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Jugend & Social Media

Matcha Back to School: der Herbst-Trend auf TikTok

Wer nach matcha back to school sucht, stößt auf einen Trend, der nicht als eigener Hashtag entstanden ist, sondern sich aus zwei anderen Bewegungen zusammensetzt: der sogenannten Quarter-Zip-Bewegung und dem Begriff „performative matcha“. Beide drehen sich um denselben Kern: den Wechsel von Kaffee zu Matcha als sichtbares Zeichen für einen aufgeräumten, disziplinierten Lebensstil, der besonders zum Start eines neuen Schuljahres in Schul- und Campus-Content auftaucht. Dieser Artikel erklärt, woher der Trend kommt, was dahintersteckt und wo die Grenze zwischen echtem Ritual und reiner Bildsprache verläuft.

Die Quarter-Zip-Bewegung als Ausgangspunkt

Die Quarter-Zip-Bewegung ist eine Mode- und Lifestyle-Bewegung, die im Spätherbst 2025 in den USA startete. Ausgelöst hat sie die Instagram- und TikTok-Persönlichkeit Jason Gyamfi mit dem Satz „I'm a quarter-zip guy now“. Die Bewegung ruft junge Männer dazu auf, klassische Sportswear durch Quarter-Zip-Pullover zu ersetzen und eine gepflegtere, selbstbewusstere Erscheinung anzunehmen, die in der Bewegung selbst als „Young Gentleman“-Identität beschrieben wird. Teil dieses Umstiegs ist laut der Beschreibung der Bewegung auch der Wechsel von Kaffee zu Matcha, neben einem insgesamt reduzierten Fast-Food-Konsum. Beides wird innerhalb der Bewegung als Zeichen für Disziplin und einen reiferen Alltag verstanden. Die Bewegung verbreitete sich zunächst in der Black- und Nahost-Diaspora der USA und wuchs von dort aus rasch über TikTok und Instagram weiter.

Was „performative matcha“ bedeutet

Parallel zur Quarter-Zip-Bewegung hat sich der Begriff „performative matcha“ verbreitet. Er beschreibt Personen, die eine Tasse Matcha weniger wegen des Getränks selbst als wegen des Bildes dazu in der Hand halten. Nach einer Auswertung von Google-Suchdaten tippen Nutzerinnen und Nutzer inzwischen Formulierungen wie „performative matcha male“ oder „performative matcha boyfriend“ in die Suche ein, was zeigt, dass das Getränk in diesem Zusammenhang eher als Symbol für eine bestimmte Selbstdarstellung gelesen wird, ähnlich wie kabelgebundene Kopfhörer, Stoffbeutel oder öffentliches Journaling. Diese Gegenstände bilden zusammen einen wiederkehrenden Kanon aus Requisiten, mit denen sich eine bestimmte, betont reflektierte und moderne Selbstinszenierung ausdrücken lässt, unabhängig davon, ob die dargestellte Person die Gewohnheit tatsächlich aus Überzeugung pflegt.

Ein dokumentiertes Beispiel aus dem Schulalltag

Wie konkret das Thema inzwischen im Schulalltag ankommt, zeigt ein Bericht der Schülerzeitung der Francis Howell North High School in den USA. Darin beschreibt ein Wirtschaftslehrer namens Kreighton Tyler, dass er schon seit rund zwei Jahren Matcha trinkt, also bevor der aktuelle Trend aufkam. Trotzdem wird er inzwischen von Schülerinnen und Schülern auf sein Getränk angesprochen, die ihm scherzhaft „matcha and quarter-zips“ hinterherrufen, wenn sie ihn mit der Tasse im Unterricht sehen. Der Bericht macht deutlich, dass der Trend längst nicht mehr nur online stattfindet, sondern auch im Klassenzimmer sichtbar ist, und dass er dabei nicht zwischen Personen unterscheidet, die das Getränk schon lange trinken, und solchen, die erst wegen des Trends dazu gegriffen haben.

Warum das Thema gerade zum Schulstart auftaucht

Der Beginn eines neuen Schuljahres ist auf TikTok traditionell ein eigener Content-Zyklus, mit Videos zu neuer Ausstattung, neuen Outfits und neuen Ritualen. Ein sichtbarer Wechsel im Getränk, verbunden mit einem neuen Kleidungsstück wie dem Quarter-Zip-Pullover, lässt sich in diesem Format leicht zeigen: ein kurzer Clip auf dem Weg zur ersten Stunde, die Tasse in der Hand, der Pullover über dem Hemd. Dass ausgerechnet Matcha und nicht Kaffee dabei zum Bild gehört, hängt mit der Farbe zusammen, die sich in Videos deutlich von braunem Kaffee abhebt und sich leichter mit dem übrigen, aufgeräumten Bild verbinden lässt. In diese Kategorie fallen auch andere Schulstart-Formate wie Ausstattungshauls oder Outfit-of-the-day-Videos, in denen das Getränk oft nur am Bildrand auftaucht, aber dennoch Teil der Gesamtinszenierung bleibt.

Zwischen echtem Ritual und reiner Inszenierung

Der Bericht aus dem Schulumfeld zeigt auch die Debatte, die den Trend begleitet: Manche Beteiligte räumen offen ein, dass sie erst wegen des Trends zu Matcha gegriffen haben, während andere, wie der zitierte Lehrer, das Getränk schon vorher und unabhängig vom Hashtag getrunken haben und davon ausgehen, dabei zu bleiben, wenn der Trend wieder abflaut. Diese Unterscheidung zwischen kurzfristiger Bildsprache und langfristiger Gewohnheit ist Teil dessen, was den Begriff „performative matcha“ überhaupt erst entstehen ließ. Für Außenstehende ist diese Unterscheidung von außen kaum zu treffen, denn das Getränk selbst sieht in beiden Fällen identisch aus, egal ob die Motivation dahinter Gewohnheit oder Trend ist.

Wie sich der Trend von reinen Modewellen unterscheidet

Anders als eine reine Farb- oder Kleidungswelle verbindet der Back-to-School-Trend rund um Matcha ein Getränk, ein Kleidungsstück und einen Begriff für die Selbstdarstellung dahinter zu einem gemeinsamen Paket. Das macht ihn schwerer zu greifen als etwa einen einzelnen Modetrend, weil er gleichzeitig auf einer Kleidungsbewegung, einem Spott-Begriff und einer realen Alltagssituation im Klassenzimmer aufbaut. Wer den Trend in eigenen Videos aufgreift, bewegt sich damit automatisch zwischen mehreren Ebenen: der ernst gemeinten Selbstinszenierung, der ironischen Übertreibung und der Beobachtung von außen, wie sie der zitierte Schulbericht liefert.

Die anderen Requisiten desselben Trends

Berichten zufolge steht Matcha in diesem Zusammenhang nicht allein, sondern gehört zu einer kleinen Gruppe wiederkehrender Gegenstände, die zusammen ein bestimmtes Bild von Selbstreflexion und Bewusstheit erzeugen sollen: kabelgebundene Kopfhörer statt kabelloser Modelle, ein sichtbar mitgeführtes Buch oder Notizheft für öffentliches Journaling, und eben die Tasse Matcha anstelle von Kaffee. Zusammen ergeben diese Gegenstände laut den ausgewerteten Berichten eine Art stillen Code, mit dem sich eine bestimmte, betont ruhige und reflektierte Haltung ausdrücken lässt, unabhängig davon, ob die dargestellte Person tatsächlich regelmäßig liest, Notizen macht oder Matcha trinkt. Zum Schulstart verdichten sich diese einzelnen Requisiten in Videos häufig zu einem einzigen Clip, in dem Rucksack, Notizheft, Kopfhörer und Getränk gemeinsam gezeigt werden.

Klarstellung zu den genannten Personen

Zwischen MATCHASHOCK und den in diesem Artikel genannten Personen, der Quarter-Zip-Bewegung oder der zitierten Schülerzeitung besteht keine geschäftliche Verbindung. Die Angaben stammen aus öffentlich zugänglichen Berichten und werden hier ausschließlich zur Einordnung des Trends wiedergegeben.

Was von einem Trend wie diesem bleibt

Modewellen rund um ein einzelnes Getränk verschwinden erfahrungsgemäß so schnell, wie sie aufkamen, während der Begriff, der dabei entstanden ist, teils länger im allgemeinen Sprachgebrauch bleibt. „Performative matcha“ könnte sich dabei ähnlich entwickeln wie frühere Spottbegriffe für bestimmte Selbstinszenierungen, die auch dann noch verwendet werden, wenn das ursprüngliche Bild dazu, in diesem Fall Quarter-Zip-Pullover und eine Tasse Matcha, längst nicht mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit steht. Für den Schulalltag bedeutet das vor allem eines: Wer ein Getränk aus Gewohnheit trinkt, bleibt davon unabhängig, ob es gerade als Symbol gelesen wird oder nicht, während reine Trendfolger den Wechsel zur nächsten Welle in der Regel ebenso schnell wieder vollziehen, wie sie ihn begonnen haben. Für die Einordnung eines einzelnen Videos bleibt am Ende nur die eigene Beobachtung über einen längeren Zeitraum hilfreich: Wer dasselbe Getränk auch Monate nach Abflauen eines Hashtags noch zeigt, folgt vermutlich einer eigenen Gewohnheit und nicht mehr nur der aktuellen Welle. Für den Schulalltag selbst spielt diese Unterscheidung ohnehin eine kleinere Rolle als im Netz: Im Klassenzimmer zählt am Ende vor allem, dass eine Tasse mitgebracht wird, nicht, aus welchem Grund sie dort steht. Für Lehrkräfte, die selbst zur Zielscheibe solcher Scherze werden, bleibt meist nur die gelassene Reaktion, wie sie auch im zitierten Schulbericht beschrieben wird, denn ein Trend, der auf Aufmerksamkeit zielt, verliert an Wirkung, sobald die betroffene Person selbst mitlacht statt sich zu rechtfertigen.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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