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Jugend & Social Media

Matcha und die Clean-Girl-Routine: was hinter dem Begriff steckt

Wer nach matcha clean girl routine sucht, landet meist bei TikTok-Videos mit durchscheinender Haut, einem straffen Dutt und einem grünen Getränk in der Hand. Die Clean-Girl-Ästhetik ist ein Beauty-, Mode- und Lifestyle-Trend, der Ende 2021 aufkam und seither vor allem auf TikTok verbreitet wird. Sie beschreibt einen Look, der mühelos und aufgeräumt erscheinen soll: wenig sichtbares Make-up, natürliche Frisuren, gedeckte Farben in der Kleidung. Zur Routine gehört mehr als nur das Aussehen. Auch der Start in den Tag zählt dazu, und in vielen Videos taucht dabei ein grünes Getränk auf, meist Matcha oder ein ähnlich aussehender Smoothie. Dieser Artikel ordnet ein, woher der Begriff kommt, welche Elemente zur Routine gehören und wo Matcha innerhalb dieser Ästhetik auftaucht.

Woher der Begriff Clean Girl kommt

Die Clean-Girl-Ästhetik entstand Ende 2021 und wurde 2022 populär, unter anderem messbar an den Google-Suchtrends zu diesem Begriff. Sie gilt als Teilbereich einer größeren Bewegung namens „That Girl“, die eine Person beschreibt, die produktiv und beruflich erfolgreich erscheint und daneben trotzdem Zeit für ausgewogenes Essen, Sport, Lesen und eine feste Pflege-Routine findet. Verbreitet wurde der Begriff vor allem über TikTok, wo er sich rasch von einem einzelnen Hashtag zu einer eigenen Bildsprache entwickelte. Bis Anfang 2026 sammelten sich unter dem Hashtag #CleanGirl mehr als 1,2 Millionen Videos, verteilt auf Beauty-Tutorials, Morgenroutinen und kurze Outfit-Clips. Der Name „clean“ bezieht sich dabei nicht auf Sauberkeit im wörtlichen Sinn, sondern auf den Eindruck von Fehlerlosigkeit bei gleichzeitiger Mühelosigkeit, also einen Look, der aussieht, als hätte er keinen Aufwand gekostet.

Die Beauty-Seite der Routine

Zur Clean-Girl-Ästhetik gehört ein Make-up-Stil, der wenig oder gar kein Make-up vortäuscht: glänzende, meist nude Lippen, ein natürlicher Rougeschimmer und gebürstete, aber nicht überzeichnete Augenbrauen. Dahinter steckt in der Regel eine mehrstufige Hautpflege-Routine, die auf einen ebenmäßigen Teint zielt, mit Reinigung, Feuchtigkeitspflege und Lichtschutz als wiederkehrenden Grundschritten in den gezeigten Videos. Bei der Frisur dominieren einfache, straffe Formen wie der glatte Dutt, die Hochsteckfrisur oder der geflochtene Pferdeschwanz, oft kombiniert mit sichtbar geglätteten Ansätzen. Auch hier gilt das gleiche Prinzip wie beim Make-up: Der Aufwand soll nicht sichtbar sein, obwohl er es in der Praxis häufig ist, denn die einzelnen Schritte der Routine werden in den Videos meist minutiös dokumentiert.

Kleidung und Wohnraum: reduziert statt laut

Bei der Kleidung setzt die Ästhetik auf eine gedeckte Farbpalette aus Weiß, Schwarz, Grau und hellen Naturtönen, kombiniert mit einem lässigen, aber aufgeräumten Schnitt. Auffällige Muster oder große Logos passen nicht ins Bild, ebenso wenig grelle Farbkombinationen. Das Prinzip überträgt sich auch auf die Wohnung: Minimalistische Einrichtung mit wenigen, bewusst gewählten Objekten gehört ebenso zum Gesamtbild wie der reduzierte Kleiderschrank. Wer sich durch Clean-Girl-Content klickt, sieht deshalb selten überladene Regale oder auffällige Deko, sondern eher helle Flächen, wenige Farben und viel freien Raum, oft ergänzt um ein einzelnes grünes Element wie eine Zimmerpflanze oder eben das erwähnte Getränk.

Wie ein typisches Routine-Video aufgebaut ist

Die Videos, die zur Ästhetik gehören, folgen meist einem festen Ablauf: Der Tag beginnt früh, gefolgt von Hautpflege, einer kurzen Trainingseinheit, häufig Pilates, und einem ruhigen Frühstücksmoment. Genau in diesem letzten Schritt taucht das grüne Getränk auf, oft in einem schlichten Glas ohne Etikett, gefilmt aus einer erhöhten Position auf einer hellen Arbeitsfläche. Der gesamte Clip dauert meist nur wenige Sekunden bis eine Minute und wird häufig ohne gesprochenen Kommentar veröffentlicht, begleitet von ruhiger Musik. Diese formale Struktur, kurze Schnitte, helles Licht, wenig Text im Bild, ist Teil dessen, was den Look konsistent über tausende Videos hinweg wiedererkennbar macht, unabhängig davon, wer das Video veröffentlicht.

Wo Matcha in der Routine auftaucht

Neben Beauty und Kleidung gehört ein Lifestyle-Teil zur Ästhetik: frühes Aufstehen, regelmäßiges Training und ein grünes Getränk zum Frühstück. In diesem Zusammenhang taucht Matcha in vielen Clean-Girl-Videos als wiederkehrendes Bildelement auf, meist in einem hellen Glas oder einer schlichten Tasse neben dem übrigen ruhigen, aufgeräumten Setting. Für die Ästhetik zählt dabei vor allem die Optik: Die Farbe des Getränks passt zur restlichen, gedeckten Bildsprache des Trends und erscheint neben weißen Flächen und Naturtönen bewusst platziert. Andere Getränke wie ein grüner Smoothie oder ein heller Tee erfüllen in denselben Videos eine ähnliche Funktion, sodass Matcha eines von mehreren austauschbaren Bildelementen ist, kein zwingender Bestandteil der Ästhetik.

Kritik an der Ästhetik

Die Clean-Girl-Bewegung steht auch in der Kritik. Elemente wie goldene Creolen, straff nach hinten gebundene Haare oder brauner Lippenkonturenstift stammen aus Beauty-Traditionen Schwarzer und lateinamerikanischer Frauen, die genau dafür lange stigmatisiert wurden, während dieselben Stilelemente unter dem neuen, überwiegend weiß geprägten Trendnamen gefeiert werden, ohne dass die Herkunft benannt wird. Kritikerinnen und Kritiker weisen darauf hin, dass der Look zwar heute unter hunderttausenden Videos und Millionen Aufrufen firmiert, seinen Ursprung aber lange vor der TikTok-Version hatte. Ein zweiter Kritikpunkt betrifft den Anspruch an Mühelosigkeit selbst: Der scheinbar natürliche Look ist in der Praxis oft aufwendig und teuer, was nach Ansicht von Kritikerinnen und Kritikern unrealistische Standards begünstigt und die Vorstellung nährt, ein bestimmtes Erscheinungsbild sei ohne Aufwand erreichbar.

Unterschied zur Matcha-Girl-Ästhetik

Die Clean-Girl-Bewegung ist keine reine Matcha-Bewegung. Auf TikTok existiert daneben ein eigener Trend, der stärker um das Getränk selbst kreist und eigene Bildsprache entwickelt hat, dazu mehr im Artikel „Matcha Girl: die TikTok-Ästhetik hinter dem Lifestyle-Trend“. Der Unterschied liegt im Schwerpunkt: Clean Girl beschreibt einen gesamten Lebensstil aus Beauty, Kleidung und Alltag, in dem Matcha nur eines von mehreren wiederkehrenden Details ist. Die Matcha-Girl-Ästhetik dagegen stellt das Getränk selbst und seine Zubereitung in den Mittelpunkt. Wer gezielt nach der reinen Getränke-Ästhetik sucht, findet dort die genauere Einordnung, während dieser Artikel die breitere Lifestyle-Bewegung beschreibt, in der Matcha nur am Rand vorkommt.

Was das für den eigenen Alltag bedeutet

Ein Social-Media-Trend ist kein festes Regelwerk. Wer einzelne Elemente der Clean-Girl-Routine übernehmen möchte, etwa das ruhige, reduzierte Morgenritual mit einem grünen Getränk, kann das unabhängig von Filtern und Hashtags in den eigenen Alltag einbauen. Eine kompakte Anleitung für die praktische Zubereitung liefert der Artikel „Matcha-Morgenroutine: In 3 Minuten zur fertigen Schale“. Wichtig bleibt dabei, den Trend als Anregung statt als Vorgabe zu betrachten, gerade weil viele Elemente der Ästhetik selbst zeitaufwendig sind, wenn man sie im Detail nachstellt. Wer die reduzierte Optik mag, muss dafür weder eine bestimmte Hautpflege-Routine noch ein bestimmtes Getränk übernehmen, das Prinzip dahinter lässt sich auf jede beliebige Morgenroutine übertragen.

Wie sich der Trend über Videos hinaus zeigt

Auch außerhalb kurzer Clips lässt sich die Clean-Girl-Ästhetik an anderen Formaten ablesen, etwa an Fotostrecken auf Pinterest oder an Produktlisten, die als Empfehlung unter Videos verlinkt werden. Wiederkehrend sind dabei helle Badezimmerfotos mit aufgereihten Pflegeprodukten, einzelne Kleidungsstücke vor einem neutralen Hintergrund und eben die bereits beschriebenen Frühstücksmomente mit einem Glas Matcha. Diese Formate greifen ineinander: Ein einzelnes Foto einer Küchentheke kann dieselbe Bildsprache transportieren wie ein einminütiges Video, ohne dass Bewegung dafür notwendig ist. Für die Reichweite eines einzelnen Beitrags spielt es dabei eine untergeordnete Rolle, ob es sich um ein Video oder ein einzelnes Bild handelt, solange die typischen Farbtöne und die reduzierte Bildkomposition eingehalten werden.

Matcha für die eigene Routine

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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