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Trends

HiteJinro bringt Matcha-Makgeolli nach Japan

Der südkoreanische Spirituosenkonzern HiteJinro hat über seine japanische Tochtergesellschaft am 22. Mai 2026 mit Jinro Yoicha Makgeolli Matcha ein alkoholhaltiges Getränk auf den Markt gebracht, das traditionellen koreanischen Reiswein mit Matcha verbindet. Das Unternehmen bewirbt es als ersten kommerziell erhältlichen Matcha-Makgeolli in Japan und begleitet die Markteinführung mit einer eigenen Werbekampagne. Dieser Artikel beschreibt Produkt, Zutaten und Vermarktung nach Angaben von HiteJinro sowie nach Berichten der Wirtschaftspresse. Mit HiteJinro haben wir nichts zu tun und verkaufen dieses Getränk nicht.

Was Makgeolli ist

Makgeolli ist ein traditionelles koreanisches alkoholisches Getränk aus fermentiertem Reis mit einer trüben, milchig-weißen Farbe und typischerweise einem vergleichsweise niedrigen Alkoholgehalt von wenigen Volumenprozent. Das Getränk hat in Korea eine lange Tradition als Alltags- und Landgetränk und erlebt nach Presseberichten auch außerhalb Koreas wachsendes Interesse, seit koreanische Hersteller gezielt neue, international zugängliche Geschmacksrichtungen dafür entwickeln, wie es beim Matcha-Makgeolli von HiteJinro der Fall ist.

Das Produkt

Jinro Yoicha Makgeolli Matcha ist ein alkoholhaltiges Getränk, das nach Angaben von HiteJinros japanischer Tochtergesellschaft am 22. Mai 2026 landesweit in Japan in den Verkauf kam. Das Unternehmen bewirbt es als ersten kommerziell erhältlichen Matcha-Makgeolli in Japan. Nach Angaben der koreanischen Wirtschaftspresse hat das Getränk einen Alkoholgehalt von 5 Volumenprozent, eine Flasche fasst 650 Milliliter und kostet in Japan umgerechnet rund 726 Yen inklusive Steuer.

Zutaten und Herkunft des Matcha

Nach Angaben von HiteJinro wird für das Getränk Matcha aus der südkoreanischen Region Boseong verwendet, die als größtes Teeanbaugebiet Südkoreas gilt. Das Unternehmen beschreibt den Geschmack als Ausgleich zwischen der milden Bitterkeit und dem Aroma von grünem Tee einerseits und der weichen, cremigen Textur von Makgeolli andererseits, ohne dass das Getränk dabei süß schmecken soll. Boseong liegt in der südkoreanischen Provinz Jeolla-Namdo und erzeugt nach unabhängigen Angaben rund 40 Prozent der gesamten südkoreanischen Teeernte; die Region gilt zudem als erstes Agrarprodukt Südkoreas mit einer eingetragenen geografischen Herkunftsangabe. Der Tee wird dort seit den 1930er-Jahren angebaut, größere Plantagen entstanden ab den 1950er- und 1960er-Jahren.

Herkunft des Produktnamens

Nach Angaben von HiteJinro setzt sich der Name Yoicha aus den koreanischen Begriffen für Rausch beziehungsweise Wohlgefühl (Yoi) und Tee (Cha) zusammen. Das Unternehmen kündigte an, unter diesem Namen künftig weitere Geschmacksrichtungen mit unterschiedlichen Teesorten anzubieten, sodass Matcha den Auftakt einer geplanten Yoicha-Serie bildet.

Werbegesicht der Marke

Für die Vermarktung seiner Chamisul-Produktlinie in Japan, zu der auch dieses Getränk gehört, hat HiteJinro nach Berichten der Wirtschaftspresse die japanische Schauspielerin First Summer Uika als lokale Markenbotschafterin verpflichtet und begleitend unter anderem thematisch gestaltete Hotelzimmer unter dem Namen Chamisul Rooms sowie Werbeaktionen mit der aus Korea stammenden Musikgruppe Tomorrow X Together umgesetzt. Diese Information beschreibt ausschließlich ihre Rolle als Werbegesicht der fremden Marke; es liegt keine Aussage vor, dass sie das Getränk selbst trinkt oder empfiehlt. Nach Angaben der Wirtschaftspresse hat sich der Absatz von Chamisul-Produkten in Japan seit etwa 2020 beschleunigt, was Beobachter unter anderem auf die gestiegene Beliebtheit koreanischer Fernsehserien und koreanischer Popmusik zurückführen; die Produkte sind demnach inzwischen breit über japanische Supermärkte und Convenience-Stores erhältlich und nicht mehr nur auf spezialisierte koreanische Lebensmittelläden beschränkt.

Strategischer Hintergrund

Laut Wirtschaftspresse ordnet sich der Matcha-Makgeolli in eine breitere Strategie südkoreanischer Getränkehersteller ein, die ihr Japan-Geschäft über aromatisierten Soju hinaus auf weitere alkoholische Kategorien wie Makgeolli ausweiten. HiteJinro betreibt in Japan bereits ein umfangreiches Sortiment an Soju- und Reiswein-Produkten unter der Marke Chamisul beziehungsweise Jinro, darunter mehrere fruchtige Aromavarianten und kohlensäurehaltige Produkte. Nach Einschätzung der Wirtschaftspresse gilt Japan für koreanische Alkoholhersteller trotz der kulturellen Nähe als besonders anspruchsvoller Markt, weil dort tief verwurzelte einheimische Trinkgewohnheiten und etablierte japanische Getränkemarken auf ein sehr wettbewerbsintensives Umfeld treffen; ein reiner Neuheitsfaktor koreanischer Produkte reiche dort allein nicht aus, weshalb Unternehmen wie HiteJinro ihre Produkte gezielt an lokale Geschmäcker anpassen, statt bestehende koreanische Rezepturen unverändert zu exportieren.

Vergleichbare Produkte anderer Hersteller

Nach Berichten der koreanischen Wirtschaftspresse hat auch der Wettbewerber Jipyeong Brewery angekündigt, mit Jipyeong Matcha und Jipyeong Lychee zwei aromatisierte Makgeolli-Varianten zunächst in Nordamerika einzuführen, noch bevor sie in Südkorea selbst erscheinen. Matcha-aromatisierter Makgeolli entwickelt sich damit zu einem Trend, der über mehrere koreanische Hersteller und mehrere Zielmärkte hinausgeht.

Der Konzern hinter dem Getränk

HiteJinro geht auf das 1924 gegründete Unternehmen Jinro zurück, das mit der Sojubrennung im heutigen Nordkorea begann und sich später zum größten Sojuhersteller Südkoreas entwickelte. 2006 übernahm die Bierbrauerei Hite die Jinro-Gruppe, seither firmiert das Unternehmen als HiteJinro. Nach eigenen Angaben ist die Sojumarke Jinro seit mehr als zwei Jahrzehnten die weltweit meistverkaufte Spirituose nach Volumen und erreichte 2022 und 2023 jeweils mehr als 100 Millionen verkaufte Neun-Liter-Kisten. 2024 beging das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen. Der Matcha-Makgeolli reiht sich damit in das Sortiment eines Konzerns ein, der über Soju hinaus zunehmend auch andere Getränkekategorien wie Bier, Wein und eben Reiswein bedient.

Weitere Geschmacksrichtungen geplant

Da HiteJinro den Produktnamen Yoicha ausdrücklich als Reihe angelegt hat, ist Matcha nach eigenen Angaben nur der Auftakt für weitere Geschmacksrichtungen auf Basis unterschiedlicher Teesorten. Welche Teesorten konkret als Nächstes folgen sollen und wann, ist den vorliegenden Quellen nicht zu entnehmen. Die Strategie ähnelt damit dem Vorgehen, das HiteJinro bereits bei seiner Soju-Marke Chamisul verfolgt, die in Japan in zahlreichen fruchtigen Geschmacksvarianten angeboten wird, um unterschiedliche Vorlieben lokaler Konsumentinnen und Konsumenten zu bedienen.

Hinweis zu Alkohol

Dieses Getränk enthält Alkohol. Dieser Artikel ist keine Aufforderung, es zu trinken. Schwangere sollten grundsätzlich auf Alkohol verzichten. Der Verkauf und die Abgabe alkoholhaltiger Getränke an Personen unter 18 Jahren sind in Deutschland gesetzlich nicht erlaubt.

Einordnung

Der Matcha-Makgeolli von HiteJinro zeigt, wie Matcha inzwischen auch im Bereich traditioneller asiatischer Alkoholgetränke als Geschmackszutat eingesetzt wird, um ein koreanisches Produkt gezielt für den japanischen Markt anzupassen - mit koreanischem Matcha aus Boseong, aber unter einem eigens für Japan entwickelten Markennamen und einer japanischen Markenbotschafterin. Das Beispiel zeigt, wie stark internationale Getränkehersteller mittlerweile bereit sind, traditionelle Rezepturen für einzelne Auslandsmärkte anzupassen, statt sie unverändert zu exportieren. Für alkoholfreien Matcha bleibt die klassische Zubereitung mit reinem Matcha-Pulver, wie in unserer eigenen Bio-Dose, eine einfache Alternative. Diese Angaben gelten für den japanischen Markt nach Stand vom 2. September 2026; Sortiment und Verfügbarkeit können sich ändern.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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