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Ein Baseballprofi und sein Bambusbesen
Im Frühjahrstraining der New York Mets fiel ein Spieler durch ein ungewöhnliches Morgenritual auf. Brandon Nimmo bereitet sich seinen Matcha nicht mit einer Kapselmaschine zu, sondern mit Sieb, Bambusbesen und genau temperiertem Wasser. MLB.com hat das Ritual im Detail beschrieben, und es wurde seither im Umfeld des Teams vielfach aufgegriffen und kommentiert, bis hinein in Interviews mit weiteren Spielern der Mannschaft.
Ein Set als Geschenk
Ausgangspunkt war ein Geschenk seiner Frau Chelsea. Sie überreichte Nimmo im vergangenen Winter ein vollständiges Matcha-Set, bestehend aus Sieb, Schale, Bambusbesen und weiterem Zubehör für die traditionelle Zubereitung. Seither packt Nimmo dieses Set morgens im Trainingszentrum Clover Park in Florida aus und bereitet sich seinen Matcha dort selbst zu, bevor das eigentliche Training beginnt. Der Ablauf hat sich mittlerweile zu einer festen Routine entwickelt, die er jeden Trainingstag wiederholt, unabhängig davon, wie früh der Tag beginnt oder wie voll sein Terminplan sonst ist.
Die Zubereitung Schritt für Schritt
Nach der Beschreibung von MLB.com siebt Nimmo das Matcha-Pulver zunächst durch ein kleines Sieb, ein sogenanntes Furui, das wie ein Mini-Sieb aussieht und Klümpchen entfernt. Anschließend gießt er heißes Wasser dazu, nach eigener Aussage möglichst genau bei fünfundneunzig Grad Celsius, kontrolliert mit einem Thermometer. Mit dem Bambusbesen verquirlt er die Mischung in schnellen, geraden Bewegungen, bis sie schaumig wird. Das Verfahren folgt der traditionellen japanischen Methode zur Zubereitung von dünnem Matcha, bekannt als Usucha, bei der kein zusätzliches Wasser mehr verdünnt wird. Erst danach gießt er, wie MLB.com beschreibt, noch etwas weiteres Wasser nach, um die gewünschte, schaumig-cremige Konsistenz zu erreichen.
Reaktionen im Team
Im Klubhaus sorgt das Ritual für einige Aufmerksamkeit unter den Mitspielern. Teamkollege Kodai Senga, selbst gebürtiger Japaner, kommentierte laut MLB.com scherzhaft, Nimmo sei mittlerweile traditioneller unterwegs als so mancher Japaner selbst. Interessant ist dabei der Kontrast innerhalb des Teams: Während Nimmo zum Matcha gewechselt ist, hat sich Senga seit seinem Wechsel in die USA umgekehrt an Kaffee gewöhnt. Beide Spieler haben sich in gewisser Weise die jeweils andere Getränkegewohnheit angeeignet, was im Klubhaus für Gesprächsstoff sorgt und regelmäßig für gegenseitige Neckereien zwischen den beiden gesorgt hat, wie mehrere Berichte übereinstimmend festhalten.
Warum Nimmo umgestiegen ist
Laut dem MLB.com-Bericht hat sich Nimmo über den Winter mit einer Ernährungsberaterin ausgetauscht, die zuvor bereits mit seiner Frau zusammengearbeitet hatte. In diesen Gesprächen ging es unter anderem um seine bisherige Kaffeeroutine, die häufig einen Espresso vor jedem Spiel umfasste. Aus diesen Gesprächen heraus begann Nimmo, sich näher mit grünem Tee und insbesondere mit Matcha zu beschäftigen und dazu eigene Recherchen anzustellen. Er selbst bezieht sein Matcha-Pulver mittlerweile von einem spezialisierten Händler namens Tea Dealers and Ceramics im New Yorker Stadtteil Tribeca, statt auf ein Massenprodukt aus dem Supermarktregal zurückzugreifen.
Kein Wirkversprechen, sondern eine persönliche Erfahrung
Wichtig ist an dieser Stelle eine klare Einordnung: Was Nimmo in Interviews zu seinen persönlichen Beweggründen sagt, ist seine eigene, subjektive Einschätzung als Sportler, keine wissenschaftlich belegte Aussage zu einer Wirkung von Matcha. MLB.com zitiert ihn mit dem Satz, die Umstellung habe für ihn gute Effekte gehabt, ohne das näher zu spezifizieren. matchashock.de übernimmt diese persönliche Einschätzung ausdrücklich nicht als eigene Aussage und leitet daraus keinerlei Wirkbehauptung ab. Beschrieben wird hier ausschließlich das Ritual als solches, nicht seine vermutete Wirkung.
Traditionelle Zubereitung statt Café-Latte
Bemerkenswert an Nimmos Vorgehen ist, dass er konsequent auf die klassische, jahrhundertealte Zubereitungsart setzt, statt auf einen Matcha Latte mit Milch und Zucker, wie er in vielen westlichen Coffeeshops üblich ist. Sieb, Bambusbesen und genau temperiertes Wasser gehören zur traditionellen japanischen Teezeremonie, wenn auch in einer vereinfachten, alltagstauglichen Form ohne den vollständigen zeremoniellen Rahmen mit Kimono, Tatami-Matte oder festen Ritualschritten, wie er in Japan selbst gepflegt wird.
Ein Sportbeispiel unter vielen
Nimmo ist nicht der erste Profisportler, der öffentlich über seine Matcha-Gewohnheiten spricht, aber sein Fall ist ungewöhnlich detailliert dokumentiert, bis hin zur genauen Wassertemperatur und den verwendeten Utensilien. Für die öffentliche Wahrnehmung von Matcha zeigt das Beispiel, dass die traditionelle Zubereitung auch außerhalb Japans und weit weg von klassischen Teehäusern ihren Platz findet, sogar im Klubhaus eines US-amerikanischen Baseballteams mitten im Frühjahrstraining.
Wie das Thema weiterging
Der ursprüngliche Bericht von MLB-Reporter Anthony DiComo stammt bereits aus dem März des laufenden Jahres und wurde seither mehrfach über soziale Netzwerke weiterverbreitet, unter anderem mit Zitaten von Mitspielern und kurzen Videoausschnitten direkt aus dem Klubhaus. Für Nimmo selbst ist das Ritual mittlerweile fester Bestandteil seines Trainingsalltags geworden, unabhängig von der medialen Aufmerksamkeit, die es inzwischen bekommen hat.
Zubereitungswerkzeug als eigenes Thema
Die Utensilien, die Nimmo verwendet, sind in der traditionellen japanischen Teekultur eigenständige Handwerksprodukte. Das Furui-Sieb dient dazu, feine Klümpchen aus dem fein gemahlenen Pulver zu entfernen, bevor Wasser dazukommt, damit die Mischung später gleichmäßiger aufgeschlagen werden kann. Der Bambusbesen, im Japanischen Chasen genannt, wird traditionell aus einem einzigen Stück Bambus in feine Zinken gespalten und in unterschiedlichen Härtegraden hergestellt, je nachdem, ob dünner oder dickflüssiger Matcha zubereitet werden soll. Dass ein US-amerikanischer Baseballprofi solche Werkzeuge im Klubhaus benutzt, ist ungewöhnlich genug, um mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen, unabhängig vom sportlichen Kontext, zumal ein Trainingszentrum in Florida, umgeben von Baseballfeldern und Fitnessgeräten, nicht der naheliegendste Ort für eine solche Zubereitungsmethode ist. Wichtig für die Einordnung bleibt, dass es sich bei Nimmos Ritual um die Gewohnheit eines Einzelnen handelt, nicht um eine offizielle Teamvorgabe oder eine Aktion der New York Mets als Organisation. Andere Spieler im selben Klubhaus trinken weiterhin Kaffee oder andere Getränke, wie das Beispiel von Kodai Senga zeigt. Nimmos Fall ist deshalb interessant, weil er zeigt, wie ein einzelner Profisportler eine traditionelle Zubereitungsform in seinen sehr durchgetakteten Alltag integriert, ohne dass daraus eine allgemeine Aussage über die gesamte Mannschaft oder den Profisport insgesamt abzuleiten wäre, geschweige denn eine Empfehlung für andere Sportlerinnen und Sportler. Sportredaktionen wie MLB.com berichten regelmäßig auch über Nebensächlichkeiten aus dem Trainingsalltag, weil sie den Spielerinnen und Spielern ein menschlicheres Gesicht geben, abseits von Statistiken und Spielergebnissen. Ein ungewöhnliches Morgenritual mit sichtbaren, fotogenen Utensilien wie Bambusbesen und Sieb eignet sich für solche Geschichten besonders gut, weil es sich leicht in Bildern und kurzen Videoclips für soziale Netzwerke zeigen lässt. Für Nimmo bedeutet die anhaltende Berichterstattung vor allem eines: sein ursprünglich privates Ritual ist inzwischen öffentlich bekannt, auch wenn er es ursprünglich rein für sich selbst begonnen hat, ohne dass er damit ursprünglich eine große mediale Reaktion beabsichtigt hätte, wie er selbst in Interviews zurückhaltend anmerkte.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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