Zum Inhalt springen

Keine Werbe- oder Tracking-Cookies. Mehr erfahren

Grundlagen

Der Blend-Meister: wer die Mischung einer Matcha-Sorte am Ende festlegt

Wer eine Matcha-Mischung aus mehreren Sorten und Ernten zu einem einheitlichen Geschmack zusammenstellt, übt in Japan traditionell einen eigenen Beruf aus: den des Chashi. Dieser Text erklärt, was ein Chashi tut, wie die Rangordnung unter diesen Teemeistern funktioniert und warum überhaupt gemischt wird.

Der Chashi: ein jahrhundertealter Beruf

Chashi ist die japanische Bezeichnung für einen Handwerker, der Tee herstellt und veredelt. Die Tradition reicht bis in die Muromachi-Zeit zurück, also etwa bis Mitte des 16. Jahrhunderts, als Teemeister in der Region Uji südlich von Kyoto begannen, ihren eigenen Mischungen Namen zu geben. Uji gilt bis heute als eine der bekanntesten Herkunftsregionen für hochwertigen Matcha in Japan.

Wie eine Rangordnung unter Teemeistern entsteht

Chashi werden nach ihrer Erfahrung als Kenner von Tee in Rängen eingestuft. Nach einer 2015 veröffentlichten Zählung hatten zu diesem Zeitpunkt lediglich 13 Personen in ganz Japan den höchsten Rang 10 erreicht. Ein Beispiel ist Yasuyuki Suda, bekannt unter dem Teenamen Genbei Higashi, sechste Generation eines Uji-Teehauses mit mehr als 180-jähriger Geschichte. Mit diesem und den weiter unten genannten Unternehmen verbindet uns keine Geschäftsbeziehung, sie dienen hier ausschließlich als Beispiel für das Berufsbild.

Was beim Verkosten und Mischen passiert

Ein Chashi verkostet zahlreiche Tencha-Partien aus unterschiedlichen Betrieben, Regionen und Sorten, bevor er eine Auswahl trifft. Zu den in Fachquellen häufig genannten Sorten zählen Samidori, Okumidori, Asahi, Uji Hikari und die weit verbreitete, frostresistente Sorte Yabukita. Jede Sorte bringt einen eigenen Charakter mit, etwa in Süße, Umami-Ausprägung oder Farbtiefe. Die Aufgabe des Chashi besteht darin, aus diesen einzelnen Charakteren ein stimmiges Gesamtbild zu formen.

Was die einzelnen Sorten mitbringen

Fachquellen zu japanischen Teesorten beschreiben Samidori als Sorte mit dezenter Süße und blumigen Nebentönen, Okumidori dagegen mit kräftiger, tiefgrüner Farbe und ausgeprägtem Umami. Asahi gilt als kräftig im Umami und dicht im Körper, Uji Hikari als Sorte mit lebendiger Farbe und feiner Süße. Yabukita schließlich ist die in Japan mit Abstand am weitesten verbreitete Sorte, geschätzt vor allem wegen ihrer Frostresistenz, die den Anbau in vielen Regionen Japans überhaupt erst zuverlässig ermöglicht. Ein Chashi kombiniert solche Charaktere gezielt, etwa um Süße und Umami in ein Gleichgewicht zu bringen, das eine einzelne Sorte allein nicht liefern würde.

Wie man Chashi wird

Der Weg zum Chashi führt über eine lange Ausbildung unter einem erfahrenen Teemeister, oft über viele Jahre und in einigen Familien bereits ab dem Kindesalter begonnen. Fachquellen vergleichen dieses Training mit der Ausbildung von Wein- oder Kaffeeverkosterinnen und -verkostern: Geschmack, Geruch und Erinnerungsvermögen für feinste Unterschiede zwischen einzelnen Chargen müssen über Jahre trainiert werden, bevor eine Person eigenständig für die Mischung einer bekannten Sorte verantwortlich sein darf.

Warum ein Blend über Jahre gleich schmecken muss

Für ein Teehaus mit langjähriger Kundschaft ist Wiedererkennbarkeit ein wirtschaftlicher Faktor: Wer eine bestimmte Mischung regelmäßig kauft, erwartet Jahr für Jahr denselben Geschmack, unabhängig davon, wie eine einzelne Ernte ausgefallen ist. Ein Chashi muss deshalb nicht nur eine gute Mischung finden, sondern diese Qualität über wechselnde Wetterjahre und Erntebedingungen hinweg reproduzieren. Das unterscheidet die Aufgabe von einer einmaligen kreativen Entscheidung und macht sie zu einer dauerhaften, jährlich wiederkehrenden Verantwortung.

Wenn eine Ernte nicht wie gewohnt ausfällt

Fällt eine Ernte einer sonst verwendeten Sorte schwächer oder anders aus als in den Vorjahren, muss ein Chashi das Verhältnis der übrigen Sorten in der Mischung anpassen, um den vertrauten Gesamtgeschmack möglichst zu erhalten. Das kann bedeuten, den Anteil einer Sorte mit besonders stabilem Charakter wie Yabukita zu erhöhen, um Schwankungen bei empfindlicheren Sorten auszugleichen. Diese jährliche Feinabstimmung ist einer der Hauptgründe, warum die Ausbildung zum Chashi so lange dauert: Nur Erfahrung aus vielen vorangegangenen Jahrgängen liefert die nötige Vergleichsgrundlage für solche Entscheidungen.

Ein modernes Beispiel aus Uji

Nach Angaben aktueller Fachquellen zu japanischem Tee kombinieren moderne Blends aus der Region Uji häufig die Sorten Asahi und Uji Hikari mit einer dritten, oft firmeneigenen Sorte, um ein für die jeweilige Marke charakteristisches Geschmacksbild zu erzeugen. Solche Rezepturen werden in der Regel nicht veröffentlicht, ähnlich wie Gewürzmischungen in der Lebensmittelbranche, was einzelne Blends über Jahrzehnte hinweg schwer nachzuahmen macht und ihren Ruf als Markenzeichen des jeweiligen Hauses festigt.

Was das für den Preis einer Dose bedeutet

Aufwendige Mischungen mit seltenen Sorten oder besonders erfahrenen Chashi schlagen sich im Preis nieder, ähnlich wie bei Wein oder Kaffee, wo die Handschrift einer erfahrenen Person Teil des Wertes ist. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Mischung besser schmeckt als eine einfachere Zusammenstellung, sondern nur, dass mehr Arbeit, Erfahrung und teils auch seltenere Ausgangssorten in ihr stecken.

Was das für dich als Käuferin oder Käufer heißt

Ob eine Mischung oder eine Einzelsorte die richtige Wahl ist, lässt sich am besten durch eigenes Probieren herausfinden, nicht durch die Herkunftsgeschichte allein. Wer einen gleichbleibenden, verlässlichen Alltagsgeschmack sucht, ist mit einer sorgfältig komponierten Mischung meist gut beraten. Wer dagegen den Charakter einer bestimmten Sorte kennenlernen möchte, greift eher zu Single-Cultivar-Matcha, auch wenn dessen Geschmack von Ernte zu Ernte etwas stärker schwanken kann.

Wie du die Angabe auf der Verpackung liest

Hersteller, die eine Mischung anbieten, nennen auf der Verpackung häufig nur den Namen des Blends, nicht die einzelnen enthaltenen Sorten, ähnlich wie bei vielen Kaffeeröstungen. Wird dagegen eine einzelne Sorte beworben, taucht der Sortenname wie Samidori oder Okumidori meist ausdrücklich in der Produktbezeichnung auf. Diese einfache Faustregel erleichtert es, beim Einkauf schnell zu erkennen, ob es sich um eine komponierte Mischung oder um Matcha aus nur einer Sorte handelt, auch ohne tiefere Fachkenntnis der einzelnen Sortennamen.

Warum überhaupt gemischt wird

Ursprünglich diente das Mischen einem praktischen Zweck: Tencha aus unterschiedlichen Jahren und Chargen sollte am Ende einen möglichst gleichbleibenden Geschmack ergeben, damit Kundinnen und Kunden Jahr für Jahr dasselbe Produkt erhalten. Über die Zeit entwickelten sich einzelne Mischungen zu eigenständigen, geschätzten Produkten, die unabhängig von dieser ursprünglichen Ausgleichsfunktion gefragt waren.

Chamei: wenn eine Mischung einen eigenen Namen bekommt

Eine besonders geschätzte Mischung kann einen sogenannten Chamei erhalten, einen poetischen Eigennamen. Historisch wurde dieser Name entweder vom herstellenden Betrieb selbst vergeben oder von einem Iemoto, dem erblichen Oberhaupt einer der drei großen Teezeremonie-Schulen Urasenke, Omotesenke oder Mushakoji-Senke. Trägt eine Mischung den Namen eines solchen Schuloberhaupts, gilt sie als dessen bevorzugte Mischung, als Konomi.

Bekannte Häuser mit eigener Blend-Tradition

Mehrere bekannte japanische Teehäuser sind vor allem durch die über Generationen gepflegten Mischungen ihrer jeweiligen Chashi bekannt geworden, darunter Ippodo und Marukyu Koyamaen. Beide Unternehmen kombinieren nach in Fachquellen beschriebenen Angaben Ernten mehrerer Jahre und Sorten zu ihren jeweils eigenen, langjährig gepflegten Rezepturen. Mit beiden Unternehmen haben wir keine Geschäftsbeziehung, sie werden hier ausschließlich zur Einordnung des Berufsbilds genannt, nicht als Empfehlung.

Blend oder Einzelsorte: kein Qualitätsurteil

Neben gemischtem Matcha gibt es auch sogenannten Single-Cultivar-Matcha aus nur einer einzigen Sorte. Beides sind eigenständige, legitime Herangehensweisen: Eine Mischung zielt auf Ausgleich und Wiedererkennbarkeit über Jahre hinweg, eine Einzelsorte auf die möglichst unverfälschte Wiedergabe eines einzelnen Sortencharakters. Welche Variante besser schmeckt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, keine Frage der handwerklichen Qualität.

Übergang

Das Berufsbild des Chashi zeigt, wie viel Erfahrung in einer scheinbar einfachen Frage steckt: welche Blätter am Ende zusammen in eine Dose kommen. Unser Matcha kommt in der 30-Gramm-Dose für 25,00 Euro, Grundpreis 833,33 Euro je Kilogramm, biozertifiziert nach DE-ÖKO-006 und im Labor auf Rückstände geprüft.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

Geöffnete MATCHASHOCK Dose mit Deckel
Laborgeprüft · Bio
MATCHASHOCK Matcha-Pulver aus der Nähe
Erste Ernte
Doppelt versiegelte Innenfolie der Dose
Doppelt versiegelt

Genug gelesen? Schmeck den Unterschied selbst.

Bio aus erster Ernte.
Laborgeprüft, doppelt versiegelt.

Fein vermahlen und mild statt bitter — deshalb schmeckt er auch pur.

  • Bio-zertifiziert, DE-ÖKO-006
  • Im Labor geprüft
  • Erste Ernte, feinste Vermahlung
  • Doppelt luftdicht versiegelt
  • Versand kostenlos in Deutschland
  • 30 g, reicht für 10–15 Tassen
5,0 von 5 · 3 Bewertungen
„Das ist der beste Matcha, den ich seit Jahren gekauft habe! Ich trinke schon lange Matcha und nutze ihn auch gerne zum Backen meiner Lieblingscookies. Die Qualität ist top! Intensiver Geschmack, sehr fein gemahlen […]. Den werde ich definitiv wieder bestellen!!“
Sabrina · Amazon, verifizierter Kauf

30 g für 25,00 € (833,33 €/kg, inkl. MwSt.)

Jetzt probieren

MATCHASHOCK Bio-Matcha, 30 g: 25,00 € (833,33 €/kg), inkl. MwSt. Versand innerhalb Deutschlands kostenlos. Bio: Kontrollstelle des Herstellers CN-BIO-141, unsere eigene DE-ÖKO-006 (ABCert) · Nicht-EU-Landwirtschaft. Diese Bewertungen stammen von unserer Amazon-Produktseite und tragen dort alle den Amazon-Vermerk „Verifizierter Kauf“ — Amazon setzt ihn nur, wenn der Artikel über das Konto der Verfasserin oder des Verfassers gekauft wurde. Wir schreiben keine Bewertungen selbst und übernehmen keine aus anderen Quellen. Mit […] gekennzeichnete Stellen haben wir weggelassen, weil sie Aussagen zur Wirkung enthalten, die wir noch nicht mit Unterlagen belegen können; nichts wurde umformuliert. Der vollständige Wortlaut steht auf unserer Amazon-Produktseite.

Weitere Wissensartikel