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Jugend & Social Media

Matcha in Study-with-me-Videos: der ruhige Lern-Trend

Wer nach matcha study with me sucht, sucht meist nach Videos, in denen jemand über Stunden beim Lernen gefilmt wird, während im Bild eine Tasse oder ein Glas Matcha steht. Study-with-me-Videos sind ein festes Format auf YouTube und TikTok: Eine Kamera läuft mit, während die Person am Schreibtisch sitzt, schreibt, liest oder tippt, meist ohne Schnitt und ohne gesprochenes Wort. Matcha gehört inzwischen so selbstverständlich zu diesem Bild wie der Laptop oder der Stapel Notizen daneben. Der folgende Text ordnet ein, woher das Format kommt, welchen Platz Matcha darin einnimmt, wie es sich mit verwandten Trends verbindet und was Kritikerinnen und Kritiker an der Ästhetik bemängeln.

Was Study-with-me-Videos zeigen

Das Format ist im Kern denkbar einfach: Eine Kamera filmt eine Person beim Lernen, oft über eine oder mehrere Stunden am Stück, manchmal im Zeitraffer, manchmal in Echtzeit mit eingeblendetem Timer nach der Pomodoro-Methode. Es gibt kaum Schnitte und kaum gesprochene Worte, meist nur leise Musik im Hintergrund oder Umgebungsgeräusche wie das Blättern von Papier. Wie das Portal Studybreaks beschreibt, zeigen die Videos Creator dabei, wie sie ihre Utensilien aufbauen und anfangen zu tippen oder zu schreiben. Zuschauerinnen und Zuschauer nutzen die Videos als eine Art parallele Lerngruppe, die im eigenen Zimmer nebenher läuft, während sie selbst an einer eigenen Aufgabe sitzen. Auf TikTok allein sind laut Studybreaks über 121 Millionen Beiträge unter dem Schlagwort Study Trend gelistet, was die schiere Größe des Formats verdeutlicht. Viele Videos folgen dabei einem festen Ablauf aus Vorbereitung, mehreren Lernblöcken mit kurzen Pausen dazwischen und einem abschließenden Rückblick auf die geschaffte Arbeitsmenge.

Vom Nischenformat zum Massenphänomen

Study-with-me-Videos gab es bereits vor der Corona-Pandemie, vor allem in koreanischen und japanischen Lerncommunities auf YouTube, wo das Format schon Jahre zuvor entstand. Mit den Schulschließungen und dem Wegfall gemeinsamer Lernräume wuchs das Format sprunghaft: Laut Studybreaks erreichte das weltweite Suchinteresse bei Google Trends seinen Höhepunkt im ersten Monat der Pandemie. Seither ist das Format nicht wieder verschwunden, sondern hat sich als feste Größe rund um Semesterstart, Klausurenphasen und den Schulbeginn im Herbst etabliert. Aus einem Nischenformat einzelner Lern-Communities ist damit ein plattformübergreifendes Genre geworden, das inzwischen jedes Jahr zur gleichen Zeit neue Wellen auslöst und sich mit jeder Prüfungsphase erneut in den Empfehlungen vieler Nutzerinnen und Nutzer zeigt. Die Wiederkehr des Formats über mehrere Jahre hinweg unterscheidet es von vielen kurzlebigeren Trends, die nach wenigen Monaten wieder abklingen.

Die Ästhetik des Study Web

Studybreaks bezeichnet das Netzwerk aus Lerninhalten auf YouTube, TikTok, Reddit, Discord und weiteren Plattformen als Study Web. Es hat eine sehr wiedererkennbare Bildsprache entwickelt: Muji-Stifte, Mildliner-Textmarker, aufgeräumte Schreibtische, ein Laptop, sorgfältig arrangierte Blätter und ein Ausschnitt Himmel im Fenster. Die Thumbnails der Videos folgen fast immer dem gleichen ruhigen, hellen Bildaufbau, oft mit warmem, natürlichem Licht und wenigen, aufeinander abgestimmten Farben. In diese Ästhetik fügt sich Matcha nahtlos ein: Die Quelle nennt Matcha-Getränke ausdrücklich als wiederkehrendes Element neben den Schreibutensilien. Das Getränk ist damit Teil einer optischen Formel geworden, die sich über tausende Videos hinweg wiederholt, ähnlich wie bestimmte Notizbuchmarken oder Kopfhörermodelle, die in vielen dieser Videos ebenfalls immer wieder auftauchen.

Warum ausgerechnet Matcha zur festen Requisite wurde

Ein Grund liegt schlicht in der Optik: Matcha hat eine kräftige, gleichmäßige grüne Farbe, die sich klar von neutralen Schreibtischoberflächen und hellen Räumen abhebt und auf Kamera gut sichtbar bleibt, selbst bei den eher gedämpften Lichtverhältnissen vieler Study-with-me-Aufnahmen. In den Videos taucht das Getränk meist in einem durchsichtigen Glas oder einer schlichten Tasse auf, oft direkt neben Notizbuch oder Laptop platziert. Damit ordnet es sich in dieselbe Requisiten-Logik ein wie Kerzen oder Eiskaffee: sichtbare, fotogene Objekte, die den Rahmen einer Szene füllen, ohne von der eigentlichen Handlung abzulenken. Weil das Getränk zudem in kleinen Schritten über eine längere Zeit getrunken werden kann, passt es zeitlich gut zu Videos, die oft eine Stunde oder länger dauern. Wer mehr über die Gestaltung eines ganzen Schreibtisch-Setups mit Matcha wissen möchte, findet dazu Hintergründe im Artikel „Die Matcha-Ecke am Schreibtisch: der Aesthetic-Desk-Trend“.

Die Nähe zu verwandten Trends wie That Girl

Der Study-with-me-Trend steht nicht isoliert, sondern neben verwandten Bewegungen wie dem sogenannten That-Girl-Trend. Laut Wikipedia begann dieser Anfang 2021 auf TikTok, als eine Nutzerin ihre Neujahresvorsätze teilte, mehr Obst und Gemüse zu essen und mehr zu lesen. Von dort verbreitete sich die Ästhetik auf YouTube, Instagram und Pinterest; bis 2022 kamen Videos unter dem Hashtag ThatGirl auf über zwei Milliarden Aufrufe. Beide Trends teilen dieselbe visuelle Sprache aus aufgeräumten Räumen, festen Morgenroutinen und ruhigen Getränken wie Matcha, die als Teil eines strukturierten Tagesablaufs inszeniert werden. Die Wikipedia-Quelle hält zugleich fest, dass Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vor den strengen Routinen dieser Bewegung warnen, weil sie leicht zur Überforderung führen können und vor allem von jungen Menschen ohne zusätzliche familiäre oder berufliche Verpflichtungen vorgelebt werden. Diese kritische Einordnung lässt sich auf das Study-with-me-Format übertragen, das ebenfalls ein sehr aufgeräumtes, kaum je gestörtes Bild des Lernens zeigt.

Kritik an der Kommerzialisierung

Studybreaks zitiert die Journalistin Kaitlyn Tiffany mit Blick auf die verwandte Studyblr-Community: Geld sei längst tief in die Struktur dieser Gemeinschaft eingezogen, und es sei wohl zu spät, es wieder herauszubekommen. Gemeint ist damit, dass aus einer ursprünglich informellen Lerngemeinschaft ein Geschäftsfeld wurde, in dem Creator Abonnements, Merchandise oder gesponserte Inhalte anbieten. Kritisiert wird außerdem, dass das Format eine bestimmte, sehr aufgeräumte Art des Lernens als Norm setzt, die im echten Alltag selten so aussieht, mit vollem Schreibtisch, perfekt sortierten Unterlagen und ungestörten Zeitblöcken. Wer Study-with-me-Videos konsumiert, sieht also eine kuratierte Version des Lernens, nicht zwangsläufig die eigene Realität mit Unterbrechungen, Ablenkungen und weniger aufgeräumten Arbeitsplätzen. Diese Diskrepanz zwischen Video und Alltag wird von Kritikerinnen und Kritikern regelmäßig als Schwachstelle des gesamten Genres benannt.

Wo der Trend heute steht

Auch 2026 taucht das Format zuverlässig zum Schul- und Semesterstart wieder auf und verzahnt sich mit weiteren ruhigen Formaten wie Journaling-Videos. Wer sich für die Verbindung von Matcha mit dem Schreiben in Ritualform interessiert, findet Hintergründe im Artikel „Matcha und Journaling: die ruhige Kombination auf TikTok“. Auffällig ist, dass das Format über die Jahre eher zugenommen als abgeflaut ist, weil es sich leicht mit anderen Trends kombinieren lässt, etwa mit Vorlesungsmitschriften, Sprachenlernen oder der Vorbereitung auf Bewerbungsgespräche. Die feste Bildsprache aus Schreibtisch, Notizen und einem grünen Getränk bleibt dabei über Jahre erstaunlich konstant, auch wenn sich einzelne Details wie Musikauswahl oder Videolänge immer wieder verändern.

Was Zuschauerinnen und Zuschauer selbst berichten

Studybreaks zitiert eine Autorin, die den eigenen Umgang mit dem Format beschreibt: Zu sehen, wie eine andere Person eine Pause einlegt und danach zur Arbeit zurückkehrt, habe ihr ein Vorbild für den eigenen Arbeitsprozess geliefert. Die Videos hätten ihr gezeigt, dass ein produktiver Tag nicht bedeute, die ganze Nacht durchzuarbeiten, sondern in kleinen, wiederkehrenden Abschnitten konzentriert zu bleiben. Diese Beschreibung erklärt, warum das Format über reine Unterhaltung hinaus für einen Teil des Publikums eine praktische Funktion hat: Es liefert ein sichtbares Modell für einen strukturierten Ablauf, den einzelne Zuschauerinnen und Zuschauer für ihre eigene Lernzeit übernehmen. Gerade in Prüfungsphasen, in denen viele Menschen allein zuhause arbeiten, ersetzt das Video ein Stück weit die reale Anwesenheit anderer Lernender in einem Lesesaal oder einer Bibliothek.

Unterschiede zwischen den Plattformen

Auf YouTube dominieren lange, oft ungeschnittene Aufnahmen von einer oder mehreren Stunden, die häufig als Hintergrundgeräusch während der eigenen Arbeit laufen. Auf TikTok haben sich daneben kürzere Ausschnitte etabliert, die einzelne Momente aus einer längeren Lernsession zeigen, etwa den Griff zum Matcha-Glas oder das Umblättern eines vollgeschriebenen Blattes. Diese kürzeren Clips funktionieren eher als Werbung für den eigenen längeren YouTube-Kanal oder als eigenständiger, leicht konsumierbarer Ausschnitt der immer gleichen Ästhetik. Beide Formate greifen auf dieselbe Bildsprache aus Schreibtisch, Notizen und einem grünen Getränk zurück, unterscheiden sich aber in Länge und Zweck deutlich voneinander.

Matcha jenseits der Kamera

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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