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Grundlagen

Yamato-Cha aus Nara: eine der ältesten Teeregionen Japans

Yamato-Cha wächst auf dem Yamato-Plateau im Nordosten der Präfektur Nara, rund um die Städte Nara, Tenri und Uda, und gilt der Überlieferung nach als eine der ältesten Teeanbauregionen Japans, der Anbau soll bereits im Jahr 806 begonnen haben. Acht eigene lokale Teenamen, ein deutlicher Tag-Nacht-Temperaturunterschied und eine überschaubare, aber stabile Erntemenge prägen die Region bis heute.

Wo Yamato-Cha angebaut wird

Das Hauptanbaugebiet liegt auf dem Yamato-Plateau im Nordosten der Präfektur Nara und umfasst Flächen in der Stadt Nara selbst sowie in Tenri, Uda und im Dorf Yamabe, dazu kleinere südliche Gebiete um die Stadt Oyodo und das Dorf Higashiyoshino. Die Anbauhöhe liegt zwischen 200 und 600 Metern über dem Meeresspiegel, bei Durchschnittstemperaturen von 13 bis 15 Grad und einer Jahresniederschlagsmenge von etwa 1.500 Millimetern, Bedingungen, die für japanische Verhältnisse als eher gemäßigt gelten. Die verstreute Lage der Anbauflächen über mehrere Städte und Dörfer hinweg ist einer der Gründe, warum sich unter dem Oberbegriff Yamato-Cha mehrere eigenständige lokale Namen gehalten haben.

Ein Ursprungsmythos aus dem Jahr 806

Der Überlieferung nach brachte der buddhistische Mönch Kobo Daishi im Jahr 806 Teesamen aus dem China der Tang-Dynastie mit und pflanzte sie im Gebiet der heutigen Stadt Uda. Im Butsuryuji-Tempel sind bis heute traditionelle Steinmühlen erhalten, die der Überlieferung nach für die Teeverarbeitung genutzt wurden. Ob sich der Anbau tatsächlich lückenlos bis in diese Zeit zurückverfolgen lässt, ist historisch nicht im Detail belegt, die Erzählung ist aber fester Bestandteil der regionalen Teegeschichte und wird bis heute in der Region weitererzählt, unter anderem bei Führungen durch den Tempel und die umliegenden Teegärten, wo die Steinmühlen als greifbares Bindeglied zwischen der Legende und der heutigen Anbaupraxis gezeigt werden.

Acht lokale Namen unter einem Dach

Unter dem Oberbegriff Yamato-Cha werden acht eigenständige lokale Bezeichnungen geführt: Tsukigase-, Tahara-, Yagyu-, Yamabe-, Fukuzumi-, Tsuge-, Muro- und Oyodo-Tee. Jede dieser Unterregionen vermarktet ihren Tee unter dem eigenen Namen, alle gehören aber zur größeren Yamato-Cha-Familie und teilen sich ähnliche Anbaubedingungen auf dem Plateau. Für Käufer bedeutet das, dass ein Tee mit einem dieser acht Namen auf der Verpackung trotzdem als Yamato-Cha gilt, auch wenn der Name Yamato selbst nicht aufgedruckt ist. Diese Struktur ähnelt der Situation bei Uji-Cha, wo einzelne Gemeinden wie Wazuka ebenfalls unter dem übergeordneten Regionalnamen firmieren.

Warum der Temperaturunterschied den Geschmack prägt

Die Höhenlage zwischen 200 und 600 Metern sorgt für kurze Tageslichtstunden und einen deutlichen Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperaturen. Dieser Unterschied lässt tagsüber gebildete Zucker in den Blättern zurückbleiben, statt in der Nacht wieder abgebaut zu werden, was dem fertigen Tee eine natürliche Süße und einen ausgeprägten Umami-Geschmack gibt. Ähnliche Höhenlagen-Effekte kennt man auch aus anderen Anbaugebieten, in Nara kommen sie aber mit einer vergleichsweise langen Anbautradition zusammen, sodass sich über Generationen Sorten und Anbaumethoden gezielt an diese Bedingungen anpassen konnten.

Angebaute Sorten

Neben der landesweit verbreiteten Sorte Yabukita werden in Nara auch die Sorten Yamatomidori, eine eigene Nara-Züchtung, sowie Okumidori und Meiryoku angebaut. Yamatomidori wurde speziell für die Bedingungen des Yamato-Plateaus gezüchtet und ist außerhalb der Region deutlich seltener zu finden als die Standardsorte Yabukita, die in praktisch jedem japanischen Anbaugebiet vorkommt. Die Kombination verschiedener Sorten erlaubt es den Betrieben, die Erntezeitpunkte über die Saison zu strecken und unterschiedliche Geschmacksprofile innerhalb derselben Region anzubieten. Für kleinere Betriebe auf dem Yamato-Plateau ist diese Sortenvielfalt auch eine Absicherung gegen Witterungsrisiken, weil nicht die gesamte Ernte von den Ansprüchen einer einzigen Sorte abhängt.

Stellung im landesweiten Vergleich

Nach Zahlen aus dem Jahr 2007 produzierte die Präfektur Nara rund 2.850 Tonnen Rohtee und lag damit auf Platz sechs unter allen japanischen Präfekturen. Damit ist Yamato-Cha zwar deutlich kleiner als die großen Anbaugebiete Shizuoka oder Kagoshima, aber eine feste Größe unter den traditionsreichen mittelgroßen Teeregionen Japans. Die Präfektur selbst führt Tee neben Erdbeeren als eines ihrer bekannteren landwirtschaftlichen Erzeugnisse, auch wenn beide Produkte wirtschaftlich im Schatten der bekannten Tempelanlagen und des Tourismus der Region stehen.

Von der Pflücke zum trinkfertigen Blatt

Wie bei den meisten japanischen Grüntees wird auch Yamato-Cha nach der Ernte zunächst gedämpft, um die Fermentation der Blätter sofort zu stoppen und die grüne Farbe zu erhalten, danach gerollt, geformt und getrocknet, bis die charakteristischen nadelförmigen Blätter entstehen, die man von Sencha kennt. Die genaue Dämpfdauer und die Trocknungstemperatur unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb und tragen mit dazu bei, warum sich Tee aus unterschiedlichen Unterregionen des Yamato-Plateaus geschmacklich leicht unterscheidet, obwohl die Anbaubedingungen insgesamt ähnlich sind.

Woran du Yamato-Cha im Handel erkennst

Weil Yamato-Cha unter acht verschiedenen lokalen Namen verkauft wird, lohnt es sich, beim Kauf auf Zusätze wie Tsukigase, Yagyu oder Oyodo zu achten, wenn eine bestimmte Unterregion gewünscht ist, statt sich allein auf die übergeordnete Bezeichnung Yamato-Cha oder Nara-Tee zu verlassen. In Fachgeschäften außerhalb Japans wird meist nur der Oberbegriff verwendet, weil die acht Unterregionen im Ausland kaum bekannt sind und eine feinere Unterscheidung den wenigsten Käufern etwas sagen würde.

Wie du Yamato-Cha zubereitest

Für die verbreitete Sorte Yabukita und die regionale Züchtung Yamatomidori eignet sich Wasser mit etwa 70 bis 80 Grad, kochendes Wasser lässt den Aufguss schnell bitter werden und überdeckt die natürliche Süße, die durch den Tag-Nacht-Temperaturunterschied im Anbaugebiet entsteht. Für zwei Gramm Blätter reichen rund 150 Milliliter Wasser bei einer Ziehzeit von etwa einer Minute. Ein zweiter Aufguss mit etwas heißerem Wasser und kürzerer Ziehzeit liefert häufig eine kräftigere, leicht andere Geschmacksnote als der erste Aufguss.

Nara als Reiseziel für Teefreunde

Weil die Anbaugebiete verhältnismäßig nah an der Stadt Nara mit ihren bekannten Tempelanlagen liegen, lässt sich ein Besuch der Teehänge gut mit einer ohnehin geplanten Reise in die Region verbinden. Einzelne Teebetriebe in den acht Unterregionen bieten Führungen oder Verkostungen an, die einen direkten Vergleich zwischen den verschiedenen lokalen Sorten ermöglichen, von den kräftigeren Tees aus den höheren Lagen bis zu den milderen Sorten aus den südlicheren Gebieten um Oyodo. Solche Vergleichsverkostungen sind eine der wenigen Gelegenheiten, mehrere der acht Unterregionen an einem Nachmittag direkt nebeneinander zu probieren, statt sich auf einzelne im Handel erhältliche Packungen verlassen zu müssen.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Zusammengefasst: Yamato-Cha wächst auf dem Yamato-Plateau im Nordosten der Präfektur Nara, verteilt auf acht lokale Unterregionen von Tsukigase bis Oyodo. Der Überlieferung nach reicht der Anbau bis ins Jahr 806 zurück, als der Mönch Kobo Daishi Teesamen aus China mitgebracht haben soll. Angebaut werden neben der Standardsorte Yabukita auch die eigene Züchtung Yamatomidori sowie Okumidori und Meiryoku, begünstigt durch Höhenlagen zwischen 200 und 600 Metern mit deutlichem Tag-Nacht-Temperaturunterschied. Mit rund 2.850 Tonnen Rohtee im Jahr 2007 lag Nara auf Platz sechs unter allen japanischen Präfekturen.

Yamato-Cha im Vergleich zu anderen mittelgroßen Anbaugebieten

Mit Platz sechs unter den japanischen Präfekturen liegt Nara in einer ähnlichen Größenordnung wie Saitama mit dem Sayama-Anbaugebiet, das auf Platz vier folgt. Während sich Sayama durch die Nähe zu Tokio stark verstädtert hat, ist das Yamato-Plateau ländlicher geblieben und über acht eigenständige Unterregionen verteilt, statt sich wie Sayama auf eine einzelne Stadt zu konzentrieren. Diese Streuung über mehrere Gemeinden erschwert zwar eine einheitliche Vermarktung unter einem einzigen Namen, sorgt aber auch dafür, dass innerhalb von Yamato-Cha eine größere Bandbreite an lokalen Ausprägungen erhalten geblieben ist.

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