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Grundlagen

Wazuka: das Teedorf im Herzen der Uji-Region

Wazuka ist eine Gemeinde im Bezirk Soraku der Präfektur Kyoto mit rund 2.880 Einwohnern und liefert nach Angaben aus der Region 47 Prozent des gesamten Sencha, der in der Präfektur Kyoto hergestellt wird, mehr als jede andere Gemeinde. Die Terrassenfelder des Dorfes prägen seit der Kamakura-Zeit die Landschaft und machten Wazuka 2013 zu einem der schönsten Dörfer Japans. Was das Dorf von der übergeordneten Bezeichnung Uji-Cha unterscheidet, liest du hier.

Wo Wazuka liegt

Wazuka liegt im Bezirk Soraku im Südosten der Präfektur Kyoto und erstreckt sich über eine Fläche von knapp 65 Quadratkilometern in den Hügeln der Kansai-Region. Das Klima ist feucht-subtropisch, mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 13,7 Grad und etwa 1.439 Millimetern Niederschlag im Jahr, Bedingungen, die dem Teeanbau in den Hanglagen entgegenkommen und ganzjährig ausreichend Feuchtigkeit sichern. Die hügelige Topografie zwingt die Betriebe dazu, die Felder in Terrassen anzulegen, was die Landschaft bis heute prägt und die Bewirtschaftung im Vergleich zu ebenen Anbaugebieten deutlich arbeitsintensiver macht, weil viele Arbeitsschritte an den steileren Hängen nicht maschinell erledigt werden können.

Geschichte seit der Kamakura-Zeit

Der Teeanbau in Wazuka geht der Überlieferung nach auf den Zen-Mönch Shonin Jishin vom Tempel Kaijuji zurück, der während der Kamakura-Zeit, zwischen 1192 und 1333, am Berg Jubu mit dem Anbau begann. 1890 gewann Tee aus Wazuka einen Preis bei einer nationalen Teeausstellung im Ueno-Park in Tokio. Nachdem Commodore Perry 1853 die Öffnung japanischer Häfen erzwungen hatte, gelangte auch Tee aus der Region über die neu geöffneten Handelswege ins Ausland, ein früher Kontaktpunkt zwischen einem kleinen Bergdorf und dem internationalen Handel, der die spätere Exportgeschichte des gesamten Uji-Gebiets mitgeprägt hat.

47 Prozent des Kyoto-Sencha aus einer Gemeinde

Wazuka ist nach eigenen Angaben der Region für rund 47 Prozent der gesamten Sencha-Produktion der Präfektur Kyoto verantwortlich und zusätzlich der größte Produzent von Tencha, dem beschatteten Blatt, aus dem nach dem Mahlen Matcha entsteht. Rund 300 Teebauernfamilien bewirtschaften die Hänge des Dorfes, die Landwirtschaft der Gemeinde erreichte 2017 einen Marktwert von rund 4 Milliarden Yen. Damit trägt eine einzelne Gemeinde einen überproportional großen Anteil an der gesamten Kyoto-Teeproduktion, deutlich mehr, als die geringe Einwohnerzahl des Dorfes vermuten lässt.

Ein Viertel der japanischen Uji-Cha-Produktion

Uji-Cha, benannt nach der Stadt Uji, macht insgesamt nur rund 4 Prozent der gesamten japanischen Teeproduktion aus, Wazuka allein steht nach Angaben aus der Region für etwa die Hälfte dieser vergleichsweise kleinen, aber besonders renommierten Menge. Anders als die Stadt Uji selbst, die vor allem als Handels- und Verarbeitungszentrum bekannt ist, ist Wazuka eine der Gemeinden, in denen der Tee tatsächlich angebaut wird, ein Unterschied, der beim Namen Uji-Cha auf der Verpackung leicht untergeht, weil dort meist die Region und nicht die konkrete Anbaugemeinde genannt wird.

Die Terrassenfelder und ihr Schutzstatus

Die charakteristischen, terrassenförmigen Teefelder ziehen sich über die Hügel des gesamten Gemeindegebiets und wechseln sich mit traditionellen, ziegelgedeckten Siedlungen ab. 2008 erhielt diese Kulturlandschaft als erste Landschaft überhaupt die Auszeichnung als Kyoto Prefecture Scenic Asset. 2013 trat Wazuka der Vereinigung Schönste Dörfer Japans bei, die Gemeinden mit besonders erhaltenswerten Landschaftsbildern auszeichnet, eine Anerkennung, die seither auch den Tourismus in der Region gefördert hat und Besucher gezielt in die Teegärten statt nur in die umliegenden Tempelstädte lenkt. Für die Teebauern bedeutet die Auszeichnung zusätzlich eine gewisse Verpflichtung, die charakteristischen Terrassen langfristig zu erhalten, auch wenn einzelne Flächen wirtschaftlich schwerer zu bewirtschaften sind als ebene Felder, etwa weil Maschinen dort nur eingeschränkt einsetzbar sind und mehr Handarbeit nötig bleibt.

Woran du Tee aus Wazuka im Handel erkennst

Weil Wazuka meist unter dem übergeordneten Namen Uji-Cha verkauft wird, steht der Ortsname Wazuka selten groß auf der Verpackung, auch wenn ein erheblicher Teil des Inhalts tatsächlich aus dem Dorf stammt. Spezialisierte Händler und einzelne Teebetriebe wie Obubu Tea Farms nennen die Herkunft dagegen gezielt, weil sie damit werben, dass ihr Tee nicht nur aus der Region, sondern aus einer konkreten, bekannten Anbaugemeinde stammt, was gerade bei Kundschaft außerhalb Japans zunehmend als Qualitätsmerkmal wahrgenommen wird.

Wie du Wazuka-Sencha zubereitest

Für Sencha aus Wazuka eignet sich Wasser mit etwa 70 bis 80 Grad, bei zwei Gramm Blättern auf 150 Milliliter Wasser reicht eine Ziehzeit von rund einer Minute. Weil Wazuka daneben auch der größte Produzent von Tencha in der Region ist, aus dem nach dem Mahlen Matcha entsteht, unterscheidet sich die Zubereitung dieses Blatts grundlegend: Tencha wird nicht aufgegossen und wieder entfernt, sondern vollständig vermahlen und als Pulver mit dem Wasser aufgeschlagen, weshalb es in einem eigenen Arbeitsschritt weiterverarbeitet werden muss, bevor daraus eine trinkfertige Tasse wird.

Ein Dorf im Wandel

Wie viele ländliche Gemeinden Japans verliert auch Wazuka seit Jahrzehnten an Bevölkerung: 1970 lebten noch 6.316 Menschen im Dorf, aktuell sind es nach Angaben aus der Region noch etwa 2.880. Betriebe wie die Obubu Tea Farms haben darauf mit Führungen, Erntetagen und anderen touristischen Angeboten reagiert, die zusätzliches Einkommen neben dem eigentlichen Teeanbau schaffen sollen und gleichzeitig jüngere Besucher an die Region heranführen, in der Hoffnung, dass ein Teil von ihnen langfristig auch als Arbeitskräfte oder Nachfolger für die alternden Teebauernfamilien gewonnen werden kann.

Was Wazuka von einem allgemeinen Uji-Cha-Artikel unterscheidet

Während sich ein allgemeiner Überblick zu Uji-Cha auf die gesamte Region und ihre Geschichte als Handelsname konzentriert, zeigt der Blick auf Wazuka, wie konkret diese große Bezeichnung an einer einzelnen, vergleichsweise kleinen Gemeinde hängt: 300 Familien, knapp 2.880 Einwohner und ein Anteil von rund der Hälfte der Uji-Cha-Menge, gebündelt auf 65 Quadratkilometer Hanglagen. Dieses Zahlenverhältnis macht Wazuka zu einem der greifbarsten Beispiele dafür, wie stark sich die japanische Teeproduktion trotz großer Handelsnamen auf einzelne, kleine Gemeinden stützt.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

Zusammengefasst: Wazuka liegt im Bezirk Soraku im Südosten der Präfektur Kyoto, auf knapp 65 Quadratkilometern mit rund 2.880 Einwohnern. Der Überlieferung nach begann der Teeanbau während der Kamakura-Zeit mit dem Zen-Mönch Shonin Jishin, seit 2013 gehört das Dorf zur Vereinigung Schönste Dörfer Japans. Rund 300 Teebauernfamilien erwirtschaften mit Tee einen Marktwert von etwa 4 Milliarden Yen im Jahr, dabei liefert Wazuka nach Angaben aus der Region 47 Prozent des Kyoto-Sencha und ist gleichzeitig größter Tencha-Produzent, womit das Dorf für rund die Hälfte der gesamten Uji-Cha-Menge Japans steht.

Wie die Ernte in Wazuka abläuft

Auch in Wazuka bringt die erste Pflückung im Frühjahr, Ichibancha genannt, die hochwertigsten Blätter des Jahres, weitere Pflückungen folgen im Frühsommer und Sommer. Für Tencha, aus dem später Matcha entsteht, werden die Sträucher vor der Ernte mehrere Wochen abgedeckt, ähnlich wie beim Kabusecha, allerdings über einen längeren Zeitraum und mit dichterem Material, damit möglichst wenig Sonnenlicht durchdringt. Diese aufwendigere Beschattung ist einer der Gründe, warum Tencha in der Herstellung teurer ist als gewöhnlicher Sencha aus derselben Gemeinde, was sich auch im höheren Verkaufspreis von Tencha und dem daraus gewonnenen Matcha niederschlägt.

Wazuka im Vergleich zu den anderen Regionen dieser Übersicht

Mit knapp 2.880 Einwohnern ist Wazuka die kleinste der in dieser Übersicht beschriebenen Gemeinden, liefert dabei aber einen der höchsten Produktionsanteile gemessen an der Einwohnerzahl: fast die Hälfte der gesamten Uji-Cha-Menge Japans aus einem einzigen Dorf. Ähnlich wie Ureshino kämpft auch Wazuka mit sinkenden Einwohnerzahlen, reagiert darauf aber stärker über Tourismus rund um die Teeterrassen selbst als über andere Attraktionen wie Thermalquellen.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.

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