Trends
Matcha im Cocktailglas: drei Städte im Vergleich
Was in Tokio in spezialisierten Tee-Bars begann, ist inzwischen auch in amerikanischen Cocktailbars angekommen. Von Miami über New York bis zurück nach Tokio zeigen drei Beispiele, wie unterschiedlich Bars Matcha in ihre Cocktailkarten einbauen.
The Sylvester, Miami: "Dama Verde"
In der Bar The Sylvester in Miami hat Bar-Direktor Rensel Cabrera den Cocktail "Dama Verde" entwickelt: ein mit Matcha versetzter Honigmelonen-Wodka-Drink, garniert mit einer Bestäubung aus Matcha-Pulver und Zitronensäure. Der Cocktail gehört nach Angaben der Bar zu den meistverkauften auf der Karte. Cabrera entwickelte ihn eigenen Angaben zufolge, weil Matcha neben dem Espresso Martini zu einem der größten Trends der vergangenen Zeit gehörte und er der Karte eine eigene, unverwechselbare Alternative dazu geben wollte. Dass ein einzelner Cocktail zu einem der meistverkauften einer ganzen Karte werden kann, zeigt außerdem, wie gut sich Matcha offenbar in ein Segment einfügt, das in Miami traditionell eher von Zitrusfrüchten und tropischen Aromen dominiert wird, statt von einem grasig-herben Tee.
Bananas, New York: Matcha als Dessert-Cocktail
Im East Village von New York führt die Bar Bananas, gegründet von Chris Ng und geleitet von General Managerin Dania Kim, einen Cocktail schlicht namens "Matcha Latte" als dessertartigen Drink. Er ist optisch stark an einen klassischen Matcha Latte angelehnt und richtet sich damit gezielt an ein jüngeres Publikum, das den Look des Getränks bereits aus Cafés kennt. Die Übertragung eines bekannten, nicht-alkoholischen Café-Getränks in ein Cocktailglas ist dabei kein Einzelfall, sondern folgt einem Muster, das sich auch bei anderen beliebten Kaffee- und Tee-Getränken beobachten lässt, die als Vorlage für neue Cocktailkreationen dienen. Der Vorteil eines solchen Ansatzes liegt auf der Hand: Gäste, die den optischen Look eines Matcha Latte bereits aus dem Café kennen, müssen sich nicht erst an ein völlig neues Getränk gewöhnen, sondern erkennen die Cocktailversion sofort wieder, nur eben mit Alkohol statt mit gewöhnlicher Milch.
Martiny's, New York: die "Tea Ceremony"
Ebenfalls in New York, aber mit einem anderen Konzept, arbeitet Martiny's: Der 2022 eröffnete Betrieb des gebürtigen Tokioters Takuma Watanabe führt den Cocktail "Tea Ceremony", eine Variante des Old Fashioned mit Matcha, aufgeschlagen zusammen mit Kokoswasser, dazu japanischer Whisky und Kakao. Die Kreation ist als bewusste Anspielung auf das japanische Tee-Ritual gedacht und soll auch die Süße von Wagashi, traditionellem japanischem Konfekt, aufgreifen. Watanabe setzt dasselbe Prinzip auch in seinen weiteren New Yorker Bars Midnight Blue und L'Americana ein, wo ebenfalls Matcha-Cocktails auf der Karte stehen.
Zurück nach Tokio: der "Green Tea Fashioned"
Den Kreis schließt ein Blick zurück nach Tokio, wo die Bar Mixology Salon in Ginza mit dem "Green Tea Fashioned" einen ähnlichen Ansatz wie Martiny's verfolgt: zwei Bourbons, Matcha und ein Sirup aus Kuromitsu, ergänzt um Schokoladen- und Vanille-Bitters sowie ein Stück Blattgold. Dass sowohl in Tokio als auch in New York unabhängig voneinander Bars auf die Old-Fashioned-Struktur als Grundgerüst für Matcha-Cocktails setzen, zeigt, wie gut sich das Pulver offenbar in klassische, auf Süße und Bitters aufgebaute Rezepte einfügt, ganz unabhängig davon, auf welchem Kontinent die Bar liegt.
Was diese Cocktails technisch gemeinsam haben
Bei allen vier Beispielen fällt auf, dass Matcha nie einfach nur eingerührt, sondern vorher separat aufgeschlagen oder fein verteilt wird, bevor es in den Cocktail kommt – sei es mit Kokoswasser bei Martiny's, mit Wodka bei The Sylvester oder mit Bourbon bei Mixology Salon. Der Grund: Matcha löst sich in reinem Alkohol schlechter als in Wasser oder Milch und würde ohne dieses Aufschlagen leicht klumpen oder sich am Glasboden absetzen. Diese technische Notwendigkeit erklärt auch, warum viele Matcha-Cocktails mit einer sichtbaren, leicht schaumigen Oberfläche serviert werden – ein Nebeneffekt der Zubereitung, kein reiner Stilentscheid. Für Barkeeperinnen und Barkeeper, die selbst mit Matcha experimentieren wollen, ist dieser technische Punkt wichtiger als die Wahl der Spirituose: Ein sauber aufgeschlagenes Pulver entscheidet stärker über das Ergebnis als die Frage, ob am Ende Bourbon, Wodka oder Whisky im Glas landet.
Ein globaler Trend mit lokalen Varianten
Wie „Matcha Cocktails: Wie der grüne Bar-Trend funktioniert“ allgemeiner beschreibt, ist die Kombination aus Matcha und Alkohol längst kein regionales Phänomen mehr, sondern taucht unabhängig voneinander auf mehreren Kontinenten auf. Die hier vorgestellten vier Bars zeigen dabei unterschiedliche Herangehensweisen: von der fruchtig-süßen Variante in Miami über die Café-Anlehnung in New York bis zur ritual-nahen Variante bei Martiny's und Mixology Salon. Gemeinsam ist allen vier: Matcha wird nicht als bloßer Farbstoff behandelt, sondern soll geschmacklich tatsächlich präsent bleiben, auch neben Alkohol, Bitters und Sirup. Dass sich dieses Prinzip unabhängig voneinander in Miami, New York und Tokio durchgesetzt hat, spricht dafür, dass es weniger um eine einzelne Bar-Mode geht als um eine grundsätzliche Eigenschaft von Matcha, die sich für Barkeeperinnen und Barkeeper an ganz unterschiedlichen Orten der Welt als brauchbar erweist.
Die alkoholfreie Basis dahinter
Wer selbst mit Matcha-Cocktails experimentieren will, sollte zuerst die alkoholfreie Grundzubereitung beherrschen, denn jeder der hier beschriebenen Drinks baut letztlich darauf auf. Genau dafür eignet sich der MATCHASHOCK Bio-Matcha: erste Ernte, beschattet, fein steingemahlen und laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide, mild statt bitter, damit das Pulver auch neben Alkohol, Sirup und Bitters nicht untergeht. Für alle, die den Bar-Gedanken alkoholfrei zu Hause umsetzen wollen, bietet das eigene Rezept für „Matchatini: der grüne Martini und was ihn trägt“ einen direkten Einstieg, ganz ohne Bar-Ausstattung. Wer später doch mit Alkohol experimentieren möchte, kann dieselbe Grundzubereitung einfach um eine kleine Menge Spirituose ergänzen, statt das Rezept komplett neu aufzubauen. Wer den ritual-nahen Ansatz von Martiny's nachvollziehen will, kann das Pulver testweise mit Kokoswasser statt mit gewöhnlichem Wasser aufschlagen – die leicht süßliche, nussige Note des Kokoswassers verändert den Gesamteindruck spürbar, ohne dass dafür Alkohol oder Bar-Zubehör nötig wären. So lässt sich zu Hause in wenigen Minuten nachvollziehen, worauf all diese Bars weltweit letztlich aufbauen, ganz gleich ob am Ende ein Cocktail oder nur eine schlichte Schale dabei herauskommt. Wer mehrere der hier vorgestellten Bars nicht selbst besuchen kann, hat mit dieser Grundzubereitung zumindest den technischen Kern jeder einzelnen Kreation zu Hause im Griff, unabhängig davon, welche Spirituose später noch dazukommt oder ob am Ende ganz auf Alkohol verzichtet wird. Stand der Angaben: August 2026. Angebote, Zeiten und Karten ändern sich – prüfe vor dem Besuch die Seite des jeweiligen Hauses.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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