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Trends

Warum Matcha 2025 so gefragt war wie nie

2025 und 2026 kletterten die Preise für Tencha, das Ausgangsblatt von Matcha, bei den großen Auktionen in Uji und Kyoto auf neue Rekorde. Das ist vor allem eine Wachstumsgeschichte: Die weltweite Nachfrage nach Matcha ist in wenigen Jahren stark gestiegen, schneller als die traditionelle Ernte zulegen konnte. Wie dieser Marktvorgang zustande kam, erklärt dieser Text mit Zahlen aus den Auktionsdaten.

Was an den Auktionen tatsächlich passiert ist

Bei der ersten großen Teeauktion 2025 im Vertriebszentrum von JA Zen-Noh Kyoto in Joyo lag der Durchschnittspreis bei rund 9.058 Yen pro Kilogramm, ein Anstieg von 184,8 Prozent gegenüber 2024 und von 225,8 Prozent gegenüber 2023. Ein Jahr später, bei der ersten Auktion 2026 im Uji-Teezentrum, kletterte der Durchschnittspreis für maschinell geernteten Tencha auf 13.972 Yen pro Kilogramm, umgerechnet rund 81 Euro, und damit erneut etwa das 1,7-Fache des Vorjahres. Insgesamt wechselten bei dieser Auktion rund 25 Tonnen Tee in 375 Chargen den Besitzer, geprüft von etwa 100 Händlern aus rund 50 Unternehmen. Diese Zahlen zeigen ein Marktsegment, das binnen kurzer Zeit sehr viel mehr Aufmerksamkeit und Nachfrage bekommen hat, als es noch vor wenigen Jahren gewohnt war. Zum Vergleich: Vor dem aktuellen Anstieg lag der bisherige Rekordpreis bei rund 4.862 Yen pro Kilogramm aus dem Jahr 2016, ein Wert, der von den Auktionen 2025 und 2026 klar übertroffen wurde. Solche Auktionen bilden dabei nicht den gesamten Matcha-Markt ab, sondern den Handel mit einer begrenzten Zahl besonders hochwertiger Chargen, um die konkurrierende Käufer bieten.

Warum die Nachfrage so schnell gewachsen ist

Der Haupttreiber ist eine weltweit gewachsene Beliebtheit von Matcha, die sich in klaren Zahlen niederschlägt: Analysten beziffern den globalen Matcha-Markt für 2024 auf rund 478,8 Millionen US-Dollar und erwarten bis 2030 einen Anstieg auf etwa 762,6 Millionen US-Dollar. Im Einzelhandel legten die Umsätze mit Matcha in nur drei Jahren um rund 86 Prozent zu. Diese Entwicklung ist im Kern eine gute Nachricht für alle, die mit Matcha arbeiten: ein wachsender Markt, mehr Auswahl für Kundinnen und Kunden, mehr Betriebe, die sich mit dem Produkt beschäftigen. Für die Auktionsdaten aus Uji und Kyoto bedeutet dieses Wachstum vor allem eines: Es treffen deutlich mehr Käufer auf eine Ernte, die sich nicht im gleichen Tempo ausweiten lässt wie die Nachfrage.

Warum die Ernte nicht einfach mitwächst

Matcha macht nach Branchenschätzungen rund sieben Prozent der gesamten japanischen Teeernte aus, der weit überwiegende Teil des Anbaus geht in andere Teesorten. Neue Sträucher brauchen zudem rund fünf Jahre, bevor sie zum ersten Mal für Tencha geerntet werden können, was bedeutet, dass sich Anbauflächen nicht kurzfristig erweitern lassen, selbst wenn die Nachfrage plötzlich steigt. 2025 kam hinzu, dass ungewöhnlich kühles Frühjahrswetter zwar für eine gute Geschmacksqualität sorgte, gleichzeitig aber die Erntemenge senkte: Bis zum 15. Mai wurden in Kyoto rund 51.883 Kilogramm gehandelt, elf Prozent weniger als im Vorjahr zum gleichen Stichtag mit 58.263 Kilogramm. Diese Kombination aus langsamem Flächenwachstum und einem wetterbedingt schwächeren Jahrgang erklärt, warum das Angebot mit der Nachfrage nicht Schritt halten konnte.

Ein Marktvorgang, kein Alarmsignal

Steigende Auktionspreise für Tencha aus Uji und Kyoto sind zunächst ein ganz normaler Marktvorgang: Wenn viele Käufer auf ein begrenztes, langsam wachsendes Angebot treffen, steigt der Preis, bis sich Angebot und Nachfrage wieder einpendeln. Genau das lässt sich seit 2024 in den Auktionsdaten beobachten, ohne dass daraus folgt, gute Matcha-Qualität sei grundsätzlich knapp oder schwer zu bekommen. Die Auktionen in Uji und Kyoto bilden vor allem den Handel mit den obersten Chargen ab, die stark nachgefragt und medial sichtbar sind. Für die breite Versorgung mit Matcha-Pulver im Handel, wie es in Cafés, im Fachhandel oder im eigenen Vorratsschrank landet, sagen einzelne Rekordpreise einer Auktion für sich genommen wenig aus.

Wie Fachhändler auf die Entwicklung reagiert haben

Berichte aus dem Fachhandel zeigen, dass etablierte japanische Teehäuser 2024 bei einzelnen, besonders gefragten Spitzensorten zeitweise Bestellmengen begrenzten, während westliche Fachhändler von hoher Nachfrage und großem Medieninteresse an ihren Sortimenten berichteten. Das ist die Reaktion eines Marktes, der schnell wächst und sich neu ordnet, nicht der Beleg für eine grundsätzliche Verknappung von gutem Matcha. Anbieter, Erzeugerinnen und Erzeuger sowie Handelsstufen passen sich an eine gestiegene Aufmerksamkeit an, unter anderem indem sie ihre Kapazitäten ausbauen, neue Anbauflächen vorbereiten oder ihr Sortiment breiter aufstellen. Ein wachsender Markt zieht auf diese Weise mit der Zeit auch ein wachsendes, stabileres Angebot nach sich. Das ist ein gewöhnlicher Ablauf in landwirtschaftlichen Märkten, die auf eine plötzlich gestiegene Nachfrage reagieren: Erst zieht der Preis für die knappsten Spitzenposten an, dann folgen mit einigem Abstand neue Flächen, neue Verarbeitungskapazität und ein breiteres Angebot, das die Lage insgesamt entspannt.

Was das für den eigenen Matcha-Kauf bedeutet

Für alle, die Matcha regelmäßig verwenden, ändert dieser Marktvorgang wenig am Alltag. Wer auf eine mittlere, im Handel etablierte Qualitätsstufe setzt statt auf die seltensten, bei Auktionen versteigerten Spitzenchargen, bewegt sich in einem Marktsegment, das von den Rekordpreisen einzelner Wettbewerbslose kaum berührt wird. Bei MATCHASHOCK bleibt die Versorgung mit fein steingemahlenem Bio-Matcha aus erster Ernte deshalb ohne Schwankungen: eine 30-Gramm-Dose reicht für rund 15 Zubereitungen, laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide, ohne Zusätze. Wer Matcha kauft, kauft damit ein Produkt aus einem Markt, der wächst, nicht aus einem Markt, dem die Ware ausgeht.

Der Blick nach vorn

Mittelfristig sprechen die verfügbaren Zahlen für eine Entspannung der Auktionspreise, sobald neu angelegte Anbauflächen ihre erste Ernte liefern und sich die Nachfragekurve nach dem schnellen Anstieg der letzten Jahre glättet. Bis dahin bleiben Rekordmeldungen von einzelnen Auktionen ein Zeichen für Aufmerksamkeit und Wachstum, nicht für einen drohenden Engpass an gutem Matcha im Handel. Wer die Entwicklung einordnen will, tut gut daran, zwischen dem engen Markt der besten Wettbewerbschargen und der breiten, stabilen Versorgung mit hochwertigem Matcha-Pulver zu unterscheiden. Beide Ebenen existieren gleichzeitig, aber nur die erste macht Schlagzeilen. Wie sich der Preis einer haushaltsüblichen Matcha-Dose zusammensetzt und woran sich ein faires Angebot erkennen lässt, steht ausführlich im Wissensartikel „Matcha-Preise prüfen: woran du ein echtes Angebot erkennst“, einen Vergleich zweier Dosen rechnet der Artikel „Matcha-Preis pro Gramm: zwei Dosen ehrlich vergleichen“ vor. Was der Regionsname auf einer Dose eigentlich bedeutet und was nicht, erklärt „Uji-Matcha: was der Regionsname auf der Dose bedeutet“.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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