Trends
Wie Seoul Matcha zum Dessert-Trend macht
Seoul hat in den vergangenen Jahren eine eigene Matcha-Dessert-Szene entwickelt, angeführt von spezialisierten Cafés wie METCHA. Gleichzeitig zeigt eine neuere Entwicklung, dass Matcha in Korea inzwischen Konkurrenz von einem anderen Trend bekommt – dem violetten Ube.
METCHA in Myeongdong: ein Café ganz in Grün
In der Nähe der Myeongdong-Kathedrale hat sich das Café METCHA vollständig dem Matcha verschrieben. Auf der Karte stehen geschichtete Latte-Getränke sowie Matcha-Tiramisu-artige Süßspeisen; das Café gilt als besonders fotogen und bietet reichlich Sitzgelegenheiten für längere Aufenthalte. Ein solches Konzept – ein einzelnes Café, das ausschließlich um eine Zutat herum aufgebaut ist – ist in Seoul kein Einzelfall, zeigt aber, wie weit die Spezialisierung auf Matcha inzwischen reichen kann, wenn genug Nachfrage vorhanden ist, um ein ganzes Geschäftsmodell zu tragen.
Sulbing: Matcha im Bingsu-Eis
Die koreanische Dessertkette Sulbing, die mit mehreren Filialen über Seoul verteilt ist, führt unter anderem einen Green Tea Patbingsu auf der Karte – eine koreanische Eisspezialität aus fein geraspeltem Milcheis, hier mit Matcha aromatisiert und meist mit süßen roten Bohnen ergänzt. Anders als bei einem spezialisierten Café wie METCHA ist Matcha bei Sulbing nur eine von mehreren Geschmacksrichtungen innerhalb eines großen, etablierten Dessert-Sortiments, was zeigt, dass sich der Trend längst auch in bereits bestehende, breite Ketten eingegliedert hat. Bingsu selbst ist dabei älter als der aktuelle Matcha-Trend und wurde ursprünglich mit anderen Toppings wie roten Bohnen oder Früchten serviert – Matcha reiht sich hier also in eine bereits lange bestehende koreanische Dessert-Tradition ein, statt eine völlig neue Kategorie zu erfinden. Für Gäste bedeutet das auch: Wer Matcha-Bingsu bei Sulbing bestellt, bekommt kein Nischenprodukt eines kleinen Cafés, sondern eine Variante eines landesweit bekannten Desserts, das in unzähligen Filialen nach demselben Grundrezept zubereitet wird.
O'sulloc: der etablierte Name neben den neuen Cafés
Neben jüngeren, auf Social Media gewachsenen Adressen wie METCHA gibt es in Seoul mit O'sulloc auch eine seit Längerem etablierte koreanische Grüntee-Marke mit eigener Café-Kette. Während neuere Cafés vor allem über auffällige, geschichtete Getränke und Fotomotive auffallen, steht O'sulloc eher für einen bereits gewachsenen, breiteren Kundenstamm abseits kurzfristiger Trends. Wer die koreanische Matcha-Szene verstehen will, kommt an dieser Gegenüberstellung zwischen etablierten Marken und neuen, stark auf Social Media ausgerichteten Cafés kaum vorbei. Für Reisende bedeutet diese Zweiteilung auch, dass sich ein Besuch beider Kategorien lohnt: eine etablierte Adresse wie O'sulloc zeigt eher, wie Matcha in Korea über Jahre hinweg zu einem festen Bestandteil der Café-Kultur wurde, während ein jüngeres Café wie METCHA eher zeigt, wie aktuelle Social-Media-Trends die Optik und das Angebot eines einzelnen Hauses prägen können.
Die Ube-Welle: Matcha bekommt Konkurrenz
Eine koreanische Zeitung beschreibt, wie der violette Ube-Trend – benannt nach einer Süßkartoffelsorte – Matcha inzwischen teilweise den Rang als bevorzugte Trendzutat abläuft. Als Grund wird vor allem die optische Wirkung genannt: Während Matcha nur einen einzigen Grünton mitbringt, bietet Ube eine kräftig violette Farbe, die auf Fotos und in sozialen Netzwerken stärker heraussticht. Ganz verschwunden ist Matcha dabei aber nicht – einzelne Cafés kombinieren inzwischen beide Trends, etwa mit einem Cream-Ube-Matcha-Latte bei der Kette Knotted oder einem Ube-Matcha-Latte beim Café The Liter. Das zeigt: Statt eines klaren Ablösungsprozesses entsteht eher ein Nebeneinander zweier Trends, die sich zunehmend auch mischen.
Was diese Entwicklung für Matcha bedeutet
Dass ein neuer Trend wie Ube neben Matcha auftaucht, ist kein Zeichen dafür, dass Matcha an Bedeutung verliert, sondern eher normaler Teil eines sich ständig wandelnden Café-Marktes, in dem regelmäßig neue Farben und Zutaten für Aufmerksamkeit sorgen. Wie „Matcha in Korea: Nokcha, Malcha und der Café-Boom“ für den koreanischen Markt insgesamt einordnet, ist Matcha dort seit Jahren fest etabliert, auch wenn einzelne neue Trends zeitweise mehr mediale Aufmerksamkeit bekommen. Für Cafés wie METCHA oder O'sulloc bedeutet das vor allem, dass sie sich stärker über Qualität und ein klares Konzept behaupten müssen, statt sich allein auf die Neuheit ihrer Farbe zu verlassen. Ein Café, das schon seit Jahren besteht, hat gegenüber einem ganz neuen Trend zudem einen praktischen Vorteil: Ein eingespieltes Team und eine bereits etablierte Stammkundschaft tragen ein Geschäft auch über Phasen hinweg, in denen ein einzelner Trend gerade nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit steht.
Matcha-Tiramisu als eigener kleiner Trend innerhalb des Trends
Die Matcha-Tiramisu-artigen Süßspeisen bei METCHA sind ein Beispiel dafür, wie sich ein klassisches, ursprünglich italienisches Dessert international immer wieder neu einfärben lässt. Wer selbst mit dieser Kombination Schwierigkeiten hatte, findet im eigenen Bestand mit „Matcha-Tiramisu gelingt nicht: bitter, zu weich oder grau“ eine praktische Fehlersuche, die genau die Stolperfallen behandelt, die bei einer Matcha-Version des Klassikers typischerweise auftreten – etwa ein zu bitteres Pulver oder eine Creme, die nicht fest genug wird. Gerade bei einer Tiramisu-Variante summieren sich mehrere mögliche Fehlerquellen gleichzeitig – Feuchtigkeit im Biskuit, Festigkeit der Creme und Farbe des Pulvers –, weshalb sich ein Blick in eine gezielte Fehlersuche eher lohnt als bei einem einfacheren Rezept mit nur einer einzigen kritischen Zutat.
Der Weg zur eigenen Version
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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