Backen
Matcha-Weihnachtsplätzchen zum Ausstechen: Grundrezept und Formen
Matcha-Ausstechplätzchen sind ein Mürbeteig aus 300 g Mehl, 200 g kalter Butter, 100 g Zucker, einem Ei und 10 g Matcha, ausgerollt auf 4 mm, mit beliebigen Formen ausgestochen und bei 175 °C 8 bis 10 Minuten gebacken. Von allen Rezepten in dieser Reihe ist dieses Grundrezept am neutralsten – ohne dominante Gewürze wie Zimt oder Nelke kommt der Matcha-Geschmack hier am klarsten durch, und die Farbe bleibt kräftig grün.
Ausstechplätzchen als eigene Tradition
Die Plätzchenbäckerei mit Ausstechformen entwickelte sich in Deutschland ab dem 18. Jahrhundert parallel zur Verbreitung von Kaffee, Tee und Kakao in bürgerlichen Haushalten. Aufwendig geformtes Gebäck wie die Springerle-Plätzchen war zunächst ein Luxusgut wohlhabender Schichten, da Zucker und importierte Gewürze teuer waren. Erst die kostengünstige Zuckergewinnung aus Zuckerrüben im 19. Jahrhundert machte Plätzchenbacken auch einfachen Haushalten zugänglich. Historische Ausstechformen aus Metall, Holz oder Ton sind noch heute in Museumssammlungen erhalten, etwa Pfefferkuchenformen aus der Zeit um 1900. Die erste patentierte Ausstechform mit mehreren Motiven auf einer Metallplatte stammt aus den USA und wurde 1875 von Alexander P. Ashbourne entwickelt. Heutige Ausstechformen bestehen meist aus Edelstahl, Aluminium oder Kunststoff. Besonders aufwendige Model wie die für Springerle-Gebäck sind bis heute meist aus Holz oder Kunstharz gefertigt, weil nur diese Materialien feine Bildmotive scharf genug abformen; einfache geometrische Ausstechformen dagegen bestehen fast durchgehend aus Metall oder Kunststoff. Museumssammlungen zeigen, dass viele historische Formen aus dem 18. und 19. Jahrhundert bis heute erhalten sind, was auf eine über Generationen sorgsam weitervererbte Backtradition schließen lässt.
Warum dieses Rezept der beste Matcha-Kandidat ist
Anders als Lebkuchen, Spekulatius oder Zimtsterne enthält ein einfacher Ausstechteig keine starken Gewürze, die mit Matcha konkurrieren – nur Mehl, Butter, Zucker und Ei. Das bedeutet: Matcha kann hier seinen eigenen Geschmack entfalten, ohne gegen Zimt, Nelke oder Kardamom anzukommen. Auch farblich funktioniert das Rezept gut, weil kein dunkler Honig oder braune Gewürze die grüne Farbe abschwächen – die Plätzchen werden kräftig grün und bleiben es auch nach dem Backen weitgehend. Wer ein Ausstechrezept sucht, bei dem Matcha wirklich der Hauptgeschmack ist und nicht nur eine Farbnote, ist mit diesem Grundteig am besten bedient.
Zutaten für etwa 40 Plätzchen
300 g Weizenmehl Type 405, 200 g kalte Butter in Stücken, 100 g Zucker, 1 Ei, 10 g Matcha (etwa 1,5 gehäufte TL), 1 Prise Salz, Mehl zum Ausrollen. Für die Verzierung optional: 150 g Puderzucker mit 2–3 EL Zitronensaft oder Wasser für eine weiße Zuckerglasur als Kontrast zum grünen Teig. Zimmerwarme Butter lässt sich außerdem gleichmäßiger mit den übrigen Zutaten verbinden als kalte Butter direkt aus dem Kühlschrank, sofern sie für den ersten Arbeitsschritt in Stücken vorbereitet und nicht zu lange stehen gelassen wird.
Zubereitung Schritt für Schritt
Mehl, Matcha und Salz in einer Schüssel vermischen und sieben, damit sich das Pulver gleichmäßig verteilt. Kalte Butter in Stücken zugeben und mit den Fingerspitzen oder den Knethaken zu Streuseln verarbeiten. Zucker und Ei zugeben und zügig zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig zu einer flachen Scheibe formen, in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kühl stellen. Auf einer bemehlten Fläche etwa 4 mm dick ausrollen und mit Ausstechformen nach Wahl ausstechen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen, dabei etwas Abstand zwischen den Plätzchen lassen. Bei 175 °C Ober-/Unterhitze (155 °C Umluft) im vorgeheizten Ofen 8 bis 10 Minuten backen, bis die Ränder gerade fest werden – die Farbe verändert sich wegen des Matcha kaum, deshalb ist die Zeit hier wichtiger als die Bräunung als Signal. Vollständig auskühlen lassen, erst dann verzieren. Wer den Teig zwischen zwei Bögen Backpapier statt auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollt, braucht kein zusätzliches Mehl, das sonst die Textur trockener macht, und kann den ausgerollten Teig zwischen den Papierbögen sogar liegend im Kühlschrank zwischenlagern, falls die Küche zu warm ist.
Formen und Verzierung
Da die Plätzchen selbst schon kräftig grün sind, kommt eine schlichte weiße Zuckerglasur oder eine dünne Schicht Puderzucker als Kontrast am besten zur Geltung – aufwendige bunte Verzierungen konkurrieren optisch mit der Grundfarbe. Sterne, Halbmonde, Tannenbäume oder Herzen funktionieren alle gleich gut, da der Teig fest genug ist, um Details zu halten, ohne beim Backen stark zu verlaufen. Für gleichmäßiges Backen Plätzchen ähnlicher Größe gemeinsam auf ein Blech legen, da kleinere Formen schneller fertig sind als große. Für feine Linien und Konturen eignet sich ein kleiner Spritzbeutel mit sehr kleiner Lochtülle besser als ein Löffel oder Pinsel, weil sich die Zuckerglasur damit gezielter auftragen lässt, etwa für Schneeflocken-Muster oder Schriftzüge. Die Glasur sollte vor dem Verpacken der Plätzchen vollständig durchgetrocknet sein, das dauert je nach Konsistenz und Raumluft 2 bis 6 Stunden.
Aufbewahrung
Unverzierte Plätzchen halten sich in einer luftdichten Dose 3 bis 4 Wochen. Mit Zuckerglasur verzierte Plätzchen sollten in einer einzigen Schicht oder mit Backpapier zwischen den Lagen aufbewahrt werden, damit die Glasur nicht aneinanderklebt. Roher Teig lässt sich bis zu 3 Tage im Kühlschrank oder mehrere Wochen eingefroren lagern. Wer mehrere Motive gleichzeitig ausgestochen hat, sollte dünnere Formen wie Sterne getrennt von dickeren Formen wie Tannenbäumen backen, da dünnere Plätzchen schneller fertig sind und sonst entweder zu hell oder die dickeren zu dunkel werden.
Zutaten ersetzen und Varianten
Für einen nussigeren Teig lassen sich 50 g des Mehls durch gemahlene Mandeln ersetzen, der Teig wird dadurch etwas mürber und muss vorsichtiger vom Blech gelöst werden. Wer eine mildere Matcha-Note möchte, reduziert die Menge auf 6 g, für eine kräftigere Farbe und Geschmack erhöht sie auf bis zu 14 g – bei mehr als 14 g wird der Teig spürbar bitter. Statt eines Eis funktioniert bei diesem einfachen Mürbeteig auch 2 EL Milch als Bindemittel, das Ergebnis wird dann etwas weniger reichhaltig. Für eine besonders knackige Zuckerglasur ersetzt du das Wasser durch Eiweiß, die Glasur trocknet dann glänzender und härter aus.
Typische Fehler beim Ausstechen
Der häufigste Fehler ist, den Teig vor dem Ausrollen nicht ausreichend zu kühlen – warmer Teig klebt an Nudelholz und Ausstechform und lässt sich schlecht von der Arbeitsfläche lösen. Mindestens 1 Stunde Kühlzeit ist Pflicht, bei Zeitdruck reichen notfalls 30 Minuten im Gefrierfach. Wird zu viel Mehl beim Ausrollen verwendet, wird der Teig trocken und die Plätzchen brechen nach dem Backen leichter. Ausstechformen sollten zügig und mit geradem Druck ohne Drehen eingesetzt werden, ein Verdrehen verzieht die Kanten und die Form wird beim Backen ungleichmäßig.
Servieren und gemeinsam Backen
Dieses Grundrezept eignet sich gut zum gemeinsamen Backen mit Kindern, weil der Teig fest genug ist, um auch bei mehrfachem Ausrollen der Reste noch saubere Formen zu ergeben, und weil keine Zutaten enthalten sind, die besondere Vorsicht erfordern. Mit weißer Zuckerglasur, Zuckerstreuseln oder Kokosraspeln verziert wirken die grünen Plätzchen zusätzlich winterlich, ganz ohne Lebensmittelfarbe. Für einen gemischten Plätzchenteller ergänzt dieses milde, klar nach Matcha schmeckende Gebäck die kräftiger gewürzten Sorten wie Lebkuchen oder Spekulatius gut, weil es geschmacklich einen ruhigen Gegenpol bildet. Auch als kleines Mitbringsel für den letzten Schultag vor den Ferien oder für eine Nachbarschaftsrunde eignen sich diese Plätzchen gut, weil sie sich schnell in großer Zahl herstellen lassen und der Teig ergiebig ist.
Der Matcha für dieses Rezept
10 g Matcha pro Rezept bedeutet: Eine 30-g-Dose MATCHASHOCK Bio-Matcha reicht für drei Backdurchgänge. Das Pulver stammt aus biologischem Anbau, ist über die Kontrollstelle DE-ÖKO-006 zertifiziert (Kennzeichnung CN-BIO-141) und im Labor auf Rückstände geprüft. Eine Dose kostet 25,00 € (Grundpreis 833,33 € pro Kilogramm), Versand innerhalb Deutschlands ist kostenlos und dauert 1 bis 2 Werktage.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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