Grundlagen
Zhejiang: Chinas traditionelle Grünteeregion und der Matcha-Umstieg
Zhejiang an Chinas Ostküste ist seit Langem für den Longjing-Tee bekannt, den sogenannten Drachenbrunnen-Tee aus der Gegend um West Lake bei Hangzhou. Inzwischen hat sich die Provinz nach Angaben ihrer eigenen Landwirtschaftsbehörde zur weltweit größten Matcha-Produktionsbasis entwickelt. Vier Regionen der Provinz, Hangzhou, Shaoxing, Jinhua und Ningbo, stellen inzwischen gezielt Matcha her, nicht nur klassischen losen Grüntee, mit stark wachsenden Exportzahlen.
Longjing: die traditionelle Grundlage
Zhejiang gilt seit Jahrhunderten als eine der bedeutendsten Grünteeregionen Chinas, allen voran wegen des Longjing-Tees aus der Gegend um den West Lake bei Hangzhou. Longjing wird traditionell in der Pfanne geröstet statt gedämpft und in flachen, breiten Blättern verarbeitet, anders als das später gemahlene Matcha-Pulver. Diese lange Longjing-Tradition bildet die landwirtschaftliche Grundlage, auf der sich in den vergangenen Jahren eine eigene Matcha-Industrie entwickelt hat, oft in denselben Anbaugebieten, aber mit abweichender Weiterverarbeitung. Die Landschaft rund um den West Lake, zu der auch die Hügel mit den Longjing-Teefeldern gehören, wurde 2011 von der UNESCO als Kulturlandschaft in die Welterbeliste aufgenommen, eine Anerkennung, die ausdrücklich auch die jahrhundertelange Nutzung der Landschaft für den Teeanbau würdigt und die touristische Bedeutung der Region zusätzlich unterstreicht.
Die Legende der 18 Kaiser-Teesträucher
Die Longjing-Tradition ist eng mit einer bekannten Legende verknüpft: Der Qing-Kaiser Qianlong soll bei einer seiner Reisen an den Yangtze im Jahr 1751 am Hu-Gong-Tempel nahe dem Löwenberg bei Longjing Tee getrunken und selbst Blätter von 18 Sträuchern gepflückt haben. Der Überlieferung nach nahm er die Blätter mit an den Kaiserhof, wo seine Mutter davon trank und sich besserte, woraufhin er diese 18 Sträucher offiziell zu kaiserlichem Tribut-Tee erklärte. Ob die heute noch am Hu-Gong-Tempel stehenden Teesträucher tatsächlich dieselben sind, wird von Reisenden und Fachautoren teils bezweifelt, die Geschichte gehört aber bis heute zum festen Bestandteil der Longjing-Vermarktung und zeigt, wie stark Zhejiangs Tee-Image mit kaiserlicher Geschichte verknüpft ist.
Vom Longjing-Land zur größten Matcha-Basis
Nach Angaben der Zhejiang Provincial Department of Agriculture and Rural Affairs, zitiert von China Daily im Juli 2025, hat sich Zhejiang zur weltweit größten Matcha-Produktionsbasis entwickelt. Der Rohtee-Ausstoß der Provinz überstieg 2024 einen Wert von umgerechnet rund 278,7 Millionen US-Dollar. Spätere Berichte von Xinhua und People's Daily aus dem Jahr 2026 mit Zahlen für 2025 nennen vier Hauptanbaugebiete für Matcha innerhalb der Provinz: Hangzhou, Shaoxing, Jinhua und Ningbo, die jeweils unterschiedliche klimatische und topografische Bedingungen bieten.
Erntezeitpunkt als Qualitätsmerkmal bei Longjing
Bei klassischem Longjing-Blatttee spielt der genaue Erntezeitpunkt traditionell eine größere Rolle als bei den meisten anderen chinesischen Grünteesorten. Blätter, die vor dem chinesischen Totengedenkfest Qingming geerntet werden, das meist Anfang April liegt, gelten als Mingqian-Tee und damit als höchste Stufe, mit zarten, kleinen Knospen und vergleichsweise hohen Preisen. Wird erst nach Qingming, aber noch vor dem folgenden Regenfest Guyu geerntet, spricht man von Yuqian-Tee, der als hochwertig, aber etwas kräftiger und weniger selten gilt. Diese saisonale Einteilung betrifft in erster Linie den klassischen losen Longjing, während die neuere Matcha-Produktion der Provinz eigene, stärker technisch orientierte Qualitätsstufen verwendet.
Produktionsmengen 2025
Für das Jahr 2025 melden Xinhua und People's Daily für Zhejiang eine Matcha-Produktion von 8.851 Tonnen im Wert von umgerechnet rund 162,48 Millionen US-Dollar. Allein im ersten Quartal des Folgejahres exportierte die Provinz den Berichten zufolge 1.242 Tonnen Matcha im Wert von umgerechnet rund 19,5 Millionen US-Dollar, ein Anstieg um das 7,3-Fache im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Nach Angaben der China Tea Marketing Association lag Chinas gesamter Matcha-Ausstoß 2025 bei über 12.000 Tonnen, was rund 60 Prozent der weltweiten Produktion entsprach, ein deutliches Zeichen dafür, wie stark sich das Gewicht der weltweiten Matcha-Herstellung inzwischen nach China verschoben hat.
Unternehmen und Weiterverarbeitung
In und um Hangzhou haben sich mehrere auf Matcha spezialisierte Betriebe angesiedelt. Nach eigenen Angaben verarbeitet die Hangzhou Zhiqinghe Tea Tech Co. jährlich mehr als 800 Tonnen Tee und exportiert überwiegend nach Nordamerika, in den Nahen Osten, nach Europa, Südamerika, Australien, Südafrika und Russland, mit Zertifizierungen nach HACCP, USDA, EU-Bio und BRC. Ein weiteres Unternehmen, die Hangzhou Yinquan Tea Industry Co., nennt als Exportziele unter anderem die USA, Großbritannien und Deutschland und verweist auf eigene Import- und Exportrechte. Wir stehen in keiner geschäftlichen Verbindung zu diesen Unternehmen.
Ein Unternehmen als Beispiel: Wafa Tea
Wie stark der Umbau einzelne Betriebe verändert, zeigt das Beispiel der Zhejiang Wafa Tea Co., Ltd. Nach Angaben des stellvertretenden Generaldirektors Xu Jie, zitiert von Xinhua, hat das Unternehmen umgerechnet zweistellige Millionenbeträge in drei digitale Produktionslinien investiert. Im ersten Halbjahr 2025 produzierte Wafa Tea rund 1.300 Tonnen Longjing-Rohtee, versorgte damit Teegärten auf einer Fläche von rund 30.000 Mu, umgerechnet etwa 2.000 Hektar, und erzielte einen Umsatz von mehr als 40 Millionen Yuan, bei einem für das Gesamtjahr erwarteten Umsatz von über 70 Millionen Yuan. Das Unternehmen beliefert dabei auch Abnehmer aus der Bubble-Tea-Branche, für die Matcha und Grünteepulver inzwischen wichtige Zutaten geworden sind. Wir stehen in keiner geschäftlichen Verbindung zu Wafa Tea.
Neue Produkte als Wachstumstreiber
Laut Berichten vom China International Tea Expo treiben inzwischen nicht nur klassisches Blatt-Matcha, sondern auch neue Tee-Erzeugnisse das Wachstum der Provinz an. Genannt werden unter anderem Matcha-Eis, ein Longjing-Weizenbier sowie tee-basierte Snacks, die auf der Messe nach Presseberichten reges Besucherinteresse fanden. Zusätzlich hat Zhejiang für Longjing-Rohtee ein digitales Rückverfolgungssystem eingeführt, den sogenannten Zhejiang Agricultural Code, an dem nach Angaben der Provinz bereits 23 Unternehmen teilnehmen und über eine Million Rückverfolgungs-Etiketten ausgegeben haben, um Herkunft und Qualität für Käufer nachvollziehbar zu machen.
Ausbaupläne
Die Provinzregierung kündigte an, die Rohstoffbasis weiter zu stärken, die Bio-Zertifizierung auszubauen und Start-ups über Industrieparks sowie Logistikinfrastruktur zu unterstützen. Der Schwerpunkt liegt dabei laut den zitierten Beamten auf wissenschaftlicher Forschung, einheitlichen Standards und digitaler Produktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette, mit Longjing und Weißtee als wichtigsten klassischen Sorten neben dem wachsenden Matcha-Segment, das inzwischen einen eigenständigen Wirtschaftszweig innerhalb der Provinz bildet.
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Zhejiang zeigt, wie sich eine jahrhundertealte Grünteeregion in kurzer Zeit auch als Matcha-Standort etablieren kann, parallel zur klassischen Longjing-Produktion. Bei MATCHASHOCK bekommst du ein fein vermahlenes Bio-Matcha-Pulver in der 30-Gramm-Dose, jede Charge im Labor auf Rückstände geprüft. Bio-Kontrollstelle DE-ÖKO-006 und Kennzeichnung CN-BIO-141 stehen auf jeder Dose, der Versand innerhalb Deutschlands ist kostenlos und dauert ein bis zwei Werktage.
Quellen
- China Daily - Zhejiang becomes world's largest matcha production base ↗
- Xinhua Headlines - China's bubble tea boom brews rural growth ↗
- People's Daily Online - China brews global matcha success ↗
- UNESCO World Heritage Centre - West Lake Cultural Landscape of Hangzhou ↗
- Red Blossom Tea Company - A Brief History of Longjing Tea ↗
- Toponetea - The legend of the eighteen imperial tea trees in Longjing ↗
- Wikipedia - Longjing tea ↗
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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