen Röstkaffee an, ergänzt durch Matcha-Getränke in heißer und kalter Zubereitung. Die Preise bewegen sich zwischen 3,95 und 7,45 US-Dollar, geöffnet ist das Café täglich von 11 bis 20 Uhr. Für den New Yorker Standort wurde die zweite Etage umgebaut und um zusätzliche Services wie eine Anpassungsstation für individuelle Prints sowie eine Abholstation für online bestellte Ware erweitert. Damit ist das Café Teil eines größeren Umbaus, der den gesamten Store stärker als Erlebnisort positionieren soll. Die Fifth-Avenue-Filiale gehört zu den bekanntesten Uniqlo-Standorten in den USA und wird entsprechend stark von Touristen und Pendlern frequentiert, was den Standort für ein solches Pilotprojekt besonders geeignet macht.
Strategie hinter dem Konzept
Nicolas Cessot, Marketingleiter für Uniqlo Americas, beschreibt das Ziel so, dass das Kaffeekonzept aus Japan nach New York gebracht werden sollte, um das Einkaufserlebnis zu verbessern. Der Store soll damit weniger wie ein reiner Kleidungsladen wirken und mehr wie ein Ort, an dem Kunden Zeit verbringen. Matcha spielt dabei eine sichtbare Rolle, weil das Getränk über Plattformen wie TikTok international stark nachgefragt wird und eine junge Zielgruppe anspricht, die Uniqlo auch als Modemarke erreichen möchte. Die Verbindung aus Mode und Getränkeangebot ist Teil eines größeren Trends im Einzelhandel, bei dem klassische Ladenkonzepte um gastronomische Elemente erweitert werden, um die Verweildauer der Kunden zu erhöhen. Uniqlo folgt damit einer Logik, die auch andere große Modehäuser zunehmend verfolgen: Der Store wird nicht mehr nur als Verkaufsfläche verstanden, sondern als Ort für ein umfassenderes Markenerlebnis, bei dem Essen und Trinken bewusst Teil der Aufenthaltsdauer werden.
Wie das Angebot bei Kunden ankommt
Berichte von Besuchern beschreiben vor allem den Eisgetränk-Matcha-Latte als beliebten Verkaufsschlager, dazu Gebäck von externen Partnern wie dem Konditor Ginza West am Tokioter Standort. Die niedrigen Preise im Vergleich zu spezialisierten Café-Ketten werden dabei häufig als Vorteil genannt, ebenso die Möglichkeit, Kaffee oder Matcha direkt beim Einkaufsbummel mitzunehmen, statt eigens ein separates Café aufsuchen zu müssen. Manche Besucher berichten auch von einem eigenen Matcha-Donut am Standort, der als überraschend gelungen beschrieben wird, mit einer Glasur, die nicht zu süß ausfällt.
Weitere Standorte in Planung
Ob das Konzept auch in Europa ausgerollt wird, ist derzeit nicht bestätigt, weitere nordamerikanische Standorte sind laut Uniqlo aber in Planung. Der schrittweise Ausbau folgt dabei einem Muster, das Uniqlo bereits bei anderen Store-Konzepten verfolgt hat: Ein Format wird zunächst an einem einzelnen Flagship-Standort getestet, bevor es je nach Erfolg auf weitere große Städte übertragen wird. Sollte sich das New Yorker Café bewähren, ist mit weiteren Eröffnungen an vergleichbaren Standorten in Nordamerika zu rechnen. Für Uniqlo, das seine Flagship-Stores traditionell in besonders belebten Einkaufslagen platziert, würde ein Ausbau des Café-Konzepts vor allem bedeuten, dass Matcha und Kaffee dauerhaft ein sichtbarer Teil der Markenerfahrung bleiben, unabhängig davon, welche Kollektion gerade im Vordergrund steht.
Geisha-Kaffee als Kontrastangebot
Neben Matcha ist der Geisha-Kaffee am Tokioter Standort ein weiteres Beispiel dafür, wie Uniqlo Coffee versucht, sich von austauschbaren Filialcafés abzuheben. Geisha ist eine seltene Kaffeebohnensorte mit Ursprung in Äthiopien, die vor allem in Panama zu Weltruhm gelangte und dort zu den teuersten Kaffeesorten überhaupt zählt. Dass Uniqlo diese Sorte zu einem vergleichsweise günstigen Preis anbietet, wird von Besuchern regelmäßig als besonderes Detail hervorgehoben und trägt zur Wahrnehmung bei, dass das Café mehr bietet als ein gewöhnliches Ladencafé.
Matcha als Teil größerer Handelsstrategien
Uniqlo ist nicht das einzige Unternehmen außerhalb der Gastronomie, das Matcha in sein Kundenerlebnis integriert. Auch andere große Handelsketten setzen zunehmend auf Getränkeangebote, um Kunden länger im Laden zu halten. Matcha eignet sich dafür besonders gut, weil es sich optisch und geschmacklich klar von klassischem Kaffee abhebt und bei jüngeren Zielgruppen als zeitgemäß gilt. Für Handelsunternehmen ist ein solches Café zudem eine vergleichsweise kostengünstige Möglichkeit, das eigene Markenbild aufzuwerten, ohne ein komplettes Gastronomiekonzept aufbauen zu müssen. Ein kleiner Getränkebereich mit wenigen, klar kuratierten Angeboten reicht oft aus, um den gewünschten Effekt zu erzielen.
Was das für Matcha-Fans bedeutet
Für Konsumenten zeigt das Beispiel Uniqlo Coffee, wie stark sich Matcha aus der reinen Teekultur gelöst hat und heute in völlig fachfremden Branchen auftaucht, von der Modebranche bis zum Einzelhandel allgemein. Wer das Getränk nicht nur im Store, sondern regelmäßig zuhause trinken möchte, sollte auf die Herkunft und Verarbeitung des Pulvers achten, denn davon hängt ab, wie mild oder herb der Geschmack am Ende ausfällt. Ein fein vermahlenes Pulver aus kontrollierter Herkunft lässt sich außerdem leichter zu einem cremigen Latte aufschlagen, wie ihn viele Besucher der Uniqlo-Cafés als besonders angenehm beschreiben.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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