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Trends

Matcha-Fertigprodukte im deutschen Handel: eine Bestandsaufnahme

Im deutschen Handel ist Matcha inzwischen mehr als eine Nische: Schokolade, Müsli, Süßigkeiten und Limonade mit Matcha stehen mittlerweile regelmäßig im Regal, angetrieben vor allem durch limitierte Schokoladen-Editionen. Ein sachlicher Überblick, was aktuell wirklich erhältlich ist.

Schokolade als Türöffner für den Trend

Den größten Schub bekam Matcha im deutschen Handel durch limitierte Schokoladen-Editionen etablierter Hersteller. Eine Tafel kombinierte weiße Schokolade mit Matcha und einer Joghurt-Erdbeer-Füllung, kam als 100-Gramm-Tafel für 2,49 Euro in den Handel und war zeitweise ausverkauft. Ein anderer Hersteller positionierte sich am oberen Ende: eine 150-Gramm-Tafel mit zeremoniellem Matcha und Röstreis-Füllung, auf 1.000 nummerierte Exemplare limitiert und für 14,99 Euro verkauft. Die beiden Ansätze zeigen unterschiedliche Strategien im selben Trend - der eine setzt auf breite Verfügbarkeit zu niedrigem Preis, der andere auf Exklusivität durch Stückzahl-Begrenzung. Mehr zu diesem Vergleich steht im Wissensartikel „Matcha-Schokolade: die stärkste Kategorie im Regal“.

Deutsche Manufakturen abseits der großen Marken

Neben den bekannten Herstellern haben sich kleinere deutsche Manufakturen auf Matcha-Schokolade spezialisiert. Eine Bean-to-Bar-Manufaktur verarbeitet Matcha aus Kagoshima zu einer Tafel mit 6,5 Prozent Matcha-Anteil, komplett in Deutschland vermahlen und verarbeitet, mit einer zusätzlichen Variante mit geröstetem Reis-Topping. Solche Manufakturen bewegen sich preislich und mengenmäßig deutlich unterhalb der großen Supermarktketten, sind aber über eigene Onlineshops und ausgewählte Feinkostläden erreichbar. Der Unterschied zu den Serienprodukten liegt vor allem im Herstellungsprozess: handwerkliches Melangieren und mehrtägiges Conchieren statt industrieller Großserienproduktion.

Snacks und Nüsse im stationären Handel

Auch außerhalb der Schokoladenregale hat Matcha Einzug gehalten. Gefriergetrocknete Erdbeeren in einem Matcha-Mantel sind bei mehreren Drogerie- und Biomarktketten sowie in ausgewählten Supermärkten stationär gelistet, allerdings aktuell nicht über den eigenen Onlineshop erhältlich. Auch geröstete Mandeln mit weißer Schokolade und Matcha-Pulver gehören mittlerweile zum Snacksortiment einer traditionsreichen deutschen Nussrösterei mit einer Geschichte bis ins Jahr 1844. Diese Snackprodukte enthalten meist einen Matcha-Anteil von wenigen Prozent - der überwiegende Teil des Produkts besteht aus Schokolade, Zucker und der Nuss- oder Fruchtbasis selbst.

Getränke: von Bio-Limonade bis Energydrink

Bei Getränken zeigt sich eine ähnliche Bandbreite. Eine niedersächsische Bio-Safterei stellt eine Matcha-Limonade mit einem Matcha-Anteil von 0,5 Prozent her, zertifiziert nach EU-Öko-Verordnung und im 12er-Gebinde erhältlich. Ein Münchner Getränkehersteller wiederum verkauft eine Matcha-Limonade mit Koffeinzusatz aus Guarana und Matcha, die mit 32 Milligramm Koffein je 100 Milliliter deutlich über einer klassischen Limonade liegt und ebenfalls Bio-zertifiziert ist. Beide Produkte zeigen, wie unterschiedlich der Matcha-Anteil in Fertiggetränken ausfallen kann - von einer halben Prozentmarke bis zu Getränken, bei denen Matcha eher als Aromageber neben anderen koffeinhaltigen Zutaten steht.

Fitness- und Frühstücksprodukte als wachsende Nische

Proteinpulver mit Matcha-Latte-Geschmack ist inzwischen bei mehreren deutschen Fitnessmarken gelistet, ebenso Granola und Müsli-Mischungen mit Matcha-Anteil von spezialisierten Frühstücksmarken. Diese Produkte richten sich klar an eine andere Zielgruppe als die Schokoladen-Editionen: weniger Genussmittel, mehr Alltagsprodukt für Sportbar oder Frühstückstisch. Wer sich für diesen Teilbereich genauer interessiert, findet passende Marken und Produkte im Überblick unter „Matcha statt Energydrink – ein Blick auf die Zutatenliste“.

Wie sich der deutsche Markt vom japanischen unterscheidet

Anders als in Japan, wo Matcha-Produkte oft über Jahrzehnte gewachsene Sortimente großer Süßwarenhersteller sind, ist der deutsche Markt noch stark von einzelnen limitierten Editionen und kleineren Manufakturen geprägt. Ein durchgängiges Matcha-Sortiment über viele Produktkategorien hinweg, wie es in japanischen Supermärkten üblich ist, gibt es hierzulande noch nicht. Stattdessen wechseln sich Wellen ab: Auf eine limitierte Schokoladen-Edition folgt mediale Aufmerksamkeit, die wiederum weitere Hersteller zu eigenen Produkten motiviert. Das Ergebnis ist ein Markt, der wächst, aber noch deutlich kleinteiliger ist als in Ostasien.

Was das für die eigene Küche bedeutet

Wer die aktuellen Fertigprodukte im Supermarkt probiert hat, merkt schnell: Der Matcha-Anteil liegt in den meisten davon bei ein bis wenigen Prozent, der Rest ist Schokolade, Zucker oder andere Zutaten. Für alle, die den Matcha-Geschmack selbst in den Mittelpunkt stellen wollen statt als Beiwerk, reicht ein feines, mild schmeckendes Pulver und heißes Wasser - daraus entsteht ein Getränk, bei dem der Tee die Hauptrolle spielt und nicht die Füllung drumherum. Wer mehrere Fertigprodukte parallel probiert, bemerkt schnell deutliche Unterschiede in der Intensität des Matcha-Tons, obwohl auf allen Verpackungen dieselbe Zutat beworben wird. Das liegt weniger an der grundsätzlichen Qualität des jeweils verwendeten Matcha als an der schieren Menge, die pro Portion tatsächlich enthalten ist. Ein Vergleich mehrerer Produkte derselben Kategorie, etwa mehrerer Schokoladentafeln oder mehrerer Granolamischungen, zeigt am deutlichsten, wie groß die Spanne zwischen sehr sparsam und großzügig dosierten Erzeugnissen ausfallen kann. Wer diesen Unterschied einmal bewusst herausgeschmeckt hat, liest Zutatenlisten beim nächsten Einkauf mit einem geschärften Blick für den tatsächlichen Matcha-Anteil.

Regionale Unterschiede im deutschen Handel

Nicht jedes der genannten Produkte ist bundesweit gleichermaßen gelistet. Während limitierte Schokoladen-Editionen meist bundesweit über die Onlineshops der Hersteller sowie in ausgewählten Filialen erhältlich sind, konzentrieren sich kleinere Manufakturen und regionale Marken oft auf bestimmte Bundesländer oder größere Städte. Wer außerhalb der üblichen Ballungsräume wohnt, findet manche Produkte daher eher über den Versandhandel als im stationären Regal vor Ort. Auch Bio- und Reformhäuser unterscheiden sich stark in ihrem Sortiment: Manche führen ein breites Angebot an Matcha-Fertigprodukten, andere beschränken sich auf einzelne, etablierte Marken. Wer gezielt nach einem bestimmten Produkt sucht, informiert sich am besten vorab auf der Herstellerseite, welche Handelsketten und Regionen aktuell beliefert werden, statt mehrere Läden gezielt danach abzusuchen.

Eigenmarken versus Herstellermarken

Ein weiterer Unterschied zeigt sich zwischen klassischen Herstellermarken und Eigenmarken des Handels: Während limitierte Schokoladentafeln fast immer unter dem Namen des jeweiligen Herstellers laufen, tragen viele Snack- und Frühstücksprodukte mit Matcha inzwischen auch Eigenmarken-Namen einzelner Handelsketten. Der Matcha-Anteil und die Zutatenqualität unterscheiden sich dabei nicht grundsätzlich zwischen Hersteller- und Eigenmarke, wohl aber oft der Preis: Eigenmarken sind in der Regel günstiger kalkuliert. Wer preisbewusst einkauft, findet bei Granola, Proteinpulver oder Snacks häufiger eine günstigere Eigenmarkenvariante neben der teureren Herstellermarke im selben Regal. Bei limitierten Schokoladen-Editionen mit hoher medialer Aufmerksamkeit gibt es diesen Preisvergleich dagegen kaum, da diese Produkte bislang ausschließlich unter dem Namen der jeweiligen Hersteller verkauft werden. Ein Blick auf das Zutatenverzeichnis lohnt sich auch bei Eigenmarken besonders, da der Matcha-Anteil hier ebenso stark schwanken kann wie bei Herstellermarken. Ein günstigerer Preis bedeutet also nicht automatisch einen niedrigeren Matcha-Anteil, ebenso wenig wie ein höherer Preis automatisch mehr Matcha garantiert - beides muss im Einzelfall über die Zutatenliste geprüft werden, statt sich allein auf den Preis als Qualitätsindikator zu verlassen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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