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Trends

Was hinter dem Matcha-Girl-Trend auf TikTok steckt

Matcha Girl ist einer der größeren Lifestyle-Begriffe, die 2026 auf TikTok und Instagram kursieren. Gemeint ist kein bestimmtes Produkt, sondern ein Bild von einem ruhigen, reduzierten Alltag mit Matcha als sichtbarem Symbol. Der Artikel erklärt, woher der Begriff kommt, was ihn ausmacht, wo seine Grenzen liegen und wie er sich zu ähnlichen Trends verhält.

Was der Begriff Matcha Girl bezeichnet

Matcha Girl ist ein Sammelbegriff für einen bestimmten Lebensstil-Look auf Social Media, ähnlich wie zuvor Clean Girl oder That Girl. Im Mittelpunkt steht nicht ein einzelnes Produkt, sondern eine Kombination aus ruhigem Auftreten, reduzierter Kleidung und einem Matcha-Getränk als wiederkehrendem Bildelement. Der Begriff wird von Nutzerinnen selbst locker verwendet, weniger als feste Kategorie, mehr als beschreibendes Etikett für einen erkennbaren Stil. Manche Beiträge verwenden stattdessen den Begriff Matcha Girlie, inhaltlich beschreiben beide Varianten dasselbe Phänomen. Wie bei den meisten Internet-Ästhetiken gibt es keine offizielle Definitionsstelle, der Begriff entsteht und verändert sich durch die Summe der Beiträge, die ihn verwenden.

Herkunft und Zeitverlauf

Erste Formen dieser Ästhetik lassen sich bis etwa 2022 und 2023 zurückverfolgen, als Matcha auf Social Media allgemein sichtbarer wurde. Seitdem hat sich der Begriff verfestigt und wird 2026 in mehreren Beauty- und Lifestyle-Medien als eigenständiger Trend beschrieben. Die Entwicklung folgt einem Muster, das schon bei früheren Internet-Ästhetiken zu beobachten war: ein Getränk oder ein Gegenstand wird zum sichtbaren Symbol für einen ganzen Lebensstil. Ein Beitrag beschreibt die Entwicklung so, dass aus einem jahrhundertealten japanischen Teezeremonie-Getränk innerhalb weniger Jahre ein internetweit erkennbares Symbol für einen bestimmten Alltagsstil wurde.

Typische visuelle Merkmale

Zum Bild gehören meist helle, natürliche Stoffe wie Leinen, ruhige Innenräume, eine Matcha-Schale oder ein Glas mit Matcha Latte sowie eine Farbpalette, die von Matcha-Grün bis zu gedeckten Tönen wie Creme, Grau oder Stein reicht. Ergänzt wird das Bild oft durch Notizbücher, einen Spaziergang im Park oder andere Elemente, die Ruhe und Achtsamkeit andeuten sollen. Diese Bildsprache wird von zahlreichen Creatorinnen wiederholt und dadurch als Stil erkennbar. Auch Sportkleidung für Pilates oder ähnliche ruhige Bewegungsformen wird in mehreren Beiträgen als typisches Element genannt. Accessoires wie eine wiederverwendbare Glasflasche oder ein bestimmter Taschentyp tauchen ebenfalls wiederholt in Beiträgen zu diesem Stil auf und werden von der Community als Teil des Gesamtbilds gelesen.

Verhältnis zu früheren Trends

Beobachter ordnen Matcha Girl als Weiterentwicklung des früheren That-Girl-Trends ein. Während That Girl stark auf Produktivität und Optimierung ausgerichtet war, verschiebt sich der Fokus bei Matcha Girl stärker in Richtung eines bewusst langsameren Alltags, oft unter dem Begriff Slow Living zusammengefasst. Beide Trends teilen die Idee, den eigenen Alltag über wiederkehrende Bildsymbole erkennbar zu inszenieren, unterscheiden sich aber im vermittelten Lebensgefühl: weniger Leistung, mehr bewusste Langsamkeit. Auch der Clean-Girl-Trend wird in diesem Zusammenhang häufig genannt, da beide Ästhetiken eine reduzierte, natürlich wirkende Optik teilen, sich aber im Schwerpunkt unterscheiden: Clean Girl betont vor allem Haut und Frisur, Matcha Girl eher Getränk und Alltagsrhythmus.

Warum gerade Matcha als Symbol funktioniert

Ein häufig genannter Grund ist die Farbe: Matcha wirkt auf Fotos fotogen und hebt sich vor neutralen Hintergründen und einfarbiger Kleidung deutlich ab, anders als eine Tasse Kaffee. Dazu kommt, dass bekannte Creatorinnen den Konsum von Matcha öffentlich sichtbar gemacht haben, was aus einer privaten Gewohnheit ein geteiltes Lifestyle-Signal machen kann. Auch Café-Ketten mit pastellgrünem Markenauftritt haben zu diesem Bild beigetragen, ohne dass das eine gezielte Zusammenarbeit mit einzelnen Creatorinnen bedeuten muss. In manchen Beiträgen wird dieser Café-Look inoffiziell nach einer bekannten Kettenmarke benannt, was zeigt, wie stark einzelne Anbieter das Bild des Trends mitgeprägt haben.

Kritik und Distanz zum Trend

Nicht alle Beobachterinnen sehen den Trend unkritisch. Mehrere Beiträge weisen darauf hin, dass ein Teil der Nutzerinnen Matcha vor allem wegen der Optik trinkt, nicht wegen des Geschmacks, und manche den bitteren Ton erst nach mehreren Versuchen akzeptieren. Ein Medienbeitrag beschreibt die Verschiebung so, dass frühere Matcha-Wellen stark mit Gesundheitsversprechen warben, während der aktuelle Trend offener als reine Ästhetik auftritt, ohne diesen Anspruch zu erheben. Andere Stimmen kritisieren, dass der Trend Matcha auf ein austauschbares Lifestyle-Accessoire reduziere und die eigentliche Zubereitungstradition dabei in den Hintergrund trete. Diese Kritik richtet sich weniger gegen Matcha selbst als gegen die Art, wie Social-Media-Trends generell Zutaten und Rituale auf ein einzelnes Bild verkürzen können.

Ein zweiter Begriff mit gleichem Namen

Parallel zum Lifestyle-Trend existiert ein völlig anderes Phänomen unter ähnlichem Namen: ein grüner Fotofilter auf TikTok, der wegen seiner Farbgebung ebenfalls mit Matcha in Verbindung gebracht wird. Dieser Filter hat mit dem hier beschriebenen Lifestyle-Trend inhaltlich nichts zu tun und wird in einem eigenen Artikel behandelt. Wer online nach Matcha Girl sucht, sollte beide Bedeutungen auseinanderhalten, da Suchergebnisse beide Themen gleichzeitig anzeigen können und die Vermischung der Begriffe zu Missverständnissen führen kann.

Wirtschaftliche Auswirkungen des Trends

Der Lifestyle-Trend wird in Medienberichten auch mit dem Wachstum des Matcha-Marktes in Verbindung gebracht, insbesondere bei jüngeren Zielgruppen. So wird etwa für den indischen Markt ein Anstieg von rund 104 Millionen auf rund 167 Millionen US-Dollar bis 2030 genannt. Solche Zahlen zeigen, dass aus einem Social-Media-Bild reale Kaufentscheidungen werden können, auch wenn sich der einzelne Beitrag zum Umsatz nicht genau beziffern lässt und weitere Faktoren wie allgemeines Ernährungsinteresse ebenfalls eine Rolle spielen. Auch Cafés und Getränkehersteller außerhalb Indiens berichten von steigender Nachfrage nach Matcha-Produkten, was die These stützt, dass die Social-Media-Sichtbarkeit des Trends mit realem Konsumverhalten zusammenhängt. Café-Ketten und Getränkehersteller haben ihre Sortimente und ihr Marketing an das Bild des Matcha Girl angepasst, etwa durch pastellgrüne Verpackungen oder eigene limitierte Matcha-Getränke, was den Trend zusätzlich sichtbarer macht, ohne ihn ursprünglich ausgelöst zu haben.

Einordnung für Leserinnen

Matcha Girl ist in erster Linie ein Bild, kein festes Regelwerk. Wer sich für Matcha interessiert, muss diesem Trend nicht folgen, um die Zutat selbst zu schätzen, und wer den Trend mitmacht, ist deshalb nicht automatisch an eine bestimmte Zubereitung oder Marke gebunden. Der Begriff sagt mehr über die Bildsprache von Social Media aus als über Matcha als Produkt, und wer Matcha unabhängig von jedem Trend zubereitet, verpasst dadurch nichts Wesentliches. Am Ende bleibt der eigene Geschmack und die eigene Zubereitungsweise entscheidend, unabhängig davon, ob ein bestimmter Look gerade als Matcha Girl bezeichnet wird oder nicht. Auch in Deutschland lässt sich der Trend inzwischen auf Instagram und TikTok beobachten, meist über deutschsprachige Creatorinnen, die das ursprünglich englischsprachige Bild an lokale Cafés und Alltagsszenen anpassen.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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