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Matcha-Vanillekipferl backen: das Rezept mit Mandeln und grünem Tee
Matcha-Vanillekipferl bestehen aus 200 g Mehl, 150 g kalter Butter, 70 g gemahlenen Mandeln, 70 g Puderzucker, 8 g Matcha und einem Eigelb, geformt zu kleinen Halbmonden und bei 170 °C 12 bis 14 Minuten gebacken, danach warm in Vanille-Puderzucker gewälzt. Anders als bei Lebkuchen oder Spekulatius ist die Grundlage hier mild – Butter, Mandeln und Vanille dominieren nicht so stark, dass Matcha untergeht. Das macht Vanillekipferl zu einem der Rezepte, bei denen die Matcha-Note tatsächlich ankommt.
Woher Vanillekipferl kommen
Vanillekipferl stammen aus Wien und verbreiteten sich von dort über das gesamte Gebiet der ehemaligen österreichisch-ungarischen Monarchie – sie sind heute in Österreich, Deutschland (mit einer eigenen Ausprägung in Nördlingen, Bayern), Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Südtirol und Rumänien als Weihnachtsgebäck verbreitet. Der Legende nach wurde die Halbmondform 1683 geprägt, um an den Sieg über die osmanischen Truppen vor Wien zu erinnern – der Halbmond war Symbol auf der osmanischen Flagge. Diese Herkunftsgeschichte wird in den Quellen selbst ausdrücklich als Legende bezeichnet, nicht als belegte Tatsache; sie lässt sich nicht mit Primärquellen aus dem 17. Jahrhundert stützen. Sicher belegt ist dagegen die Zutatenliste: ein Mürbeteig aus Mehl, Butter, Zucker und gemahlenen Mandeln oder Walnüssen, oft mit Eigelb, gewälzt in Vanillezucker. In manchen Regionen werden die Kipferl auch als „Nusshörnchen" bezeichnet, wenn sie überwiegend aus Haselnüssen statt Mandeln bestehen; die Grundform und Zubereitung bleiben dabei gleich. Die bayerische Stadt Nördlingen führt die Kipferl bis heute als eigene lokale Spezialität, was zeigt, dass sich das Gebäck über die Grenzen des früheren Kaiserreichs hinaus als feste weihnachtliche Tradition etabliert hat.
Wo Matcha zum Vanillekipferl passt
Vanillekipferl sind eines der wenigen Rezepte in dieser Reihe, bei denen Matcha tatsächlich als eigener Geschmack ankommt, statt untergemischt zu werden. Butter, Mandeln, etwas Zucker und Vanille sind mild genug, dass die leicht bittere, grasige Matcha-Note klar herausschmeckt, statt von starken Gewürzen überdeckt zu werden. Was sich trotzdem ändert: Traditionelle Vanillekipferl sind hell, fast weiß nach dem Wälzen im Puderzucker. Mit Matcha im Teig werden sie innen grün, außen mit weißem Zuckerrand – optisch ist das klar erkennbar eine Variante, kein Original mehr. Geschmacklich bleibt die Kipferl-Identität aber erhalten: Es schmeckt nach Mandel, Butter, Vanille und eben zusätzlich nach Matcha, nicht nach etwas völlig anderem.
Zutaten für etwa 30 Kipferl
200 g Weizenmehl Type 405, 150 g kalte Butter in Stücken, 70 g gemahlene Mandeln (ersatzweise Haselnüsse oder Walnüsse), 70 g Puderzucker, 1 Eigelb, 8 g Matcha (1 gehäufter TL), eine Prise Salz. Für die Vanille-Zucker-Hülle: 80 g Puderzucker vermischt mit dem Mark einer Vanilleschote oder 1 Päckchen Vanillezucker (8 g). Bei den Mandeln lohnt sich der Griff zu fein gemahlener, ungeschälter Ware für mehr Eigengeschmack; geschälte Mandeln schmecken milder und heller, liefern aber weniger von der leicht bitteren Note, die gut mit Matcha harmoniert. Bei der Vanille macht echtes Vanillemark aus der Schote im Vergleich zu Vanillezucker mit künstlichem Aroma einen deutlich wahrnehmbaren Unterschied, gerade weil der übrige Teig so zurückhaltend gewürzt ist.
Zubereitung Schritt für Schritt
Mehl, gemahlene Mandeln, Matcha und Salz in einer Schüssel vermischen. Kalte Butter in Stücken dazugeben und mit den Fingerspitzen zu einer krümeligen Masse verreiben. Puderzucker und Eigelb zugeben und zügig zu einem glatten Teig verkneten – bei Bedarf 1 EL kaltes Wasser zugeben, wenn der Teig zu bröselig ist. Den Teig zu einer Rolle formen, in Folie wickeln und 30 bis 60 Minuten kühl stellen. Von der Teigrolle kleine Stücke von etwa 10 g abschneiden, zwischen den Handflächen zu einer 6 cm langen Rolle formen und zu Halbmonden biegen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Bei 170 °C Ober-/Unterhitze (155 °C Umluft) 12 bis 14 Minuten backen, bis die Spitzen leicht gebräunt sind – die Kipferl selbst bleiben innen hell. Noch warm vorsichtig im Vanille-Puderzucker wälzen.
Warum der Teig kalt bleiben muss
Vanillekipferl-Teig hat einen sehr hohen Butteranteil im Verhältnis zum Mehl, deshalb ist er bei Zimmertemperatur weich und schwer formbar. Kalte Hände und ein gut gekühlter Teig sind hier wichtiger als bei den meisten anderen Plätzchen. Wird der Teig beim Formen zu warm, zerlaufen die Kipferl beim Backen und verlieren ihre Form. Bei Bedarf zwischendurch den Rest des Teigs zurück in den Kühlschrank stellen, während du die bereits geformten Kipferl backst. Bei größeren Mengen empfiehlt es sich, immer nur ein Drittel des Teigs aus dem Kühlschrank zu nehmen und den Rest kalt zu lassen, während die ersten Kipferl geformt werden. So bleibt der Teig durchgehend gut formbar, statt am Ende der Arbeit bereits zu weich und klebrig zu sein.
Aufbewahrung
Vollständig ausgekühlte Vanillekipferl in einer gut schließenden Dose lagern, dort halten sie sich 2 bis 3 Wochen. Die Zuckerhülle zieht mit der Zeit etwas Feuchtigkeit, das ist bei diesem Gebäck normal und ändert nichts am Geschmack. Ungebackener Teig lässt sich bis zu 3 Tage im Kühlschrank oder mehrere Wochen eingefroren aufbewahren. Wer die Kipferl über mehrere Tage verteilt backen möchte, friert den fertig geformten, ungebackenen Teig auf einem Blech vor und füllt die gefrorenen Rohlinge danach in einen Gefrierbeutel; sie lassen sich dann einzeln entnehmen und ohne Auftauen direkt backen, dabei die Backzeit um etwa 2 Minuten verlängern.
Zutaten ersetzen und Varianten
Gemahlene Mandeln lassen sich 1:1 durch gemahlene Haselnüsse oder Walnüsse ersetzen, wie es auch in einigen regionalen Originalrezepten üblich ist – der Teig wird dadurch etwas kerniger im Geschmack. Wer kein Vanillemark zur Hand hat, verwendet ersatzweise 1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker im Wälzzucker; künstliches Vanillin schmeckt man bei diesem einfachen Teig deutlich heraus, deshalb lohnt sich echte Vanille besonders. Für eine glutenreduzierte Variante ersetzt du 50 g des Mehls durch zusätzliche gemahlene Mandeln, der Teig wird dadurch etwas krümeliger und muss vorsichtiger geformt werden. Statt Butter funktioniert auch eine pflanzliche Backmargarine, allerdings mit spürbar weniger Aroma.
Typische Fehler beim Formen
Der häufigste Fehler ist, zu große Portionen abzuschneiden – dicke Kipferl brauchen innen länger, bis sie durchgebacken sind, während die dünnen Spitzen schon verbrennen. 10 g pro Stück ist eine verlässliche Richtgröße für gleichmäßiges Backen. Wird der Teig beim Rollen zwischen den Handflächen zu stark geknetet, erwärmt er sich durch die Handwärme und reißt beim Biegen zur Mondform; kurze, zügige Bewegungen mit kühlen Händen funktionieren besser. Beim Wälzen im Zucker müssen die Kipferl noch handwarm sein, nicht kochend heiß – zu heiße Kipferl lassen den Zucker anschmelzen und klumpen, komplett ausgekühlte Kipferl halten den Zucker dagegen schlechter.
Servieren und Verschenken
Vanillekipferl gehören zu den empfindlicheren Plätzchen dieser Reihe, weil die Zuckerhülle leicht abfärbt – für den Plätzchenteller deshalb möglichst erst kurz vor dem Servieren aus der Dose nehmen und getrennt von feuchteren Gebäcksorten wie Baumkuchenspitzen lagern. Für ein Geschenk eignet sich eine Dose mit einer Lage Backpapier zwischen jeder Schicht, damit die Kipferl nicht aneinander kleben und der Puderzucker nicht abgerieben wird. Kombiniert mit Zimtsternen und Ausstechplätzchen ergeben die milden, mandeligen Kipferl einen guten geschmacklichen Ausgleich zu den kräftiger gewürzten Sorten dieser Reihe. Wer die Kipferl über mehrere Anlässe der Adventszeit verteilt servieren möchte, backt sie am besten portionsweise frisch statt alle auf einmal, da sie in den ersten ein bis zwei Tagen nach dem Backen am aromatischsten sind.
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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