Trends
Wo Tokio Matcha in die Cocktailbar bringt
In Tokio hat sich neben der klassischen Teezeremonie eine eigene Bar-Szene entwickelt, die Matcha und andere japanische Tees in Cocktails und ungewöhnliche Getränke einarbeitet. Von Bourbon mit Matcha und Blattgold bis zu Matcha-Bier zeigt sich dort eine Bandbreite, die weit über den Latte hinausgeht.
Mixology Salon in Ginza: der "Green Tea Fashioned"
In Ginza hat sich die Bar Mixology Salon auf Tee-Cocktails spezialisiert und führt eine zweisprachige Karte mit "Tea-tail"-Verkostungsmenüs und Signature-Drinks. Der bekannteste ist der "Green Tea Fashioned": zwei Sorten Bourbon, Matcha und ein Sirup aus Kuromitsu, einem dunklen japanischen Zuckersirup, dazu Schokoladen- und Vanille-Bitters, obenauf ein Stück Blattgold. Die Kombination greift die klassische Struktur eines Old Fashioned auf – Spirituose, Süße, Bitters – und ersetzt lediglich die übliche Zuckerwürfel-Süße durch Matcha und Kuromitsu. Das Ergebnis ist ein Cocktail, der optisch stark an eine Teezeremonie erinnert, strukturell aber ein amerikanischer Klassiker bleibt.
Weitere Tee-Bars zwischen Ebisu, Daikanyama und Shibuya
Neben Mixology Salon gibt es in Tokio mehrere weitere Adressen, die Tee statt Kaffee in den Mittelpunkt ihrer Getränkekarte stellen. Inari Tea in Ebisu kombiniert unter anderem Hojicha-infundierten Rum mit einem Matcha-Whisky-Verschnitt. Tea Bucks in Daikanyama serviert sowohl alkoholische als auch alkoholfreie Tee-Aufgüsse, etwa einen Beni-Hojicha-Amaretto aus schwarzem Tee, geröstetem Grüntee und Mandellikör. Gen Gen An by En Tea in Shibuya setzt auf Sake- und Tee-Cocktails wie einen Zitronengras-Hojicha-Drink mit Umeshu, japanischem Pflaumenwein. Sakurai in Aoyama, ein modernes Teehaus, führt eigene Tee-Spirituosen, darunter mit Sencha aromatisierten Gin, mit Hojicha aromatisierten Rum und Bier mit Matcha. Auffällig an all diesen Adressen ist, dass sie Matcha fast nie allein einsetzen, sondern fast immer im Zusammenspiel mit einem zweiten Tee wie Hojicha oder Sencha – eine Herangehensweise, die eher an eine Tee-Verkostung mit mehreren Sorten erinnert als an einen klassischen Cocktail mit einer einzigen Leitzutat.
1899 OCHANOMIZU: Matcha-Bier statt Matcha-Latte
Ein besonders ungewöhnliches Beispiel liefert das Restaurant 1899 OCHANOMIZU: Dort steht ein unsüßes, kohlensäurefreies Matcha-Bier auf der Karte, dazu ein Set aus drei Tee-Würsten in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Das Konzept des Hauses beschreibt sich selbst als Ort, an dem man gemeinsam bei Tee entspannt – mit einer breiten Palette an Gerichten und Getränken, die Tee auf ungewöhnliche Weise einbinden, statt ihn nur in der Tasse zu servieren. Ein Matcha-Bier zeigt dabei, wie weit sich das Grundprinzip "Tee statt Kaffee oder Zucker" inzwischen von der klassischen Teeschale entfernt hat, ohne die Zutat selbst zu verlassen.
Was diese Bars gemeinsam haben
So unterschiedlich die einzelnen Adressen sind, folgen sie einem ähnlichen Muster: Statt Matcha nur als Farbstoff oder als Trendzutat neben klassischen Cocktailzutaten zu behandeln, wird der Tee selbst zum strukturgebenden Element – als Sirup, als aromatisierter Alkohol oder, im Fall des Biers, als eigenständige Basis. Dieses Muster unterscheidet die Tokioter Bar-Szene von vielen westlichen Matcha-Cocktails, bei denen das Pulver oft nur zum Süßen oder Färben eines bereits bestehenden Rezepts eingesetzt wird. Wie „Matcha Cocktails: Wie der grüne Bar-Trend funktioniert“ allgemeiner beschreibt, ist diese tiefere Integration von Tee in die Cocktailstruktur eher die Ausnahme als die Regel.
Matcha und Whisky: eine naheliegende Kombination
Mehrere der genannten Adressen kombinieren Matcha gezielt mit japanischem Whisky statt mit klarem Alkohol wie Wodka oder Gin. Das liegt an einer gewissen aromatischen Nähe: Japanischer Whisky bringt oft eigene grasig-holzige, teils rauchige Noten mit, die sich mit dem herb-grasigen Grundton von Matcha ergänzen, statt sich gegenseitig zu überdecken. Wer selbst mit dieser Kombination experimentieren will, sollte bedenken, dass Matcha sich in reinem Alkohol schlechter löst als in Wasser oder Milch – ein kurzes Aufschlagen mit etwas warmem Wasser vor dem Vermischen mit der Spirituose verhindert Klümpchen im fertigen Drink. Wer die Reihenfolge umdreht und die Spirituose direkt auf trockenes Pulver gießt, riskiert dagegen genau die Klümpchenbildung, die auch bei einem gewöhnlichen Matcha Latte auftritt, wenn das Pulver nicht vorher separat mit etwas Flüssigkeit angerührt wird.
Vom Cocktail zur eigenen Schale
Ein Cocktail wie der "Green Tea Fashioned" zeigt Matcha als eines von mehreren Elementen in einem komplexen Rezept aus Alkohol, Sirup und Bitters. Wer stattdessen wissen will, wie das Pulver ohne Alkohol und ohne Sirup schmeckt, braucht dafür weder eine Bar noch eine Steinmühle: zwei Gramm Pulver mit 70 bis 80 Grad heißem Wasser aufgeschlagen zeigen den vollen Geschmack pur. Genau darauf ist der MATCHASHOCK Bio-Matcha ausgelegt – erste Ernte, beschattet, fein steingemahlen und laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide, mild statt bitter im Abgang. Wer den Bar-Gedanken trotzdem zu Hause aufgreifen will, findet im eigenen Rezeptbestand mit „Matchatini: der grüne Martini und was ihn trägt“ eine alkoholfreie Annäherung an dieselbe Idee, bei der sich dieselbe Technik – Pulver getrennt aufschlagen, dann erst vermischen – ganz ohne Alkohol üben lässt, bevor man sich an eine Bar-Version mit Spirituosen wagt.
Warum Tokio hier eine Vorreiterrolle spielt
Dass gerade Tokio eine derart dichte Szene an Tee-Bars entwickelt hat, hängt eng mit der langen japanischen Teetradition zusammen, die Tee ohnehin als eigenständiges, ernstzunehmendes Getränk begreift, nicht nur als Zusatz. Wer die Zubereitung hinter dem klassischen Ritual verstehen will, bevor er sie in eine Bar überträgt, findet in „Matcha in Japan erleben: Uji, Nishio und die Teefelder“ eine Einordnung der Regionen, aus denen ein Großteil des dort verwendeten Matcha stammt. Wer mehrere dieser Bars an einem Abend besuchen möchte, findet sie zudem alle innerhalb eines überschaubaren Radius im Zentrum Tokios, was einen Bar-Rundgang zu Fuß oder mit kurzen U-Bahn-Fahrten realistisch macht, ohne einen ganzen Tag dafür einplanen zu müssen. Die Tokioter Bar-Szene zeigt letztlich, dass sich Tradition und Experiment nicht ausschließen müssen: Dieselbe Zutat, die seit Jahrhunderten in der Teeschale steht, findet heute genauso selbstverständlich ihren Platz im Cocktailglas. Bemerkenswert ist dabei, wie unterschiedlich die einzelnen Stadtteile Tokios diese Idee umsetzen: Während Ginza mit dem Mixology Salon eher auf eine elegante, an eine Bar-Klassik angelehnte Inszenierung setzt, wirken Adressen wie Sakurai in Aoyama oder Gen Gen An in Shibuya bewusst experimenteller und näher an einem modernen Teehaus als an einer klassischen Cocktailbar. Für Reisende, die mehrere dieser Adressen an einem Abend besuchen wollen, lohnt sich deshalb ein Blick darauf, welches Stadtviertel welchem Stil eher entspricht, statt sich auf eine einzelne, besonders bekannte Bar zu beschränken. Wer stattdessen mehr über die Herkunft des dort verwendeten Tees erfahren möchte, findet einen guten Ausgangspunkt in den unterschiedlichen japanischen Anbauregionen, die je nach Bar und Rezept ganz unterschiedlich stark im Geschmack hervortreten. Stand der Angaben: August 2026. Angebote, Zeiten und Karten ändern sich – prüfe vor dem Besuch die Seite des jeweiligen Hauses.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



Genug gelesen? Schmeck den Unterschied selbst.
Bio aus erster Ernte.
Laborgeprüft, doppelt versiegelt.
Fein vermahlen und mild statt bitter — deshalb schmeckt er auch pur.
- Bio-zertifiziert, DE-ÖKO-006
- Im Labor geprüft
- Erste Ernte, feinste Vermahlung
- Doppelt luftdicht versiegelt
- Versand kostenlos in Deutschland
- 30 g, reicht für 10–15 Tassen
„Das ist der beste Matcha, den ich seit Jahren gekauft habe! Ich trinke schon lange Matcha und nutze ihn auch gerne zum Backen meiner Lieblingscookies. Die Qualität ist top! Intensiver Geschmack, sehr fein gemahlen […]. Den werde ich definitiv wieder bestellen!!“
30 g für 25,00 € (833,33 €/kg, inkl. MwSt.)
Jetzt probierenMATCHASHOCK Bio-Matcha, 30 g: 25,00 € (833,33 €/kg), inkl. MwSt. Versand innerhalb Deutschlands kostenlos. Bio: Kontrollstelle des Herstellers CN-BIO-141, unsere eigene DE-ÖKO-006 (ABCert) · Nicht-EU-Landwirtschaft. Diese Bewertungen stammen von unserer Amazon-Produktseite und tragen dort alle den Amazon-Vermerk „Verifizierter Kauf“ — Amazon setzt ihn nur, wenn der Artikel über das Konto der Verfasserin oder des Verfassers gekauft wurde. Wir schreiben keine Bewertungen selbst und übernehmen keine aus anderen Quellen. Mit […] gekennzeichnete Stellen haben wir weggelassen, weil sie Aussagen zur Wirkung enthalten, die wir noch nicht mit Unterlagen belegen können; nichts wurde umformuliert. Der vollständige Wortlaut steht auf unserer Amazon-Produktseite.