Kulinarik
Sieben Stufen Matcha-Eis bei Suzukien in Asakusa
In Asakusa, einem der ältesten Viertel Tokios, verkauft das Teehaus Suzukien seit Jahren Gelato in sieben Matcha-Intensitätsstufen. Stufe Nummer 7 gilt als eine der stärksten Matcha-Eiscremes überhaupt und hat sich über soziale Medien weltweit verbreitet. Wir schauen uns an, wie das Konzept entstanden ist und was die einzelnen Stufen unterscheidet.
Ein Teehaus mit langer Geschichte
Suzukien wurde 1853 in Asakusa gegründet, in einer Zeit, in der das Viertel als Vergnügungszentrum von Edo, dem heutigen Tokio, bekannt war und Besucher aus der ganzen Stadt anzog. Ursprünglich handelte es sich um einen einfachen Teestand, aus dem sich mit der Zeit ein etabliertes Teegeschäft entwickelte. Während der Meiji-Zeit konzentrierte sich das Unternehmen zunehmend auf den Export japanischen Tees ins Ausland, später gründete die Familie ein eigenes Großhandelsunternehmen für Tee, das bis heute den Laden in Asakusa betreibt und damit eine über mehrere Generationen gewachsene Geschichte fortführt.
Die Zusammenarbeit mit Nanaya
Das heutige Gelato-Konzept entstand erst 2016, als Suzukien mit Nanaya zusammenarbeitete, einem auf Matcha-Süßigkeiten spezialisierten Unternehmen aus der Präfektur Shizuoka. Aus dieser Kooperation entstand die Idee, Gelato in sieben unterschiedlichen Matcha-Konzentrationen anzubieten, von mild bis sehr intensiv, sodass jede Käuferin und jeder Käufer die passende Stärke für den eigenen Geschmack finden kann. Über soziale Medien verbreitete sich das Konzept schnell, vor allem die stärkste Stufe Nummer 7 wurde in Kurzvideos und Reiseberichten immer wieder gezeigt und hat den Laden weit über Japan hinaus bekannt gemacht.
Herkunft des Matcha: nicht Uji, sondern Shizuoka
Anders als man bei einem berühmten Matcha-Eis vielleicht annehmen würde, stammt das verwendete Pulver nicht aus der bekannten Anbauregion Uji bei Kyoto, sondern aus Okabe-cho in der Stadt Fujieda in der Präfektur Shizuoka. Shizuoka ist gemessen an der Anbaumenge die größte Matcha-Region Japans, auch wenn Uji im Ausland bekannter ist und oft als Synonym für hochwertigen Matcha gilt. Suzukien nutzt damit bewusst eine Region, die zwar weniger Symbolkraft hat als Uji, aber für die grosse produzierte Menge und eine lange landwirtschaftliche Tradition im Teeanbau bekannt ist.
Die sieben Stufen im Vergleich
Stufe 1 ist vergleichsweise mild und wird von der Süße der verwendeten Hokkaido-Milch begleitet, was sie zu einem guten Einstieg für Menschen macht, die Matcha-Eis zum ersten Mal probieren. Stufe 3 gilt im Laden als Standardgeschmack, mit einer Balance zwischen der Bitterkeit des Matcha und der Süße der Milch sowie einem vollen, deutlich wahrnehmbaren Matcha-Aroma. Mit steigender Stufe nimmt die Matcha-Konzentration zu und die Süße tritt zunehmend in den Hintergrund. Stufe 7, die Premium-Variante, verwendet die hochwertigste Matcha-Qualität des Sortiments und gilt als die konzentrierteste und bitterste Stufe im Angebot, gedacht für Gäste, die den reinen Matcha-Geschmack ohne viel Ablenkung durch Süße suchen.
Preise und Verfügbarkeit vor Ort
Die Stufen 1 bis 6 kosten jeweils 390 Yen für eine Kugel oder 500 Yen für zwei Kugeln. Stufe 7 kostet 590 Yen für eine Kugel und 680 Yen für zwei, eine Waffel gibt es gegen einen Aufpreis von 20 Yen. Suzukien betreibt inzwischen zwei Standorte nahe dem Senso-ji-Tempel in Asakusa, die sich beide in fußgängerfreundlicher Nähe zueinander befinden. Wegen der grossen Nachfrage bilden sich vor allem an Wochenenden regelmäßig lange Schlangen, teilweise mit einem eigenen Wartesystem, bei dem Besucherinnen und Besuchern Zettel mit einer Rückkehrzeit ausgehändigt werden.
Warum das Konzept viral ging
Die Idee, ein Lebensmittel in klar nummerierten Intensitätsstufen anzubieten, ist einfach zu verstehen und lässt sich gut in Bildern und kurzen Videos zeigen, ohne dass viel Erklärung nötig ist. Die Assoziation zur japanischen Erdbebenskala, die ebenfalls von 1 bis 7 reicht, wird von Beobachtern gerne als Zufall erwähnt, der dem Konzept zusätzliche Aufmerksamkeit und einen einprägsamen Bezugsrahmen verschafft hat. Reisende posten regelmäßig ihre Reaktion auf Stufe 7, oft mit übertriebener Mimik, was das Eis zu einem wiederkehrenden Motiv auf Social Media gemacht hat und den Laden zu einer festen Anlaufstelle für Japan-Reisende werden ließ.
Neben Matcha: das restliche Sortiment
Suzukien bietet neben den sieben Matcha-Stufen weitere Sorten an, darunter gerösteten Tee, Genmaicha, Erdbeere, Sesam und süße Adzukibohnenpaste, dazu Kaffee und eigene Matcha-Getränke zum Mitnehmen. Das Rezept für das Premium-Nummer-7-Gelato wird ausschliesslich im Laden verarbeitet, das dafür verwendete Matcha-Pulver selbst wird nicht separat zum Verkauf angeboten. Wer die Stufe 7 probieren möchte, muss also tatsächlich vor Ort in Asakusa sein und kann das Erlebnis nicht einfach durch den Kauf von Pulver zu Hause nachstellen.
Wie sich Suzukien in die japanische Matcha-Eis-Kultur einordnet
Matcha-Gelato und Matcha-Eis sind in Japan seit Jahrzehnten Teil des Alltags und werden in unterschiedlichsten Qualitätsstufen angeboten, von einfachen Softeis-Varianten in Convenience-Stores bis zu aufwendig hergestellten Premium-Produkten kleiner Teehäuser. Suzukien positioniert sich klar am oberen Ende dieser Bandbreite, indem es die Herkunft des verwendeten Matcha offen benennt und die Herstellung eng an die eigene, über 170 Jahre gewachsene Tee-Expertise des Hauses koppelt. Das unterscheidet den Laden von reinen Souvenirständen, die Matcha-Geschmack oft nur über Aromen statt über echtes, hochwertiges Matcha-Pulver erzeugen. Für Besucherinnen und Besucher, die zum ersten Mal in Japan sind, gilt Suzukien deshalb regelmäßig als Referenzpunkt dafür, wie intensiv echtes Matcha-Eis tatsächlich schmecken kann, im Unterschied zu vielen im Ausland erhältlichen Matcha-Produkten.
Warum Asakusa der passende Standort ist
Asakusa gehört zu den touristisch am stärksten besuchten Vierteln Tokios, vor allem wegen des nahegelegenen Senso-ji-Tempels, der täglich grosse Besucherströme anzieht. Für ein traditionsreiches Teehaus wie Suzukien ist diese Lage ein doppelter Vorteil: Einerseits trifft der Laden auf ein Publikum, das ohnehin an japanischer Kultur interessiert ist und bereit ist, für ein besonderes Erlebnis Zeit einzuplanen, andererseits liegt er in einem Viertel, das selbst seit Jahrhunderten für Handel, Handwerk und Gastronomie bekannt ist. Diese Kombination aus historischem Umfeld und touristischer Sichtbarkeit erklärt mit, warum ausgerechnet Suzukien und nicht ein Laden in einem weniger belebten Stadtteil zu einem der bekanntesten Matcha-Eis-Adressen Japans werden konnte.
Was Besucherinnen und Besucher vor Ort einplanen sollten
Wer Suzukien besuchen möchte, sollte vor allem an Wochenenden und an Feiertagen mit Wartezeit rechnen, da die begrenzte Ladenfläche und die grosse Nachfrage regelmäßig zu langen Schlangen führen, wie das eingesetzte Wartesystem mit Rückkehrzeiten zeigt. Ein Besuch ausserhalb der Hauptreisezeiten oder am frühen Vormittag kann die Wartezeit erfahrungsgemäß verkürzen. Wer nicht nur eine, sondern mehrere Stufen probieren möchte, kann in beiden Suzukien-Läden verschiedene Kugeln kombinieren, um innerhalb eines Besuchs mehrere Intensitäten direkt miteinander zu vergleichen, was viele Besucherinnen und Besucher als eigenen kleinen Programmpunkt ihres Tokio-Aufenthalts einplanen, gerade weil die Stufen 1 bis 7 sich so klar voneinander unterscheiden.
Was das für Matcha-Käuferinnen und -Käufer in Deutschland bedeutet
Suzukien verkauft weder das Premium-Nummer-7-Gelato noch das dafür verwendete Matcha-Pulver ausserhalb der beiden Läden in Asakusa, ein Nachbestellen aus Deutschland ist damit nicht möglich. Wer das Erlebnis nicht nachreisen kann, kann sich trotzdem an der Grundidee orientieren: Die sieben Stufen von Suzukien zeigen anschaulich, wie stark sich der Geschmack von Matcha allein über die Konzentration und die Qualitätsstufe des Pulvers verändert, von mild und milchig bis kräftig und herb. Für den eigenen Matcha-Kauf in Deutschland ist das ein nützlicher Massstab: Wer ein besonders intensives, konzentriertes Ergebnis sucht, sollte gezielt auf eine höhere Matcha-Qualitätsstufe achten und die Pulvermenge bei der Zubereitung bewusst variieren, ähnlich wie es die sieben Suzukien-Stufen im Laden selbst vormachen, statt sich auf ein einziges Standardrezept zu verlassen.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine medizinische Beratung dar.



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