Grundlagen
Wakayama-Tee: Die Region am südlichen Kii-Gebirge
Wakayama liegt auf der Kii-Halbinsel im Süden der japanischen Hauptinsel Honshu, in unmittelbarer Nähe zu Uji, das in Japan als Ursprungsort des organisierten Teeanbaus gilt. Besonders bekannt ist der Teeanbau entlang der Pilgerroute Kumano Kodo im südlichen Kii-Gebirge, wo bis heute kleine Familienbetriebe Tee anbauen und in traditioneller Handarbeit verarbeiten. Die dortige Ernte findet in der Regel Anfang Mai statt, die Pilgerroute selbst gehört seit 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Lage: die Kii-Halbinsel
Wakayama liegt am südlichen Ende der Kii-Halbinsel, die zwischen den japanischen Regionen Kansai und dem Pazifik liegt. Die Präfektur zählt neben Shizuoka zu den traditionsreichen Teeanbaugebieten Japans und liegt geografisch nahe an Uji, jener Region bei Kyoto, in der der Mönch Eisai einst die ersten Teefelder für den japanischen Adel anlegen ließ. Das südliche Kii-Gebirge ist von steilen, dicht bewaldeten Bergen und tiefen Tälern geprägt, durch die die historische Pilgerroute Kumano Kodo führt. Die Landschaft ist reich an Bächen, Flüssen und Wasserfällen, was das Gebiet zugleich zu einem beliebten Wander- und Wallfahrtsziel macht.
Der Teeanbau entlang des Kumano Kodo
Wer auf der Nakahechi-Route des Kumano Kodo in Richtung des Schreins Hongu wandert, kommt durch mehrere kleine Teeanbaudörfer, in denen ganzjährig Teepflanzen zu sehen sind. Der Tee aus den Dörfern Fushiogami, Hosshinmon, Ippon-matsu und Kawayu nahe Hongu wird unter dem Markennamen Otonashi-cha verkauft, benannt nach dem Fluss Otonashi, was so viel wie 'geräuschloser Fluss' bedeutet. Nach Angaben lokaler Reiseberichte bewirtschaften dort bis heute an die 50 Haushalte, teils auch mehr, eigene kleine Teefelder, meist in Nebenerwerbsgröße und ohne die großflächigen Plantagenstrukturen, wie man sie aus Zentraljapan kennt.
Geschichte: Tee für Pilger
Der örtlichen Überlieferung nach begann der Teeanbau in der Kumano-Region gegen Ende der Heian-Zeit, die von 794 bis 1185 dauerte. In dieser Zeit wurde die Pilgerroute Kumano Kodo bei zurückgetretenen Kaisern und Adligen aus Kyoto populär, die von Kyoto aus lange und beschwerliche Reisen nach Kumano unternahmen, um dort Reinigung, Heilung und geistige Erneuerung zu suchen. Der Überlieferung zufolge wollten die Pilger bei ihren Rastpausen in den Teehäusern entlang der Route grünen Tee trinken. Damit niemand große Mengen Tee mittragen musste, kam jemand auf die Idee, Teesträucher direkt vor Ort in Kumano anzupflanzen, sodass sich die Pilgerroute und der lokale Teeanbau von Beginn an gegenseitig bedingten.
Kumano Kodo als Weltkulturerbe
Im Juli 2004 wurden Teile des Kumano Kodo zusammen mit den Schreinen von Kumano Sanzan sowie den heiligen Stätten Koyasan und Yoshino/Omine gemeinsam als 'Heilige Stätten und Pilgerrouten im Kii-Gebirge' in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen, mit einer Erweiterung im Jahr 2016. Das Gebiet erstreckt sich über die drei Präfekturen Mie, Nara und Wakayama und umfasst rund 307 Kilometer ausgewiesener Pilgerwege. Der Kumano Kodo gehört damit zu den wenigen Pilgerrouten weltweit, die neben dem spanischen Jakobsweg als Weltkulturerbe anerkannt sind, und wird nach UNESCO-Angaben von jährlich bis zu 15 Millionen Menschen für religiöse Zwecke oder zum Wandern besucht. Beide Routen sind zudem über das Programm 'Dual Pilgrim' formell miteinander verschwistert: Wer beide Wege vollständig zurückgelegt hat, kann eine gemeinsame Auszeichnung beantragen, ein Zeichen für die gemeinsame menschliche Tradition des Gehens als spirituellen Ausdruck über Kulturen hinweg. Der Teeanbau in den Dörfern entlang der Route ist damit bis heute Teil einer touristisch und kulturell stark frequentierten Landschaft.
Ernte und Sorten
Die Blattpflücke in den Teedörfern nahe Hongu findet nach Reisebeschreibungen der Region in der Regel Anfang Mai statt, auch wenn die Teepflanzen selbst das ganze Jahr über auf den Feldern stehen und die Landschaft entlang der Wanderwege prägen. Lokal werden zwei Haupttypen unterschieden: Sencha aus den Blättern der ersten Pflückung und Bancha aus der zweiten, meist gröberen Pflückung. Wird Bancha geröstet, entsteht daraus Hojicha, mischt man Bancha zusätzlich mit geröstetem braunem Reis, ergibt das Genmaicha. Diese drei Grundtypen decken den größten Teil dessen ab, was in den Kumano-Dörfern hergestellt wird.
Traditionelle Verarbeitung
Die Verarbeitung in den Kumano-Dörfern erfolgt größtenteils noch von Hand. Nach der Pflücke werden die Blätter in einem großen Topf erhitzt und dabei gerührt, um überschüssige Feuchtigkeit zu entziehen, die Oxidation zu unterbinden und die Blätter zu sterilisieren. Anschließend werden sie von Hand gerollt, damit Pflanzensäfte und Enzyme austreten und sich das spätere Aroma entwickeln kann. Zum Abschluss werden die Blätter auf dünnen Tatami-Matten im Freien in der Sonne ausgebreitet, wo sie über mehrere Tage hinweg auf natürliche Weise trocknen, ein Verfahren, das sich deutlich von den maschinellen Trocknungsanlagen größerer japanischer Teeregionen unterscheidet.
Kishu-cha: der prefekturweite Name
Über die Kumano-Region hinaus wird der Tee aus Wakayama insgesamt häufig unter dem Sammelbegriff Kishu-cha vermarktet, benannt nach Kishu, dem historischen Namen der Provinz, aus der später die heutige Präfektur Wakayama hervorging. Nach Angaben von Fachhändlern wächst Kishu-cha vor allem in den milden Flusstälern im Süden der Präfektur. Anders als etwa Kagoshima oder Shizuoka zählt Wakayama nicht zu den in nationalen Statistiken für Sencha, Kabusecha, Tencha oder Gyokuro gesondert ausgewiesenen Spitzenreitern, sondern gilt als kleinere, eher regional verwurzelte Anbauregion.
Einordnung in die japanische Teelandschaft
Wakayama zählt neben Shizuoka zu den Präfekturen, die die japanische Teeproduktion insgesamt mitprägen, wenn auch mit deutlich geringerer Menge als die großen Anbauzentren wie Shizuoka oder Kagoshima. Die Nähe zu Uji, dem historischen Ursprungsort des japanischen Teeanbaus, wird in mehreren Quellen zur Region hervorgehoben. Anders als in den großen, flächigen Plantagen Zentraljapans bleibt der Anbau in Wakayama bis heute kleinteilig und stark an einzelne Dörfer, Familien und die Geschichte der Pilgerroute gebunden. Landesweit ist die japanische Teeanbaufläche in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt geschrumpft, von rund 49.000 Hektar im Jahr 2004 auf rund 41.000 Hektar 2019, ein Trend, von dem auch kleinere Regionen wie Wakayama betroffen sind. Für die Teedörfer entlang des Kumano Kodo kommt erschwerend hinzu, dass die Bevölkerung in den ländlichen Gebieten der Kii-Halbinsel wie in weiten Teilen des ländlichen Japan altert und schrumpft. Der Tourismus entlang der Pilgerroute, befördert auch durch den Welterbe-Status, wird von mehreren Quellen als eine der wenigen verlässlichen zusätzlichen Einnahmequellen für die dortigen kleinen Teebaufamilien beschrieben, neben dem Verkauf des eigenen Otonashi-cha an Wanderer und Pilger direkt vor Ort.
Matcha bei MATCHASHOCK
Die Kumano-Region zeigt, wie eng Teeanbau in Japan historisch mit Wegen, Ritualen und kleinen dörflichen Strukturen verbunden sein kann, ganz ohne große Plantagenflächen. Für ein Matcha-Pulver zählt am Ende die handwerkliche Sorgfalt bei Vermahlung und Prüfung. Bei MATCHASHOCK bekommst du dein Bio-Matcha-Pulver in der 30-Gramm-Dose, im Labor auf Rückstände geprüft, mit Bio-Kontrollstelle DE-ÖKO-006 und Kennzeichnung CN-BIO-141. Gewerbliche Bestellungen laufen über matchashock.de/b2b.
Quellen
- Japan Travel - Tea Harvest in Kumano, Tanabe, Wakayama ↗
- Yunomi.life - Products Made in Wakayama ↗
- UNESCO World Heritage Centre - Sacred Sites and Pilgrimage Routes in the Kii Mountain Range ↗
- Global Japanese Tea Association - Japanese Tea Growing Regions ↗
- TOUSUIEN - Tea Varieties by Prefecture ↗
- Yunomi.life - Japan's tea production volume and area ↗
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



Genug gelesen? Schmeck den Unterschied selbst.
Bio aus erster Ernte.
Laborgeprüft, doppelt versiegelt.
Fein vermahlen und mild statt bitter — deshalb schmeckt er auch pur.
- Bio-zertifiziert, DE-ÖKO-006
- Im Labor geprüft
- Erste Ernte, feinste Vermahlung
- Doppelt luftdicht versiegelt
- Versand kostenlos in Deutschland
- 30 g, reicht für 10–15 Tassen
„Das ist der beste Matcha, den ich seit Jahren gekauft habe! Ich trinke schon lange Matcha und nutze ihn auch gerne zum Backen meiner Lieblingscookies. Die Qualität ist top! Intensiver Geschmack, sehr fein gemahlen […]. Den werde ich definitiv wieder bestellen!!“
30 g für 25,00 € (833,33 €/kg, inkl. MwSt.)
Jetzt probierenMATCHASHOCK Bio-Matcha, 30 g: 25,00 € (833,33 €/kg), inkl. MwSt. Versand innerhalb Deutschlands kostenlos. Bio: Kontrollstelle des Herstellers CN-BIO-141, unsere eigene DE-ÖKO-006 (ABCert) · Nicht-EU-Landwirtschaft. Diese Bewertungen stammen von unserer Amazon-Produktseite und tragen dort alle den Amazon-Vermerk „Verifizierter Kauf“ — Amazon setzt ihn nur, wenn der Artikel über das Konto der Verfasserin oder des Verfassers gekauft wurde. Wir schreiben keine Bewertungen selbst und übernehmen keine aus anderen Quellen. Mit […] gekennzeichnete Stellen haben wir weggelassen, weil sie Aussagen zur Wirkung enthalten, die wir noch nicht mit Unterlagen belegen können; nichts wurde umformuliert. Der vollständige Wortlaut steht auf unserer Amazon-Produktseite.