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Matcha-Neujahrsbrezel: das Glücksgebäck zum Jahreswechsel
Eine Matcha-Neujahrsbrezel ist ein Hefeteig-Gebildbrot aus 500 g Mehl, 250 ml Milch, 80 g Zucker, 80 g Butter, 1 Würfel Hefe, einem Ei und 10 g Matcha, zur klassischen Brezelform geschlungen und bei 190 °C 20 bis 25 Minuten gebacken. Die Neujahrsbrezel ist im Rheinland, Bergischen Land und an der Mosel als Glücksgebäck zum Jahreswechsel verbreitet – traditionell wird sie am Neujahrsmorgen verschenkt, besonders von Paten an ihre Patenkinder.
Woher die Neujahrsbrezel kommt
Die Neujahrsbrezel gehört zur Gruppe der sogenannten Gebildbrote – Hefegebäcke, die zu bestimmten Anlässen in symbolischen Formen gebacken werden. Verbreitet ist sie vor allem im Rheinland, im Bergischen Land und an der Mosel, wo sie am Niederrhein auch „Wängel“ genannt wird. Die Brezelform selbst gilt seit jeher als Symbol für Verbundenheit und sollte ursprünglich vor Krankheit, Unglück und Hunger im neuen Jahr schützen. Üblich war und ist es, die Brezel am Neujahrsmorgen zu verschenken, besonders von Taufpaten an ihre Patenkinder – ein Brauch, der die Verbindung zwischen den beiden über das Jahr hinweg symbolisch erneuern soll. Daneben gehören in Deutschland verschiedene kleine Symbolfiguren zum Neujahrsbrauchtum, meist aus Marzipan gefertigt: das Glücksschwein, dessen Ursprung bis in die germanische Mythologie zurückreicht, wo der Eber als heiliges Tier galt und in der nordischen Mythologie den Wagen des Gottes Freyr zog – noch heute steckt diese Symbolik in der Redensart „Schwein haben“. Dazu kommen der Schornsteinfeger, der historisch als Schutz vor Kaminbränden und damit vor einer der größten Gefahren im Haushalt stand, sowie das vierblättrige Kleeblatt, dem der Sage nach schon Eva ein Stück vom Paradies zuschrieb. Neben der Brezel gehört traditionell auch der Marienkäfer zu den Neujahrssymbolen: Er gilt volkstümlich als Glücksbote und sollte nach altem Brauch niemals getötet werden, da das Unglück bringen soll. Solche Symbole tauchen bis heute häufig als kleine Zuckerfiguren auf Neujahrsgebäck auf, ohne dass sie selbst gegessen werden müssen.
Wo Matcha zur Neujahrsbrezel passt – und wo nicht
Die klassische Neujahrsbrezel ist ein einfacher, milder Hefeteig aus Mehl, Milch, Butter, Zucker und Ei, ohne Gewürze, die mit Matcha in Konkurrenz treten würden. Das ist ähnlich günstig wie beim Ausstechteig: Die Matcha-Note kommt in der Krume klar heraus, und Farbe wie Geschmack sind eng miteinander verbunden statt von starken Aromen überdeckt. Der Unterschied zum Original liegt allein in der Optik: Eine traditionelle Neujahrsbrezel ist goldbraun bis hellbraun gebacken, das ist Teil ihres Erscheinungsbilds als Gebildbrot. Eine Matcha-Version ist innen grün und backt außen weniger stark braun, weil das Matcha-Chlorophyll die typische Bräunungsreaktion der Kruste optisch überlagert. Für das traditionelle, unveränderte Glückssymbol bleibt die klassische, ungefärbte Brezel die naheliegende Wahl; wer eine moderne, farbige Variante mit demselben milden Geschmack sucht, ist mit diesem Rezept gut bedient.
Zutaten für eine große Brezel
500 g Weizenmehl Type 550, 250 ml lauwarme Milch, 1 Würfel frische Hefe (42 g) oder 2 Päckchen Trockenhefe, 80 g Zucker, 80 g weiche Butter, 1 Ei, 10 g Matcha (etwa 1,5 gehäufte TL), 1/2 TL Salz. Zum Bestreichen: 1 Eigelb mit 1 EL Milch verquirlt. Optional zum Verzieren nach dem Backen: 100 g Hagelzucker oder eine dünne Zuckerglasur.
Zubereitung Schritt für Schritt
Hefe in der lauwarmen Milch mit 1 TL vom abgemessenen Zucker auflösen und 10 Minuten stehen lassen, bis sich Bläschen bilden. Mehl, Matcha und Salz vermischen, die Hefemilch, restlichen Zucker, weiche Butter und das Ei zugeben und 8 bis 10 Minuten zu einem glatten, elastischen Teig verkneten. Zugedeckt an einem warmen Ort 60 Minuten gehen lassen, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat. Den Teig zu einer etwa 70 cm langen Rolle formen, die in der Mitte dicker und an den Enden dünner ausläuft. Zur Brezelform legen: die Rolle zu einem Bogen legen, die beiden Enden über Kreuz einmal verschlingen und auf die gegenüberliegende Seite des Bogens drücken. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen, nochmals 20 Minuten gehen lassen, dann mit der Eigelbmischung bestreichen. Bei 190 °C Ober-/Unterhitze (170 °C Umluft) im vorgeheizten Ofen 20 bis 25 Minuten backen, bis die Brezel innen durchgebacken und außen fest ist – die Bräunung fällt wegen des Matcha schwächer aus als bei einer klassischen Brezel, deshalb mit einem Holzstäbchen die Garprobe machen. Beim Verschlingen der beiden Enden sollten diese leicht angefeuchtet und mit etwas Druck ineinander gedrückt werden, damit die Naht beim Gehen und Backen nicht wieder aufgeht; ein zu lockerer Übergang öffnet sich sonst im Ofen und die Brezelform wird ungleichmäßig.
Warum die Form geflochten wird
Die typische Brezelschlinge ist bei Gebildbroten kein reines Dekorelement, sondern Teil der Symbolik: Die ineinander verschlungenen Enden stehen für Verbundenheit und sollen den Wunsch nach einem gemeinsamen, guten Jahr ausdrücken. Damit die Form beim Gehen und Backen erhalten bleibt, sollte der Teig nicht zu weich geknetet und die Enden vor dem Verschlingen leicht angefeuchtet werden, damit sie zusammenhalten.
Aufbewahrung
Die frisch gebackene Brezel schmeckt am Neujahrsmorgen am besten, hält sich in ein Tuch gewickelt aber auch 2 bis 3 Tage, danach wird der Hefeteig zunehmend trocken. Angeschnitten lässt sie sich in Scheiben auch toasten oder wie ein süßes Brot mit Butter servieren. Einfrieren ist möglich, am besten bereits in Scheiben geschnitten, damit sich einzelne Portionen auftauen lassen. Wer die Brezel schon am 30. oder 31. Dezember backen möchte, um sie frisch am Neujahrsmorgen zu servieren, wickelt sie nach dem vollständigen Auskühlen luftdicht ein; so bleibt sie bis zum nächsten Morgen saftig, ohne dass sie über Nacht bereits austrocknet.
Zutaten ersetzen und Varianten
Wer eine kleinere Portion backen möchte, halbiert alle Mengen und formt zwei kleinere Brezeln statt einer großen; die Backzeit verkürzt sich dann auf etwa 15 bis 18 Minuten. Statt Butter im Teig lässt sich neutrales Pflanzenöl verwenden, das Ergebnis wird etwas weniger reichhaltig, aber genauso locker. Für eine süßere Variante zum Verschenken lässt sich der fertig gebackene und ausgekühlte Teig mit einer dünnen Zitronen-Zuckerglasur bestreichen, wie es bei anderen Gebildbroten regional ebenfalls üblich ist. Wer die Brezel als reines Geschenk ohne Ei im Teig backen möchte, ersetzt das Ei durch 3 EL zusätzliche Milch.
Typische Fehler beim Formen und Backen
Der häufigste Fehler ist, die Teigrolle zu dünn auszurollen – dann reißt die Schlinge beim Verschlingen der Enden, und die charakteristische Brezelform geht verloren. Eine gleichmäßig dicke Rolle mit dünneren Enden lässt sich am saubersten formen. Wird die zweite Gare nach dem Formen übersprungen, bleibt der Teig beim Backen kompakt statt luftig aufzugehen. Da Matcha die Bräunung der Kruste optisch überlagert, lässt sich die Garprobe nicht allein an der Farbe ablesen; ein Holzstäbchen in die dickste Stelle stechen und prüfen, ob es sauber herauskommt, ist hier zuverlässiger als bei einer klassischen hellen Brezel.
Servieren und Verschenken am Neujahrsmorgen
Der Tradition nach wird die Neujahrsbrezel am Morgen des 1. Januar verschenkt und gemeinsam zum Frühstück gegessen, meist in Scheiben geschnitten mit Butter oder Marmelade. Wer sie als Geschenk an Patenkinder oder Nachbarn weitergeben möchte, wickelt die ganze, ausgekühlte Brezel in ein Tuch oder Backpapier, statt sie vorab in Scheiben zu schneiden, damit sie länger frisch bleibt. Zusammen mit einem kleinen Marzipan-Glücksschwein oder einem vierblättrigen Kleeblatt aus Zuckerguss auf der Brezel lässt sich die Symbolik der einzelnen Glücksbringer aus der Tradition optisch miteinander verbinden, ohne dass dafür zusätzliche Zutaten nötig sind.
Der Matcha für dieses Rezept
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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