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Trends

Wie Matcha heute auf die britische Teekultur trifft

Kaum ein Land der Welt hat eine so lange, durchgehende Teetradition wie Großbritannien. Wie Matcha in dieses bereits bestehende Teeland hineinpasst, zeigt sich vor allem im direkten Vergleich zum klassischen Afternoon Tea.

Afternoon Tea als Ausgangspunkt der britischen Teekultur

Die bekannteste britische Teetradition, der Afternoon Tea, geht der überlieferten Geschichte nach auf Anna, die siebte Herzogin von Bedford und langjährige Hofdame von Königin Victoria, zurück. Um 1840 ließ sie sich gegen 16 Uhr Tee, Brot, Butter und Kuchen aufs Zimmer bringen, weil zwischen dem im ländlichen England noch frühen Mittagessen und dem in wohlhabenden, städtischen Kreisen erst um 20 Uhr servierten Abendessen eine lange Lücke klaffte. Aus dieser privaten Gewohnheit wurde bald ein gesellschaftlicher Anlass mit eigenen Regeln: feine Sandwiches, Scones mit Clotted Cream und Marmelade, Gebäck und Tee aus feinem Porzellan, serviert zwischen 16 und 17 Uhr. Diese jahrhundertealte Kultur bildet den Hintergrund, vor dem sich Matcha in Großbritannien heute etablieren muss. Wie eine traditionelle japanische Teezeremonie zum Vergleich heute abläuft, zeigt der Wissensartikel „Die japanische Teezeremonie heute: Ablauf von Roji bis zur letzten Schale“.

Wo genau Matcha in diese bestehende Tradition passt

Anders als der klassische schwarze Tee des traditionellen Afternoon Tea wird Matcha in Großbritannien insgesamt seltener in die traditionelle Zeremonie eingebunden, sondern eher parallel dazu als eigenständiges, meist kaltes oder als Latte serviertes Getränk in spezialisierten Cafés angeboten. Die lange britische Gewohnheit, Tee als festen Bestandteil des Tages zu verstehen, erleichtert dabei die Akzeptanz eines neuen Teeprodukts – auch wenn Matcha geschmacklich und in der Zubereitung mit Schale und Bambusbesen wenig mit dem klassischen aufgegossenen Blatttee gemeinsam hat, mit dem britische Haushalte traditionell aufgewachsen sind.

Milch als der gemeinsame Nenner beider Traditionen

Eine deutliche Gemeinsamkeit lässt sich trotz aller Unterschiede klar benennen: In beiden Traditionen spielt Milch eine ganz zentrale Rolle. Während klassischer britischer Tee meist mit einem Schuss Kuhmilch getrunken wird, dominieren bei Matcha in Großbritannien Latte-Varianten mit aufgeschäumter Milch oder pflanzlichen Alternativen. Welche Milch sich für einen Matcha Latte tatsächlich eignet und wie sich Kuhmilch von Haferdrink unterscheidet, erklärt der Wissensartikel „Welche Milch für Matcha Latte? Kuhmilch und Haferdrink im Check“ im Detail.

Worauf es bei der eigenen Zubereitung wirklich ankommt

Wer in einem Land mit derart viel Teekompetenz wie Großbritannien selbst zu Hause Matcha zubereitet, bemerkt sehr schnell den grundlegenden Unterschied zum gewohnten Aufguss: Matcha wird nicht ausgezogen, sondern als ganzes Blattpulver aufgeschlagen, was andere Ansprüche an Feinheit und Frische stellt. Fein steingemahlener Matcha aus erster Ernte lässt sich dabei gleichmäßiger aufschlagen als grob gemahlene Ware, wie der MATCHASHOCK Bio-Matcha, der steingemahlen, von Hand gepflückt und ohne Zusätze ist. So bleibt der Unterschied zum klassischen britischen Tee auch geschmacklich nachvollziehbar, statt nur in der grünen Farbe zu bestehen.

Was Reisende in britischen Städten erwarten können

In größeren britischen Städten, allen voran London, aber zunehmend auch in Manchester, Bristol oder Edinburgh, lässt sich Matcha inzwischen sowohl in eigens auf Matcha spezialisierten Cafés als auch als Zusatzoption in ganz gewöhnlichen Coffeeshops finden, meist als Latte serviert, seltener in traditioneller Zubereitung mit Schale und Bambusbesen. Wer die traditionelle Zubereitung sucht, hat bessere Chancen in spezialisierten japanischen Teestuben als in klassischen britischen Teestuben, die sich meist auf schwarzen Tee und den klassischen Afternoon Tea konzentrieren. Ein Vergleich beider Zubereitungswege lohnt sich für alle, die auf der Reise beides erleben möchten.

Zwei eigenständige Teekulturen nebeneinander statt vermischt

Statt den Afternoon Tea zu ersetzen, existiert Matcha in Großbritannien bislang eher als eigenständige, zweite Teekultur daneben: Wer klassisch britisch feiern will, bestellt weiterhin Scones und schwarzen Tee, wer eine japanisch inspirierte Pause sucht, wechselt ins spezialisierte Matcha-Café. Worauf man beim Café-Besuch generell achten sollte, gilt dabei ganz ähnlich wie im Wissensartikel „Matcha-Cafés in Deutschland: so findest und erkennst du gute“ beschrieben. Diese Nebeneinander-Existenz unterscheidet Großbritannien von Ländern ohne eigene starke Teegeschichte, in denen ein neues Getränk seltener auf ein derart fest etabliertes, konkurrierendes Ritual trifft. Trotz der langen eigenen Tradition zeigt sich die britische Bevölkerung insgesamt aufgeschlossen gegenüber neuen Teeprodukten, was sich unter anderem daran zeigt, wie schnell sich in der Vergangenheit auch andere internationale Teetrends wie Chai Latte oder verschiedene Kräutertee-Mischungen im Handel etablierten. Diese grundsätzliche Offenheit gegenüber neuen Varianten des vertrauten Getränks Tee erleichtert es auch Matcha, in bestehenden Supermarktregalen und Café-Speisekarten Fuß zu fassen, ohne dass dafür ein völlig neues Verständnis von Tee als solchem nötig wäre. Wichtig bleibt dabei, dass Matcha als eigene, deutlich andere Zubereitungsart wahrgenommen wird und nicht einfach mit klassischem grünem Beuteltee verwechselt wird, was in der Praxis nicht immer gelingt.

Warum ausgerechnet Scones erst deutlich später dazukamen

Ein oft übersehenes, wenig bekanntes Detail der britischen Teegeschichte ist, dass Scones ursprünglich gar kein fester Bestandteil des frühen Afternoon Tea waren, sondern erst im Laufe des 20. Jahrhunderts zum festen Standardbestandteil wurden, ergänzt um Clotted Cream und Marmelade. Diese schrittweise Entwicklung zeigt, dass selbst eine scheinbar jahrhundertealte, feststehende Tradition sich über die Zeit verändert und neue Elemente aufnimmt, ohne ihren grundsätzlichen Charakter zu verlieren. Genau dieselbe schrittweise Erweiterung lässt sich derzeit bei Matcha beobachten, der sich langsam in die britische Getränkelandschaft einfügt, ohne dass jemand von vornherein festgelegt hätte, wie diese Integration am Ende aussehen wird.

Was britische Café-Ketten und kleine, ganz unabhängige Läden konkret unterscheidet

In größeren britischen Städten lässt sich ein deutlicher, gut sichtbarer Unterschied zwischen großen, überall vertretenen Coffeeshop-Ketten und kleineren, unabhängig geführten Cafés feststellen, wenn es konkret um das jeweilige Matcha-Angebot geht. Während größere Anbieter Matcha meist als standardisierte Zusatzoption neben dem üblichen Kaffeesortiment führen, legen kleinere, spezialisierte Läden häufig Wert auf Herkunft, Erntejahr und die richtige Zubereitungstechnik mit Schale und Bambusbesen. Wer als Reisender einen möglichst authentischen Eindruck von japanischer Zubereitung gewinnen möchte, hat deshalb in unabhängigen Teestuben deutlich bessere Chancen als in einer der großen, standardisierten Ketten.

Fazit zusammengefasst: eine neue, sinnvolle Ergänzung statt Ablösung

In einem Land mit einer derart gefestigten, jahrhundertealten Teetradition wie Großbritannien ergänzt Matcha die bereits bestehende Kultur, statt sie zu verdrängen. Der klassische Afternoon Tea bleibt eigenständig bestehen, während Matcha als moderne, meist kalte Alternative parallel dazu wächst – ein Nebeneinander, das Reisenden heute beide Erfahrungen in derselben Stadt ermöglicht, ganz ohne dass sich beide Traditionen gegenseitig im Weg stehen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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