Matcha im Supermarktregal: eine Traditionsmarke steigt ein
Ab September 2026 steht erstmals ein Bio-Matcha von TEEKANNE im Regal: 30 Gramm zur unverbindlichen Preisempfehlung von 12,99 Euro, das sind 433,00 Euro je Kilogramm. Was der Schritt über den Markt verrät.
Was angekündigt wurde
Der Düsseldorfer Teehersteller TEEKANNE hat am 17. August 2026 mitgeteilt, ab September 2026 einen eigenen Matcha in den Handel zu bringen. Angeboten wird eine Dose mit 30 Gramm zur unverbindlichen Preisempfehlung von 12,99 Euro, umgerechnet 433,00 Euro je Kilogramm. Das Unternehmen bezeichnet das Erzeugnis als hundert Prozent Bio-Matcha und nennt Japan als Herkunft. In der Mitteilung heißt es weiter, das feine Pulver werde aus den Blättern der Teepflanze Camellia sinensis hergestellt. Damit nimmt zum ersten Mal einer der größten deutschen Teeanbieter reines Matcha-Pulver in das eigene Standardsortiment auf, nicht nur als Mischung oder als aromatisierten Beuteltee. Für den Handel ist das ein Signal: Matcha wandert aus dem Fachgeschäft und aus dem Onlinehandel in die Fläche.
Warum eine Traditionsmarke jetzt einsteigt
Der Schritt passt zu den Marktzahlen. Der Deutsche Tee & Kräutertee Verband weist für 2024 einen Pro-Kopf-Verbrauch von 67,2 Litern aus, davon 27,1 Liter Schwarz- und Grüntee; insgesamt wurden knapp 47 Milliarden Tassen getrunken. Innerhalb dieses Segments verschiebt sich das Verhältnis seit Jahren zugunsten von Grüntee, was der Verband ausdrücklich mit der Nachfrage nach Grünteespezialitäten begründet. Wer als Hersteller ein wachsendes Segment sieht, in dem die eigene Marke bisher fehlt, füllt diese Lücke. Hinzu kommt die Sichtbarkeit in Cafés und in sozialen Netzwerken, die Matcha in den vergangenen Jahren von einer Nischenware zu einem bekannten Getränk gemacht hat. Der Einstieg einer breit vertriebenen Marke ist damit weniger eine Überraschung als der nächste logische Schritt.
Was das für Käuferinnen und Käufer heißt
Mehr Angebot im Regal heißt vor allem: mehr Auswahl und mehr Erklärungsbedarf. Preisunterschiede bei Matcha kommen fast immer aus denselben Quellen – Erntezeitpunkt, Beschattungsdauer, Vermahlung und Prüfaufwand. Pulver aus erster Pflückung ist teurer als Ware aus späteren Ernten, die in Backmischungen und Fertiggetränken landet. Wer vergleicht, achtet deshalb nicht nur auf den Dosenpreis, sondern auf den Grundpreis je Kilogramm, auf die Angabe zur Ernte und auf die Bio-Kontrollstellennummer. Ein Blick auf das Analysezertifikat der Charge sagt mehr als jede Angabe auf der Vorderseite. Für Einsteigerinnen und Einsteiger ist ein breiteres Regal trotzdem eine gute Nachricht: Der erste Kontakt mit Matcha wird einfacher, und wer Geschmack findet, kann später gezielt nach Qualitätsstufen suchen.
Quellen
- Presseportal – Pressemitteilung TEEKANNE vom 17. August 2026: erster eigener Bio-Matcha, 30 Gramm, UVP 12,99 Euro, Herkunft Japan, ab September 2026 im Handel ↗
- Deutscher Tee & Kräutertee Verband – Tee Report 2025, Konsum (67,2 Liter je Kopf im Jahr 2024, davon 27,1 Liter Schwarz- und Grüntee, knapp 47 Milliarden Tassen) ↗



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