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Grundlagen

Wie Aracha auf japanischen Teeauktionen sortiert und gehandelt wird

Aracha ist der Rohtee-Zustand, in dem japanischer Grüntee zum ersten Mal den Hof des Erzeugers verlässt: gedämpft, gerollt und getrocknet, aber noch nicht sortiert. Was danach passiert, entscheidet sich auf Auktionen, bei denen geschulte Prüfer den Tee verkosten und Händler um die besten Partien bieten. Wie dieser Markt funktioniert und wie aus grobem Rohtee sortierte Handelsware wird, erklärt dieser Artikel.

Was Aracha ist

Aracha bezeichnet japanischen Grüntee, der noch das komplette Blatt enthält: Blattspreite, Stiele, kleine Bruchstücke und feine Blatthaare, alles zusammen und noch nicht voneinander getrennt. Diese Mischung sorgt für die tiefgrüne Farbe und den kräftigen Geschmack, die Aracha auszeichnen, und markiert eine Zwischenstufe der Verarbeitung, keinen fertigen Endpunkt. Bevor Aracha im Laden landet, muss noch sortiert und veredelt werden, und genau an dieser Zwischenstufe setzt der Handel mit japanischem Tee an.

Wer die Aracha herstellt und wer sie kauft

Die Verarbeitung bis zur Aracha-Stufe, also Dämpfen, Rollen und Trocknen, übernehmen die Teebauern selbst oder gemeinschaftlich betriebene Verarbeitungsanlagen vor Ort, oft direkt in der Nähe der Teegärten, um die Zeit zwischen Ernte und erster Verarbeitung kurz zu halten. Erst danach kommen spezialisierte Teehändler ins Spiel, die diese Rohware aufkaufen und für die Weiterverarbeitung vorbereiten. Diese Arbeitsteilung zwischen Anbau und Handel ist in Japan seit langem etabliert und erklärt, warum der eigentliche Handel mit Tee an einer ganz bestimmten Stelle der Verarbeitungskette stattfindet, nämlich genau an der Aracha-Stufe, und nicht schon beim frisch gepflückten Blatt oder erst beim fertigen Endprodukt.

Wie eine Auktion abläuft

Auf den japanischen Teeauktionen bewerten geschulte Prüfer, auf Japanisch Chasashin genannt, die angebotene Aracha nach Aussehen, Geruch und Geschmack. Auf Grundlage dieser sensorischen Einschätzung bieten Händler um die einzelnen Partien, wobei die als hochwertiger eingestuften Lose in der Regel die höheren Gebote erzielen. Dieses System aus fachlicher Prüfung und anschließendem Gebotsverfahren bildet die Grundlage für die Preise, die später auch auf den internationalen Markt durchschlagen. Weil jede Partie einzeln geprüft wird, kann sich der Preis selbst innerhalb eines einzigen Anbaugebiets von Lieferung zu Lieferung deutlich unterscheiden, je nach Erntetag, Blattqualität und Nachfrage am jeweiligen Auktionstermin.

Ein Terminkalender quer durchs Land

Wie eng getaktet dieser Auktionskalender ist, zeigt der Japanese Tea Report der Global Japanese Tea Association vom Mai 2025: Gifu eröffnete die Saison am 30. April, Shiga folgte am 1. Mai, Nara am 9. Mai. Am selben 9. Mai fand in Kyoto zusätzlich die erste Tencha-Auktion des Jahres statt, mit einem Durchschnittspreis von 8.235 Yen je Kilogramm, dem 1,7-Fachen des Vorjahresdurchschnitts und deutlich über dem bisherigen Rekord von 4.862 Yen aus dem Jahr 2016. Innerhalb weniger Tage im späten April und frühen Mai eröffnen damit mehrere, geografisch weit auseinanderliegende Präfekturen ihre jeweils eigene Auktionssaison, was die Größe und Vielfalt des japanischen Tee-Marktes verdeutlicht. Was dieser Rekordpreis für den Markt insgesamt bedeutet hat, beschreibt ausführlicher der Wissensartikel „Uji-Matcha: was der Regionsname auf der Dose bedeutet“.

Sieben, schneiden, trennen: die Sortierung nach dem Kauf

Nach dem Kauf beginnt für den Händler die eigentliche Sortierarbeit. Die Rohware wird gesiebt und geschnitten, nach Blattgröße und Material getrennt, wobei Stiele und holzige Bestandteile von den feineren Blattanteilen separiert werden. Erst durch diese Schritte entsteht aus der uneinheitlichen Aracha ein nach Größe und Zusammensetzung einheitliches Zwischenprodukt, das sich gezielt weiterverarbeiten lässt. Für Tencha, die Vorstufe von Matcha, ist dieser Sortierschritt besonders wichtig, weil nur die feineren Blattanteile ohne Stiele später zu einem gleichmäßig feinen Pulver vermahlen werden sollen.

Die letzte Veredelung heißt Shiage

Den Abschluss bildet die sogenannte Shiage-Veredelung: eine erneute, schonende Wärmebehandlung, das Zusammenstellen mehrerer Partien zu einem gleichbleibenden Geschmacksprofil und schließlich die Verpackung für den Verkauf an Endkunden. Diese letzte Stufe ist es, die aus dem rohen, unregelmäßigen Aracha ein Produkt macht, das im Laden ein bestimmtes, wiederholbares Geschmacksbild liefert, selbst wenn die zugrunde liegenden Partien aus unterschiedlichen Ernteterminen oder sogar unterschiedlichen Betrieben derselben Region stammen. Wie die einzelnen Verarbeitungsstufen von Tencha im Detail zusammenhängen, beschreibt der Wissensartikel „Aracha und Shiage“.

Auktion ist nicht der einzige Handelsweg

Neben dem klassischen Auktionssystem gibt es auch direkte Lieferverträge zwischen Anbaubetrieben und großen Abnehmern, die die Auktionsstufe umgehen. Nach Angaben von STiR Coffee and Tea baut etwa Ito En, nach eigenen Worten dieses Branchendiensts Japans größter Teeproduzent, seine Produktionskapazität gezielt aus, was auf eine enge, planbare Anbindung an bestimmte Erzeuger hindeutet, statt sich allein auf die jeweils aktuellen Auktionsergebnisse zu verlassen. Für kleinere Anbaugebiete wie Gifu oder Shiga bleibt die Auktion dagegen der zentrale, oft einzige Absatzweg, weil sie nicht über vergleichbare langfristige Lieferverträge mit Großabnehmern verfügen.

Warum sich Auktionspreise nicht eins zu eins auf den Ladenpreis übertragen

Ein hoher Auktionspreis für Aracha oder Tencha bedeutet nicht automatisch, dass eine fertige Dose im selben Verhältnis teurer wird. Zwischen der Auktion und dem Regal liegen noch die Sortierung, die Shiage-Veredelung, die Vermahlung, die Verpackung, der Transport und der Handel im Zielland, und jede dieser Stufen hat ihre eigene, vom Rohstoffpreis weitgehend unabhängige Kostenstruktur. Ein Auktionspreis, der sich wie im Fall der Kyoto-Tencha-Auktion 2025 fast verdoppelt, verändert deshalb vor allem die Marge und die Beschaffungskosten der Händler, schlägt aber nicht zwangsläufig eins zu eins auf den Endpreis für Verbraucherinnen und Verbraucher durch.

Was das für den Preis im Regal bedeutet

Jede dieser Stufen, von der Auktion über die Sortierung bis zur Shiage-Veredelung, kostet Zeit und Arbeit, und all das steckt am Ende im Preis einer Dose. Wer eine Dose kauft, kauft deshalb nie nur das rohe Blatt, sondern eine ganze Kette aus Prüfung, Handel und Veredelung. Unsere Dose kostet 25,00 Euro für 30 Gramm, das entspricht einem Grundpreis von 833,33 Euro je Kilogramm; bei 2 Gramm je Schale ergibt das rund 15 Schalen. Nach genau dieser Kette aus erster Ernte, Beschattung, Handpflücke, Steinmahlung und Laborprüfung ist der MATCHASHOCK Bio-Matcha hergestellt.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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