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Vergleich

Koffein in Matcha – und wie sich Kaffee dazu verhält

Beide enthalten Koffein – sonst haben die zwei Getränke wenig gemeinsam. Ein Blick auf Inhaltsstoffe und Zubereitung.

Koffeingehalt im Vergleich

Eine übliche Portion Matcha (ca. 2 g Pulver) enthält etwa 50–70 mg Koffein – das entspricht ungefähr der Hälfte bis zwei Dritteln einer Tasse Filterkaffee. Der Unterschied liegt weniger in der Menge als in der Zubereitung: Beim Kaffee trinkt man den Aufguss, beim Matcha das ganze vermahlene Blatt.

L-Theanin: der Unterschied liegt im Detail

Matcha enthält zusätzlich die Aminosäure L-Theanin, die in nennenswerter Menge fast ausschließlich in der Teepflanze vorkommt. In der Kaffeebohne steckt sie nicht. Wie viel davon im Blatt landet, entscheidet der Anbau: In den letzten Wochen vor der Ernte werden die Felder beschattet, und im Schatten bleibt mehr L-Theanin im Blatt. Genau dieses Blatt wird beim Matcha vermahlen und mitgetrunken.

Was sonst noch drinsteckt

Die zwei Getränke unterscheiden sich also nicht nur im Koffeingehalt, sondern vor allem in dem, was daneben im Glas landet: Kaffee bringt unter anderem Chlorogensäure mit, Matcha L-Theanin und Catechine. Praktisch heißt das: Eine Portion Matcha liefert rund die Hälfte bis zwei Drittel des Koffeins einer Tasse Filterkaffee, schmeckt grasig-cremig statt geröstet-herb und ist in unter zwei Minuten fertig. Wer Kaffee wegen des Röstgeschmacks trinkt, wird Matcha nicht als Ersatz empfinden – wer ihn wegen der Gewohnheit trinkt, schon. Wer sich nicht entscheiden will, stellt beide in ein Glas – wie das schmeckt und wie viel Koffein dann zusammenkommt, rechnet der Wissensartikel „Matcha mit Espresso: was hinter Dirty Matcha steckt“ vor.

Wie viel Koffein steckt in einer Schale?

Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt auf das Pulver an. Stiftung Warentest hat im April 2026 zwölf Matcha-Erzeugnisse untersucht und Werte zwischen 15,5 und 20 Milligramm Koffein je Gramm Pulver gemessen. Eine übliche Schale mit 2 Gramm liegt damit rechnerisch bei rund 31 bis 40 Milligramm. Wer kräftig dosiert und 4 Gramm nimmt, kommt auf 62 bis 80 Milligramm. Diese Spanne erklärt, warum im Netz so unterschiedliche Zahlen kursieren: Sie beziehen sich mal auf ein Gramm, mal auf eine Schale, mal auf eine großzügig gefüllte Tasse. Verlässlich ist deshalb nur die Rechnung über das Gewicht – Gramm mal gemessener Gehalt. Wer seinen eigenen Wert kennen will, braucht also zwei Angaben: die Dosierung in Gramm und den Koffeingehalt der Charge. Eine Übersicht über alle gängigen Getränke im Milligramm-Vergleich liefert der Wissensartikel „Koffein-Tabelle: Kaffee, Espresso, Matcha, Cola und Mate im mg-Vergleich“.

Wie ordnen sich Kaffee und Espresso daneben ein?

Als Bezugsgröße nennt die Verbraucherzentrale für eine Tasse Filterkaffee mit 200 Millilitern rund 90 Milligramm Koffein und für einen Espresso mit 60 Millilitern etwa 80 Milligramm. Eine Schale Matcha mit 2 Gramm Pulver liegt damit deutlich darunter, eine kräftig dosierte Schale erreicht ungefähr das Niveau eines Espresso. Interessant ist dabei weniger die Zahl als das Verhältnis von Menge zu Volumen: Beim Espresso stecken 80 Milligramm in 60 Millilitern, beim Matcha rund 35 Milligramm in derselben Menge Flüssigkeit. Wer also die Tasse als Maß nimmt, vergleicht Äpfel mit Birnen. Dazu kommt ein zweiter Unterschied: Kaffee wird aufgegossen und der Satz bleibt zurück, beim Matcha wird das vermahlene Blatt mitgetrunken. Wer den Wechsel plant, findet einen Fahrplan im Wissensartikel „Von Kaffee zu Matcha: der Umstieg in vier Wochen“.

Welche Tagesmengen nennen die Behörden?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung fasst in seinen Fragen und Antworten zu Koffein vom 5. Januar 2026 die Bewertung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit zusammen. Danach ist für gesunde Erwachsene bei bis zu 200 Milligramm Koffein als Einzeldosis und bis zu 400 Milligramm über den Tag verteilt kein gesundheitliches Risiko zu erwarten. Für Schwangere und Stillende gilt eine über den Tag verteilte Menge von bis zu 200 Milligramm als unbedenklich. Die Verbraucherzentrale nennt dieselben Werte in der körpergewichtsbezogenen Form: 3 Milligramm je Kilogramm Körpergewicht als Einzeldosis und 5,7 Milligramm je Kilogramm über den Tag; für Kinder und Jugendliche werden 3 Milligramm je Kilogramm am Tag genannt. Mit den gemessenen Matcha-Werten lässt sich das leicht nachrechnen. Wie diese Rechnung im Alltag aussieht, zeigt der Wissensartikel „Wie viel Matcha pro Tag? So rechnest du mit den EFSA-Werten“.

Warum schwankt der Gehalt von Dose zu Dose?

Vier Faktoren erklären die Spanne. Erstens die Pflückung: Junge Blätter und Knospen tragen mehr Koffein als ältere, gröbere Blätter weiter unten am Strauch. Zweitens die Beschattung: Die Wochen unter dem Netz vor der Ernte verändern die Zusammensetzung des Blattes deutlich. Drittens die Sorte, denn die einzelnen Cultivare unterscheiden sich von Natur aus. Und viertens die Verarbeitung, insbesondere wie sauber Stiele und Blattadern entfernt wurden. Deshalb ist eine einzelne Zahl auf einer Verpackung immer die Momentaufnahme einer Charge und kein Naturgesetz. Für die Praxis heißt das: Wer seinen Koffeinwert genau kennen will, schaut auf das Analysezertifikat der Charge statt auf eine Zahl aus einer Suchmaschine. Welche Cultivare überhaupt in einer Dose stecken können, sortiert der Wissensartikel „Matcha-Sorten: welche Cultivare wirklich in der Dose stecken“.

Wie schnell ist die Zubereitung im Vergleich?

Ein Filterkaffee braucht Mahlwerk, Filter, heißes Wasser und Durchlaufzeit, ein Espresso eine Maschine mit Vorlauf. Matcha braucht ein Sieb, eine Schale und Wasser mit rund 80 Grad. Zwei Gramm sieben, aufgießen, dreißig Sekunden schlagen – fertig. Der ganze Vorgang liegt unter zwei Minuten, ohne Vorheizen und ohne Reinigung einer Maschine. Danach bleibt kein Satz übrig, der entsorgt werden müsste, weil das Blatt vollständig im Getränk ist. Für das Büro heißt das: Ein Wasserkocher genügt, ein Gerät ist nicht nötig. Wer unterwegs ist, schüttelt das Pulver kalt in einer Flasche auf; auch das funktioniert ohne Besen und ohne heißes Wasser. Wie das im Alltag zwischen Schreibtisch und Zug aussieht, beschreibt der Wissensartikel „Matcha to go: So nimmst du deinen Matcha mit ins Büro“.

Was kostet eine Portion?

Eine ehrliche Rechnung braucht zwei Zahlen: Preis der Dose und Pulvermenge je Portion. Unsere Dose enthält 30 Gramm und kostet 25,00 Euro, der Grundpreis liegt damit bei 833,33 Euro je Kilogramm. Bei 2 Gramm je Schale ergibt das rund 15 Schalen und etwa 1,67 Euro je Schale. Wer sparsamer dosiert, kommt weiter; wer kräftig mag, weniger weit. Zum Vergleich: Ein Matcha Latte im Café kostet je nach Stadt ein Vielfaches davon, weil dort Milch, Arbeitszeit und Miete mitbezahlt werden. Der Kilopreis wirkt beim ersten Hinsehen hoch, weil man Pulver selten in Kilogramm kauft – umgerechnet auf die Portion liegt Matcha im Bereich eines Kaffees aus dem Vollautomaten. Die vollständige Rechnung mit allen Posten steht im Wissensartikel „Matcha Latte im Café: der Preis und die Rechnung dahinter“.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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