Zubereitung
Hojicha Latte: der geröstete Gegenpart zum Matcha Latte
Ein Hojicha Latte ist der braune Bruder des Matcha Latte: geröstetes Blatt statt beschattetes Pulver, nussig statt grasig. Er gelingt mit losem Blatt genauso wie mit gemahlenem Hojicha, wenn du zwei Zahlen kennst – Blattmenge und Milchtemperatur. Hier stehen beide Wege mit Grammangaben, heiß und iced.
Was einen Hojicha Latte ausmacht
Hojicha ist gerösteter Grüntee, und genau die Röstung macht diesen Latte aus. Verwendet werden meist Blätter aus dem zweiten Erntegang oder später, oft Bancha oder Kukicha, also gröberes Material mit Stielanteil. Geröstet wird bei rund 150 Grad, bis die grünen Blätter braun werden und der Aufguss klar rötlich aussieht. Aus dem grasigen Grundton wird dabei ein nussiger, toastiger, fast karamelliger Geschmack mit sehr wenig Herbe. In Milch funktioniert das anders als bei Matcha: Der Röstton setzt sich gegen Kuhmilch und Haferdrink durch, ohne dass du nachsüßen musst, und die Farbe bleibt bräunlich statt grün. Der zweite große Unterschied liegt in der Technik. Hojicha ist ein Aufguss, das Blatt wird nach dem Ziehen entfernt. Matcha ist eine Suspension, das Pulver bleibt im Getränk und wird mitgetrunken. Deshalb ist ein Hojicha Latte nachsichtiger, was die Wassertemperatur angeht, braucht dafür aber eine sehr kräftige Teebasis, damit die Milch ihn nicht schluckt. Was die Teesorte sonst noch ausmacht und woher sie kommt, steht im Wissensartikel „Was ist Hojicha?“ – hier geht es nur um den Latte.
Blatt oder Pulver: zwei Wege in die Tasse
Für einen Hojicha Latte gibt es zwei Ausgangsprodukte. Der klassische Weg ist loses Röstblatt. Als Richtwert für puren Hojicha gelten 5 bis 10 Gramm Blatt auf 200 Milliliter Wasser bei 90 bis 100 Grad und 30 Sekunden bis 3 Minuten Ziehzeit. Für einen Latte gehst du an das obere Ende dieser Spanne, weil Milch verdünnt: rund 8 Gramm auf 150 Milliliter, knapp 3 Minuten, dann abseihen. Der zweite Weg ist gemahlener Hojicha. Das Pulver wird wie Matcha behandelt, also gesiebt und mit wenig Wasser aufgeschlagen, und du trinkst das ganze Blatt mit. Das ergibt einen dichteren, trüberen Latte mit mehr Röstaroma, klumpt aber genauso leicht wie Matcha, wenn du das Sieb weglässt. Beide Wege haben ihre Berechtigung. Loses Blatt ist im Verbrauch günstiger und lässt sich feiner steuern, braucht aber Kanne oder Sieb. Pulver ist schneller, verzeiht dafür weniger: Ist es zu grob gemahlen, sinkt es ab und der letzte Schluck wird sandig. Wer schon einen Bambusbesen für Matcha hat, benutzt ihn für Hojicha-Pulver einfach mit.
Der heiße Hojicha Latte Schritt für Schritt
Erstens: Tasse vorwärmen, damit die Milch nicht sofort abkühlt. Zweitens: 8 Gramm loses Hojicha in Kanne oder Sieb geben und mit 150 Millilitern Wasser von etwa 95 Grad übergießen. Anders als beim Matcha ist heißes Wasser hier kein Fehler, die Röstung hat die herben Anteile bereits stark zurückgefahren. Drittens: knapp 3 Minuten ziehen lassen, dann konsequent abseihen. Bleibt das Blatt länger im Wasser, wird der Aufguss flach und holzig statt nussig. Viertens: 150 Milliliter Milch auf etwa 60 bis 65 Grad erwärmen und aufschäumen. Über 70 Grad bekommt Kuhmilch einen Kochton, der den Röstgeschmack überdeckt, und Haferdrink wird dünn. Fünftens: die starke Teebasis in die vorgewärmte Tasse geben, Milch langsam eingießen, Schaum obenauf. Wenn dir der Tee zu leise ist, drehst du nicht an der Ziehzeit, sondern an der Blattmenge – ein Gramm mehr bringt mehr als eine Minute länger. Für Pulver-Hojicha gilt dieselbe Reihenfolge, nur schlägst du 2 Gramm gesiebtes Pulver mit 50 Millilitern Wasser auf und füllst dann mit Milch auf.
Iced Hojicha Latte: das Verhältnis entscheidet
Kalt gemacht kippt das Verhältnis, weil Eis schmilzt. Setz die Teebasis deshalb doppelt so stark an: 8 Gramm Blatt auf 100 Milliliter Wasser, knapp 3 Minuten ziehen, abseihen und im Kühlschrank oder über einem Eisbad herunterkühlen. Warm auf Eis gegossen verwässert der Latte innerhalb einer Minute. Dann ein hohes Glas zu zwei Dritteln mit Eiswürfeln füllen, 150 Milliliter kalte Milch eingießen und den Tee langsam über einen Löffelrücken darübergeben. So entsteht die typische Schichtoptik in Braun und Weiß, die sich erst beim Umrühren mischt. Wer es noch ergiebiger will, friert starken Hojicha als Eiswürfel ein und gießt Milch darüber – dann wird das Getränk beim Schmelzen kräftiger statt schwächer. Süßen brauchst du meist nicht; wenn doch, nimm flüssigen Sirup, weil sich Kristallzucker in kalter Milch kaum löst. Dieselbe Logik gilt für kalten Matcha, nur dass dort das Pulver direkt im Shaker mit kaltem Wasser aufgeschlagen wird, wie im Wissensartikel „Matcha kalt zubereiten“ beschrieben.
Matcha und Hojicha nebeneinander
Viele, die beides zuhause haben, wechseln je nach Lust zwischen den beiden. Beziffern lässt sich dabei nur eine Seite sauber: Für Matcha werden 18,9 bis 44,4 Milligramm Koffein je Gramm Pulver angegeben, bei 2 Gramm also rund 38 bis 89 Milligramm je Schale, und die Werte für Kaffee, Cola und andere Tees stehen im Wissensartikel „Koffein-Tabelle“. Für Hojicha liegt keine vergleichbare Zahl je Gramm vor, deshalb steht hier auch keine. Damit das Nebeneinander funktioniert, muss vor allem die Matcha-Hälfte stimmen. Späte Ernten schmecken pur herb, und Milch kaschiert das nur halb. Erste Ernte, beschattet, von Hand gepflückt, steingemahlen und laborgeprüft auf Pestizide, Schwermetalle und Radionuklide – so ist der MATCHASHOCK Bio-Matcha aufgebaut, und deshalb bleibt er mild statt bitter, auch neben einem kräftigen Röstblatt. Aus einer 30-Gramm-Dose holst du bei 2 Gramm je Schale rund 15 Schalen heraus. Geschmacklich ergänzen sich die beiden ohnehin gut: grasig-cremig auf der einen Seite, nussig-toastig auf der anderen, und beide vertragen dieselbe Milchtemperatur von 60 bis 65 Grad. Wo die Unterschiede jenseits des Lattes liegen, von der Röstung bis zur Mahlung, sortiert der Wissensartikel „Hojicha oder Matcha: geröstetes Blatt gegen gemahlenes Blatt“.
Milch, Süße und die typischen Fehler
Haferdrink passt zu Hojicha besonders gut, weil seine Getreidesüße den Röstton verlängert; Kuhmilch bringt mehr Schaum und Volumen. Welche Milch bei welchem Getränk was macht, steht ausführlich im Wissensartikel „Welche Milch für Matcha Latte?“ – für Hojicha gelten dieselben Regeln. Die häufigsten Fehler sind schnell aufgezählt. Erstens zu wenig Blatt: Dann schmeckt das Ergebnis nach warmer Milch mit einer Ahnung von Tee. Zweitens zu lange gezogen, das gibt Herbe und Holzton, obwohl Hojicha eigentlich der milde Tee ist. Drittens kochend heiße Milch, die den Karamellton platt macht. Viertens ungesiebtes Pulver, das Klümpchen bildet – dasselbe Problem wie bei Matcha, nachzulesen im Wissensartikel „Matcha klumpt?“. Und ein fünfter Punkt, den viele übersehen: alter Hojicha. Röstaromen verfliegen schneller, als man denkt, deshalb gehört auch dieses Blatt luftdicht, dunkel und trocken in eine Dose statt in die offene Tüte im Regal.
Quellen
- Wikipedia - Hojicha (Roestung, Blattmaterial, Aufguss) ↗
- Wikipedia (englisch) - Hojicha (Roesttemperatur, Geschmack, Aufguss) ↗
- Wikipedia - Matcha (Beschattung, Steinmuehle, Koffein, L-Theanin) ↗
- Deutscher Tee & Kräutertee Verband – Die Zubereitung (Matcha: ein halber Teelöffel Pulver mit zwei Esslöffeln kaltem Wasser cremig rühren, danach 150 Milliliter heißes Wasser; eigene Grafiken zu Temperatur und Ziehzeit) ↗
- DGE, DAG und DDG – Konsensuspapier zur Zuckerzufuhr (höchstens 10 Prozent der Gesamtenergiezufuhr aus freien Zuckern) ↗
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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